Spielplan RB Leipzig

1. LIGA QUICKTABELLE

1
Bayern München
77
2
Borussia Dortmund
69
3
Bayer 04 Leverkusen
64
4
RB Leipzig
58
5
1. FC Union Berlin
57
6
SC Freiburg
55
7
1. FC Köln
52
8
1. FSV Mainz 05
46
9
1899 Hoffenheim
46
10
Mönchengladbach
45
11
Eintracht Frankfurt
42
12
Wolfsburg
42
13
VfL Bochum
42
14
FC Augsburg
38
15
VfB Stuttgart
33
16
Hertha BSC
33
17
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28
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OB IN DER FERNE ODER DAHEIM, OH RASENBALLSPORT, WIR SIND DABEI?

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Leipzig - (06.07.2022) Unser Auswärtssupport ist vielseitig und laut, aber hängt auch viel von der Anzahl mitgereister Fans ab. Wir beleuchten etwas die Hintergründe, welche Einflussfaktoren es gibt. Dabei spielt der Wege-, Zeit- und Kostenaufwand eine enorme Rolle, wie auch die späten Anstoßzeiten und Spiele an Werktagen.

Es ist Montag – 20:30 Uhr Spielbeginn. Unser Team RB Leipzig spielt in der Bundesliga in Mönchengladbach und verliert leider. Jedoch Ende gut – alles gut; schließlich wurde die beste Rückrunde noch gespielt und sich für die Champions League qualifiziert. Aber darum geht es nicht unbedingt, insbesondere für die Fans, die den aktiven Support suchen. Vielmehr ist man bedacht das Wochenende oder den Spieltag rund um das Pflichtspiel als Erlebnis und aktive Erholung zu gestalten. Und so sollte es auch sein!

Ja, für Viele (vor allem in der Region) ist RB Leipzig ein Bestandteil des Lebens geworden, eine Bereicherung dem Alltag zu entfliehen. Und wer sich für Fußball interessiert, der kann nun hier modernen und erfolgreichen Fußball sehen. Mit einem Zuschauerschnitt von über 40.000 (vor Corona) und einer Vollauslastung von rund 95% gehört man zu den am bestbesuchten Fußballstadien in Deutschland und Europa.

An diesem späten Montagabend versammelten sich nur ca. 100 RB-Fans im Gladbacher Gästeblock, um das Team zu unterstützen. Das ist im Verhältnis jeder 400ste Zuschauer, der daheim in der Red Bull Arena im Schnitt dabei ist. Natürlich ein gefundenes Fressen für alle RB-Hater, um das RB Leipzig Bashing stets aufrechterhalten zu können. Aber das tangiert uns schon lange nicht mehr. Letztendlich kamen auch nur 65 Prozent = 35.324 von 54.042 möglichen Zuschauern zu dieser Partie in den Borussia-Park, ca. 19.000 Plätze blieben leer!


Auswärts eine spärliche Kulisse von RB Leipzig Fans


Es gibt Gründe

Fakt ist, dass die RB Leipzig Fans im überwiegenden Teil aus der Region stammen und dies der größte Unterschied zu den „Traditionsvereinen“ ist. Unsere Fankultur konnte sich die letzten zehn Jahre (erst) entwickeln, wobei die letzten zwei Jahre von Corona geprägt waren. Nur ein ganz kleiner Teil ist überregional - Fans, die in der Zwischenzeit wegzogen, aber RB Leipzig treu blieben oder die einfach doch RB Leipzig Fan wurden. Anders verhält es sich natürlich bei den Traditionsvereinen. Die, die schon immer da waren, die der Fußball und die höchste Spielklasse allein gehören sollen. Diese haben Jahrzehnte Vorsprung und die für uns etwas älteren Fans sind diese nicht unbekannt. Schließlich waren wir größtenteils als Ostdeutscher vor und nach der politischen Wende auch Sympathisant eines dieser Fußballclubs bzw. auch noch weiterhin. Ein anderes Beispiel dafür sind auch die Spiele von Dynamo Dresden bei 1860 München früher in der Allianz Arena. Viele Menschen sind aus Dresden und Umland arbeitsbedingt in den 90ern und 2000ern in Deutschlands Süden gezogen. Wenn Dynamo in München spielte, war das für viele Dynamo-Fans ihr Heimspiel, während in Dresden auch das deutlich kleinere Stadion als in Leipzig zu einigen Spielen nicht ausverkauft ist.

Demnach fehlt uns einfach die Fanbasis in der Masse bzw. in der Breite. Bayern- oder Dortmund-Fans aus der Region könnten wesentliche Teile der Red Bull Arena auch allein füllen, falls es diese Möglichkeit geben würde (zum Glück nicht). Drum ist auch der Auswärtsblock stets vollgefüllt, wenn einer dieser großen Vereine im heimischen Stadion aufspielt, aber parallel durch die Ultras das Auswärtsspiel boykottiert wird. Letztendlich ist wirklich nur ein begrenzter Teil der Fans, der fast immer und zu jedem Spiel dabei sein will und es einrichten kann.


Entfernungen, Kosten und Zeitaufwand oft nachteilig

Mit 27 Pflichtspielen auswärts ist RB Leipzig in der letzten Saison federführend gewesen. Auch wenn die Zeit und der Wille vorhanden sind, möglichst oft in der Ferne dabei sein zu wollen, so scheitert es bei dem Einen oder Anderen u.a. am finanziellen Aufwand. Zu guter Letzt pickt man sich hin und wieder ein Spiel in der Fremde heraus, z.B. da wo man noch nicht war. Würde ein Fan aus Leipzig zu jedem Bundesliga-Auswärtsspiel mit dem Auto fahren wollen, so müsste er über 2.000 Euro nur für Spritkosten bereithalten.



Nachteilig wirkt sich für RB Leipzig-Fans vor allem die Entfernung zu den Spielorten der Bundesliga aus und ist immer mit einem erhöhten Zeitaufwand verbunden. Gleichermaßen wie Werder Bremen gehört man schon zum letzten Drittel der Bundesliga in Anbetracht des Aufwandes und benötigt für eine Strecke im Schnitt etwas über 4 Stunden zum Auswärtsspielort. Mit Hin- und Rückfahrt sind es über 8 Stunden = insgesamt Ø 830 km für ein Bundesligaspiel plus rund 125 Euro Spritkosten!

Abhilfe schaffen dort Fahrgemeinschaften und gar Reisen mit einem Fanbus. Noch sind diese Angebote nicht im Überfluss vorhanden und bringen mit einer noch längeren Anfahrtszeit einen weiteren Nachteil mit sich. So werden schnell aus einer 5-Stunden-Reise nach Mönchengladbach rund sieben Stunden, da man mehr Pausen einstreut für die Mitfahrenden und die Fahrtgeschwindigkeit geringer ist. Aber dafür kann man sich über mehr Geselligkeit nicht beschweren und sich gegenseitig in Stimmung bringen.

Mönchengladbach ist wieder ein Beispiel, warum die Montagsspiele abgeschafft gehören; gleichermaßen wie für Heim- und Auswärtsfans. Sich darüber zu echauffieren und die Umstände auszunutzen gegen RB Leipzig und seine Fans zu schießen, ist ad absurdum und widerspricht natürlich den Tatsachen. Mit Spielende und der anschließenden Rückfahrt ab 23 Uhr nach Leipzig ist man schließlich ca. 6 Uhr am Folgetag (Dienstag) mit dem Fanbus wieder Zuhause. Parallel mit Hinfahrt hätte man also 2 Tage Urlaub oder im Allgemeinen frei haben müssen, um diesen Aufwand bewerkstelligen zu können, geschweige denn mit Familie (Kinder), die schulpflichtig sind. Am Donnerstag danach spielte unser Team bereits in Glasgow.


Zahlreiche RB Leipzig Fans in Berlin durch geringen Wege-, Zeit- und Kostenaufwand


Das Entzerren des Spieltages von Freitagabend bis Sonntagabend und englische Wochen spielen keine unwesentliche Rolle. Ganze vier Spiele fanden in der vergangenen Saison für RB Leipzig am Samstag 15:30 Uhr in der Fremde statt, eines davon wegen Corona ohne Auswärtsfans - der größere Teil Samstag 18.30 Uhr und sonntags (6 Spiele) zzgl. 3 Spiele werktags (Mo., Mi., Fr.). Da sind undankbare Bedingungen für Auswärtsfans und Vielfahrer, die einfach kaum lösbar sind. Darüber hinaus gibt es ja noch alle drei bis vier Tage zur Bundesliga im Wechsel ein internationales Spiel, auch in der Ferne bei teils sehr lukrativen Gegner und einer Stadionatmosphäre, die man sich als Fan einfach nur wünscht und dabei sein möchte. Jedoch ist das in der Summe und in der Kürze der spontan ausgelosten Spiele kaum umsetzbar.


Eintracht Frankfurt Fans im Vorteil

Ein Vergleich mit Eintracht Frankfurt Fans hinkt auch hier. Mit einem Viertel weniger an Zeit-, Wege- und Kostenaufwand ist man hier klar im Vorteil und auch in der Anbindung als logistischer Knotenpunkt besitzt man beste Voraussetzungen, während unserseits einen anderen Flughafen anvisieren muss, um am Zielort gelangen zu können. Zu guter Letzt wirkt (leider) auch der finanzielle Aufwand in unserer Region schwerwiegender als in Hessen.

Während das monatliche Durchschnittsgehalt eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers in Deutschland im Jahr 2021 bei ca. 4.100 Euro brutto lag, befand sich dieser in Sachsen bei 3.711 Euro und in Hessen bei 5.016 Euro. Auch die beiden Städte Leipzig und Frankfurt am Main zum Vergleich, offenbaren den finanziellen Unterschied. Denn in Leipzig ist das durchschnittliche verfügbare Pro-Kopf-Einkommen so niedrig, wie nirgendwo sonst in Sachsen. Laut einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung beträgt es 19.574 Euro pro Person = 1.631 Euro netto (35.031 Euro brutto = 2.919,25 Euro/Monat). Im Vergleich zu Frankfurt am Main: 66.529 Euro brutto = 5.544 Euro/Monat.


Keine zwei Stunden entfernt – der Gästeblock in der VW Arena Wolfsburg ist mit RB Leipzig Fans stets gut gefüllt


Vergangenheit und fehlende, junge Fangruppe

Aber auch bei weiten nicht der Großteil der Gästefans eines Traditionsvereins kann sich diesen hohen Aufwand auf Dauer leisten. Ausnahmen gibt es natürlich und es ist vor allem die vakante, jüngere Gruppe, deren Sachgegenstand uns RBL-Fans zu anderen BL-Vereinen unterscheidet sowie in der Masse bei uns so nicht vorhanden ist. Mit einem Durchschnittsalter von 47 Jahren der 32.000 RBL-Dauerkarten-Inhaber ist leicht zu erkennen, dass dies dem normalen arbeitstätigen Familienmenschen entspricht.

Lediglich zu fünf Prozent der 16- bis 25-jährigen Fans ist diese größtenteils reisewillige, unternehmungslustige und oft ungebundene Gruppierung bei den RB Leipzig Fans vertreten und fehlt insbesondere bei den Auswärtsspielen, wie auch beim Support. Hinsichtlich muss dieses Fanpotential erst noch reifen, aber auch eine Grundlage geschaffen werden in Sachen Kommunikation auf Augenhöhe, welche die Wünsche beider Seiten berücksichtigt und aufeinander eingegangen wird.

Aber es müssen auch nicht die ultraaffinen Gruppierungen sein wie bei einem Teil der Traditionsvereine, die über alles im Fußball regieren wollen und vor einem Kräftemessen nicht zurückschrecken. Nicht vergessen sind die schrecklichen Gewaltszenen beim Auswärtsspiel 2017 in Dortmund, als friedliche RBL-Fans mit Steinen und Flaschen angegriffen und verletzt wurden. Das und natürlich andere Vorfälle sind abschreckende Beispiele, die sich bis heute eingeprägt haben und schließlich aus Vernunft auch eine höhere Auswärtsquote verhindert.


Gewalt der Dortmunder Fanszene – aus echter Liebe wurde echter Hass und echte Gewalt


Fazit und Ausblick

Leider wird es auch zur neuen Saison kein 9-Euro-Ticket geben für den Bahnverkehr, zumal deren mangelhafte Anbindungen am Wochenende und zu später Stunde überhaupt keine Alternative darstellen zu Bus und Auto. So werden die finanziellen Belastungen für sein liebstes Hobby und Interesse in der heutigen Zeit sukzessive immer weiter steigen, während die Gehälter (insbesondere regional) weniger angehoben werden.

Auch wird der Fußball im Osten Deutschlands in den beiden höchsten Spielklassen weiterhin kaum vertreten sein (aufgrund mangelnder Wirtschaftskraft/Sponsoren), so dass die Mehrzahl der Teams vorrangig aus dem Westen des Landes vertreten sein wird. Verbunden ist dies für uns mit einem erhöhten Zeit- und Wegeaufwand, den man kaum am Spieltag allein umsetzen kann. Vielmehr trifft man erst am Folgetag wieder daheim ein und muss schauen, wie man das schlaftechnisch und mit der Arbeit und Schule einrichten kann, welches den vakanten Personenkreis massiv eingrenzt.

Es wird sich auch des Weiteren nichts an den Anstoßzeiten und –Tagen ändern, denn die Kommerzialisierung des Fußballs schreitet immer weiter voran. Dies wiederum hat einen erheblichen Einfluss auf die Zuschauerzahl, insbesondere für Auswärtsfans an Werk- und Sonntagen. Hier haben natürlich die sogenannten Traditionsvereine den Vorteil, die fehlende Reisebereitschaft der Auswärtsfans durch regional vorhandene Fans kompensieren zu können. So gesehen werden wir auch in dieser Saison weiterhin mal mit wenigen hundert oder manchmal auch 1.000 Fans und mehr in der Ferne aufschlagen, eben weil mindestens eines der vielen Kriterien zu stark einfließen wird.

Den Anfang macht schließlich der 1. Spieltag; gleichbedeutend mit einem Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart… und das an einem Sonntag! Was wiederum heißt 12 Stunden Busfahrt, während sechs Stunden für die Rückfahrt eine Ankunftszeit erst nach Mitternacht bedeutet. Für die ganz große Mehrheit ist dies zeitlich einfach nicht machbar, weil am Montag früh wieder zeitig die Schule oder die Arbeit ruft. Aber dies ist leider der (Bundesliga-)Alltag geworden.


Zwei Stunden Anfahrtszeit = ein voller Auswärtsblock wie hier bei Union Berlin ist jederzeit möglich


Insgesamt ist es überhaupt nicht von Belangen welcher Verein hier die meisten oder wenigsten Fans hat und Auswärtsfans aufstellt. Die Diskussionen um die Fankultur, was richtig oder falsch ist.. was gut oder schlecht ist, geht oft am Thema vorbei und landet auch oft unter die Gürtellinie. Man sollte Fanlager nicht miteinander vergleichen, sondern ihre individuellen Eigenschaften tolerieren, achten und zu schätzen wissen. Egal wie groß oder klein sie sind. Sie bereichern unsere Stadionatmosphäre, solange alles friedlich verläuft.

Insbesondere habe ich Hochachtung vor unseren (Auswärts-)Fans, die das hohe Pensum, um in der Ferne dabei sein sowie unser Team unterstützen zu können, auf sich nehmen. Ihnen gilt mein Dank und großen Respekt.

Vielleicht schaffen wir es ja dennoch die Unterstützung für unser Team auswärts wieder zu verbessern. Von den 32.000 Dauerkarten-Besitzern muss theoretisch nur jeder Fan zu einem Auswärtsspiel fahren. So wären zusammen mit den Fans, die oft auswärts dabei sind, bereits mehr als 2.000 Auswärtsfans im Durchschnitt im Gästeblock. In diesem Sinne, auf schöne Auswärtsreisen in der nächsten Saison!

RBoligei


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SCHLAG AUF SCHLAG IN DIE NEUE SAISON

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Leipzig - (26.06.2022) Die Leistungstests sind absolviert und heute startet Leipzig mit dem ersten Training in die neue Saison. Wir werfen einen Blick auf die aktuellen Personalfragen, das große Mysterium Sportdirektor und natürlich auf Neuzugang Schlager.

Nach der physisch und psychisch aufreibenden Rückrunde und dem Pokalsieg als krönenden Abschluss brauchten alle – Spieler, Trainer, Fans, Vereinsführung – eine kurze Verschnaufpause. Vom Rande des Abgrunds im Dezember trat RBL in einer Tour de Force zurück, um am Ende den DFB-Pokalberg zu erklimmen. Viel Zeit war da nicht. Weder um als Neu-Trainer taktische Inhalte zu vermitteln, noch um als Vereinsführung die eigenen Entscheidungen zu hinterfragen, noch um sich als Spieler Gedanken um seine Zukunft zu machen. Auch die Fans wurden trotz der besten Leipziger Bundesligarückrunde zeitweise ordentlich durchgeschüttelt. Denn am Ende brauchte Leipzig trotz der guten Ausbeute im Jahr 2022 eine ordentliche Portion Glück. Sei es im Saisonendspurt oder im Finale selbst.

Seit der Pokalfeier ist nun ein guter Monat vergangen und auch in der Sommerpause stehen die Räder im Fußballzirkus nicht still. Für die Fans steht der erste Pflichttermin schon diese Woche ins Haus: ab dem 28.6. können sich neue Dauerkarten gesichert werden (sofern man sie nicht sowieso schon hat). Was aber waren sportlich die großen Themen und an welchen Problemen sollte noch gearbeitet werden?

 

Bei dem verzückten Blick musste Halste ja bleiben...

 

Sportliche Leitung

Die Frage nach dem Sportdirektor ist so etwas wie ein running gag unter den Fans. Die Geschichte Mintzlaffs, wann denn die besagte 1A Lösung nun wirklich am Cottaweg aufschlagen wird, hat schon fast münchhausensche Ausmaße – mitsamt der Fallhöhe einer Kanonenkugel. Aber wird man in Leipzig am Ende überhaupt den Schuss hören oder verpufft die Annahme, den neuen Sportlichen Leiter in der nächsten Woche am Cottaweg als wahrhaftige Person erleben zu können?

Es gibt jedoch auch die andere Seite. Denn braucht es in der aktuellen Konstellation überhaupt einen echten Sportdirektor und welche 1A Lösung würde sich zwischen die schon belegten Stühle (Scholz, Vivell, Mintzlaff) setzen. Überhaupt: Hat die bereits vorhandene sportliche Leitung nicht den Fehler der Hinrunde im Marschschritt ausgebügelt und mit Nkunku die wichtigste Personalie solide selbst gewuppt – wie ja auch schon vor einem Monat der erste großen Titel in die Höhe gewuppt werden konnte? Kurzum – braucht RBL einen echten Sportdirektor?

Die obige Betrachtungsweise ist durchaus valide aber es können auch Punkte gegen sie angeführt werden. Denn in das Marsch-Missverständnis ist man sehenden Auges gegangen. Dass der Amerikaner kein perfect fit werden könnte und Mintzlove ihn dann im driver seat sitzend aus der Stadt kutschieren müsste, war schon im letzten Sommer befürchtet worden. Zu sehr hat sich die Leipziger Spielweise vom ursprünglichen Ralfball emanzipiert, um den Rückschritt machen zu können und zu sollen. Dazu kommt das Thema langfristige Kaderplanung. Die Mannschaft wird älter und RBL muss aufpassen, nicht zu lange an den alten Recken festzuhalten. Die Verbindung nach Salzburg ist quasi abgerissen (bisher nur Szobo in den letzten vier Transferphasen), der Nachwuchs wird in alle Winde verstreut (aktuelle Leihen und Verkäufe der U21 und U19 Kicker) und auch bei den Zugängen kam Leipzig schon mal innovativer daher. Kurzum: Leipzig braucht einen Sportdirekter der auch die kommenden Jahre im Blick hat.

 

"Ja, Hallo? ... Ja, der Sportdirektorposten ist noch frei."

 

Trainerteam

Eine undankbare Aufgabe einen Verein mit hohen Ansprüchen nach seiner schlechtesten Hinrunde zu übernehmen und quasi ohne Training, was nicht direkt auf das nächste Spiel ausgelegt werden muss, erfolgreich ans Saisonende zu führen. Tedesco hat diesen Spagat geschafft und darf jetzt zeigen, was mit Anlauf möglich ist. Dabei wurde sein Vertrag, der am Saisonende ausläuft, noch nicht verlängert. Dem Vernehmen nach auf beiderseitigem Wunsch. Fraglich, was passiert, wenn man in dieser Konstellation in die erste Krise reinläuft. Denn was die insgesamt punkte- und pokaltechnisch tolle Rückrunde überdeckt, sind die Probleme die RBL am Ende hatte. Nur Platz 8 gemessen an den letzten 6 Spielen und das Ausscheiden im Europa League Halbfinale gegen keineswegs beeindruckende Schotten.Spielerisch gab es dabei oft Schonkost.

Tedesco darf nun zeigen, dass diese Schwächephase am Ende der langen Saison und der mangelnden Vorbereitung geschuldet war und kein systemisches Problem darstellt. Gemessen an dem Eindruck, dass RBL am Ende die Puste ausging, ist besonders die Entscheidung für einen schmalen Kader und wenig neue Akzente interessant und könnte sich in 11 Monaten auch zum Bumerang entwickeln.

 

Bier, die Ursache und Lösung aller Probleme.

 

Junioren & Leihspieler

Vor etwaigen Neuzugängen muss RBL erstmal im Kader aufräumen und das beginnt bei den Nachwuchs- und Leihspielern. Unschöne Erkenntnis: RBL traut aktuell weder der einen noch der anderen Gruppe einen Durchbruch in Leipzig zu. Anders kann der Exodus der Junioren – unter ihnen einige U21 Nationalspieler und Toptalente wie Raebiger – nicht gedeutet werden. Es gibt kaum Rückkaufoptionen und Leihen sind auch eher der Unverkäuflichkeit denn dem Wunsch der späteren Neuevaluierung geschuldet.

Das Leipziger Dilemma: Um bei einem Top-4 Klub und CL-Teilnehmer den Durchbruch zu schaffen, braucht es schon ein Talent vom Format eines Havertz oder Wirtz. In Deutschland sind die rar gesät und selbst ein Moukoko hat es beim BVB schwer. Die Zeiten, in denen man Spieler wie Klostermann oder Poulsen entwickeln konnte, sind vorbei. Damals war RBL noch in Liga 2 bzw. 3. Insofern muss man es auch schon als Erfolg werten können, dass die Leipziger Junioren über 10 Jahre nach dem Start des Abenteuers auch in der RBL Talenteschmiede zu Erstligaspielern heranreifen können. Hier zeigt die Tendenz in den letzten Jahren erfreulicherweise nach oben. Der Erfolg in der Liga ist also Segen und Fluch zugleich, weshalb man mit RBL hier nicht zu hart ins Gericht gehen sollte. Zumal es für Krauß und Co. sicherlich für die Entwicklung besser ist, wenn sie auf Schalke oder in Köln einen Kaderplatz mit mehr Einsatzzeiten belegen, als einen in Leipzig mit deutlich geringeren Einsatzchancen. Die Ausnahme bildet momentan Sanoussy Ba, der einen Vertrag für die nächste Saison bekommen hat, aber noch U19 spielen kann.

 

Das Wohnzimmer wird hübsch gemacht.

 

Bei den Leihspielern läuft die Suche nach erneuten Leihoptionen oder einem lukrativem Verkauf weiter. Die größten Sorgenkinder: Sørloth, Lookman, Brobbey und Moriba. Ersterer schaffte es nicht wirklich in San Sebastian zu überzeugen und wird mit türkischen Vereinen in Verbindung gebracht. RBL wird hier nur mit einem dicken Minus rauskommen (~10-12 Mio). Anders sieht es bei Lookman aus, auch wenn Leicester keine Anstalten macht die Kaufoption zu aktivieren, so wird sich wohl ein Verein für den Engländer finden lassen, der eine entsprechende Ablöse auf den Tisch legt (~15 Mio). Bei Brobbey, der nicht müde wird, zu betonen, dass er nicht nach LE zurück will (was haben wir dem eigentlich getan außer ihn mit Geld zuzuschütten?) und Moriba (wenig überzeugend in Valencia) könnte Ajax Leipzig erlösen. Aber der Knackpunkt wird die Ablöse sein oder was Ajax ggf. im Tausch anbietet.

 

Sieht so einer aus, der weg will? Wir meinen nein.

 

Mögliche Abgänge

Bisher hat RBL abseits der oben genannten Spieler den Kader zusammenhalten können und mit Nkunku wurde mit der wichtigsten Personalie des Sommers verlängert. Aber besonders im Zentrum deutet sich ein großer Umbruch an. Nagelsmann und die Bayern baggern wie verrückt an Laimer, der wohl schon mitgeteilt hat, dass er seinen Vertrag nicht verlängern wird. Will RBL also noch eine Ablöse einfahren, dann wohl nur noch diesen Sommer. Seine besten Kicker ablösefrei an den FCB abzugeben, sieht vielleicht Schalke ähnlich aber nicht Mintzlaff und RBL… Irgendwo zwischen den geforderten 30 Mio und den gebotenen 15 Mio könnte man sich also treffen, wenn es Leipzig gelingt für Ersatz zu sorgen.

Aber Laimer ist nicht der einzige, der den Wind of Change verspürt. Adams ist als US-Kapitän mit seiner Rolle als Option Nr.4 unzufrieden und wird schon länger von Marsch und Leeds umworben. Zahlt Leeds die 15 Mio (Pfund) und verpflichtet sich seine augustinischen Schulden abzubauen, dann dürfte es Tyler wohl nach England ziehen. Das war zumindest im Winter auch das große Ziel von Haidara. Nach seiner Verletzungspause und dem Rangnick Abgang bei Manchester hat man aber nicht mehr viel gehört. Dennoch könnte Schlager (angeblich nicht der Ersatz für einen möglichen Laimerabgang) am ehesten den Malier ersetzen.

Nicht abgeben wird RBL indes sicherlich Szoboszlai (angeblich Marseille interessiert) und Gvardiol oder Simakan (jeweils Tottenham). Verdächtig wenig hört man aktuell von Mukiele, der vor dem Saisonende angeblich auch weg wollte.

 

Muss jetzt Yussi nicht mehr hinterherhecheln: Schlager.

 

Die Sommerparade der Schlagerstars

Für alle Spielberichtsschreiber ist der Verpflichtung Schlagers auf jeden Fall eine ausgezeichnete Nachricht. Was das alles für Möglichkeiten eröffnet… Vom Schlag ins Kontor über schlagende Beweise bis hin zum titelgebenden Schlag auf Schlag. Da bedarf es keiner großen Schlagfertigkeit um eine Schlagerparade vom Stapel zu lassen. So lange es keine weiteren Neuen gibt, benennen wir die Rubrik „Neu im Bullenstall“ einfach um in „Im Schlaglicht“. Also Danke schon mal dafür!

 

Gewisse Ähnlichkeiten sind nicht von der Hand zu weisen.

 

Schlager ist also der erste Baustein bei der Umstrukturierung im ZM. Eine Baustelle die RBL trotz gelegentlicher Topleistungen die ganz letzte Saison beschäftigt hat. Wobei das Problem auch darin bestand, dass außer dem formschwachen Adams kein Sechser zur Verfügung stand. Diese Schwachstelle kann auch Schlager nicht beheben, da auch er viel eher ein Achter ist und in seiner Spielweise Laimer, Haidara oder Kampl (mit Abstrichen) ähnelt.

Da aber drei Spieler den Leipziger Maschinenraum verlassen könnten, ist der Transfer Schlagers dennoch der richtige Schachzug, auch wenn die Suche nach dem Wadenbeißer auf der Sechs (Im Idealfall groß gewachsen) weitergeht. Was nicht heißen soll, dass Schlager kein Wadenbeißer wäre. Nach Laimer (11,7) absolvierte der Österreicher nämlich pro 90 Spielminuten letzte Saison die meisten Duelle (11,5).

Schlager ist wie Laimer ein typischer Kicker der Salzburger Schule rangnickscher Prägung. Während Konny mit Rechtsauslage aufspielt, hat Schlager als Linksfuß eine gegenteilige Spielauslage. Wenn man mit zwei Achtern agieren würde (was Leipzig ja in der Rückrunde durchaus gemacht hat) wären beide gemeinsam eine wirklich gute Besetzung dieser Positionen. Aber hier könnten die Bayern einen Strich durch die Rechnung machen und auch das Interesse an Král oder anderen Sechsern (ÁlvarezKoopmeiners (bedingt) und Sangaré (kaum Quellen)) würde eher für eine ausgewogenere 6/8 Besetzung des Zentrums sprechen. Insofern wäre die Verpflichtung Schlagers am ehesten der Vorgriff auf den Abgang von Haidara und das wäre ein sehr guter Tausch ohne Qualitätsverlust und mit Luft nach oben sowie einer zu erwartenden geringen Einarbeitungszeit.

Zusammenfassend ist Schlager nicht zuletzt durch die erschwingliche Klausel (12 Mio) ein Toptransfer, der eine sich wohl demnächst noch auftuende Lücke schließen wird. Ein Kicker, der wie Laimer in der letzten Rückrunde auch in der Lage ist offensive Akzente zu setzen. Dies war eine der Hauptschwächen des Zentrums, denn Kampl und Adams erzeugten nur wenig Druck auf des Gegners Kasten. Weder als direkte Vorlagengeben noch im Abschluss. Hier ist Schlager höher zu bewerten, auch wenn man hier jetzt auch keine Wunderdinge erwarten sollte. Besonders zu schätzen sind aber vornehmlich seine Qualitäten als unermüdlicher Box-to-Box Läufer.

 

Liegt das Sechser-Glück in Holland?

 

Wo könnte sich noch etwas tun?

Es sieht schon danach aus, dass Leipzig nochmal auf dem Transfermarkt tätig wird. Král könnte, da laut FIFA sein Vertrag nach am 30.6. für ein Jahr ausgesetzt werden könnte, ein kostengünstiger und Tedesco gut bekannter Ersatz für Adams werden. Als Stammspieler in einem CL-Team fehlt es ihm aber an Klasse. Das zeigen seine Daten aus Russland genauso wie der Umstand, dass er sich bei den Hammers nicht durchsetzen konnte.

 

Wer will gerne unser nächster Sechser sein?

 

Eine ganze Ecke teurer würden die andern Alternativen werden. Für Álvarez (dürfte auch auf Manchesters Liste stehen) oder Koopmeiners (auch so ein wenig Achterallüren) werden 25-30 Mio Euro aufgerufen. Zu Sangaré gibt es kaum Quellen. Ihre Leistungsdaten sind jedoch deutlich besser als die eines Král und insofern sollte RBL hier nicht am falschen Ende sparen. Die Position des griffigen Sechsers ist seit dem Abgang von Demme im Prinzip unbesetzt, wodurch sich Leipzig auch ein wenig einer taktischen Option beraubt hat, die gerade in großen Spielen eine gute Möglichkeit ist, die eigene Defensive zu sichern und gleichzeitig den Gegner zu stressen.

 

Wer die Wahl hat, hat die Qual oder eben Král.

 

Müsste ich tippen, würde ich denken, dass Král Anfang Juli hier auf der Matte steht, was letztlich – sollten Adams und Haidara gehen – auch immer noch Raum für einen Spieler wie Álvarez ließe.

Abseits des Dauerthemas DM/ZM gibt es noch andere Baustellen, zu denen aber kaum Gerüchte auftauchen. Am ehesten wäre dies mit dem Wort Schienenspieler zusammengefasst, wobei auch immer die Frage nach dem Spielsystem bleibt. Bleibt es bei der Dreierkette, so wären Außenverteidiger mit Offensivdrang gefragt (nur Angel ist ein echter solcher AV). Würde man auf einer Viererkette mit Sechser davor wechseln, dann könnte man sich nach schnellen, offensiven Dribblern umschauen, von denen es eigentlich nur Nkunku im Kader gibt, der sicherlich nächste Spielzeit wieder den stürmenden Freigeist geben wird. Allgemein fehlt es der langsam älter werdenden Leipziger Mannschaft an Kickern mit hoher Geschwindigkeit (sei es Endgeschwindigkeit oder auch Antritt). Hier sollte Leipzig schon mal daran denken, wie das Offensivspiel in der Post-Nkunku Ära aussehen könnte.

 

Optisch wird es auf jeden Fall eine Veränderung geben.

 

Ausblick

Einen guten Monat Vorbereitung bis zum Saisonstart gegen die Bayern im Supercup am 30.7. hat Tedesco jetzt, um die Mannschaft nach seinen Vorstellung ein- und aufzustellen, um danach seine Rückrunde zu bestätigen. Zu zeigen wäre auch, dass die sich häufenden ausbaufähigen Vorstellungen im April/Mai, kein Dauerthema werden. Denn mit dem Leipziger Team Halbzeiten ohne gefährliche Offensivaktionen in Serie hinzulegen, darf keinesfalls zur Gewohnheit werden. Eines ist klar und wurde ja schon oben gesagt: Leipzig ist nicht Schalke. Die Erwartungshaltung wird auch nach dem Pokalsieg nicht kleiner werden.

 

Mit Nkunku auf zum nächsten Titel?

 

  • 27. Juni: Trainingsauftakt am Cottaweg
  • 10. - 17. Juli: Trainingslager in Österreich
  • 21. Juli: Testspiel gegen Liverpool in der Red Bull Arena
  • 30. Juli: Supercup vs. FC Bayern München in der Red Bull Arena
  • 5. August: Liga-Start (1. Spieltag: 5.-7. August)
  • 30. August: 1. Runde DFB-Pokal vs. Teutonia 05 Ottensen in Dessau
  • 6./7. September: 1. Spieltag der UCL Gruppenphase

Rumpelstilzchen


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8 FRAGEN – SAISONFAZIT DER REDAKTION

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Leipzig - (07.06.2022) Auch wenn uns am Saisonende die Luft ausging, haben wir die Saisonziele übererfüllt. Unsere Redakteure haben acht Fragen zur gerade abgelaufenen Saison beantwortet. Wie würdet ihr antworten ... beteiligt euch im Forum.

Das beste Spiel der Saison war… da kommt man am DFB-Pokalfinale nicht vorbei, oder? Allein die Dramaturgie: Aus meiner Sicht ein irregulärer Gegentreffer, danach der Platzverweis gegen Halstenberg bei noch 30 zu spielenden Minuten und dem 0:1 Rückstand. RB bis dato auch ein Spiegelbild der letzten Partie, mutlos und phlegmatisch. Es sprach wenig für uns und die Enttäuschung im Fanblock war deutlich spürbar. Doch der Platzverweis änderte kurioserweise die Statik des Spiels und wir erzielten dank Nkunku den Ausgleich, drückten danach auf das nächste Tor, gingen in die Verlängerung, hatten dreimal Aluminium-Glück und zogen letztlich das nervenaufreibende Elfmeterschießen souverän. Ein Wechselbad der Gefühle mit dem glücklicheren Ende für uns. Ein unvergesslicher Abend im Berliner Olympiastadion.


Das schlimmste Spiel der Saison war… ganz ehrlich, das 0:2 daheim gegen Bielefeld. Da sträuben sich in mir noch immer alle Nackenhaare. Damals dachte ich, dass Tedesco mit dem Team die Kurve bekam, vor der Winterpause den Druck auf die Konkurrenz um die CL erhöhen würde und dann so ein Auftritt gegen den späteren Bundesliga-Absteiger. Boah, war ich damals sauer auf die Truppe. 


Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt waren… Ganz klar, dass hier zuerst Nkunku genannt werden muss. Die Lebensversicherung und der Garant für den Erfolg in dieser Saison. Danach würde ich Orban nennen, der konstant seine Leistung abgerufen hat und vorweg gegangen ist. Wieviele ihn schon seit Jahren abschreiben, weil er zu langsam sei und technisch nicht die Ansprüche eines modernen Innenverteidigers erfüllen würde...Blödsinn! Eine echte Identifikationsfigur, der alles für den Verein gibt und dazu noch extrem professionell auftritt. Fanliebling! Gvardiol wäre bis Januar/Februar bei mir in den Top 3 gelandet, baute leider aber zunehmend ab und wirkte überspielt. Mit 19 Jahren aber auch nicht allzu dramatisch. Von daher bekommt Laimer den dritten Rang, der diese Saison weitestgehend verletzungsfrei blieb und mehrfach gezeigt hat, auf welchem Top-Niveau er spielen kann. Unermüdlicher Balleroberer und wichtige Säule im Mittelfeld. Quasi ein Demme 2.0, weil er torgefährlicher ist und dabei nicht sein eigenes Wohlbefinden aufs Spiel setzen muss (Grüße an den verlorenen Zahn von Diego). 


Von diesem Spieler habe ich mehr erwartet… Schwanke zwischen Olmo und Silva. Tendiere eher zum Spanier, der diese Saison weit weg von seiner Top-Form war und unter Tedesco kaum Akzente setzen konnte. Überspielt oder schon im Kopf bei einem anderen Verein? Sollte es stimmen, dass Olmo bereits im letzten Winter wegwollte, spricht das nicht für ihn. Die schwache Rückrunde sollte auch bei den angeblichen Interessenten für Stirnrunzeln gesorgt haben. 


Diesen Spieler sollte RBL unbedingt holen…Auch da bin ich unschlüssig. Ein spielstarker Sechser, der neben Laimer agiert und Kampl in den englischen Wochen unterstützen könnte, wäre aus meiner Sicht sinnvoll. Allerdings haben wir auch ein Stürmer-Problem, uns geht vorne bis auf Nkunku jegliches Tempo verloren. Poulsen und Silva sind körperlich ganz gut, aber technisch auch nicht wirklich überragend und es fehlt an Abschlussstärke. Aber es ist eher unwahrscheinlich, dass die sportliche Führung derzeit Bedarf sieht - zumindest hört man davon nichts. 


Die Entwicklung bei den RB-Fans sehe ich.... skeptisch. Es fehlt - wie schon so oft erwähnt - an der jungen Generation im Fanblock, die sich um Choreos kümmert, für Stimmung sorgt, zu Auswärtsspielen fährt und einfach diese jugendliche Unbekümmertheit und Leichtigkeit mitbringt. Wenn sich Jugendliche überhaupt noch für Fußball begeistern lassen, gehen sie aktuell eher nach Leutzsch, weil sie sich dort austoben können. Im Stadion wirkt das alles doch sehr kühl und gezwungen, da sollte jeder im Verein aber auch in den Fanclubs dran arbeiten. 


Meine Schulnote für diese Saison… letztlich eine 1. DFB-Pokalsieger und die Champions-League-Qualifikation erreicht, Saisonziel ohne Zweifel überfüllt. Sie haben sich in einer schweren CL-Gruppe ordentlich verkauft, sind in der Europa-League bis ins Halbfinale gekommen und sind in der Liga die beste Rückrundenmannschaft geworden. Was wollen wir mehr? Trotz diverser Höhen und Tiefen bleibt die beste Saison in der RB-Historie stehen. 


Von Tedesco und der kommenden Spielzeit erwarte ich… eine bessere Hinrunde, so dass man in der Rückrunde nicht so stark unter Druck steht. Zudem darf es gerne wieder etwas mehr Dynamik und Mut auf dem Rasen geben, die letzten Spiele der Saison waren allesamt auf einem überschaubaren Niveau und spielerisch weit von dem entfernt, was unsere Mannschaft eigentlich zu leisten im Stande ist. Ich schiebe das aber auf die Vielzahl an englischen Wochen und nicht auf Tedescos präferierten Spielstil. Außerdem wäre es schön, wenn Spieler wie Novoa oder Raebiger mehr Spielzeit erhalten würden. Ziel sollte aber die erneute CL-Qualifikation sein sowie das Überstehen der Gruppenphase in der Königsklasse. 


Rojiblanco


 

Nkunku war der Unterschiedsspieler schlechthin.

 

Das beste Spiel der Saison war… das Heimspiel in der Bundesliga gegen den BVB im Herbst. Das war sowohl von der Stimmung als auch vom Spiel ein absolutes Highlight. Auch die Feier danach mit dem Team war großartig mit einem Simakan, der dann auch bei den Fans endgültig die Herzen eroberte. Gegen den BVB schmecken Siege natürlich immer besonders gut und auch das Rückspiel in Dortmund hätte man hier nennen können.


Das schlimmste Spiel der Saison war…definitv eines dieser ganzen taktikfreien Partien unter Marsch. Wie wir ohne Plan in der Hinrunde mit offenem Visier teilweise agierten, hatte was von Rummelboxen nachts gegen 3 nach zu vielen Bieren. Man ist förmlich wahnsinnig geworden, wie ein Trainer die ganze Struktur der letzten Jahre weggeworfen hat. Das 6:3 in Manchester stand hier sinnbildlich dafür. 


Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt waren… waren Nkunku, Orban und Benjamin Henrichs. Zu Nkunku muss man nicht viel sagen, Spieler des Jahres in der Bundesliga. Ein Spieler, der durch Leistung und weniger durch große Interviews oder Skandälchen auffällt. Das Wort Musterprofi wurde für ihn erfunden. Ein Musterprofi ist auch Willi Orban, der wohl seine beste Saison in Leipzig gespielt hat. Benjamin Henrichs für mich die positive Überraschung der Saison, weshalb ich ihn hier nenne. Dazu mit der Vorlage im Pokalhalbfinale und einem verwandelten Elfmeter im Finale. Er ist absolut verdient wieder in der Nationalelf!


Von diesem Spieler habe ich mehr erwartet… Eigentlich ist Dani Olmo einer unser Unterschiedsspieler, der allerdings seine besten Leistungen in der spanischen Nationalmannschaft zeigt. Die EM und das anschließende Olympiaturnier waren eindeutig zu viel für ihn und er war immer wieder danach verletzt. Auch in der Rückrunde kam er nach zwischenzeitlichen guten Leistungen am Ende nicht mehr an seine Topform heran. Vielleicht erhöht es die Chance, dass Dani bei uns bleibt und er nochmal verlängert. Er kann es ja definitiv besser!


Diesen Spieler sollte RBL unbedingt holen… Wenn wir den Kader zusammenhalten können und einen Topsechser sowie einen flexiblen, dribbelstarken Offensivspieler mit Abschlussqualitäten holen könnten, dann haben wir einen Topkader. Auf der 6 fehlt uns körperliche Präsenz und auch Zweikampfstärke. Ein Typ Ilsanker, der auch mit dem Ball Qualität hat, wäre ganz wichtig.


Die Entwicklung bei den RB-Fans sehe ich.... Zwei Jahre Pandemie mit großer Distanz gehen nicht spurlos vorbei. Die teilweise zuletzt geführten Debatten um Auswärtsfahrerzahlen, einer vermeintlich schlechten Stimmung, die dann am Ende wieder zurückgekehrt ist, habe ich als zu nervös empfunden. Es wird nicht nur in Leipzig Zeit benötigen hier wieder an das Niveau vor Corona heranzukommen und jeder RB-Fan ist hier gefragt sich in die aktive Fanarbeit und die Stimmung im Stadion einzubringen. Die letzten Partien inklusive das Pokalfinale mit anschließender Feier in Leipzig machen hier Mut, dass es da wieder nach vorn geht!


Meine Schulnote für diese Saison… Eigentlich müsste man hier mehrere Noten verteilen, weil die Saison extrem unterschiedliche Phasen hatte. Sie ging sehr gut los mit dem gelungenen Stadionumbau, wurde dann sportlich zur schlechtesten Hinrunde seit 2009 und endete dann mit dem Erreichen des Halbfinals der Europa League, dem Pokalsieg und der erneuten Champions League-Qualifikation. Wie konstant wir die Champions League erreichen ist schon extrem stark und davor kann man nicht genug Hüte ziehen. Da am Ende abgerechnet wird, komme ich auf eine 1. 


Von Tedesco und der kommenden Spielzeit erwarte ich… eine Schärfung der Automatismen und damit aus der bestehenden, sehr guten Struktur eine höhere Dynamik. Gerade die ersten Halbzeiten waren am Ende der Saison fast einschläfernd, was aber sicherlich auch der hohen Anzahl an Spielen und wenigen Trainingsmöglichkeiten geschuldet war. Verbessert das beste Team der Rückrunde das eigene Spiel, kommen die Ergebnisse von selbst.


Jupp


 

Shooting Star - Neuzugang Gvardiol.

 

Das beste Spiel der Saison war… das Auswärtsspiel in Dortmund. Der BVB öffnete für die Fans das erste Mal seit Pandemiebeginn wieder alle Stadiontore und unsere Jungs spielten, als wäre es ein Heimspiel. Nkunku und Laimer sorgten überragend dafür, dass viele der schwarz-gelben Anhänger vorzeitig das Stadion verließen. Aus Leipziger Sicht kann es doch kaum etwas Schöneres geben.


Das schlimmste Spiel der Saison war…das Heimspiel gegen Bielefeld. Auch wenn es unter Marsch so einige schlimme Spiele gab (Hoffenheim, Leverkusen), so tat das letzte Spiel der Hinrunde doch am meisten weh. Der Grund dafür war die wiederaufkeimende Hoffnung nach dem Sieg gegen Gladbach. Nach dieser 0:2 Niederlage trotz Überzahl war all die Hoffnung auf eine Besserung wieder dahin. Ein Glück, dass es nach der Winterpause auf einmal nur bergauf ging.


Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt waren… ganz klar Nkunku, Orban und Gvardiol. Nkunku ist selbsterklärend (wettbewerbsübergreifend 55 Scorerpunkte). Orban und Gvardiol sind die Hauptverantwortlichen dafür, dass man die Abgänge in der Verteidigung im Sommer (Upamecano, Konate) schnell vergessen hatte. Gvardiol ist für mich der talentierteste Verteidiger, der jemals das RB-Trikot getragen hat.


Von diesem Spieler habe ich mehr erwartet… Hier kann ich nicht den Singular nutzen. Tyler Adams zeigte leider zu häufig, dass er spielerisch nicht mehr in den Leipziger Kader passt. Auch wenn er sich gegen den Ball stets kämpferisch zeigt, so fehlen ihm jegliche Ideen für ein Offensivspiel. Zudem war er bei eigenem Ballbesitz zu oft ein Unsicherheitsfaktor und ein gerne genommenes Pressingopfer.
Dani Olmo war die gesamte Saison überspielt. Grund dafür war seine Entscheidung sowohl Europameisterschaft als auch Olympia zu spielen. Die daraus unweigerlich resultierende Verletzung war nur eine logische Folge. In dreißig Einsätzen kommt der Spanier nur auf neun Scorerpunkte. Eindeutig zu wenig für einen Spieler mit seiner Qualität.
Zuletzt müssen noch Brian Brobbey und Ilaix Moriba genannt werden. Auch wenn der Zeitpunkt des Wechsels nach Leipzig ein ungünstiger war, so fehlte jegliche Bereitschaft sich für die Mannschaft zu opfern. Schmollende Gesichter und fragwürdige Social Media Posts waren das Ergebnis.


Diesen Spieler sollte RBL unbedingt holen… Florian Grillitsch ist im Sommer ablösefrei zu haben. Dieser würde selbst bei einem Verbleib von Laimer eine Lücke im Mittelfeld stopfen. Zudem kann der gebürtige Österreicher auch in der Innenverteidigung eingesetzt werden.


Die Entwicklung bei den RB-Fans sehe ich.... Ursprünglich wollte ich etwas über fehlende Demut und zu hohe Erwartungen schreiben. Dann ist mir jedoch aufgefallen, dass mein Absatz über Spieler, bei denen ich zu viel erwartet habe mit Abstand am längsten ist. Somit sollte ich (und vielleicht jeder RB-Fan) erstmal über sich selbst und seine Erwartungshaltungen nachdenken. Ich glaube, aus der Saison kann man viel lernen. Wir sind noch kein Weltklub, aber manchmal haben wir Fans diesen Anspruch. Vielleicht sollte man das mal überdenken.


Meine Schulnote für diese Saison… Man erreicht das Hauptziel und holt den ersten Titel. Die Saison kann also nur im sehr guten Bereich sein. Durch die sehr schwache Hinrunde und die damit verbundenen Probleme hat diese jedoch ein Schönheitsfleck. Somit vergebe ich eine 1-.


Von Tedesco und der kommenden Spielzeit erwarte ich…, dass er da weitermacht, wo er aufgehört hat (klammern wir die letzten Spiele mal aus). Ein disziplinierter Fußball mit einer fitten Mannschaft. Zudem brauchen wir alternativen für das Angriffsspiel gegen tiefstehende Gegner. Mehr Flanken auf Silva? Mehr Breite?


Alex Hell


 

O Captain! My Captain! Aktuell zwar nur Ex-Kapitän im Abwehrzentrum als Chef dennoch erste Wahl.

 

Das beste Spiel der Saison war… An der Emotionalität und die Spannung des DFB-Pokal-Finales ist kein Vorbeikommen. Die wundersame Wiederauferstehung nach Rückstand und in Unterzahl, das sind die Geschichten, für den wir den Fußball so lieben. Die Gefühlsausbrüche auf den Rängen und die Party auf dem Markt sowie der Marsch zur Festwiese eine wahre Freude. Eine, die es bei einem Sieg gegen den BVB letzte Saison nicht gegeben hätte – insofern ein viel würdigerer erster nationaler Titelgewinn. Besonders ergreifend waren zudem die Siege gegen den BVB. Den ehemals zweitbesten deutschen Verein auf der UEFA-Rangliste zu schlagen, wird immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen einnehmen und darf gerne zur Gewohnheit werden.

 

Das schlimmste Spiel der Saison war… Union Berlin-Hinspiel. Der Abgesang auf Marsch und der negative Höhepunkt einer ganz schlimmen Saisonphase, die ohne die ergebnistechnisch wunderbare Rückrunde beinahe die Champions League gekostet hätte. Die Chancenlosigkeit in diesen Spielen gegen die direkte Konkurrenz (nicht nur Union sondern auch Hoffenheim und Leverkusen) war wirklich extrem schwer zu ertragen.

 

Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt waren… 55 Saisonscorer ein Rekord für die Ewigkeit. Nkunku hat eine absolute Fabelsaison gespielt. Schon unter Marsch gut, aber unter Tedesco fantastisch. Ohne ihn wären die Erfolge in dieser Saison nicht vorstellbar. Nkunku noch ein weiteres Jahr zu halten wird die wichtigste Aufgabe des Sportdirektors … oder so. Auf Platz 2 käme bei mir Gvardiol auch wenn er am Saisonende etwas abbaute. Für einen Neuzugang unter 20 eine unglaublich erwachsene Leistung. Für das Leipziger Aufbauspiel aus der Abwehr heraus extrem wichtig. Auch die Nummer 3 wäre bei mir ein Abwehrspieler, nämlich Abwehrchef Orbán, der die Hintermannschaft nicht nur in der Rückrunde gut organisierte und am Ende im Pokalfinale Verantwortung übernahm.

 

Von diesem Spieler habe ich mehr erwartet… Trotz Platz 2 in der internen Scorerwertung muss ich leider erneut hier Silva nennen. Ja, er kann mehr als Poulsen oder als die gesamte Sturmbesetzung der letzten Saison, aber er taucht auch zu oft ab, ihm fehlt  es an Durchschlagskraft und durchgehendem Einfluss aufs Offensivspiel. Nur teilweise ist das durch die Taktik bedingt. Erschwerend kommt seine Langsamkeit hinzu. Für eine erste Saison war es nicht übel, nach der letzten für Frankfurt hätte ich trotzdem mehr erwartet, zumal er zu den teuersten (Ablöse und Gehalt) Spielern der RBL Geschichte gehört.

 

Diesen Spieler sollte RBL unbedingt holen… Das ist doch so eine Frage für diesen Dings … äh Sportdirektor. Im Prinzip gibt es abgesehen von etwaigen Abgängen zwei Problemstellen. Im DM fehlt ein guter Sechser, der nicht in Richtung Achter diffundiert (wie bspw. Laimer oder Kampl). Einer der Marke Demme also. Camara von Salzburg wäre so einer.Wobei das natürlich recht einfallslos ist. Abgesehen davon braucht es weitere schnelle und technisch starke Kicker. Hier fände ich Openda von Arnheim bzw. Brügge interessant.

 

Die Entwicklung bei den RB-Fans sehe ich... konsolidierend. Corona-Pandemie und interne Querelen haben Spuren hinterlassen. Das Auswärtsfahreraufkommen ist eher rückläufig. Dazu war der Vergleich in der Saisonendphase mit Vereinen wie Frankfurt nicht gerade förderlich. Der Rückzug  der Red Aces, Corona und eine gewisse Gewöhnung scheinen zu einer Stagnation geführt zu haben, die es nun zu überwinden gilt.

 

Meine Schulnote für diese Saison… eine 2. In der Hinrunde wäre es noch eine 4 bis 5 gewesen, so haben wir die Kurve noch erfreulich in der höherwertigen Rückrunde bekommen und den ersten nationalen Titel eingeheimst. Für eine 1 hätte die  Saisonendphase etwas stabiler laufen oder das EL Finale erreicht werden müssen. Aber es ist ja gut, wenn es Steigerungspotenzial gibt.

 

Von Tedesco und der kommenden Spielzeit erwarte ich… dass er mit einer kompletten Vorbereitung und hoffentlich passenden Kaderanpassungen seine Rückrunde bestätigen kann und zeitgleich zeigt, dass die ausbaufähigen Offensivleistungen am Saisonende nur der Erschöpfung und nicht der taktischen Grundausrichtung geschuldet waren. Für ein schalkeskes die Null muss stehen ist der Kader einfach zu gut und zu teuer.


 Rumpelstilzchen


 

Kam, sah und rettete Leipzigs Saison. Tedesco kann sich zufrieden zurücklehnen.

 

Das beste Spiel der Saison war…natürlich war das Saison-Highlight das DFB-Pokalfinale in Berlin. Sportlich war es wohl das Auswärtsspiel beim BVB. Für mich persönlich war es dann aber doch das Euro-League Hinspiel hier in Leipzig gegen die Glasgow Rangers. Es war ein wunderbarer Tag den man vor dem Spiel mit den feierwütigen, schottischen Fans in der Leipziger Innenstadt verbringen konnte. Das beste: Ganz unkompliziert in RB-Leipzig Montur. Sportlich nicht ganz so überragend, aber was das Drumherum betrifft ein sehr tolles Erlebnis.


Das schlimmste Spiel der Saison war…Es gab viele viele schwache Auswärtsspiele, vor allem in der Hinrunde. Ich würde da gleich mal das erste rauspicken...Den ersten Bundesligaspieltag gegen Mainz 05. Gegen stark geplagte Mainzer hat man hier sehr anschaulich sehen können, was seit einigen Jahren das Kernproblem bei RB Leipzig ist. Sobald der Gegner den Spielern auf den Socken steht, fängt man an zuschwimmen. Weitere solche Beispiele ziehen sich durch die Saison. 


Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt waren…Okay, die Nummer 1 mit Nkunku ist so ziemlich klar. Beim französischen Topscorer braucht man nicht mehr viel zuschreiben bzw. wurde es schon. Platz 2 geht an Willi Orban. Unser Abwehrchef spielt, wie eigentlich immer, eine ruhige souveräne Saison und wirkt bei dem ganzen Gewusel wie der Kitt der das Gefüge zusammenhält. Auch eine eher unspektakuläre Saison hat der dritte Platz gespielt, Peter Gulacsi. Die ungarische Rückversicherungarantie zeigte ein konstant hohes Niveau ohne wirkliche Ausreißer nach unten oder oben.

 

Von diesem Spieler habe ich mehr erwartet… Mehr erwartet habe ich mir bei Dominique Szoboszlai. Neben Nkunku und Olmo fiel er leider auch noch hinter Forsberg zurück. Auch Olmo spielte keine überragende Saison, nach EM und Olympia war es aber fast schon zu erwarten. Szoboszlai hatte die gesamte Vorbereitung und mir zumindest in diesem Jahr nicht mehr in Erinnerung, keine größere Verletzung. Dafür kam dann zu wenig Impact. Hoffentlich fängt er sich, wenn sich Mannschaft und Trainer besser eingespielt haben und nicht alle zwei Tage ein Spiel ist. Talent hat er weiterhin, ein großer Spieler zu werden. 


Diesen Spieler sollte RBL unbedingt holen… Jemand im zentralen Mittelfeld. Dort hakt es noch am meisten. Nach Laimer und Kampl kommt lange Zeit nichts, da Adams leider nicht die Entwicklung genommen hat, wie gedacht und Haidara die Hälfte der Saison ausgefallen ist. Mal schauen wen der neue Sportdirektor aus dem Hut mitbringt, wenn er da raus gezaubert ist.


Die Entwicklung bei den RB-Fans sehe ich.... Ich finde die Vergleiche mit anderen Fanszenen, wie Frankfurt, immer wieder nervig. Ich finde auch den Dauergesang nervig. Beides ist nicht so das, wofür die breite Masse der Leipzig Fans gemacht ist. Noch nicht eventuell. Entweder zu alt oder zu jung. Was die "Stimmung" angeht (wie gesagt ich bin nicht so der Dauersänger), finde ich die Liedauswahl zu wenig ans Spiel angepasst bzw. auch zu sehr den Stiefel auf Zwang durchgezogen. Von der Dauer der Wiederholung nicht zureden. Ansonsten fand ich es sehr schön nach den Lockdown Monaten mal wieder vor und nachdem Spiel, fast schon wie gewohnt, mit den Leuten, ob bekannt oder da noch unbekannt, zu feiern.


Meine Schulnote für diese Saison… Champions League Quali, Hammergruppe dort auf Platz drei beendet, Euro League Halbfinale und DFB-Pokal gewonnen...Sieht nach einer klaren 1 aus. Ich gebe aber trotzdem mal eine 1-. Natürlich ist nach der Hinrunde das Endergebnis überragend, aber die Hinrunde gehört halt auch zur Saison. Spielerisch ging man zum Ende doch auf dem Zahnfleisch. Bei der Anzahl der Spiele sicher verständlich, daher nur ein kleiner Minuspunkt und ja man hätte auch ins Euro League Finale einziehen können. Insgesamt war der Zieleinlauf aber ein super Statement.


Von Tedesco und der kommenden Spielzeit erwarte ich… Mit einer Vorbereitung hoffe ich, dass er das Image des destruktiven Fußballspiels los wird. Hurra-Fußball haben wir leider wenig gesehen. Mehr Mut zum eigenen Spiel. Taktisch hat dies Tedesco sicher drauf und das die Mannschaft von Beginn an hinter ihm stand, spricht für ihn.


tony4arsenal


Das beste Spiel der Saison war… selbstverständlich das Pokalfinale. Das Spiel in Berlin hat für mich eine eigene, besondere Atmosphäre und das ganze Drumherum ist einfach fantastisch. Vor dem Spiel erst auf dem Fanfest und im Anschluss noch in den Biergarten vor dem Stadion, neue Leute kennenlernen, altbekannte wiedersehen und dazu dieser Spielverlauf. Es war einfach großartig.


Das schlimmste Spiel der Saison war…das erste Spiel gegen Wolfsburg. Nach diesem Spiel war klar, dass es unter Jesse Marsch eine seeehr schwere Saison wird. Unvergessen die Aussage von van Bommel, welcher nach dem Spiel sinngemäß meinte, dass der vorbereitete Plan zu 100% gepasst hat und seine Jungs heute viel Spaß hatten. Wenn eine Mannschaft so schnell berechenbar wird, ist es niemals ein gutes Zeichen.


Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt waren… Nkunku (keine weitere Erklärung notwendig), Orban und Benny Henrichs. Jedes Mal wenn ich unseren Willi sehe, muss ich an die Kommentare von damals denken. "Wieso geht er zu RB?!!, "Er kann doch auch zu einem Erstligisten gehen!", etc. und nun ist er bereits seit einer gefühlten Ewigkeit hier, ist eigentlich nicht wegzudenken und nun auch Pokalsieger. Die Leistung von Benny Henrichs darf man definitiv nicht vergessen. Unter Marsch hieß es noch "ich weiß überhaupt nicht was seine Stärken sind" und unter Tedesco war er prinzipiell Stammspieler. Die Kirsche auf dem Sahnehäubchen war jedoch, dass unsere Nummer 39 im Finale den entscheidenen Elfmeter geschossen und getroffen hat.


Von diesem Spieler habe ich mehr erwartet… von Dani Olmo habe ich in dieser Saison definitiv mehr erwartet. Unsere 25 ist seit Sommer 2020 eigentlich durchgehend im Einsatz und wirkte daher komplett überspielt. Im Nachhinein muss man sagen, dass es ein Fehler war ihn die EM und Olympia spielen zu lassen. Eine Besserung der Situation kann man jedoch kaum erwarten, wenn keine 2 Wochen nach den Spielen in der Nations League bereits die Vorbereitung f.d. neue Saison beginnt ... 


Diesen Spieler sollte RBL unbedingt holen… Announce Messi! Sollte es mit dem 7-fachen Ballon d'Or-Gewinner jedoch nicht klappen, wäre ich auch mit Teun Koopmeiners von Atalanta zufrieden. Wäre eine tolle Ergänzung für unseren Kader und der perfekte Ersatz, wenn ein gewisser Spieler sich an die Isar verabschieden sollte.


Die Entwicklung bei den RB-Fans sehe ich.... interessant. Nach 2 Jahren wird diese Saison zeigen wie sich das Interesse am Verein und die Anzahl der Zuschauer entwickeln wird. Diese ständigen Vergleiche mit den Fangruppen der anderen Mannschaften finde ich jedoch äußerst befremdlich, da hier so viele Faktoren mit hereinspielen (gewachsene Fanstrukturen, Altersdurchschnitt, wirtschaftl. Faktoren, etc.).


Meine Schulnote für diese Saison… da das Minimalziel - die Chamions League -Quali - erreicht und sogar der erste große (!) Titel der Vereinsgeschichte gewonnen wurde, ist diese Saison letztendlich eine 2+ für mich. 


Von Tedesco und der kommenden Spielzeit erwarte ich…, dass er da weitermachen kann wo er nach dem Jahreswechsel aufgehört hat (die letzten Spiele mal ausgeklammert, da bei durchgehenden englischen Wochen die Vorbereitung schwer fällt und man viel über die Sicherheit regeln muss). Außerdem könnte unsere Mannschaft so langsam aber sicher in der Lage sein, dass man pro Spiel mehr als eine gute Halbzeit schafft. Ich hoffe hier echt auf eine gute Saisonvorbereitung und am meisten freue ich mich auf den neuen Sportdirektor bzw. die neue Sportdirektorin..


Seahawk_70



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DEUTSCHER POKALSIEGER, RBL!

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Leipzig - (02.06.2022) 13 ist doch eine Glückszahl… und zwar für den einzig wahren Rasenballsport, der nun endlich seinen ersten großen Titel an seinen Busen drücken kann! Das schreit nach einem #4Fans Podcast mit Spezialgast und einer gesanglichen Einleitung!

Da ist er nun, der erste große Titten äh Titel für den einzig wahren Rasenballsport. Fast auf den Tag genau als vor 13 Jahren das Ufo in Markranstädt gelandet ist, holt das Team um Domenico Tedesco den DFB Pokal in die Messestadt.

Das Podcast Team von #4Fans hat ihre Stimmen wiedergefunden und so diskutieren sehr ausführlich und emotional Sarah, Daniel, Tobi, Matthias (rotebrauseblogger) und Lars über das Pokalwochenende. Aber auch ein Rückblick auf das internationale Auftreten ist dabei wie auch die Punktlandung für die Champions League.

Der #4Fans Podcast legt aber auch den Finger in die Wunde was die sportliche Leitung angeht und vieles mehr. In diesem Sinne geht es in die verdiente Sommerpause liebe Pokalsiegerhörer.



Ihr seid wie immer herzlich eingeladen, selber reinzuhören und uns eure Meinungen und Anregungen auf unseren Social Media-Kanälen oder per Mail zu schreiben.



Folge 34 – Deutscher Pokalsieger, RBL!


31.05.2022 – 4Fans Folge 34 mit Sarah, Daniel, Tobi, Matthias und Lars


  • 00:00:00 – Chorale Begrüßung
  • 00:04:40 – Pokalsieger Analyse
  • 00:50:36 – 11m Schießen mit Bullenfunk
  • 00:54:21 – Endlich Titten
  • 01:18:00 – Rasenball international
  • 01:37:40 – Rasenball national
  • 01:55:10 – Sportdirektorenfrage
  • 01:58:31 – Kaderanalyse
  • 02:09:50 – Hallo Topf 2
  • 02:15:10 – Der wunde Punkt
  • 02:29:00 – Rasenballfrauen
  • 02:34:10 – Verabschiedung mit Extras


aus_LE / Rumpelstilzchen


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Samstag, 30.07.2022, 20:30 Uhr
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