Spielplan RB Leipzig

1. LIGA QUICKTABELLE

1
Bayern München
84
2
FC Schalke 04
63
3
1899 Hoffenheim
55
4
Borussia Dortmund
55
5
Bayer 04 Leverkusen
55
6
RB Leipzig
53
7
VfB Stuttgart
51
8
Eintracht Frankfurt
49
9
Bor.Mönchengladbach
47
10
Hertha BSC
43
11
SV Werder Bremen
42
12
FC Augsburg
41
13
Hannover 96
39
14
1. FSV Mainz 05
36
15
SC Freiburg
36
16
VfL Wolfsburg
33
17
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31
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22

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INTERVIEW MIT SEBASTIAN POPP: "ÜBERGEBE DIE MANNSCHAFT IM GUTEN ZUSTAND"

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Leipzig - (18.06.2018) Großes Stühlerücken in Leipzig in diesem Sommer. Auch im Frauenteam gibt es eine neue Übungsleiterin – Katja Greulich kommt aus Jena. Doch bevor der Blick in die Zukunft geht, haben wir mit dem scheidenden Coach Sebastian Popp gesprochen.

Herr Popp, die Saison ist seit etwa einem Monat beendet. Wie fällt mit etwas Abstand ihr Fazit zur abgelaufenen Spielzeit aus?

Insgesamt positiv. Zwar sind wir an dem Ziel, unter die ersten drei zu kommen, knapp vorbeigeschrammt. Wenn man sich aber den Saisonverlauf anschaut und wie sich die Spielerinnen entwickelt haben, kann man in der Summe sehr zufrieden sein.

Wir hatten einige Startschwierigkeiten, die ich darauf zurückführe, dass wir viele junge, neue Spielerinnen in der Mannschaft hatten. Neun stießen vor der Saison aus der eigenen U17 in den Kader dazu. Als gutes Beispiel kann man Gina Schüller erwähnen, die am Anfang noch ziemlich nervös war und in den ersten Spielen ein paar Mal patzte. Aber sie hat sich wie viele andere Spielerinnen stabilisiert und eine sehr gute Runde gespielt. Auch im körperlichen Bereich war eine Entwicklung zu sehen bei der Mannschaft zu sehen. Sie haben sich an die Robustheit der Liga gewöhnt und haben von Spiel zu Spiel immer besser dagegengehalten. Dies finde ich mit Blick auf die Gesamtentwicklung der kommenden Jahre wichtiger als am Ende auf Rang drei oder vier zu stehen.

Und diese Gesamtentwicklung spiegelte sich bereits im Jahr 2018 wider. Wir haben nur noch ein Spiel gegen Union Berlin verloren, ansonsten aber gegen Spitzenteams wie Viktoria Berlin gewonnen, gegen die wir noch in der Hinrunde verloren hatten.


Hat Sie die Qualität der Spitzengruppe überrascht?

Eher nicht. Mich hat aber schon ein bisschen überrascht, dass Union Berlin Meister geworden ist. Die sind letzte Saison aus der 2. Liga abgestiegen und hatten mit jungen Spielerinnen einen Neuaufbau gestartet. Da kann man nur den Hut vor ziehen.


Aber auch die anderen Mannschaften hatten deutlich mehr Qualität als noch in der Landesliga. Wie kam die Mannschaft damit zurecht?

Die Regionalliga ist deutlich körperbetonter als die Landesliga. Meine Mannschaft war am Anfang etwas zu ängstlich und hat sich zu stark davon beeindrucken lassen. Es hat eine Weile gedauert, ehe die Zweikämpfe aggressiver gestaltet wurden. Dies war vor allem im ersten Spiel gegen Magdeburg offensichtlich.


Welches zum Saisonauftakt mit 0:6 am heimischen Gontardweg verloren ging…

Wir hatten uns mehr in diesem Spiel ausgerechnet, zumal die Vorbereitung nicht schlecht verlaufen war. Danach mussten wir die Mannschaft natürlich wieder aufbauen und Schritt für Schritt kleinere Ziele stecken, um nicht in ein Loch zu fallen.


Wie haben Sie und die Mannschaft auf diese Niederlage im ersten Spiel der Regionalliga reagiert?

Wir konnten das gut einordnen und haben uns auch zügig wieder gefangen. Wir haben keine zehn Spiele in Folge verloren, sondern zunächst gegen schwächere Gegner Siege eingefahren und in der Hinrunde bspw. auch gegen Union Berlin daheim gewonnen. Bei jüngeren Spielerinnen kommt eine gewisse Unbeständigkeit hinzu. Die haben mal einen guten Tag, dann aber auch mal wieder einen Tag, wo die Leistung etwas abfällt. Die Konstanz ist größer, wenn man mehr Erfahrungen hat.

Beim Spiel gegen Magdeburg kam sicherlich hinzu, dass eine große Erwartungshaltung geschürt wurde. Es kamen extrem viele Zuschauer, das haben einige Spielerinnen noch nie in ihrer Karriere erlebt. Dadurch entsteht auch ein enormer Druck. Und wenn dann noch Kleinigkeiten hinzukommen, wie nach acht Minuten durch einen Sonntagsschuss hinten zu liegen, dann kann es schon mal passieren, dass man etwas auseinanderfällt. Aber daraus haben wir gelernt - mehr auf den Lernprozess zu achten und weniger auf die reinen Ergebnisse.


In der Landesliga standen die Gegner eher tief, in der Regionalliga entwickelte sich öfter ein Schlagabtausch. Wie kam die Mannschaft mit der Umstellung zurecht?

Das ist uns in meinen Augen gut gelungen. Wir hatten uns schon längerfristig mit der RB-Philosophie vertraut gemacht, auch schon in der Landesliga. Darum war das für uns nicht völlig neu. Gegen Union hat das bspw. super geklappt. Aber das Problem in der Liga war, dass wir weder kompletter Außenseiter noch Favorit waren. In manchen Spielen hatten wir sehr viel Ballbesitz und mussten mit viel Geduld agieren. In anderen Partien waren wir eher mehr Außenseiter und mussten auf schnelles Konterspiel setzen. Diesen ständigen Wechsel zu finden, war am Anfang der Saison schwierig. Aber das Team hat jetzt ein größeres Repertoire nach Ablauf der Spielzeit.


Wann war für Sie klar, dass die Spitzenteams in der Saison zu weit weg sind?

Eigentlich schon nach dem ersten Spiel (lacht). Aber da war es nur ein Verdacht, dass es für den ersten Platz eventuell nicht reichen könnte. Das Saisonziel Platz 1-3 hatten wir aber auch noch in der Rückrunde im Kopf, denn so viel hat nach oben tatsächlich nicht gefehlt. Hätten wir Union Berlin geschlagen oder bei Steglitz gewonnen, wäre das auch noch möglich gewesen.


Sophie Görner hat eine sehr gute Saison gespielt, Michelle Förster und Lisa Uhlig auch. Wer hat Sie noch überzeugt?

Da gibt es Einige. Chiara Benedetto hat sich sehr gut entwickelt, weil sie immer gute Leistungen brachte, egal auf welcher Position sie eingesetzt wurde. Sie ist eine echte Allrounderin, die sehr fleißig und wissbegierig ist. Lisa Engler kam aus der U17 und hatte auch ein paar Schwierigkeiten zu Beginn. Aber sie hat sich reingebissen und gute Fortschritte in Bezug auf Spielaufbau und Stellungsspiel gemacht. Ich fand es auch gut, dass unsere Spielerinnen, die längerfristig ausfielen, sich wieder herangekämpft haben. Ich denke da bspw. an Lisa Reichenbach, die einen Kreuzbandriss erlitt, aber nach langer Pause wieder gute Leistungen zeigte und gegen Viktoria gleich das entscheidende Tor schoss. Es war auch nie Missgunst in der Truppe, alle haben sich gegenseitig geholfen. Der Teamgeist hat über die gesamte Saison gestimmt.


Der Zuschauerzuspruch war in der Saison weiterhin für Regionalliga-Verhältnisse außerordentlich gut. Wie bewerten Sie die Entwicklung?

Ich bin begeistert. Da steckt so viel Engagement dahinter, das hat mich wirklich beeindruckt. Einige Fans kommen sogar aus anderen Städten, um uns anzufeuern. Das weiß natürlich auch die Mannschaft sehr zu schätzen.


Nach 2 erfolgreichen Jahren endet die Zusammenarbeit mit Leipzig. Für Außenstehende sicherlich überraschend, war das Team doch unter ihrer Leitung sehr erfolgreich.

Ich habe in der Winterpause die Hinrunde Revue passieren lassen und da hat sich bereits abgezeichnet, dass es immer schwieriger wurde, die Trainingstermine mit meinem beruflichen Leben zu koordinieren. Da geht es gar nicht so sehr um die Termine an sich, sondern auch um die Vor- und Nachbereitung, die für ein anspruchsvolles Training wichtig ist. Für die hohen Ansprüche der Mannschaft, aber vor allem auch für meinen eigenen Anspruch ist es wichtig, dass man sich zu 100 Prozent auf die Tätigkeit konzentriert. Ich habe aber bei mir gemerkt, dass ich das nicht mehr kann. Ich musste viele Termine an meinen Co-Trainer abgeben und dann ist es irgendwann schwierig zu erklären, warum der Co-Trainer immer vor Ort ist und der Chef-Trainer fehlt. Dadurch verpasst man auch Trainingseindrücke. Die Mannschaft braucht aber jemanden, der zu 100 Prozent die körperliche und psychische Anwesenheit gewährleisten kann. Eben das konnte ich nicht mehr versprechen.


Wären Sie Trainer geblieben, hätte der Verein Ihnen eine Vollzeit-Stelle angeboten?

Nein, das hätte ich auch abgelehnt. Der Verein wollte mir sogar ein paar Optionen darlegen, aber so weit sind wir in den Gesprächen erst gar nicht gekommen. Ich habe in meinem Beruf eine sehr verantwortungsvolle Position, die mir sehr viel Spaß bereitet. Das habe ich mir in den letzten sechs Jahren erarbeitet. Daher sehe ich dort auch eher meine Zukunft als auf dem Trainingsplatz. Der Trainerjob war für mich immer eher eine Abwechslung oder ein anspruchsvolles Hobby, aber dafür kann ich meinen Beruf nicht aufgeben.


Was nehmen Sie aus den Erfahrungen bei RB Leipzig mit und was waren ihre schönsten Momente?

Es gab viele schöne Momente. Es war schon toll, von Anfang dabei sein zu dürfen. Ich habe die Frauenmannschaft mit aufbauen dürfen. Der Aufstieg in die Regionalliga war natürlich auch sehr schön, wie auch einzelne Spiele in dieser Saison, in denen wir über uns hinausgewachsen sind, wie bspw. gegen Viktoria Berlin. Natürlich war es schön zu sehen, wie sich die Mannschaft entwickelt hat und dass wir als Trainerteam gute Arbeit geleistet haben. Ich übergebe die Mannschaft in einem guten Zustand mit viel Potenzial. Das freut mich sehr.


Nächste Saison wird sportlich nicht einfacher, Hohen-Neuendorf und Jena II kommen zusätzlich in die Regionalliga. Union und Magdeburg sind in der Aufstiegs-Relegation gescheitert und spielen kommende Saison weiter in 3. Liga. Was muss passieren, damit es weiter nach oben geht?

Die Mannschaft muss sicherlich punktuell auf der einen oder anderen Position verstärkt werden. Da braucht es zur Ergänzung auch ein paar erfahrene Spielerinnen. Ansonsten muss der Weg kontinuierlich weitergegangen werden. Junge Spiele fördern, die Philosophie intensiv vermitteln und dann glaube ich auch, dass nächste Saison vielleicht schon mehr möglich ist.


Wie groß ist die Herausforderung, zwischen sportlichen Erfolg einerseits und dem Ausbilden junger Spielerinnen andererseits?

Ja, es ist ein kleiner Konflikt. Aber es gab keinen Druck vom Verein, dass wir in einer bestimmten Saison aufsteigen mussten. Die langfristige Entwicklung steht ganz klar im Vordergrund und nicht der schnelle Erfolg. Wenn der Verein das täte, würden sie nur externe Spielerinnen holen. Wir haben uns aber für den beständigeren Weg entschieden.


Wo gibt es noch Entwicklungspotenzial im Bereich des Frauenfußballs bei RB Leipzig? Es soll ja eine 2. Mannschaft geben.

Eine 2. Mannschaft wäre sehr wichtig. Die Spielerinnen, die jetzt aus der U17 neu dazukommen, brauchen Spiel- und Wettkampfpraxis, um sich an das höhere Niveau zu gewöhnen. Daher wäre es wichtig, wenn eine 2. Mannschaft schnell mit aufsteigen würde und eventuell bis in die Regionalliga käme. Wenn sich Spielerinnen verletzen, könnten sie darüber wieder Spielpraxis sammeln. Hat die erste Mannschaft personelle Probleme, kann sie auf einen guten Unterbau zurückgreifen und muss nicht Spielerinnen einsetzen, denen es an Spielpraxis fehlt.


Wäre das nicht ein Projekt für Sie? Zeitlich wäre das machbar, oder?

Das würde ich nicht unterschätzen. Die jungen Spielerinnen brauchen viel Aufmerksamkeit. Der Aufwand in Bezug auf die Auswärtsfahrten wäre natürlich geringer, aber die Trainings, Vor- und Nachbereitung sowie Gespräche mit den Spielerinnen wären kein großer Unterschied zu jetzt.


Also schließen Sie eine Rückkehr aus?

Ja. Ich weiß zwar nicht, was in zehn Jahren ist, aber für den Moment definitiv.


Herr Popp, wir bedanken uns ganz herzlich für das Gespräch und wünschen Ihnen viel Erfolg im Beruf!

Das Interview führte Rojiblanco


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VIER RASENBALLER BEI DER WM IN RUSSLAND

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Leipzig - (15.06.2018) Gleich vier Rasenballsportler mischen im Kampf um den Fußballthron bei der Weltmeisterschaft in Russland mit. RB-Fans.de gibt euch einen Überblick über die Chancen und Termine der RB Legionäre.

RB Leipzig ist angekommen in der großen Fußballwelt. Spätestens jetzt, da die ganz große Bühne Fußball-WM wieder geöffnet hat, merkt es der geneigte Fan, denn gleich vier Akteure aus unserem Kader nehmen mit ihren Teams teil. Beim letzten Turnier 2014 war RBL gerade erst in die 2. Liga aufgestiegen und die WM eine Fußballdimension entfernt. Nur zwei Rasenballer der Aufstiegsmannschaft von vor gerade vier Jahren sind heute noch im Team. Poulsen ist nun selbst WM Fahrer und Coltorti Vorbild. Hier ein Blick auf alle Rasenballer, ihre Chancen auf Einsätze und Weiterkommen und wann ihr sie spielen sehen könnt.


Yussuf Poulsen, Dänemark

Yussi spielt in Gruppe C gegen Peru, Australien und Frankreich. Eine schwere Aufgabe für die Dänen. Favorit ist der frühere Welt und Europameister (und sprudelnde rangnicksche Talentequelle) Frankreich, die (noch) ohne Upa und Co. antreten. Platz 2 ist wohl machbar. Schießt Yussi weiter Tore wie im Vorbereitungsspiel gegen Mexiko wird er sicher öfter mit der Nr. 20 auflaufen. Die Spieltermine:

Gruppe C

Sa, 16.Juni: Peru – Dänemark
Do, 21.Juni: Dänemark – Australien
Di, 26. Juni: Dänemark – Frankreich


Yvon Mvogo, Schweiz

Unser Ersatzkeeper wandelt auf den Spuren seines Teamkollegen Fabio Coltorti, der 2006 Ersatzhüter der Schweiz bei der WM in Deutschland war. Zum Einsatz wird er in Gruppe E gegen Brasilien, Costa Rica und Serbien wohl nicht kommen. Auch für die Schweizer ist nach dem großen Favoriten aus Südamerika Platz 2 das Ziel. Hier gilt es wohl vor allem Serbien hinter sich zu lassen.

Gruppe E

So, 17. Juni: Brasilien – Schweiz
Fr. 22. Juni: Serbien – Schweiz
Mi, 27.Juni: Schweiz – Costa Rica


Emil Forsberg, Schweden

Unser Mittelfeldwirbler konnte in der abgelaufenen Saison nicht an die großartigen Leistungen des Vorjahres anknüpfen. Verletzungen, Wechselgerüchte und zuletzt eine Rotsperre bremsten ihn aus. Dennoch ist er spätestens seit dem Rücktritt von Zlatan Ibrahimovic aus der Kreativzentrale der Schweden nicht wegzudenken. Keine Frage – ist er fit, wird Emil auflaufen. Unter anderem auch gegen unsere deutsche Elf, die als Titelverteidiger natürlich Favorit ist. Südkorea und Mexiko komplettieren Gruppe F, in der alles möglich scheint. Drücken wir Emil die Daumen. Nur nicht zu fest, am Ende schießt er sonst die DFB Elf raus und sich selbst in für RB unbezahlbare Sphären.

Gruppe F

Mo, 18. Juni: Schweden – Südkorea
Sa, 23. Juni: Deutschland – Schweden
Mi, 27. Juni: Mexiko – Schweden


Timo Werner, Deutschland

Im Fokus steht sicher unser Shootingstar Timo Werner. Nicht nur, dass er der erste deutsche WM Fahrer in Diensten des einzig wahren Rasenballsports ist, nachdem er schon in der "Probe WM" Confed Cup vor Jahresfrist bester Torschütze und Deutschland Titelträger wurde, ruhen nun auf ihm besonders viele Hoffnungen. Er hat bereits klargestellt, nächste Saison auf jeden Fall wieder für RB Leipzig aufzulaufen. Drücken wir ihm also entspannt die Daumen beim Projekt Titelverteidigung unseres Teams und im direkten Duell mit Emil.

Gruppe F

So, 17. Juni: Deuschland – Mexiko
Sa, 23.Juni: Deutschland – Schweden
Mi, 27. Juni: Südkorea – Deutschland


Also viel Erfolg Jungs und kommt heil zurück!

roger


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RB-FANS TIPPSPIEL IST BEENDET – DIE GEWINNER STEHEN FEST!

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Leipzig - (13.06.2018) Die Entscheidung ist gefallen! sysslar gewinnt unser Tippspiel knapp vor Tag Eins und bullish! In der erstmals stattfindenden Teamwertung konnte sich der Fanclub Red Campus vor den Teams Karlsfeld und RB tfw durchsetzen. Danke an alle Fans für die Teilnahme!

Es war ein spannendes Saisonfinale, dass dem unserer Profis auf dem Rasen in Nichts nachstand. Bis zum letzten Spieltag lieferten sich gleich mehrere Teilnehmer ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen, welches erst durch die Auswertung der Sondertipps entschieden werden konnte. Aus einem großen Teilnehmerfeld von 270 Tippspielern setzten sich am Ende folgende drei Fans durch:

1. Platz - 509 Punkte - (sysslar) "Tippspielmeister 2018"
2. Platz - 506 Punkte - (Tag Eins) "Tippspiel-Vizemeister 2018"
3. Platz - 505 Punkte - (bullish!) "Tippspiel-Dritter 2018"

Wir gratulieren den Gewinnern und freuen uns den drei Erstplatzierten unseren individuellen Community-"Henkel-Pott" zukommen zu lassen, der in jedem Büro für neidische Blicke sorgen wird.


In der erstmals stattfindenden Teamwertung setzte sich Red Campus, vor Karlsfeld und RB tfw durch:

1. Platz - 439 Punkte-Schnitt - (Red Campus) "Tippspielteammeister 2018"
2. Platz - 437 Punkte-Schnitt - (Karlsfeld) "Tippspielteam-Vizemeister 2018"
3. Platz - 427 Punkte-Schnitt - (rb tfw) "Tippspielteam-Dritter 2018"

Auch in der kommenden Saison könnt ihr wieder die 34 Spieltage und die Pokalspiele vorhersagen sowie Sondertipps abgeben. Mit dem richtigen Händchen und etwas Glück werden die aktuellen Sieger dann vielleicht vom Thron gestoßen.


Wir danken euch für eure Teilnahme und freuen uns auf die nächste Saison mit noch mehr Tippspiel-Experten. 

Jupp


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MEIN LINKER, LINKER PLATZ WAR LEER!

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Leipzig - (12.06.2018) Freitag Nachmittag war es soweit – der 20-jährige Uruguayer Marcelo Saracchi vom argentinischen Rekordmeister und Erstligisten Club Atlético River Plate erschien zum Medizincheck in Leipzig. Nach langem Warten ist nun klar: Saracchi unterschriebt bis 2023 bei den Bullen!

Laut Medienberichten wird von einer Ablösesumme von 12,5 Mio. € ausgegangen und er wird einen 5-Jahresvertrag erhalten. Tief durchatmen heißt es nun nach überstandenen Medizincheck. Denn mit dem unglücklichen Ausfall von Marcel Halstenberg bedarf es einer guten Alternative auf der Linksverteidigerposition, und diese Lücke zu schließen ist keine leichte Aufgabe. Im diesjährigen Wintertransferfenster gab es vereinsseitig diesbezüglich schon große Bemühungen. Leider gelang es Ralf Rangnick und seinem Scouting-Team keine adäquate und gleichzeitig auch bezahlbare Alternative, die nicht nur sofort verfügbar gewesen wäre, sondern auch sofort hätte weiterhelfen können, zu diesem Zeitpunkt zu verpflichten. Wie wir alle wissen, führte dies dazu, dass es nur wenige Optionen für diese Position gab. Der defensiv solide, aber auch offensiv nicht immer ausreichend Akzente setzende Bernardo, wechselte sich mit dem (links-) positionsfremden Lukas Klostermann ab, der nach seinem Kreuzbandriss in der letzten Saison leider auch noch nicht ganz wieder zu seiner Form zurückfand und eher entwicklungsseitig stagnierte. Letztendlich vermochten beide leider nicht an die Leistung von Halstenberg heranzureichen. Sicherlich war der Mangel an Optionen auch ein weiteres Puzzleteilchen für das letztendliche Nichterreichen der Champions League. Aber mal unabhängig vom Wintertransferfenster, hört man seit einigen Jahren immer häufiger, dass es sehr schwierig sei, sehr gute (insbesondere linke) Außenverteidiger zu bekommen, da sie einerseits sehr rar gesät zu sein scheinen und andererseits meist dann oftmals auch sehr teuer sind. Daher möchte ich nachfolgend, bevor ich versuche, Marcelo Saracchi ein wenig näher vorzustellen, erst einmal der Frage nachgehen, warum das eigentlich so ist.


Auf Spurensuche – Der moderne Außenverteidiger

Wie ich schon bei meiner Vorstellung von Nordi Mukiele herausgestellt habe, sind seine große Stärken: die Flexibilität, die Anpassungsfähigkeit, das Verständnis und die Erfahrung für unterschiedliche Positionen auf dem Feld (in seinem Fall: Innenverteidigung und rechter Außenverteidiger). Zudem bringt er das Talent sowie die technischen und körperlichen Voraussetzungen mit, um auf diesen auch sehr gut spielen zu können. Offensichtlich verlangt der heutige Fußball auf jeder Position komplettere Spieler, die gleichzeitig defensive als auch offensive Fähigkeiten besitzen. Natürlich gibt es kraft Feldposition immer wieder auch spezifische Unterschiede und Notwendigkeiten, bspw. im konditionellen, technischen und taktischen Bereich. Gerade auf diesen drei Ebenen könnten die Anforderungen an die Außenverteidigerposition wohl kaum höher sein.

Unser verlorener Sohn Joshua Kimmich, der bei Bayern München bekanntlich die Außenverteidigerposition von Philipp Lahm übernommen hat, brachte es kürzlich in einem Interview für die Süddeutsche Zeitung sehr gut auf dem Punkt:

„Man hat als Außenverteidiger zwar die Linie als Orientierung und Begrenzung, aber man hat viel mehr intensive Läufe, viel mehr wichtige Defensivzweikämpfe, und auf dem Flügel trifft man heute meistens auf die besten und schnellsten Spieler des Gegners und somit der Welt. Und am Offensivspiel sollte man sich im Idealfall auch noch beteiligen.“[1]


Mehr Laufen – Mehr Sprinten

Anders formuliert: Bei kaum einer anderen Position sind Defensive und Offensive so eng und ganzheitlich miteinander verzahnt. Spieler sehen sich hier in der Regel fließenden Übergängen und wenig Verschnaufpausen ausgesetzt. Wie hoch die Intensität auf dieser Position im Vergleich zu anderen tatsächlich ist und wohin sie sich entwickelt hat, kann man sehr schön aus verschiedenen Studien ablesen, welche die Leistungswerte der europäischen Top-Ligen in Meisterschafts- und Champions League Spielen von 2007–2015 auswerteten. Bspw. beträgt die durchschnittliche Laufdistanz der Außenverteidiger hier circa 11,0 km pro Spiel (im Vergleich: Halstenberg 10,9 km, Bernardo 10,8 km, Klostermann 10,9 km). Von dieser Laufdistanz fanden starke 782m in Form von hoch-intensiven Läufen (19-25km/h) und durchschnittlich 347m als Sprints (mehr als 25km/h) statt. [2]



Die oben zitierte Aussage von Kimmich, dass seine Position nicht mehr nur defensive, sondern im besonderen Maße auch offensive Fähigkeiten verlangt, kann man gerade im Vergleich zu anderen Positionen damit sehr gut belegen. Die Zeiten reinen Verteidigens in starren Formationen sind für Außenverteidiger lang vorbei. Dynamische Spielphilosophien, in sich stetig und flexibel ändernden taktischen Systemen, setzen schnelles Umschaltspiel und intensive Läufe auch über lange Distanzen (teilweise von bis zu 50m am Stück) mit geringen Reaktions- und Ausruhzeiten geradezu voraus. Ein häufiger Wechsel zwischen Abwehr und Angriff steht permanent im Fokus und wird von Trainern mehr und mehr verlangt, um taktische Zielvorgaben erfüllen zu können. Sei es durch das Kreieren neuer Anspielstationen, spielen von Diagonalpässen oder sogar durch Flanken und Torschüssen. Kurz gesagt: Es wird nichts Geringeres als die eierlegende Wollmilchsau gesucht.

Welchen Einfluss moderne Spielsysteme auf das Belastungsprofil des Außenverteidigers haben, wird sehr schön in einer Studie von 2016 zum Thema: "positionsspezifische Spielanforderungen in unterschiedlichen Spielsystemen" deutlich. In modernen 3-5-2 Systemen laufen Außenverteidiger demnach die größte Gesamtdistanz pro Spiel und legen auch die längste Strecke im hoch-intensiven Tempo zurück. Die Richtung ist klar: Mehr laufen, mehr sprinten! [3]



Rezept: Eierlegende Wollmilchsau

Wir fassen zusammen: Hinten mindestens eine Prise solide stehen und vorn stetig, wenn möglich auch kreativ abgeschmeckt, die Angriffsbemühungen des eigenen Teams unterstützen. Dass alles konzentriert, hellwach und würzig im stetigen Wechsel, garniert mit einer gut ausgebildeten Schnelligkeit für Sprints auf der Außenbahn und ausgezeichneten Grundlagen-, sowie fußballspezifische Ausdauer, um dem ständigen Wechsel zwischen Traben, Laufen und Sprinten standhalten zu können. Ich versteh gar nicht, warum sich das Scouting-Team in Leipzig im Winter so schwertat?

Nun soll also ein relativ unbekannter, erst 20-jähriger Uruguayer diese besondere und schwierige Position ausfüllen, und sie zu neuem und modernen Leben im rangnickschen Powerfußball erwecken. Skepsis scheint da wohl erst einmal angebracht.


El Chelo – Die Katastrophe

Marcelo, kurz "Chelo", Saracchi wurde am 23. April 1998 in Paysandú geboren. Mit ca. 76.000 Einwohnern (ca. 65% davon italienischer Herkunft) ist sie die viertgrößte Stadt in Uruguay und befindet sich in nördlicher Richtung ca. 350 km entfernt von der Hauptstadt Montevideo. Als Sohn eines Zimmermanns und einer Bäckerin wuchs er mit seinen Geschwistern in eher ärmlicheren Verhältnissen auf. Er selbst sagte in einem Interview dazu:

„Ein mit Essen gefüllter Teller war immer da, aber wir hatten nie großen Luxus. Ein Auto hatten wir nicht und in den Urlaub sind wir auch nie gefahren. Selbst für richtige Fußballschuhe war bis zu meinem 13. Lebensjahr kein Geld da.“ [4]

In dieser Zeit spielte er noch bei einem Team in seiner Heimatstadt. Noch im gleichen Alter verlässt Saracchi aber seine Heimat in Richtung Hauptstadt. Er ist noch sehr jung, daher leidet er anfänglich natürlich noch sehr unter der familiären Trennung. Zumal der Lebensstil in beiden Städten, schon aufgrund der Größenunterschiede, doch sehr verschieden war. Zusammen mit zwei anderen Jungs aus seiner Heimat bewohnte er eine WG. Zuerst versuchte er sich ein paar Wochen im Nachwuchs bei dem größten und traditionsreichsten Erstligisten Club Atlético Peñarol. Da er aber wenige Chancen sah, in so einem so großen Klub dauerhaft gefördert zu werden, wechselte er auf die angesehene Akademie des kleineren Erstligisten Danubio FC. Und da aller Anfang oft sehr schwer sein kann, war er zuerst überhaupt nicht mich sich zufrieden. Lächelnd sagte er in einem Interview dazu:

„Zuerst brauchte ich ein bisschen, um mich an alles zu gewöhnen. Ich musste von ganz unten anfangen. Und als ich anfing, war ich eine Katastrophe!“ [5]

Erst nach mehreren Rückschlägen und dem Rat seines Vaters, wachte er schließlich auf:

„Und dann habe ich angefangen, mich anzustrengen und an mir zu arbeiten. Denn mein Vater gab mir einen Rat. Ich erinnere mich deutlich. Als wir ein Spiel verloren hatten, griff er ein Blatt und einen Stift und erzählte mir, wie ich es machen musste. Von da an fing ich an, mich richtig ins Zeug zu legen. Und tatsächlich, es ging nach oben." [6]


Der Aufstieg

Sein Aufstieg begann schließlich 2015. Im Alter von nur 17 Jahren wurde er in die erste Profimannschaft hochgezogen und debütierte schon kurz danach in der "Copa Sudamericana" (der zweitwichtigste Wettbewerb im südamerikanischen Vereinsfußball). Saracchi ist gelernter linker Außenverteidiger. Aber angesichts seiner exzellenten Schnelligkeit und seinen guten technischen Qualitäten wurde er hier anfänglich nur als linker Außenstürmer oder als linker Mittelfeldspieler eingesetzt.

„Obwohl ich als Verteidiger anfing, spielte ich seit meinem Wechsel in die Profimannschaft als linker Außenstürmer. Ich war immer schnell und angriffslustig. Aber im uruguayischen Fußball müssen die Verteidiger mehr verteidigen als das sie attackieren.“[7]

Noch im gleichen Alter erkämpfte er sich einen Stammplatz und spielte im gesamten Verlauf ganze 61 Spiele für das Team in der ersten uruguayischen Profiliga und im Pokal. Auch in der uruguayischen Jugend spielte er bereits eine wichtige Rolle. Er war Kapitän der U17 bei der „Campeonato Sudamericano“ 2015 und einer der jüngsten Spieler (mit immer noch nur 17 Jahren wohlbemerkt), die im selben Jahr für die WM in die U20 berufen wurden. Er machte je 24 Spiele für die U17 und für das U20-Team. Für ihn selbst war es eine sehr gute Bewährungs- und Belastungsprobe:

„Die Jugendmannschaften geben dir sehr viel. Sie geben dir eine internationale Note und die Chance alle drei Tage in einem Wettbewerb zu spielen. Es ähnelt dem, was du als Spieler später für ein großes Team leisten musst, wenn du auch unter der Woche Spiele hast.“[8]

2017 war bisher das erfolgreichste und aufregendsten Jahr in seiner noch jungen Karriere. Erst 19-jährig gewann er mit der U20 die südamerikanische Meisterschaft, spielte im selben Jahr noch die Weltmeisterschaft in Südkorea und wechselte aufgrund seines Talentes und der gezeigten Leistungen schon im zweiten Halbjahr zum argentinischen Rekordmeister CA River Plate, wo er direkt zwei weitere Titel sammelte. Er gewann, unter Trainer Marcelo Gallardo, die "Copa Argentinien 2017" und "Supercopa Argentinien 2017".

Die Tatsache, dass Saracchi auch in der ersten argentinischen Profiliga beim Rekordmeister nach nur einer Handvoll Spielen bereits als so wichtiges Mitglied der River-Mannschaft galt, spricht Bände. Der Uruguayer erzielte schon bei seinem zweiten Start einen Assist gegen San Martin und traf auch beim 4:1-Sieg der Copa Argentina im Viertelfinale gegen Atlanta. Ganz bescheiden betrachtete er diesen Wechsel rückblickend:

Ich habe mir nicht vorstellen können, so schnell aufzusteigen und hier zu spielen, Ich habe noch nicht mal gewagt davon zu träumen, weil diese Dinge im Fußball manchmal aus dem Nichts kommen. Ich habe lediglich gehofft, dass ich irgendwann zu einem kleinen Club in Europa gehen könnte, um weiter zu lernen und mich zu entwickeln. Aber dann kam das Angebot von Marcelo Gallardo, meinem Trainer bei River Plate. Obwohl ich es nicht erwartet hatte, wusste ich, dass es aufgrund meines Spielstils perfekt in das Profil des Trainers passe. Hier spiele ich wieder als linker Verteidiger und fühle mich auch wohler, weil ich nun wieder den Platz vor mir habe.“[9]


Paul Mitchell in da House?

Vor ein paar Tagen habe ich den Artikel zu Nordi Mukiele verfasst. Je mehr ich über Saracchi recherchierte, umso erstaunlicher fand ich die Parallelen im Lebenslauf, insbesondere im Aufwachsen, familiären Umfeld, Charakter, Einstellung und sportlicher Entwicklung. Man hat ein wenig den Eindruck, dass hat irgendwie System. Ein Schelm wer hier mögliche Zusammenhänge zu Paul Mitchell und seiner Scouting Abteilung sieht. Auch Nordi wuchs unter eher schlichten Verhältnissen auf, lernte das Fußballspielen noch auf der Straße, und sein Vater spielte eine große Rolle in seiner Entwicklung im Fußball. Beide kämpften sich schon in jungen Jahren, bei oft nicht einfachen Umständen (nach bspw. Vereinswechseln) schnell in die Stammelf der Profimannschaften und wirken in ihrer Art sehr klar, zielorientiert, bodenständig und bescheiden. Die Antwort auf die Frage, was Chelo bisher am meisten an River Plate überrascht hat, spiegelt das m.E. auch sehr gut bei ihm wieder:

„Die Fans! Sie kommen jeden Tag hierher, um ein Autogramm zu bekommen. Völlig egal, ob es nun kalt ist, regnet, stürmt oder was auch immer. Ich finde das unglaublich.“[10]


In bester Gesellschaft

Die mentalen, taktischen, technischen und insbesondere auch körperlichen Anforderungen für einen Außenverteidiger sind, wie beschrieben, äußerst komplex. Saracchi misst nur 1,72m. Damit ist er bauartbedingt eigentlich kein Verteidiger, sondern eher ein Spieler, den es dauernd nach vorn in den Angriff ziehen würde. Aber wie zuvor beschrieben, ist dies für die moderne Spezifik der Außenverteidigerposition überhaupt kein Nachtteil. Ganz im Gegenteil. Mit seiner Größe befindet er sich sogar in guter Gesellschaft mit:


  • Jordi Alba 1,70m (Barcelona), Daniel Alves 1,72m (PSG), Danny Rose 1,73m (Tottenham), Marcelo 1,74m (Real Madrid), Bixente Lizarazu 1,69m, Roberto Carlos 1.68m und Patrice Evra 1,73m,

die bekanntlich als eine der besten bzw. ehemals besten linken Außenverteidiger galten bzw. gelten.

Saracchi ist sehr variabel. Wie erwähnt, spielte er als Linksaußen, im linken Mittelfeld und in der vergangenen Saison bei River Plate hauptsächlich auf seiner Stammposition, der linken Abwehrseite. Er hat in seinen noch jungen Jahren schon unglaublich viele Spiele im Profifußball absolviert. Mit der dadurch erlangten Erfahrung auf allen und seinem Verständnis für alle linken Positionen bringt er erst einmal schon eine sehr gute Basis für die Rolle eines "modernden" Außenverteidigers mit.


Alles Demme oder was?

Statistische Daten ligaübergreifend gegenüberzustellen, ist immer nur mit Abstrichen möglich. Da es natürlich enorme Unterschiede hinsichtlich Stärke und taktische (aber auch traditionelle) Spielweise geben kann. Auch der argentinische Fußball unterscheidet sich natürlich vom deutschen, ist aber auch vielleicht gar nicht so weit weg, wie man glauben mag. Ich würde sagen, dass er eher ein Bindeglied zwischen dem typisch europäischen Taktik- und Kampffußball und dem südamerikanischen, von ausgefeilter Technik und viel häufiger stattfindenden Dribblings geprägten Fußballstil darstellt. Im Gegensatz zu Europa, überwiegt das spielerische Element hier noch dem "Arbeitsfußball".


Abwehr-/Zweikampfverhalten

Dennoch möchte ich diese statistischen Daten nutzen, um meinen Eindruck von Saracchi besser darzulegen. Daher habe ich wieder versucht, die wichtigsten Daten der besten Spieler der ersten Bundesliga auf seiner Position ihm gegenüberzustellen. Zudem habe ich am Ende des Absatzes ein Video mit von mir zusammengeschnittenen Szenen seines Abwehrverhaltens verlinkt, aus dem m.E. sehr gut hervorgeht, was ihn ausmacht.



Wie schon verdeutlicht, ist die Flexibilität Chelos größte Stärke, die sich auch im Abwehrverhalten ausdrückt. Er erreicht zwar nirgends Spitzenwerte. Dennoch schafft er es, mindestens gut bis sehr gut in fast allen Bereichen zu sein. Eine bemerkenswerte Leistung, insbesondere wenn man sein noch junges Alter bedenkt. Natürlich ist er aufgrund seiner Körpergröße kein Kopfballungeheuer und wird es auch nie werden. Unser Marcel Halstenberg setzt hier (sogar international) Maßstäbe auf dieser Position.

Herausragend finde ich aber sein hohes, offensives und aggressives Verteidigen nach vorn. Da River Plate, unter Gallardo, eine leicht ballbesitzorienteierte, aber ebenfalls wie wir offensive Presssingvariante im 4-2-2-2 spielt, verwundert es nicht, dass er im o.g. Interview zurecht festgestellt hat, dass er zum ihm wie die Faust aufs Auge passt. Es kommt ihm in seiner Art zu spielen, tatsächlich einfach entgegen. Überhaupt erinnert er mich von seiner ganzen Art (auch körperlich) ein wenig an unseren Diego Demme. Er läuft und läuft unermüdlich, fast die ganze Spielzeit, nur eben die Linie (nicht das gesamte Mittelfeld wie Diego) auf und ab. Steht er selbst oder einer seiner Mitspieler mal falsch, versucht er dies mit seinem Tempo unnachahmlich zu korrigieren bzw. ist er sich selbst niemals zu schade auszuhelfen und die Drecksarbeit zu erledigen. Beeindruckend ist, wenn er bspw. über 30-50 m hinweg im Vollsprint versucht gegnerische Konter abzulaufen.

Saracchi ist einfach durch und durch eine Kämpfernatur, die nie aufstecken möchte und stetig bereit ist, alles zu geben. Es mag sein, dass seine Gegenspieler sehr oft größer und robuster sind. Aber wir wissen alle, wie schön nervig es sein kann, wenn dir ein Gegenspieler eigentlich die ganze Zeit bissig auf den Füssen rumsteht, immer irgendwie da ist, sich oder seinen Fuß dazwischen hält und selbst auch in der 90 Minute noch nicht nachlässt. Für die besonders herausgestellte Aufgabe: "Mehr sprinten – Mehr laufen", erscheint er angesichts der gezeigten Schnelligkeit, Ausdauer und kämpferisch-aggressiven Art, prädestiniert.



Angriffs- und Passverhalten



In den heutigen, oft pressing-orientierten Systemen werden (gerade auch in der Bundesliga) Außenverteidiger häufig als "Pressingopfer" ausgemacht und gnadenlos angelaufen. Wenn du hier als Verteidiger nicht in der Lage bist, gedanken-, reaktionsschnell und technisch versiert zu reagieren, kommt es schnell zum Ballverlust. Wenn dieser noch in der eigenen Hälfte stattfindet und vom Gegner schnell ausgespielt wird, kann es sofort brandgefährlich werden. Als mehrmalig eingesetzter Linksaußen und Mittelfeldspieler besitzt Saracchi die Fähigkeit blitzschnell und technisch sicher zu reagieren. Insbesondere bei dem so essentiell wichtigen ersten Ballkontakt, gelingt es ihm sehr oft, auch unter Druck den Ball sicher am Fuß zu führen und einen Kurzpass zum nächstgelegenen Mannschaftskollegen zu spielen. Oftmals gelingt es ihm sogar, solche Situationen im eins gegen eins für sich zu nutzen, indem er mit einem schnellen Antritt, seiner Dribbelstärke und seiner Geschwindigkeit in der Lage ist, am Gegner auch mal vorbeizuziehen und sofort in den Angriff überzugehen.

Auch nach Ballgewinnen schaltet er (soweit möglich) schnell, sei es mit einem sofortigen Pass in die Spitze oder einem intensiven Flügellauf, in den Angriff um. Gerade wenn die Mitte bei defensiv eingestellten gegnerischen Ketten eng wird, zählt es, das Spiel breit zu machen und von außen auch offensiv Akzente zu schaffen. Durch seine ausgeprägte Erfahrung und Kenntnis, der vor ihm liegenden Positionen, weiß Chelo sehr gut, wie sich seine Mitspieler im linken Mittelfeld bzw. auf dem Flügel verhalten und welche Laufwege sie einschlagen. Durch seine positionstreue, seinen offensiven Drang nach vorn und seiner Dribbelstärke gelingt es ihm immer wieder, das Spiel breit zu gestalten, den Gegner aus seiner Position wegzuziehen bzw. zu überlaufen und damit größere Räume sowie neue Spielsituationen bzw. -optionen für seine Mittspieler zu kreieren. Auch hier wieder ein kurzes Video zur Veranschaulichung.



Risiko – die Bugwelle des Erfolgs!

Seine (von Gallardo unterstützte) Spielweise erlaubte es ihm sehr oft, in gute Passsituationen von außen zu kommen. Leider gelang es ihm noch zu selten, selbige erfolgreich zu Ende zu spielen. Oft erfolgten seine Pässe in die Spitze und seine Flanken zu hektisch und unpräzise. Sie landeten dann entweder im aus oder beim Gegner. Er wirkt hier in den entscheidenden Phasen noch zu unkonzentriert.

Ein weiteres großes Problem, was wir auch bei uns immer wieder erlebt haben und erleben, ist die Konteranfälligkeit. Aufgrund seines hohen Positionsspiels oder immer wieder dynamischen Vorstößen, passiert es schnell bzw. automatisch, dass hinter ihm eine größere Lücke klafft, die gegnerische Stürmer sofort ausnutzen können und freistehen. Wenn, wie schon zuvor angesprochen, ein Ball verloren geht, der Gegner schnell umschaltet und die Lücke nicht geschlossen werden kann, wird es gefährlich. Der Chance durch spektakuläre, offensive Spielweise vorn wichtige Bälle zu gewinnen oder durch Überzahlspiel gute Angriffsaktionen zu generieren, steht folglich das Risiko gegenüber, hinten ziemlich offen zu stehen und dem Gegner damit brandgefährliche Kontersituationen zu ermöglichen. Hier zukünftig die richtige Balance zwischen offensiven und defensiven Aufgaben zu finden, ist extrem wichtig, sonst kann es böse Überraschungen geben.


Ausblick

Einer meiner Ziele ist es, so gut wie es nur geht, "objektiv" an Spielerbewertungen in meinen Artikeln heranzugehen. Ich möchte einfach nicht nur deswegen einen Transfer "ach so toll" finden und ihn als solches auch verkaufen, nur weil er von unserem Sportdirektor getätigt worden ist. Nein. Ich möchte ausdrücklich kein Personenkult betreiben und auch nicht in den Verdacht geraten (auch wenn natürlich ein gewisser Teil "wohlwollende Komponente" immer dabei sein wird). Daher versuche ich einerseits meine Thesen durch Beobachtungen, Recherche und letztendlich Zahlen, Daten und Fakten zu untermauern. Andererseits versuche ich auch eine eigene Vision von dem Spieler zu entwickeln. D.h., ich stelle mir vor, was vielleicht die Beweggründe waren, ihn zu verpflichten und wie er sich sportlich in unserer Mannschaft entwickeln oder in mögliche taktische Systeme passen könnte. Dabei ist mir aber nicht nur der sportliche Aspekt, sondern insbesondere auch wichtig, den Menschen dahinter kennenzulernen (bspw. anhand längerer Interviews, Biografien etc.). Wie ich schon bei Nordi Mukiele feststellte, finde ich die mentale Seite von Sportlern allgemein sehr spannend. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass sie essentiell für eine potentiell zu (oder eben nicht) erreichende Stufe seiner sportlichen Entwicklung ist.


Charakterspieler

Wir erinnern uns: "Mentalität vor Qualität!" Ich persönlich finde, dass auch Chelo einen feinen Charakter hat. Er sieht auf und neben dem Platz seine Aufgabe nicht darin, im Mittelpunkt zu stehen. Er sieht seine Aufgabe darin, eine gute Leistung zu bringen, an sich zu arbeiten, seine Mitspieler zu unterstützen und Dankbar zu sein. Er vergisst nie, wo er herkommt und wem er was zu verdanken hat. Für mich macht ihn das höchstsympathisch. Wenn er es schafft, sich mit seiner Leistung zu empfehlen, könnte ich mir sogar vorstellen, dass er ein Publikumsliebling werden kann, wie es ein Diego Demme bereits schon ist. Bisherig hat er es immer geschafft, sich sehr schnell an höhere Aufgaben zu gewöhnen. Wie unser Diego, schaffte er jährlich einen niemals für möglich gehaltenen Entwicklungssprung zu machen. Er repräsentiert einen Spielertyp, der nicht sonderlich spektakulär ist, aber so ungemein wichtig für das Team und dessen Erfolg und Zusammenhalt sein kann. Durch seine Leidenschaft, sein stetiges Kämpfen und Ackern, schafft er es andere mitzureisen und im Spiel für ein Momentum zu sorgen.


Phantasiespielchen

Marcelo Saracchi ist definitiv hoch talentiert. Inwieweit man Phantasie besitzt, ob er die kolportierten 12,5 Mio. Euro wert sein kann (insbesondere, wenn man berücksichtigt, dass ein verdienter Bundesligaspieler wie Bernardo für voraussichtlich ca. 8 Mio. wechseln wird), muss wieder jeder für sich selbst beantworten. Ich habe diese Phantasie bzw. Vision. Sicherlich wird er nicht gleich so einschlagen, wie ein Ryan Sessegnon (übrigens seinesgleichen ebenfalls linker Außenverteidiger, Mittelfeldspieler und Flügelstürmer), der mit 17 Jahren beim FC Fulham in dieser Saison die zweite englische Liga auf dem Kopf gestellt hat und aktuell mehr als das Dreifache Wert sein dürfte. Aber mit seiner relativ großen, schon in jungen Jahren erlangten Erfahrung, seinen bereits vorhandenen taktischen Kenntnissen im 4-2-2-2, seinem offensiven und aggressiven Verteidigungsstil, seiner Schnelligkeit, seinen technischen Anlagen, seiner Dribbelstärke, seiner Ausdauer und schließlich seinem großen Herz bringt er großartige Voraussetzungen eines modernen Außenverteidigers mit und sollte perfekt zu uns und der "rangnickschen" Philosophie vom Fußball passen. Ob er sein Potential auch schon in Europa, fernab der Heimat, in einer noch stärkeren Liga abrufen kann, muss natürlich kritisch hinterfragt werden und wird man sehen müssen. Er wäre nicht der erste Südamerikaner, dem das nicht oder nur unter großen (Anpassungs-) Schwierigkeiten gelingt.


Los Marcel(o)s

Wenn er es aber wieder schafft, diese Hürden (insbesondere auch die Belastung der hohen Ablöse) zu überwinden, neue Aufgaben ähnlich schnell zu adaptieren, wie er es schon bewiesen hat, und weiter an seinen oben angesprochenen Schwächen arbeitet, kann er für uns ganz wertvoll werden und uns neue taktischen Möglichkeiten liefern. Ob es ihm auch gelingt, an einem der besten deutschen linken Außenverteidiger vorbeizukommen und direkt eine Option zu werden, hängt sicherlich auch davon ab, wie Marcel Halstenberg aus seiner Verletzungspause zurückkehrt. Aber vielleicht muss er es auch gar nicht zwingend oder dauerhaft. Denn jeder Gegner benötigt unter Umständen andere (taktische) Lösungen. Einmal wird ein flinker und offensiver Außenverteidiger gebraucht, der gern über außen kommt und gegnerische Abwehrketten auseinanderzieht und ein anderes Mal ein großer, robuster und kopfballstarker. Marcelo oder Marcel – Los Marcelos. Diese Optionen besitzen wir jetzt, aber insbesondere eine Sorge weniger auf der linken Abwehrseite. Ich freu mich drauf.

Ich habe letztens ein Zitat gelesen, das ich sehr lustig aber passend fand:

„It seems like an anomaly that in a country that lives three million people, there are so many professional players. As somebody said “in Uruguay there are twelve people and eleven are football players.”[11]

Dann heißen wir nun auch erstmalig einen dieser Spieler einer wirklich sehr sympathischen Nation herzlich Willkommen: Bienvenido a Leipzig, "Chelo" Saracchi.

Justgroovy


Permalink:
http://www.rb-fans.de/artikel/20180608-transfer-marcelo-saracchi.html

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