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Testspiel
Freitag, 12.07.2019, 18:00 Uhr
Ort: Trainingszentrum am Cottaweg
RB Leipzig
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NAGELSMANN – ICK HÖR DIR TRAPSEN!

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Leipzig - (24.06.2019) Die Verpflichtung von Julian Nagelsmann schlug im letzten Jahr ein wie eine Bombe. Völlig überraschend, gelang es dem Duo Rangnick und Mintzlaff, den aktuell vielleicht begehrtesten und vielversprechendsten deutschen Trainer von RB Leipzig zu überzeugen Was können wir von Nagelsmann erwarten?

Da ist es nun soweit, die Ära Ralf Rangnick als Trainer und leider auch als Sportdirektor bei RB Leipzig ging dann doch schneller zu Ende als gedacht und von vielen erhofft. Er lässt fast unerreichbar große Fußstapfen zurück. Keine andere Personalie prägte den RasenBallsport jemals mehr. Wahrscheinlich wird auch niemals jemand den Leipziger Verein mehr beeinflussen. Ja, es gab eine Zeit vor Rangnick. Nichtsdestotrotz erinnert sich heutzutage kaum noch einer daran. Hängenbleiben wird aber immer die Zeit unter ihm. Kurz gesagt: RB Leipzig ist, sportlich gesehen, (zu einem sehr großen Teil) Ralf Rangnick und wird es wohl noch eine ganze Weile bleiben. Seit Amtsantritt ist jeder sportliche Erfolg entscheidend mit ihm verbunden. Fast jeder aktuell beschäftigte Mitarbeiter im sportlichen Bereich und sowieso jeder Profispieler wurden durch Ralf geholt und eingestellt. Sie verkörpern allesamt seine Idee vom Fußball. Es ist wahrlich kein einfaches Erbe, was der Trainernachfolger Julian Nagelsmann bzw. der Sportdirektor Markus Krösche antreten. Beide sind zum Erfolg verdammt. Bleibt dieser aus, muss man kein Hellseher sein, um zu wissen, dass die Rufe nach Rangnick und den guten, alten Zeiten reflexartig und schnell laut werden.


Experimentell

Dennoch muss es und wird es weitergehen. Die Verpflichtung von Julian Nagelsmann schlug im letzten Jahr ein wie eine Bombe. Völlig überraschend, gelang es dem Duo Rangnick und Mintzlaff, den aktuell vielleicht begehrtesten und vielversprechendsten deutschen Trainer von RB Leipzig zu überzeugen und damit europäische Spitzenvereine auszustechen. Ein, zumindest auf dem Papier, herausragender Erfolg. Wie erfolgreich sich dieser Coup nun aber in der Praxis darstellt, ist auf keinen Fall sicher. Im Gegenteil. Es ist ein Experiment. Vielleicht sogar eines der größten in den letzten Jahren in Fußballdeutschland. Das letztjährig jüngste Team der Liga (und eines der jüngsten der weltweiten Topligen) trifft auf den jüngsten Cheftrainer der Liga. Ein Cheftrainer der zweifelsohne hochtalentiert ist. Aber auch ein Trainer, der sein Talent und Erfolg auch niemals woanders als in Hoffenheim unter Beweis stellen konnte, weil er bisherig nur dort arbeitete. Der Ausgang? Ungewiss.


Die ersten Duftnoten

Das bevorstehende Sommertransferfenster wird daher besonders interessant. Sämtliche Neuzugänge mussten natürlich schon vorher bzw. müssen nun mit unserem neuen Trainer abgestimmt werden. Betrachtet man die besonderen Qualitäten der beiden bisherigen Neuzugänge: Luan Candido und Hannes Wolf (auch wenn er sich nun leider sehr schwer verletzt hat und voraussichtlich mindestens 6 Monate ausfallen wird), stellt man schnell fest, dass sie die ersten richtigen Nagelsmann-Deals sind. Beide liefern m.E. erste Hinweise darauf, wohin die taktische Reise zukünftig vielleicht gehen könnte und wie sehr sie den Spielstil von Julian Nagelsmann unterstützen könnten. Bevor man also ein Blick auf die Neuzugänge wirft, sollte man sich erst einmal die Frage stellen: was eigentlich den besonderen Spielstil unseres neuen Trainers auszeichnet? 


Chaosfußball – Das (Taktik-)System des Julian Nagelsmann

Die meisten von euch werden sich sicherlich nicht mehr an „Hacki“s (den Spitznamen verdankt er seiner Leidenschaft für Hackbraten) erstes Bundesligaspiel als Cheftrainer von Hoffenheim erinnern. Er coachte es am 13.02.2016 in Bremen und stellte mal so eben mit Ochs und Volland zwei Stürmer auf die beiden Außenverteidigerpositionen. Das wird er hoffentlich bei uns nicht machen. Aber das sollte mit den Neuzugängen und den bereits vorhandenen Spielern auch nicht notwendig sein. Man erkennt hierbei aber schon sehr gut, wie erfrischend unkonventionell, überraschend, neuartig und natürlich auch risikoreich er damals agierte.


(www.transfermarkt.de)


Der taktische Fokus auf das Zentrum

In den vergangenen Jahren lag der Fokus des jungen Nagelsmann meist auf einem 3-5-2 (bzw. 3-3-2-2) System mit unterschiedlichen und teilweise ungewöhnlichen Besetzungen der Flügelpositionen und einem 4-3-3, das (im Gegensatz zur klassischen Interpretation) gar keine typischen Flügelstürmer enthält, sondern drei Mittelstürmer. Schaut man sich den Kader der letzten Saison der TSG Hoffenheim an, fällt auch auf, dass mit Hack und Nelson gerade einmal zwei gelernte Flügelspieler im Team standen. Dafür waren mit Kramaric, Joelinton, Belfodil, Szalai und Otto gleich 5 teilweise sehr exzellente und insbesondere auch körperlich sehr robuste Mittelstürmer im Kader.


(www.transfermarkt.de)


Natürlich gilt auch bei Nagelsmann das Prinzip, dass die Stürmer bei gegnerischem Ballbesitz auch erste Verteidiger sind. Gerade bei unserem Bundesliga-Heimspiel gegen die TSG in der abgelaufenen Saison konnten wir beim 1:1 sehen, mit welcher Einsatzfreude, Aggressivität und welchem Fleiß die 3 Mittelstürmer insbesondere Joelinton im anfänglichen 4-3-3 agierten.


(www.transfermarkt.de)


Dabei brachte ein Belfodil die klassischen Attribute eines Stoßstürmers mit. Er ist groß, physisch stark und besitzt einen guten „Torriecher“ (durch seine gute Positionierung im Strafraum). Andrej Kramaric und Joelinton hingegen überzeugten durch ihre Athletik. Beide sind schnell und damit in Umschaltsituationen wichtige Faktoren. Dabei war es beiden situativ auch mal möglich, einen Flügel zu besetzen bzw. dahin auszuweichen und die Rolle der fehlenden Flügelstürmer einzunehmen. Kurz gesagt: Dauerhaft besetzten die Flügel im Nagelsmannschen System bisher eigentlich nur die flexiblen Außenverteidiger, wie bspw. ein Schulz. Der Fokus lag also eindeutig im Zentrum. Es zeigt aber auch, dass klassische Flügelstürmer, wie ihn oft auch ein Bruma bei uns interpretiert, bei Nagelsmann bisher eher eine untergeordnete Rolle spielten. Mich wundert es daher nicht, dass ihm (auch trotz Wolfs schwere Verletzung) vereinsseitig nun offensichtlich die Freigabe erteilt worden ist, den Verein verlassen zu dürfen. Erste Gerüchte verweisen auf Angebote vom FC Porto, von Spartak Moskau und PSV Eindhoven.


Spielerische Qualität in Ballbesitzphasen

Betrachtet man Hoffenheims spielerische Qualität (insbesondere auch statistisch), fällt auf, dass sie spielerisch sehr offensiv und sehr torgefährlich auftraten. Auffällig waren die hohe Passquote (5-bestes Team der abgelaufenen Saison in der Bundesliga), die hohe Anzahl Torschüsse (2.) und die hohe (statistische) Anzahl, der zu erwarteten Tore anhand ihrer Feldpositionen (expected Goals). Kurz gesagt: die Qualität und Häufigkeit von Torchancen (2. der Liga).


(Pass- und Schussquote, Bundesliga 2018/19, www.sport.de)


(Expected Goals, Bundesliga 2018/19, www.understat.com )


Ein entscheidender Vorteil der erwähnten Fokussierung auf das Zentrum ist aber, dass das Aufbauspiel i.d.R. erleichtert wird, da insbesondere im 3-5-2 (bzw. 3-3-2-2) mit den drei Innenverteidigern und den drei zentralen Mittelfeldspielern viele Passoptionen offenstehen und die Passwege entsprechend kurz sind. Das Spiel lässt sich in der Regel mit weniger Risiko eröffnen.

Dennoch war das Spiel unter Nagelsmann natürlich auch kein Tiki-Taka-Kurzpassmassaker, wie es Pep Guardiola zu spielen pflegt. Gegen stark pressende Teams (wie z.B. wir) waren auch gern lange Bälle zu den zwei oder gar drei Mittelstürmern ein Mittel zum Zweck. Die oben bereits erwähnten teils körperlich sehr robusten Spitzen wurden mit hohen Pässen ins Spiel gebracht. Durch die zahlreichen, taktisch nachrückenden Mittelfeldspieler oder eben auch teilweise durch die hochstehenden Außenverteidiger auf den Flügeln bestanden sehr gute Chancen, bei Abprallern oder Ballverlusten etc. auf die zweiten Bälle im gegnerischen Drittel zu gehen. Denn zum Repertoire von Nagelsmann gehören natürlich auch wichtige Pressingelemente. 


Der Achter- und Zehner-Schlüssel (zum Erfolg)

Die zentralen Mittelfeldspieler nahmen unter Nagelsmann eine Schlüsselrolle ein. Wie oben schon formuliert, waren sie im Aufbauspiel und in der Balljagd stets präsent und sehr aktiv. Insbesondere im letzten Angriffsdrittel hatten sie viele Freiheiten und stießen immer wieder mutig mit und ohne Ball in die Spitze, wenn sich die Mittelstürmer gleichzeitig etwas fallen ließen und so die entsprechenden Räume freischaufelten. Ihre Aufgaben waren also extrem vielfältig und (wie oben gezeigt) in der Torchancenvorbereitung auch sehr erfolgreich. Wunderschön sieht man diese Zentrumsfokussierung auch in der Verteilung der Angriffsseiten. Im Vergleich zu allen anderen Teams der ersten Bundesliga initiierte Hoffenheim die meisten Angriffe aus der Mitte heraus. Sie stehen damit in einem krassen Gegensatz zu Borussia Dortmund und uns. Beide Teams betonten eher die Flügel, insbesondere den linken.


(www.whoscored.com)


Ebenfalls sprechen die Schusspositionen auf dem Spielfeld eine eindeutige, aber auch hier wieder absolut gegensätzliche Sprache (im Vergleich zu uns). Auch hier erkennt man, dass Hoffenheim mehr Schüsse aus der Mitte als von den Flügeln abgegeben hat.


(www.whoscored.com)


Die allesamt sehr schnellen und dribbelstarken Mittelfeldspieler bspw. Amiri, Demirbay oder eben Kramaric (wenn er auch als offensiver Mittelfeldspieler auftrat) waren dabei bestens für die Rollen geeignet. D.h., technisch beschlagene, spielintelligente, flinke und reaktionsschnelle zentrale und offensive Mittelfeldspieler, die sich insbesondere auch durch ihre Vielseitigkeit im Positionsspiel auszeichnen, stehen bei Nagelsmann hoch im Kurs. Soviel kann ich schon verraten: Das sind alles Attribute, die sowohl einen Luan Candido, der auf der linken Seite fast alle Positionen spielen kann, als auch einen Hannes Wolf, der offensiven Mittelfeld alle Positionen besetzen könnte, auszeichnen. 


In-Game-Coaching

Apropos Spielintelligenz. In einer weiteren Kategorie machte der TSG Hoffenheim in der abgelaufenen Saison im negativen Sinn keiner etwas vor: Kein anderes Bundesligateam hat nach Führungen mehr Punkte verspielt als sie. Nagelsmann sagte dazu:

"Wenn wir die Qualität hätten, alle diese Spiele über die Zeit zu bringen, würden wir Meister werden. Aber diese Qualität haben wir leider nicht."

Stürmer Andrej Kramaric, sah das ein wenig anders und sorgte via Bild im Mai dieses Jahres nach einem erneuten Punktverlust nach Führung für einen Eklat, in dem er offen seinen Trainer öffentlich kritisierte:

"Wir wechseln zu oft das System während des Spiels. Wir sind nicht bereit dafür. Wir sind keine Roboter, sondern Menschen. Das sind viele Fehler von draußen"

Nehmen wir mal als Beispiel die 1:4 Heimniederlage der TSG am 28.04.2019 gegen Wolfsburg. Hoffenheim geht nach 8 Minuten durch eine herrliche Umschaltsituation mit 1:0 in Führung, hat das Spiel im Griff und verpasst nach zwei vergebenen Großchancen den Vorsprung zu erhören. In der 41. Minute bekommen sie den Ausgleich und geraten in der 68. Minute unglücklich durch einen Torwartfehler in Rückstand. Sie setzen daraufhin alles auf eine Karte, werden dadurch konteranfälliger und bekommen nach einem Ballverlust im Mittelfeld das entscheidende dritte Gegentor in der 85. Minute (das vierte war dann nur noch Formsache).

Nagelsmann änderte das ganze Spiel über mehrmalig die taktische Formation (vom 4-3-1-2 über 3-5-2 bis hin zum 4-3-3).


(www.wyscout.com)


Der angesprochene Kramaric (Nr. 27) wanderte über 90 Minuten von der 10ner-Position des offensiven Mittelfelds hinter den beiden Spitzen, auf eine zurückgezogene 8ter-Position (links und rechts) und wieder zurück und wieder zurück. Sich damals auch offenbar sichtlich überfordert fühlend, ergänzte er im selben o.g. Interview:

„In so vielen Spielen weiß ich in dem Moment nicht, auf welcher Position ich überhaupt bin. Es ist schwer, darüber zu sprechen. Ich bin wirklich enttäuscht.“


Wenn man das o.g. Beispiel nimmt, scheinen die Aussagen (vorsichtig formuliert) aus seiner Sicht (mindestens) menschlich zu sein. Die flexiblen, taktischen Anforderungen an die Spieler im (bewussten) „Chaosfußball“ unter Nagelsmann sind offensichtlich extrem hoch. Und tatsächlich, kein anderer Trainer scheint das Mittel des In-Game-Coachings i.V.m. einer taktischen System-Komplettumstellung so exzessiv auszukosten wie Nagelsmann (vergleichbar ist eigentlich nur Rangnick und ggf. Kohlfeldt von Bremen).

Ein sehr gutes taktisches Verständnis, hohe (Spiel-)Intelligenz und ausgeprägter Trainingsfleiß sind daher essentielle Attribute, die Spieler unter Nagelsmann mitbringen müssen. Da ein Rangnick insbesondere in der letzten Saison mit seiner Mannschaft auch noch einmal einen großen Schritt hin zu flexibleren Taktiken (bspw. Umstellung auf 3er-Kette in der Abwehr und Fünfermittelfeld) gemacht hat, sollte Nagelsmann ein sehr gutes taktisches Verständnis und eine gute Basis in seiner neuen Mannschaft vorfinden.

Inwieweit das ausreichend ist, sein Spielverständnis auch erfolgreich umzusetzen, muss man sehen. Eine große Herausforderung wird es aber 100-prozentig für alle (insbesondere die Nicht-Muttersprachler). Die Vorbereitung auf die neue Saison wird für alle also extrem entscheidend werden. Umso wichtiger ist es, dass auch mögliche weitere Neuzugänge zeitnah den Weg zu uns finden. Die Unruhe im Verein durch den Weggang von Rangnick sowie der Aufgabenübertragung an Krösche tragen nicht sonderlich dazu bei.


Werden wir nun ein Ballbesitzparadies?

Natürlich ist es in der neuen Saison nicht direkt zu erwarten, dass RB Leipzig unter Nagelsmann die bisherige Spielweise von Hoffenheim komplett adaptiert und plötzlich von einem Team mit ausgeglichenem Ballbesitzverhältnis, geringen Passquoten und einer bisherigen Fokussierung auf pressing- und gegenpressingorientiertes Umschaltspiel, zu einem der ballbesitzstärksten und passstärksten wird. Aber er hat schon selbst in einem Interview angedeutet, dass es ihm persönlich insbesondere darum geht, die bestehenden Stärken, wie bspw. die bei uns vorhandene Kompaktheit, Geschwindigkeit und Stabilität in der Defensive zu nutzen bzw. beizubehalten und mit stärkeren Ballbesitzphasen von hoher spielerischer Qualität anzureichern. Erwarten dürfen wir also eine höhere taktische Flexibilität in Gänze, eine weitere Anreicherung der Offensive mit spielerischen Elementen und eine Fokussierung auf 3er-Kette in der Abwehr sowie einer (gegnergerechten) wieder bzw. noch stärkeren Betonung des Zentrums in der Offensive. Kurz gesagt: er möchte die defensive Stabilität konservieren und in der Offensive qualitativ hochwertiger und spielerisch flexibler werden.

Hoffen wir, dass es ihm gelingt. Dann kann das ganz groß werden. Luan Candido und Hannes Wolf könnten dabei eine gute Rolle spielen. Insbesondere aber auch weitere Neuzugänge, die derzeitig gerüchtelt werden. Es ist m.E. kein Zufall, dass insbesondere im Sturm meist große, robuste, aber auch technisch versierte, dribbel- und spielstarke (Mittel-) Stürmer wie: Tammy Abraham (21 Jahre, 1.90 m, Chelsea), Andreas Skov Olsen (19 Jahre, 1.87 m Nordsjaelland FC)  oder Silas Wamangituka (19 Jahre, 1.89 m, Paris FC) in der Gerüchteküche auftauchen. Stürmertypen, die flexibel sowohl im Sturmzentrum eingesetzt werden können, als auch sämtliche Fähigkeiten mitbringen, um während des Spiels, situations- oder taktisch bedingt, auf die Flügel ausweichen oder sich ins Mittelfeld fallen lassen zu können (um auch dort zu stechen und freie Räume zu schaffen).

Wie mögliche taktische Aufstellungen mit 3er-Kette in der Abwehr so aussehen könnte, habe ich nachfolgend einfach mal simuliert. Bewerte es jeder selbst.


(3-5-2)

(3-4-1-2)

(4-3-3)

Justgroovy


Permalink:
https://www.rb-fans.de/artikel/20190624-special-nagelsmann.html

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DAS SOMMERINTERVIEW MIT DER RBL-VEREINSSPITZE

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Leipzig - (21.06.2019) Eine actionreiche Saison ist vorüber. Aber auch neben dem Platz war bis zuletzt viel los. Wir haben der Vereinsspitze zu einigen Themen wie Paderborn, Kritik der Fans, zur Fanbetreuung, dem geplanten Stadionausbau, Pyro, Identität, Herr Mintzlaff und zur "RB-DNA" einige buntgemischte Fragen gestellt.

Wir sprachen im Doppelinterview mit Florian Scholz (39, Direktor Kommunikation, Marketing & Sportrelations) und Ulrich Wolter (44, Direktor Operations)

Danke, dass ihr euch Zeit für unsere Fanfragen genommen habt. Lasst uns zuerst über die omniöse RB-DNA sprechen, die Herr Mintzlaff im letzten Interview der LVZ mehrfach erwähnt hat. Er sprach von der klarsten DNA der Liga. Was genau hat er damit gemeint? Bislang ist die RB-DNA unter den Fans, vor allem als Alleinstellungsmerkmal in Sachen Spielstil und dem Spieleralter verstanden worden. Woher rührt diese Wortschöpfung? Für viele Fans klingt das nach Fachchinesisch.

Scholz: Das mag sein, für uns ist das relativ einfach: Oliver Mintzlaff bezog sich auf die Frage einiger weniger RB-Fans, die sich öffentlich gegen einige Merkmale, die RB Leipzig ausmachen, positionierte. Demnach verwiesen wir darauf, dass RB Leipzig die klarste DNA der Liga hat, und jeder weiß, wofür RB Leipzig steht und was uns ausmacht – und wer damit ein Problem hat, muss sich nicht gezwungen fühlen, bei uns ins Stadion zu kommen. Ziemlich einfach. Setzt ihr euch gerne ins Wohnzimmer von jemandem, den ihr eigentlich gar nicht mögt und vielleicht sogar ablehnt? Konstruktive Kritik ist allerdings immer willkommen, wir wollen ja auch gemeinsam einen Weg innerhalb unserer Leitplanken und Regeln finden.


Klingt nachvollziehbar. Und was heißt nun RB-DNA?
 
Scholz: DNA im Sinne von "Wofür steht RB Leipzig im Kern"? Das Profil, die Werte. Es sind die Werte und Inhalte unseres Klubs, die verinnerlicht sind, mit denen wir weiter wachsen und die es gilt zu leben, mit denen wir zusammen mit den Fans "gemeinsam groß geworden sind". Wir leben in flachen Hierarchien, schlanken Strukturen, kurzen Entscheidungswegen; Nachhaltigkeit und Kontinuität sowie natürlichem Wachstum, das findet sich auch in unserem Leitbild wieder. Wir positionieren uns klar für die Grundwerte der Gesellschaft und zum Beispiel gegen Rassismus, Homophobie, Gewalt und Ausgrenzung. Wir sind stolzer Teil der Leipziger Historie, leben eine Offenheit Richtung Fans und Öffentlichkeit, in Richtung unserer Gegner und heißen alle Menschen willkommen. Wer spielt sonst von jedem Gegner die Vereinshymne? Ich kann es Ihnen aber noch konkreter benennen.


Ja gerne, zu 100% haben wir es noch nicht verstanden.
 

Scholz: Es geht um die ganzheitliche Philosophie des gesamten Klubs: sportlicher Bereich mit Spielstil, Anforderungsprofil der Spieler, medizinischer Bereich, Ernährung, Nachwuchs sowie natürlich die Geschäftsstelle, Fan-Kultur und Fan-Nähe, Identifikation mit der Stadt, Region und den Menschen, soziale Verantwortung, Leidenschaft, Entwicklung, Glaubwürdigkeit. Am Ende kann doch jeder folgende Merkmale für sich bewerten: welcher Klub hat so eine klare Transferphilosophie? Spielphilosophie? Trainerausbildung? Mittlerweile sind sechs Bundesliga-Trainer aus der Ralf Rangnick-Schule im Amt. Das jüngste Team auf und neben Platz? Eine starke Marke wie Red Bull an der Seite? Wer ist jünger, dynamischer und innovativer? Wer hat schlankere und schnellere Strukturen? Wer hat ein friedlicheres und familienfreundlicheres Publikum? Wer alles hat ein so modernes Trainingszentrum? Wer ist noch nachhaltiger im Sport und spielt immer noch mit sechs, sieben Spielern in der Startelf aus Zweitliga-Zeiten? Wo stellen sich Spieler permanent der Öffentlichkeit und den Fans? Wo sind die Fans näher am Spieler? Ich habe hierzu eine klare Antwort, das alles zeichnet RB Leipzig aus. Dies hat Oliver in der LVZ bereits vorweggenommen. Diese Merkmale werden wir weiter intensivieren und niemals aus dem Auge verlieren.

Okay, danke jetzt haben wir ein Bild zur Bedeutung der RB-DNA.


Beim DFB-Pokal Finale gab es im Fanblock nicht übersehbare Verwendung von Pyrotechnik. Gab es hier Konsequenzen, wird es eine Geldstrafe geben?

Wolter: Es hat eine Geldstrafe seitens des DFB gegeben.


Bei einem damaligen Verstoß, gab es ein größeres Medienecho. Hat sich die Vereinsstrategie hier geändert?

Wolter: Es gibt keine Veränderung in der "Null Toleranz Strategie" des Vereins gegen den Einsatz von Pyrotechnik im Zusammenhang mit Spielen von Mannschaften von RB Leipzig. Wir haben die Verursacher von Berlin bislang noch nicht ermittelt, natürlich wollen wir aber die Verantwortlichen dafür finden und ihnen dann die Kosten der Geldstrafe auferlegen.


Wie weit ist die Ausgestaltung der Fanbetreuung mit den neuen Fanbeauftragten? Was wird deren Tätigkeitsfeld sein, worauf liegt der Fokus?

Wolter:
Wir führen derzeit eine Vielzahl von Gesprächen, wollen zunächst die Position des Leiters der Fanbetreuung besetzen, um dann mittelfristig zwei weitere Mitarbeiter in der Fanbetreuung einzustellen. Kommunikative Fähigkeiten sind uns bei der Besetzung sehr wichtig, um zwischen den Interessen der Fans und des Clubs bestmöglich vermitteln zu können.


Im Rahmen der inzwischen seitens Paderborn und RBL aufgelösten Kooperation gab es auch vereinzelt Gegenwind von Leipziger Fans. Jetzt mal Klartext, was wäre denn der Inhalt gewesen? Offenbar sind vereinzelt Ängste aufgekommen, weil die Inhalte nicht offen waren. Waren diese berechtigt?

Scholz: Ängste waren völlig unbegründet, da wir lediglich mit unserer bislang erworbenen Expertise im sportlichen Bereich auf Wunsch von Paderborn unterstützen wollten – generell wurde das gesamte Thema ziemlich hysterisch behandelt. Es gab den Wunsch nach einer Kooperation, mit Leben waren die Inhalte noch nicht gefüllt. Am Ende kamen wir in den vergangenen zwei Wochen allerdings überein, dass es inhaltlich doch nicht so sinnvoll ist wie anfangs gedacht. Paderborn verwies zudem darauf, dass es nichts mit anderen Beweggründen zu tun habe, dass auch sie, nicht nur RB Leipzig, inhaltlich Abstand nehmen wollen.


Glauben Sie den Grund wirklich?
 
Scholz:
Ich kann zunächst einmal nur für uns sprechen und klar sagen: RB Leipzig würde nicht einknicken, nur weil jemand laut ruft. Zweitens: Warum sollte Paderborn vor bundesweit nicht einmal 3000 Menschen, die die Online-Petition gegen die Kooperation unterschrieben, einknicken? Das steht in keinem Verhältnis zur breiten Masse an Fans. Von daher glaube ich der Paderborner Aussage, insbesondere vor dem Hintergrund der sehr konstruktiven und offenen Gespräche, die beim Wechsel von Markus Krösche geführt wurden.


Identifikation zum Verein spielt bei den Fans immer eine große Rolle. Auf der Ebene in Sachen Beziehung zur Stadt Leipzig ist RBL hier sehr aktiv und weit. Es gibt aber weitere Faktoren. Bspw. Langfristigkeit in Personalentscheidungen auf und neben dem Platz, die Integration von Jugendspielern als Eigengewächse der Akademie, Bindung zu Fanlieblingen der Spieler. Und nicht zuletzt die Rolle von RedBull als Gründervater des Vereins Rasenballsport Leipzig. Herr Mintzlaff sprach von Partner, viele denken an Eigentümer. Wie sieht es denn konkret aus. Finanziert sich RBL inzwischen vielleicht sogar selbst?


Scholz: Unser Ziel ist es, mindestens einen Jugendspieler langfristig bei den Profis spielen zu sehen. Das wird sicher unter Julian Nagelsmann weiter forciert. Unsere Profis sind und bleiben nah- und anfassbar. Das wird bleiben und darauf werden wir auch weiterhin ein großes Augenmerk legen. Wir planen bereits wieder zahlreiche Autogrammstunden, Treffen mit Fanclubs, Aktionen mit RB-Fans und Spielern, Events.


Und die Frage nach der Rolle von RedBull? Partner oder Eigentümer?
 
Scholz: Wir sind stolz, Red Bull zu haben. Und das wird sich auch nicht ändern. Wir haben mittlerweile über 40 Partner an unserer Seite, die den erfolgreichen und spannenden Weg von RB Leipzig mitbestreiten. Die Marke RB Leipzig ist jung, attraktiv und hat in so kurzer Zeit eine große Strahlkraft – wenn ihr wollt sogar sexy. Red Bull ist natürlich ein immens wichtiger Partner für uns, da wir durch dieses Netzwerk in den verschiedensten Bereichen äußerst profitieren. Doch durch das große Portfolio an Sponsoren sind wir finanziell gesehen auch in der Breite sehr gut aufgestellt.


Hat RBL das Thema Identifikation auf dem Radar? Ist sie vielleicht sogar Teil der besagten RB-DNA?

Scholz: Selbstverständlich. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Es geht mit den Kindern los bis zu den Fans, die uns seit dem ersten Tag an begleiten. Im Kidsklub "Bullis-Bande" haben wir mittlerweile 3500 Mitstreiter, eine starke Kennzahl nach zwei Jahren. Diese Zahl wächst rasant und zeigt als eines von vielen Beispielen, wie RB Leipzig in der Region – damit meine ich Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – längst angekommen ist. Die Fußballschulen, die Ingo Hertzsch verantwortet, sind mittlerweile im ganzen Osten unterwegs. Auch hier sind jährlich über 3000 Kinder aktiv. Fakt ist auch mit Blick auf die Mannschaft, dass wir mit Yussi und Diego zwei Spieler noch aus der dritten Liga bei uns haben und zahlreiche Akteure aus der 2. Liga. Ich kann nur wiederholen: Wir sind gemeinsam gewachsen, und wir werden uns gemeinsam mit den Fans weiterentwickeln. Darin liegen unsere Motivation und unser Antrieb. Diese einzigartige Verbundenheit, die über zehn Jahre gewachsen ist, wird gepflegt. Übrigens sind auch noch 10 Mitarbeiter der ersten Stunde dabei. Auch das steht für die Identifikation und die Möglichkeit, in diesem Klub die nächsten Schritte zu machen.


Wir haben gelesen, dass RB Leipzig mittlerweile unter den fünf Top-Klubs nach Beliebtheit sein soll. Man redet hier angeblich von über 1,5 Mio. Fans bundesweit. Können sie das bestätigen?
 
Scholz: Es werden immer mehr Sympathisanten und auch Fans, korrekt! Ich wurde heute bereits schon von Medien damit konfrontiert, dass es sich momentan um einen Platz unter den Top 4 handeln soll. Schön zu hören. Das bestätigt zumindest auch eure Frage in etwa. Zeitgleich wissen wir, dass wir nach Bayern am stärksten polarisieren. Das ist auch gut so. Solche Einordnungen sind wichtig. Längst sollte uns keiner mehr die Akzeptanz, Anerkennung und das positive Image anhand solcher Fakten absprechen. Auch hier ist die Entwicklung zufriedenstellend nach den ersten Jahren der großen Widerstände.


Kommen wir zum Stadionausbau. Bezüglich der Gestaltung der Sitze in der RBA soll es Urheberrechtshindernisse geben, würden diese sich mittelfristig lösen lassen?

Wolter: Wir haben im Rahmen der umfangreichen Planungen der Genehmigung für den geplanten Umbau natürlich mit den ursprünglich am Bau der Red Bull Arena Beteiligten gesprochen und die denkmalschutzrechtlichen und urheberrechtlichen Themen gelöst.


In Sachen Catering und sanitäre Einrichtungen hat RBL bei einer Umfrage, die schlechteste Bewertung in der Liga erhalten. Können sich Fans auch außerhalb vom B-Block hier Hoffnungen auf Verbesserungen machen?

Wolter:
Neue Kioske und Toiletten entstehen in zwei Etagen hinter dem Sektor B – diese sind aber für alle Zuschauer, vorrangig die aus A und C ebenfalls gut erreichbar, weil die Sektorentrennung aufgehoben wird und die Fans sich frei bewegen können. In Sektor D soll der mittlere Getränke Kiosk zudem in ein zusätzliches Herren WC umgewandelt werden – es profitiert also jeder. Die ehemalige Polizeizentrale in Sektor D wird dann zu einem Getränkekiosk mit deutlich erhöhter Kapazität ausgebaut.


Wo genau wird die neue Geschäftsstelle entstehen? Wird dieser Bau evtl. in Verbindung mit dem Leipziger Sportmuseum erfolgen?

Wolter: Wir prüfen derzeit mehrere Optionen. Wir wollen nah an die Red Bull Arena und die RB Leipzig Fußballakademie, kurze Wege sind uns wichtig. Eine Verbindung mit dem ehemaligen Sportmuseum ist denkbar und wird geprüft.


Und für wann ist die Außenverglasung der RBA geplant?

Wolter: Wir prüfen hier noch verschiedene Varianten, die Fertigstellung ist für das Jahr 2021 geplant.


Herr Mintzlaff gilt allgemein als rationaler Typ, als Hardliner, knallharter Verhandler und finanziell sparsam wo dies möglich ist. Klar es ist sein Job, aber welche Seiten hat der RBL-Chef noch? Hat er emotionale Seiten, ist er privat ein völlig anderer Typ?



Auch privat unterwegs. Die RBL-Spitze. Foto: Belantis / Eric Kemnitz


Scholz: Ich kenne Oliver seit 2007, an jenem Tag ist der VfB Stuttgart Meister geworden. Er war Berater von Mario Gomez, ich Journalist. Man kann sich auf Oliver verlassen, er trennt extrem gut zwischen Beruf und privat. In wichtigen, bestimmten Situationen, nimmt er eine ganz klare und konsequente Haltung ein und vertritt diese. Ich bin mir sicher, dass kaum einer das Pensum fahren kann, welches Oliver tagtäglich für RB Leipzig abreißt. Das geht nur mit absoluter Leidenschaft und vollem Einsatz. Oliver fordert viel, aber ordnet dies dann auch alles richtig ein. Und man muss an dieser Stelle festhalten: Bei so vielen Themen, in so einem schnellen Geschäft, unter so einem öffentlichen Radar: Viel wurde nicht falsch entschieden, oder? (lacht). Gerade auch ohne ihn würden wir heute nicht da sein, wo wir sind, das steht außer Frage. Privat gehen wir im Management-Team des Öfteren ins Piccola Italia am Rosental-Park, sind sportlich aktiv. Oliver ist immer mittendrin.


Wir wünschen maximalen Erfolg, eine gute Saisonvorbereitung und freuen uns bereits auf die nächste Saison.

OzzyRBL


Permalink:
https://www.rb-fans.de/artikel/20190621-special-sommerinterview_vereinsspitze.html

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STARKE RÜCKRUNDE MACHT HOFFNUNG FÜR KOMMENDE SAISON

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Leipzig - (17.06.2019) Ungeschlagen im Jahr 2019, Sachsenpokal-Siegerin und namhafte Verstärkungen. Nach den Umbruch im Sommer hat die Mannschaft in der Rückrunde ihr Potenzial gezeigt und wird nächste Saison um den Aufstieg in die 2. Bundesliga mitspielen.

Die zweite Regionalliga-Saison der RB Frauen ist vorbei und wenn man den alten Spruch von Josef Volkmer als Maßstab nimmt, war es eine erfolgreiche Spielzeit. Volkmer sagte einst: „Wenn wir jede Saison nur einen Platz besser abschließen als die Saison davor, sind wir ganz sicher irgendwann Meister!“ RB ist mit 54 Punkten und einem Torverhältnis von 85:15 dieses mal 3. geworden. Letztes Jahr war es in der Premieren-Saison unter Trainer Sebastian Popp noch der 4. Platz. Popp zog sich anschließend komplett aus dem Fußballgeschäft zurück und wurde durch Katja Greulich ersetzt, die zuvor mit Jena aus der 1. Bundesliga abgestiegen ist. Es war eine schwierige Anfangsphase, in der sich Trainer und Team erst aneinander gewöhnen mussten. Die Abgänge von Leistungsträgerinnen wie Pfretzschner, Uhlig, Topf, Perschneck, Forsberg und Förster (Winterpause) mussten kompensiert und Neuzugänge integriert werden. 

Los ging es mit einer 1:2 Niederlage bei Union Berlin, in der Madlen Frank in der Nachspielzeit noch das erste Saisontor der Rasenballerinas erzielte. Das Leistungsgefälle der Regionalliga war noch nie so groß wie in diesem Jahr, denn mit den Absteigern Marzahn und Dresden, den Traditionsclubs Erzgebirge Aue und Jena und dem ehemaligen Meister Eintracht Süd spielten fünf Vereine, die eine erfolgreiche Vergangenheit hatten, im unteren Tabellenfeld. Und nicht weil Union Berlin, Magdeburg, RB und die anderen so gut waren, nein - Abgänge vieler Spielerinnen, Trainer und vor allem Verantwortlichen mit Visionen machen diese Vereine zum Schatten ihrer selbst. 

Das Problem: Gegen schwächere Gegner waren die Frauen meist unterfordert und bekamen gegen gleichwertige Gegner Probleme. Einem 8:0 gegen Marzahn folgte eine 1:2 Niederlage beim Aufstiegskandidaten Viktoria Berlin. Diesmal war es Neuzugang Marie-Luise Herrmann, die in der 75. Minute noch verkürzen konnte. Herrmann kam mit Greulich aus Jena und wurde direkt zur Kapitänin. Einem 6:1 gegen Bischofswerda und Eintracht Leipzig Süd folgte ein 5:0 gegen Stieglitzer Stern. Da sah man schon, dass die Qualität von RB weit besser war als vieler anderer Teams, aber noch etwas fehlte um ganz oben mitzuspielen, denn schon gegen  USV Jena II tat sich RB schwer und ging mit einem knappen 1:0 in die Pause. Ein glückliches Tor in der 70. Minute durch Neuzugang Natalie Grenz und in der Nachspielzeit durch die aus dem Nachwuchs gekommene und zur Stammspielerin gereifte Jasmin Petters ließen das 3:0 deutlicher aussehen als es letztlich war. Unser Frauenfußball Experte Martin Hoch fasste das so zusammen: „Man wächst mit seinen Aufgaben. Bei schwachen Gegnern gewinnst du vielleicht hoch, aber entwickelst dich nicht. Natürlich denkst du nach einem 5:0, du bist die Größte und dann triffst du im nächsten Spiel auf einen Gegner eines anderen Kalibers und wunderst dich, wenn es hinten plötzlich klingelt.“ Einem 5:0 Erfolg in Dresden folgte so z.B. eine 0:2 Niederlage beim Magdeburger FFC und eine 0:2 Heimpleite gegen den späteren Staffelsieger Union Berlin. 

Hoch: „Die Trainerin hat bis zur Winterpause viel probiert und auch Rückschläge hinnehmen müssen, aber sie und die Mannschaft haben daraus gelernt und die richtigen Schlüsse gezogen. Die Winterpause wurde hervorragend genutzt, wie die Ergebnisse im neuen Jahr zeigten.“ Mit einem 4:0 gegen Marzahn ging es in die Winterpause und aus dieser kam RB mit Anlauf zurück. 2:0 gegen Viktoria Berlin, 2:0 gegen Bischofswerda, 2:0 gegen Eintracht-Süd, 6:0 gegen Steglitz, 3:0 gegen Jena, 4:0 gegen Dresden, 4:1 gegen Magdeburg, 11:1 gegen Aue, 6:1 gegen Hohen-Neuendorf - RB verlor nicht ein Spiel 2019! Eine enorme Leistungssteigerung vor allem gegen gleichwertige Gegner, gegen die sie in der Hinrunde noch den Kürzeren zogen. 

Den ersten Titel gewann das Team in dieser Saison auch. Im Sachsenpokal gab es gegen den unterklassigen Landesligisten Phönix Leipzig im Final-Krimi einen 3:2 Erfolg nach Verlängerung. Lange Zeit sah es dabei so aus, als ob die RBL-Frauen wie schon in der vergangenen Saison im Halbfinale das direkte Duell gegen den Lokal-Rivalen verlieren würden. Bis zur 73. Minute führte Phönix 2:0 und sah wie der sichere Sieger aus. Doch durch den Anschlusstreffer von Reichenbach und dem Ausgleich von Grenz in der 81. Minute kippte die Partie und Reichenbach erzielte in der 99. Minute den vielumjubelten 3:2 Siegtreffer. Durch diesen Erfolg haben sich die Frauen auch erstmalig für den DFB-Pokal qualifiziert und können dort auf Gegner wie Bayern und München oder den VfL Wolfsburg treffen. Die erste Hauptrunde wird am 03/04. August gespielt, ein Auslosungstermin ist bislang noch nicht bekannt. 

Auch die Premiere der neuen zweiten Mannschaft war ein Erfolg: 60 Punkte und 224:6 Tore zeigten deutlich, warum es eine gute Idee war, die erste Mannschaft damals nicht in der Landeskasse sondern gleich in der Landesliga starten zu lassen. Fragwürdig ist lediglich, warum Nina Schuster, die Topstürmerin mit 48 Treffern, keine Chance in der ersten Mannschaft bekam.

Olympiasiegerin und Weltmeisterin Anja Mittag hingegen wird nächste Saison sicherlich öfter vor gegnerischen Toren der Regionalliga zu sehen sein, sie verstärkt RB im Trainerteam und als erfahrene Spielerin. Mit der Verpflichtung ist dem Verein ein wahrer Coup gelungen, die 34-jährige hat große Strahlkraft weit über die Landesgrenzen hinaus. Mittag war Olympiasiegerin, gewann fünf Mal die Deutsche Meisterschaft und zwei Mal die Champions League. Sie soll dem Verein helfen, den nächsten Schritt nach vorne zu machen und sich weiter zu professionalisieren. Für die neue Saison steht mit Torjägerin Lena Güldenpfennig vom Liga-Konkurrenten Magdeburg zudem bereits die zweite Neuverpflichtung fest. Laut Greulich sollen noch etwa drei bis vier Spielerinnen folgen, um im Angriff mehr Optionen zu haben und die noch junge Mannschaft mit Erfahrung zu unterstützen. Die letzten Sommertransfers waren mit Marie-Luise Herrmann (Kapitänin), Lea Mauly (meiste Einsätze) und Natalie Grenz (Torschützenkönigin) jedenfalls ein voller Erfolg. Mit Viola Odebrecht als neue Leiterin für Frauen- und Mädchenfußball, die Anja Kühn seit Mai 2019 ersetzt, hat RB Leipzig auch im sportlichen Umfeld die Weichen für die Zukunft gestellt. Odebrecht kommt wie Mittag mit der Erfahrung als Meister, Champions-League-Siegerin und sogar Weltmeisterin in die Heldenstadt. 

Die neue Saison 2019/2010 soll am 17./18. August starten. Union Berlin hat trotz souveräner Regionalliga-Saison den Aufstieg in die 2. Bundesliga in den Playoffs verpasst und wird auch kommende Saison neben Magdeburg und RB Leipzig um Platz 1 mitspielen. Aus der Landesliga kommt Stadtrivale Phönix Leipzig in die Regionalliga, so dass mit neben Eintracht Süd nun drei Teams aus der Messestadt in der Liga spielen. 

So kann man jedenfalls voller Vorfreude auf die neue Saison warten und wer es nicht aushält, dem bleibt ja die aktuell laufende WM. Da läuft's ja auch. Ob wir bei der nächsten WM vielleicht schon die erste Spielerin von RB Leipzig im Nationaltrikot sehen werden?

Abschlusstabelle der Regionalliga

Beste Torschützinnen:
Natalie Grenz - 27
Natalie Teubner - 13
Jasmin Petters - 10

Spielerinnen mit der meisten Einsatzzeit:
Lea Mauly - 22 Einsätze - 1962 Minuten
Chiara Benedetto - 22 Einsätze - 1845 Minuten
Sophia Löser - 20 Einsätze - 1729 Minuten

Heiko Müller & Rojiblanco
Bild: Arielle


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SOMMERFAHRPLAN DES RASENBALLSPORTS

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Leipzig - (14.06.2019) Während die Bundesligakicker auf der faulen Haut liegen und die Haxen bräunen, gibt es trotzdem einige Termine, die man als Fan des einzig wahren Rasenballsports nicht verpassen sollte. Wir haben für euch den Sommerfahrplan zusammengestellt.

Sommerpause, aber die neue Saison wirft bereits ihren Schatten voraus. Die Nationalspieler stecken gerade noch in ihren letzten Spielen (Cunha wir am Samstag im Finale in Toulon stehen), da wird am Wochenende bereits das erste Pflichtspiel der Saison ausgelost. Auch der Sommerfahrplan steht bereits, während es an der Transferfront noch ruhig ist. Wir haben für euch die wichtigsten Termine rund um den Rasenballsport in den heißen Monaten zusammengetragen.


Cunha steht im U22 Turnier Finale in Toulon.


DFB Pokal Auslosung und Fußballquiz am Wochenende

Los geht es am 15.6. mit der Auslosung der ersten Runde des DFB Pokals. 18 Uhr lost Nia Künzer wie schon vor sechs Jahren die Erstrundenbegegnungen aus. Damals geriet die Kugel unserer Drittligaaufsteiger versehentlich in den falschen Lostopf, am Ende, nachdem die Kugel zurück in den 1. Topf gelegt wurde, kam es zum zweiten Mal zur Begegnung mit dem FC Augsburg.

Der ist dieses Mal nicht möglich. Es wird auf alle Fälle ein Auswärtsspiel. Prominenteste mögliche Kontrahenten. Orbans alte Heimat Kaiserslautern, Zweitliganemesis Sandhausen, Absteiger Magdeburg, Nachbarstadt Halle oder die inoffizielle RBL Filiale Chemnitzer FC (erst kürzlich wurde Ex-U19 Verteidiger Reddemann verpflichtet).

Die zeitgenaue Ansetzung wird gut zwei Wochen später erfolgen, die Spiele finden dann zwischen dem 9.-12. August statt.

Gleichzeitig zur Auslosung, ebenfalls am 15.6. um 18 Uhr, wird am Cottaweg erneut gequizzt. Das Brausecrew Fußballquiz geht in die fünfte Runde. Wer kann die taLEntfreien Platzhirsche von der Spitze der ewigen Tabelle verdrängen und wer kann dem Vorjahressieger, den Vollzahlern Paroli bieten?


Losfee Nia Künzer ließ einst RBL erstmals in den Profitopf fallen.


Bundesligaspielplan und Trainingsauftakt

In zwei Wochen, am 28.6. um 12 Uhr mittags ist high noon in Sachen Bundesliga. Dann werden die Ansetzungen für die kommende Saison bekanntgegeben. Kommen die Bayern wieder am Ende? Oder beweist die DFL Humor und setzt SCP gegen RBL am letzten Spieltag?

Der Juli bringt dann endlich die Rasenballer zurück nach Leipzig. Am ersten Wochenende starten die internen Laktat- und Leistungstest. Die im letzten Sommer angezählten Mukiele und Augustin sollen sich jedenfalls schon fit halten, ob es nur der instagram Daumen ist oder der gesamte Körper, wird sich dann zeigen.

Am Montag den 8.7. gibt es dann das erste öffentliche Training und die Gelegenheit in der Ferienzeit mit Kind und Kegel am Cottaweg Nagelsmann und das Team für die neue Saison zu begrüßen. Vielleicht sind bis dahin ja auch die anderen Neuverpflichtungen eingetroffen.

Noch köchelt die Gerüchteküche abseits der Causa Werner auf niedriger Stufe vor sich hin. Mit Wolf und Candido hat RBL aber schon im Vorfeld eingekauft. Zu den zwei Spielern werdet ihr demnächst auf unserer Webseite ausführlich informiert.


Vier Testspiele in der Sommerpause

Insgesamt sind vier Testspiele in der Sommervorbereitung geplant. Zum finalen Test am 3. August kommen nicht die Jungs von Tuchel aus Paris sondern Aston Villa in die Red Bull Arena. Die ganz Großen Europas gibt es ja sowieso frei Haus in der Champions League. Lostopf 4 für RBL garantiert jedenfalls eine echte Krachergruppe.

Das erste Testspiel findet bereits am 12. Juli statt, wenn 18 Uhr der FC Zürich am Cottaweg aufspielen wird. Die Gegner für Testspiel Nr. Zwei im österreichischen Trainingslager (19.7.) sowie Nr. Drei in Markranstädt (26.7.) stehen noch nicht fest.


Hautnah dran in Seefeld.


Trainingslager und Fanball

Ein weiterer Höhepunkt für alle reisefreudigen RB-Fans wird das alljährliche Trainingslager in Seefeld sein. Höchstwahrscheinlich gibt es wieder eine organisierte Fanreise. Zwischen dem 14. Und dem 20. Juli geht es jedenfalls in die Alpen. In Seefeld kann der geneigte RB-fan jedenfalls hautnah dran sein.

Ein weiteres sportliches Highlight ist der Fanball am 27. Juli. Die L.E. Bulls organisieren zum achten Mal das große Fanturnier auf dem Gohliser MoGoNo Gelände bei dem bis zu 24 Teams gegeneinander antreten werden. Titelverteidiger LeipzigeRBallerei will den Pokal verteidigen. Wird dieses Mal wieder Bulli vorbeischauen? In der letzten Saison schaffte es kein offizieller Vertreter von RBL zum Fanturnier. Wer kein Team hat, der kann sich gerne dem RB-Fans.de Team anschließen. Einfach Email an: redaktion@rb-fans.de.


Bis zu 24 Fanteams beim 8. Fanball.


Champions League Auslosung erst Ende August

Mit der ersten DFB-Pokalrunde Anfang August (9.-12.) sowie dem ersten Bundesligaspieltag zwischen dem 16.-18. August endet die Sommerpause und unsere Rasenballer starten in ihre 11. Saison. Die Auslosung zur Champions League Gruppenphase erfolgt erst vor dem dritten Spieltag am 29. August. Erst dann sind alle Qualirunden gespielt sein. Diese Saison dürfen wir ja in dieser Phase die Seele baumeln lassen und andere müssen durch die Runden tingeln.

Viel Spaß und kommt gut durch den Sommer!


15. Juni – 18 Uhr: Auslosung 1. Runde DFB-Pokal
15. Juni – 18 Uhr: #BrauseCrew Fußballquiz  – Cottaria
28. Juni – 12 Uhr: Bekanntgabe Bundesliga-Spielplan
05. Juli: Laktattest
06./07. Juli: Individuelle Tests
08. Juli: Öffentlicher Trainingsauftakt
12. Juli – 18 Uhr: 1. Testspiel – RB Leipzig – FC Zürich – Cottaweg
13. Juli - 11 bis 15 Uhr: Benefizversteigerung von RB Leipzig Artikeln zugunsten des Kinderhospiz Bärenherz (Kees'scher Park Markleeberg)
14. bis 20. Juli: Trainingslager in Seefeld/Österreich
19. Juli: 2. Testspiel – Österreich (Gegner und Uhrzeit noch offen)
26. Juli: 3. Testspiel – Markranstädt (Gegner und Uhrzeit noch offen)
27. Juli: 8. Fanball – MoGoNo Gelände
03. August – 15:30 Uhr: 4. Testspiel – RB Leipzig – Aston Villa – Red Bull Arena
09. bis 12. August: 1. Runde DFB-Pokal (Gegner und Uhrzeit noch offen)
16. bis 18. August: 1. Spieltag Bundesliga (Gegner und Uhrzeit noch offen)
29. August: Auslosung Gruppenphase Champions League

Rumpelstilzchen


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https://www.rb-fans.de/artikel/20190613-special-sommerfahrplan.html

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