ADVENT, ADVENT, DIE ABWEHR BRENNT
Berlin - (13.12.2025) RB Leipzig verliert an der Alten Försterei völlig verdient mit 1:3, mit einem defensiven Rückfall, der an die dunkelsten Zeiten der letzten Saison erinnert. Der zwischenzeitliche Ausgleich von Gomis konnte den finalen Zusammenbruch nicht verhindern.
Vor dem Spiel
Nach (wettbewerbsübergreifend) drei Niederlagen am Stück reagierte Union-Trainer Steffen Baumgart auf die letzten Ergebnisse und wechselte dreimal gegenüber des 1:3 in Wolfsburg. Er brachte Diogo Leite, Khedira und Burke, auf die Bank mussten dafür Nsoki, Trimmel und Schäfer. Die roten Bullen wechselten zum Frankfurt-Spiel gezwungenermaßen einmal: Bakayoko ist neu in der Startelf für den am Syndesmoseband verletzten Antonio Nusa. Zudem gab es eine erneute Kampfansage unserer Marketingabteilung mit dem Motto "Eisen rostet, Alu nicht". Noch ahnte niemand, dass uns dies um die Ohren fliegen würde. Die alte Försterei war ausverkauft, auch der Gästeblock war gut gefüllt mit 2500 Fans aus Leipzig. Es war angerichtet.
Ein Spiel, in dem wir taktisch Union unterlegen waren.
— RBoligei (@RBoligei) December 12, 2025
Union konnte seine Stärken auf dem Platz bringen und wir fanden keine Mittel dagegen.
Verlieren gehört dazu und trotzdem geht die Reise weiter #RBFans ❤️🤍
Kopf hoch und wir sehen uns beim nächsten Spiel 🙏🏟 pic.twitter.com/0rjKjn0Ot3
Vier Niederlagen und nur ein Sieg in den letztensechs Spielen bei Union.
Weihnachtsfriede in Halbzeit eins
Es war sofort das erwartet umkämpfte Spiel, Union spielte seinen Union-typischen Anti-Fußball und kam vor allem über die Tugenden, die sie seit Jahren in der Liga halten. RB hatte viel Ballbesitz, dabei sprang aber viel zu wenig raus. Diomande mit seinem Abschluss in Minute 17, die anschließende Ecke inkl. Kopfball Baumgartner, ein Freistoß von Raum, der über das Tor fliegt (38.), das war's. Viel mehr kam offensiv nicht bei rum. Schon in Halbzeit eins hatte Union auch ein paar gute Chancen, insbesondere den Kopfball von Haberer in der Nachspielzeit. Aber so richtig viel ging bei beiden Mannschaften nicht. Zündende Momente gab es wenige und wenn, dann waren es die Adventslichter aus dem Leipziger Gästeblock.
Sehenswerter Treffer von Gomis, der in den nächsten Wochen noch wichtig werden könnte.
RB verteilt (defensive) Geschenke
Union schaffte es auch zu Beginn von Halbzeit zwei, die Leipziger Ansätze gut wegzuverteidigen und vom eigenen Tor fernzuhalten. Und während Union gut defensiv stand, verteilte RB Geschenke, die Union mit gutem Umschaltspiel bestrafte. Nedeljković verlor in der eigenen Hälfte einen Zweikampf gegen Kemlein, welcher daraufhin sofort den Konter einleitete. Er spielte zu Jeong und dieser leitete zu Burke weiter. Der Ex-Leipziger verwandelte zum 1:0. Doch dies schien die Leipziger zumindest nochmal kurz wachzuküssen und Union wurde im Erfolg leichtsinniger. Nur drei Minuten später klingelte es im Tor der Berliner, auch hier nach einem Defensivfehler, Trimmel klärt in die Mitte, Harder schnappt sich den Ball, er spielt zum eingewechselten Gomis und dieser trifft zum 1:1. Zwar ging der Abschluss ins Torwarteck, aber da konnte Rönnow nichts machen. Doch statt jetzt erstmal wieder Ruhe reinzubringen, verhielt sich die RB-Defensive in dieser Phase weiter wie ein Hühnerhaufen, diesmal war es ausgerechnet Kapitän David Raum, der völlig unnötig die Kette verlässt und damit sämtliche Ordnung der Defensive wegwirft. Raum verliert dann den Zweikampf gegen Trimmel, Lukeba versucht dann die Situation noch irgendwie abzusichern, wodurch Ansah in aller Ruhe in den Strafraum reinlaufen und die Flanke von Trimmel völlig blank verwerten kann. Binnen weniger Minuten zweimal defensive Leichtsinnsfehler, die erschreckend an die Vorsaison erinnern. Danach versuchte RB nochmal viel, doch Union machte wiederum ihren Fehler nicht zweimal und blieb diesmal konzentriert und fokussiert und RB kam zu keiner klaren Torchance mehr. Das Tor von Tim Starke zum 3:1 machte dann den Deckel drauf, war aber die logische Folge davon, dass RB dann alles nach vorne warf.
Nach Bayern und Dortmund nun die nächste Marketingaktion beim Gegner. #FCURBL #RBL #RBLeipzighttps://t.co/0tzPWE97It pic.twitter.com/m1Oy4PAHBH
— RB-Fans.de (@rb_fans) December 12, 2025
Definiere Eigentor.
Aufgefallen
1 – Es läuft nicht
Erneut sieben Kilometer weniger gelaufen als der Gegner, gegen Union tut das besonders weh, weil Union genau darüber die Gegner schlägt und im Endeffekt hat diese Statistik auch dazu beigetragen, dass Union uns schlagen konnte. Oftmals kann man eine geringere Laufleistung durch die Art der Läufe kompensieren, gegen Union funktionierte das leider nicht.
2 – Rehaballsport Leipzig
Dass Timo Werner ein paar Einsatzminuten bekam, beschrieb ein weiteres Problem an diesem Abend perfekt. Das Verletzungspech, dass man momentan (erneut) wieder hat, war auch maßgeblich dafür, dass man nur wenig nachlegen und somit hinten raus auch nochmal weniger den Druck erhöhen konnte. Wenn man bedenkt, dass Diomande gegen Leverkusen schon beim Afrika-Cup weilt, bekommt man auch für dieses Spiel ein weniger gutes Gefühl.
3 – Ein Lichtblick
Ein Profiteur der aktuellen Situation könnte allerdings Tidiam Gomis sein. Starker Auftritt nach Einwechslung des jungen Franzosen auch abseits des Toren. Gerade auch, weil Bakayoko seine Chance nicht wirklich nutzen konnte und keinen guten Tag hatte, könnte auch der 19-Jährige davon profitieren.
Pyro im Gästeblock #FCURBL pic.twitter.com/LzptxTqJ9D
— RBlive! (@rb_live) December 12, 2025
Union, das bedeutet auch immer Pyro im Gästeblock.
Fazit
Aus Sicht von RB Leipzig war es für die Mannschaft von Ole Werner ein Abend zum Vergessen. Individuelles und kollektives (Teil-)Versagen der Mannschaft führten zu der unter dem Strich völlig verdienten Niederlage in Köpenick. Wichtig ist, die Lehren aus diesem Spiel zu ziehen und gegen Leverkusen ein versöhnliches Jahresende zu schaffen, um oben dranzubleiben.
Ziel: Gegen Bayer im Jahresabschluss besser machen!
Kicker – Whoscored – Sofacore – RBL – Bundesliga – FotMob – understat – fbref
Statistik
1. FC Union Berlin: Rønnow – Doekhi, Querfeld, Leite – Haberer (59. Trimmel), Khedira (C), Kemlein, Köhn (85. Nsoki) – Jeong (67. Schäfer), Burke (67. Ilić), Ansah (85. Skarke)
Bank: Raab – Juranović, Rothe, Burcu
RB Leipzig: Gulácsi – Nedeljeković (81. Maksimović), Orbán, Lukeba, Raum (C) – Schlager, Seiwald (90. Werner), Baumgartner – Bakayoko (58. Gomis), Harder, Diomande
Bank: Vandevoordt – Klostermann, Haidara, Finkgräfe, Masanka Bungi, Konaté
Schiedsrichter: Daniel Schlager (Rastatt)
Tore: 1:0 Burke (57.), 1:1 Gomis (60.), 2:1, Ansah (64.), 3:1 Skarke (90.+2)
Torschüsse: 12 / 9
Schüsse aufs Tor: 6 / 3
expected Goals: 1,48 / 0,50
Passquote: 68% / 83%
Zweikampfquote: 53% / 47%
Ballbesitz: 38% / 64%
Laufstrecke: 120,3km / 113,58km
Fouls: 7 / 8
Ecken: 4 / 8
Abseits: 1 / 0
Gelbe Karten: Haberer, Doekhi / Raum, Harder
Zuschauer: 22.012
*xG, ausgeschrieben expected goals meint die Erwartbarkeit der abgegebenen Schüsse, den Weg ins gegnerische Tor zu finden, hierbei wird jeder Torschuss einzeln bewertet, die Wahrscheinlichkeit computergesteuert berechnet und anschließend addiert. Heraus kommt ein Gesamtwert, der dann den sogenannten xG-Wert anzeigt.
*xGA, ausgeschrieben expected goals against meint die Erwartbarkeit der abgegebenen Schüsse, den Weg ins eigene Tor zu finden, hierbei wird jeder Torschuss des Gegners einzeln bewertet, die Wahrscheinlichkeit computergesteuert berechnet und anschließend addiert. Heraus kommt ein Gesamtwert, der dann den sogenannten xGA-Wert anzeigt.
Der wahre Fan
Permalink:
https://www.rb-fans.de/artikel/20251212-spielbericht-union.html
- 1. Bundesliga
- 2025/26
- Auswärtsniederlage
- Auswärtsschwäche
- Auswärtsspiel
- Hinrunde
- Laufwerte
- Tidiam Gomis
LEIPZIG BESCHENKT FRANKFURT REICHLICH
Leipzig - (07.12.2025) Unsere Leipziger schieben einem desolaten Frankfurt, dessen Defensive nicht zum ersten Mal bröckelte, am Nikolaustag standesgemäß sechs Tore in die Schuhe. Der zweite Kantersieg in dieser Saison und für die SGE die höchste Niederlage in diesem Jahrtausend. Ein besonders Harder Abend für Frankfurt, während in Leipzig vieles festlich glänzte. Zum einen Diomande mit einem Dreierpack in Halbzeit 2 und zum anderen die Fans des einzig wahren Rasenballsports, die endlich mal wieder gemeinsam, als Einheit, Spaß hatten!
Vor dem Spiel ist vor dem Spiel
Auf zu den nächsten 700? Nach dem Pflichtspieljubiläum und der Pflicht gegen den FCM stand in der Liga die Kür gegen Frankfurt an. Die SGE hatte schon mehr Bundesligasiege (707) als Leipzig Pflichtspiele auf dem Konto und steht damit auf Platz 7 der ewigen Tabelle, in der RBL in Sachen Punkteschnitt immer noch solide auf Platz 2 rangiert.
Nur einmal konnte die SGE bisher in Leipzig gewinnen, also war zu hoffen, dass kein weiterer Punkt oder Sieg hinzukäme. Der Kick gegen Magdeburg war eher durchwachsen und auch das Lazarett lichtete sich bei den Rasenballern noch nicht. So startete Ole Werner unter den Augen der anwesenden Leipziger Legende Emil Forsberg mit Nedeljković ins Topspiel gegen die SGE. Sonst gab es im Vergleich zum eher überschaubaren Kick in Gladbach keine Änderung.
Emil Forsberg. Lauter Applaus für den Schweden zur Halbzeit. Er gibt viele warme Worte zurück. #RBLSGE #Forsberg pic.twitter.com/21II9an4FS
— RB-Fans.de (@rb_fans) December 6, 2025
Legenden leben länger!
Dreisatz des Spiels
Ein fast schon optimaler Spielverlauf mit frühen Leipziger Treffern in beiden Halbzeiten, was den Gästen schnell den Zahn zog. Während die offensive Harmlosigkeit der SGE noch durch den Ausfall von Burkardt verständlich war, agierte die Hintermannschaft selbst für Frankfurter Verhältnisse extrem durcheinander und laufschwach. Die Rasenballer versenkten nicht nur fast jede Großchance, sondern liefen auch erstmals in der Saison substanziell mehr als der Gegner. Die Folge war ein fulminantes 6:0 – ein von den Rängen (Choreo, Support) bis zum Spielfeld beinahe makelloser Auftritt. Gute Liedauswahl der Capos, viel mehr andere Fans des Stadions einbezogen, gute Mitmachquote, so macht das wieder Spaß und kann in engen Spielen dem Team helfen! Weiter so!
💯 So nämlich! 🔴⚪️#RBLSGE #Bundesliga pic.twitter.com/p2Ckpr0pg2
— RB Leipzig (@RBLeipzig) December 6, 2025
Choreo und eine vorweihnachtliche Eintracht nach der letzten Kritik.
Aufgefallen
1 – er läuft und läuft und läuft
Erstmals in dieser Spielzeit lief RBL deutlich mehr als der Gegner. Am Ende standen gut fünf Kilometer mehr auf dem Zettel. Die läuferischen Defizite kritisierten wir zuletzt häufig in den Spielberichten, dieses Mal darf es erstmals lobend erwähnt werden. Dazu passte die Aussage von Werner nach dem Spiel: „Es spielt nur, wer mitverteidigt. Wer stehen bleibt, nicht zurückläuft oder seine Aufgaben nicht macht, spielt bei uns nicht“.
Diomande: Zweitjüngster Dreierpack-Torjäger und der jüngste seit gut 60 Jahren.
2 – Nimmermüder Nusa
Nusa, wer ist dieser Nusa? Dem baldigen norwegischen Weltmeisterfahrer in Leipzigs Reihen, der besonders in seiner Nationalmannschaft 2025 außergewöhnlich glänzen konnte, wurde zuletzt immer wieder unterstellt, dass er zu wenige Tore im Bullendress erzielt. Dennoch sammelt er die meisten Minuten auf der Außenbahn. Auch gegen die SGE blieb er bis zum Ende auf dem Rasen, obwohl andere doppelt oder dreifach am wunderbarem Torspektakel unter Flutlicht beteiligt waren. Warum setzt also Ole Werner so sehr auf Nusa? Warum sitzt eher Bakayoko und nicht Nusa auf der Bank? Wollte Werner ihn zum Nikolaus beschenken, indem er die gesamte Spielzeit erhielt? Eher nicht. Es liegt an der Arbeitsrate, die ihn deutlich von anderen, auch Leipzigern, unterscheidet. Gegen die Frankfurter waren es allein 20 Bodenzweikämpfe, 11 davon gewonnen, und neun Dribblings, die den Gegner gebunden und den Spielspaß genommen haben. Etwas, dass man Woche für Woche von ihm bekommt, auch wenn er seltener als sein Gegenüber und Überflieger Diomande trifft. 121 Zweikämpfe in 837 Bundesligaminuten. Das macht über 13 in je 90 Minuten. Beinahe 60% gewinnt er davon. Das ist die klare RB-DNA, die Schäfer wieder sehen wollte und Werner deshalb bevorzugt einsetzt.
Baumi und Harder – gesucht und gegenseitig gefunden.
3 – Harder geht hart
Dänischer Knoten geplatzt – die Erleichterung ist dem jungen Dänen anzumerken, als er sich wie der skandinavische Superman das imaginäre Hemd aufreißt und die Bullen präsentiert. Nach einem starken Auftritt ohne Tor gegen Magdeburg darf der 20-jährige sich endlich Bundesligatorschütze nennen. Doch nicht nur auf dem Scorerboard machte Harder heute auf sich aufmerksam. Vor dem 2:0 hält er im Frankfurter Strafraum den Ball so lange, bis Baumgartner einlaufen konnte und beim 4:0 sorgte er mit seinem Laufweg dafür, dass Koch aus der Mitte herausgezogen wird und Diamonde den Raum lässt, den er braucht. Den Ausfall von Romulo hat er genutzt und auch die Mannschaft weiß den wuchtigen Stürmer immer besser einzusetzen.
Alle für einen – die Defensivleistung ist wieder ein Steckenpferd unserer Mannschaft. Wo Openda, Sesko und zum Teil Xavi noch genervt abgewunken und damit der Defensivreihe einen Bärendienst geleistet haben, verteidigt nun wieder das Kollektiv. Harder mit 11, Diamonde mit 13 und Nusa sogar mit 20 Zweikämpfen zeigen, wo die Abwehrarbeit beginnt. Das siebte zu Null im 13. Spiel ist daher nur folgerichtig.
#Harder spielerisch mit einer der besten Stürmer-Leistung die ich bis hierhin in unserem Trikot gesehen habe. Mannschaftsdienlich, clever, kämpferisch und mit 100% positiver Entscheidungsfindung. Stimmung heute wieder homogener im Stadion 👍🏼#RBLeipzig #RBLSGE pic.twitter.com/2HjQoazGBj
— sir_Ribben (@sirRibben) December 6, 2025
Gegen den FCM noch glücklos, aber immer weiter im Aufwind.
4 – defence wins...
Ein starker Saisonstart, der auch Glück benötigte, durchweg Zweiter hinter den Bayern, dann im Herbst die Niederlage gegen Hoffenheim und drei verletzte Stammspieler. Die aktuelle Saison hatte bisher unglaublich viele Parallelen zur desolaten vorherigen Spielzeit. Nur wie diesmal auf die Punktverluste gegen die TSG und die langfristigen Ausfälle geantwortet wurde, lässt sich einen vor Freude die Augen reiben. Werner holte ab da 2 Siege und ein Remis in der Liga. Vandevoordt wurde nur noch im Pokal bezwungen, weil man dort am Anfang etwas zu lasch an Magdeburg ranging und vom Todesfall des Gegnerfans betroffen war. Dennoch siegte man auch in dem Spiel, als die Zügel wieder angezogen wurden. Die Ligarivalen trafen nur noch aus sehr knappen Abseitsstellungen. 4 Spiele, 11:1 Tore und in Punkten gesprochen 10 bzw. tatsächlich 7 in der Liga sammelten somit Team und Werner ein. Eine Antwort, die wir letzte Saison auch erhofft hätten, welche aber bis Saisonende ausblieb. Schwamm drüber. Das Hier und Jetzt zählt und glänzt endlich wieder, nicht nur im Nikolausstiefel sondern auch vom grünen Rasen im Zentralstadion.
5 – Der zweitjüngste Trainer kann doch mit der Jugend
Werner kann nicht mit jungen Spielern – oder etwa doch? Der größte Mythos hinter dem 1,89 m großen Norddeutschen ist, dass er nichts mit jungen Spielern anzufangen weiß. Begannen unsere Jungs noch mit einem Altersschnitt von 24,8 Jahren, standen zum Ende des Spiels bubenhafte 22,8 Jahre auf dem Feld. Ein Schnitt, der von den alten Recken wie Gulacsi und Orban noch ordentlich nach oben gezogen wird. Hinzu kommt das Debüt vom 16-jährigen Samba Konaté. Doch Werner setzt nicht nur jung ein, sondern weiß auch jung einzusetzen. Man kann wohl endgültig mit dem Mythos aufräumen. Case closed!
Top-Spiel auf dem Platz und auch auf den Rängen.
— Flo (@Der_wahre_Fan_) December 6, 2025
Ich möchte nie wieder hören, dass die Szene kritikunfähig ist und man nicht mit denen reden kann. #RBLSGE
6 – Die Kritik wurde aufgenommen und gut verarbeitet.
Mehr als positiv erwähnen sollte man heute die sichtbare Einheit auch neben dem Platz. Es war vielleicht nicht das lauteste Spiel aller Zeiten aus unserer Kurve, dennoch war es der Beweis, dass auch die Capos und die aktive Fanszene lernwillig sind und zuhören können. Sämtliche Kritikpunkte der letzten Wochen - auch die in unserem Artikel - wurden positiv aufgefasst und umgesetzt. Es gab bedeutend mehr Wechselgesänge, einige alte Klassiker wurden gespielt und die Ansagen der Capos waren bestimmt aber höflich. Man merkte, dass dies auch gut ankam, auch wenn der Funke noch nicht auf alle übersprang. Auch hier gab es also eine wirklich gute Leistung an einem sehr schönen Fußballabend. Dies auch noch gepaart mit einer schönen Choreografie, welche eigentlich schon gegen Magdeburg präsentiert werden sollte, aber aus gegebenem Anlass verschoben wurde.
7 – Dem Auditorium angepasst
Einige Chemiefans im Stadion – natürlich in ihren schwarzen Vereinsfarben. Chemiker und Frankfurter verbindet eine recht innige Freundschaft. Schön, dass sich die SGE-Kicker angepasst haben, so mussten sich die Chemie Fans fußballerisch nicht umstellen.
Nach der höchsten Pflichtspielniederlage seit März 1996, ist die Stimmung in Frankfurt am Tiefpunkt. ↘️
— Sky Sport News (@SkySportNews) December 6, 2025
💬 Weitere sagte Krösche: "Wir verteidigen einfach schlecht und machen es den Leipzigern viel zu einfach. Wir machen zu viele einfache Fehler und dann reicht es einfach… pic.twitter.com/zlfhYiSNCL
Meilensteine Leipzig-Style.
8 – Eine Jahrtausendtoreflut
Leipzigs zweithöchster Bundesligaheimsieg und Frankfurts höchste Bundesliganiederlage seit fast 30 Jahren. Ein denkwürdiger Kick, der auch fanseitig einen würdigen Rahmen hatte. Mit dem sechsten Heimsieg in Serie ist man nur einen Sieg von Leipzigs Bestmarke in der Bundesliga entfernt, die Hasenhüttl einst zwischen September 16 und Januar 17 aufstellte. Das ist übrigens schon ein Heimsieg mehr als es unter Rose und Lőw in der letzten Saison zwischen November und dem Saisonende in Leipzigs Ligaspielen zu bewundern gab.
Nicht genug Facepalms heute.#RBLSGE 2:0 | #SGE pic.twitter.com/wVYGDS9bSw
— Дани5ооо I ダニ5𝖔𝖔𝖔 I Europa League Sieger 2022 (@Dani5ooo) December 6, 2025
Am Ende wollte die SGE Bank nicht mehr hinschauen...
Fazit
Der SGE mal einfach so die höchste Vereinsniederlage in diesem Jahrtausend beizubringen und dies trotz des Sommerumbruchs und einigen Verletzungssorgen, muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Mit dem Sieg hat Ole Werner die besten ersten 13 Ligaspiele seit Hasenhüttl hingelegt und die RBL-Fans können optimistisch auf die letzten zwei Spiele vor der Weihnachtspause blicken, denn die Rasenballer scheinen so langsam wieder mehr als nur die Summe ihrer Einzelteile zu sein – ein echtes Team eben.
Nun geht es zuerst nach Berlin zum NOFV-Duell und am Ende kommen die auch etwas unsteten und daher schwer berechenbaren Leverkusener nach Leipzig. Zwei Spiele, in denen im Idealfall sechs Punkte geholt werden sollten. Nach dem verdienten Sieg über Frankfurt scheint dies durchaus möglich zu sein.
Nordische sachlichkeit selbst nach einem Kantersieg.
Kicker – Whoscored – Sofacore – RBL – Bundesliga – FotMob – understat – fbref
Mit so einem Ergebnis feiert es sich leicht.
Statistik
RB Leipzig: Gulácsi – Nedeljeković, Orbán, Lukeba, Raum (C, 67. Maksimović) – Schlager, Seiwald (72. Banzuzi), Baumgartner (67. Finkgräfe) – Diomande (87. Konaté), Harder (67. Gomis), Nusa
Bank: Vandevoordt – Klostermann, Haidara, Bakayoko
Eintracht Frankfurt: Zetterer – Collins, Koch, Theate – Kristensen, Dahoud (57. Höjlund), Chaibi, Brown (69. Amenda) – Doan (67. Götze), Batshuayi (47. Ngankam), Bahoya (57. Larsson)
Bank: Santos – Baum, Uzun, Skhiri
Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)
Tore: 1:0 Harder (5.), 2:0 Baumgartner (31.), 3:0 Diomande (47.), 4:0 Diomande (55.), 5:0 Raum (62.) HE, 6:0 Diamonde (65.)
Torschüsse: 16 / 8
Schüsse aufs Tor: 7 / 2
expected Goals: 3,64 / 0,47
Passquote: 84% / 79%
Zweikampfquote: 56% / 44%
Ballbesitz: 52% / 48%
Laufstrecke: 118,0km / 113,3km
Fouls: 9 / 17
Ecken: 4 / 0
Abseits: 1 / 1
Gelbe Karten: Raum / Collins, Theate
Zuschauer: 47.012
*xG, ausgeschrieben expected goals meint die Erwartbarkeit der abgegebenen Schüsse, den Weg ins gegnerische Tor zu finden, hierbei wird jeder Torschuss einzeln bewertet, die Wahrscheinlichkeit computergesteuert berechnet und anschließend addiert. Heraus kommt ein Gesamtwert, der dann den sogenannten xG-Wert anzeigt.
*xGA, ausgeschrieben expected goals against meint die Erwartbarkeit der abgegebenen Schüsse, den Weg ins eigene Tor zu finden, hierbei wird jeder Torschuss des Gegners einzeln bewertet, die Wahrscheinlichkeit computergesteuert berechnet und anschließend addiert. Heraus kommt ein Gesamtwert, der dann den sogenannten xGA-Wert anzeigt.
Rumpelstilzchen, AlexHell, Rolei79, Der_wahre_Fan
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- 1. Bundesliga
- 2025/26
- Adventszeit
- Antonio Nusa
- Christoph Baumgartner
- Conrad Harder
- Eintracht Frankfurt
- Emil Forsberg
- Fanszene
- Heimsieg
- Heimspiel
- Hinrunde
- Kantersieg
- Ole Werner
- SG Eintracht Frankfurt
- Spitzenspiel
- Yan Diomande
TODESFALL ÜBERSCHATTET ACHTELFINALSIEG
Leipzig - (04.12.2025) Keine Choreo und kein Support vom Fanblock. Der Achtelfinalsieg kam atmosphärisch merkwürdig daher. Da es vor dem Spiel zu einem Notarzteinsatz kam und die betroffene Person – ein FCM Fan – später verstarb, wurde der Support schon vor Beginn eingestellt. Nicht so auf Seiten der Magdeburger, die auch in Führung gingen, aber letztlich mit 3:1 bezwungen wurden.
Vor dem Spiel ist vor dem Spiel
Die durchwachsenen Leistungen auf fremden Plätzen und das Verletzungspech reißen nicht ab bei Leipzig. Das Unentschieden in Mönchengladbach war wahrlich kein Ruhmesblatt für die Rasenballsportler. Nicht zuletzt in Anbetracht der Tatsache, dass ebenjene Gladbacher zeitgleich mit dem RBL Kick daheim gegen St. Pauli die Pokalsegel streichen mussten. Die Leistung reiht sich derzeit ein in eine leicht bedenkliche Auswärtsschwäche (mit Ausnahme des Kicks in Augsburg).
Erschwerend kommt hinzu, dass unsere Leipziger verletzungstechnisch am Stock gehen. Nach den Ausfällen von Rômulo, Bitshiabu und Ouédraogo verzeichnete die Lazarettfraktion um Henrichs und Gebel nun auch noch Baku, Bakayoko und Werner. Insgesamt schon fast eine halbe Stammelf. Dies lässt sich aktuell noch nicht gut kompensieren, dafür fehlt es RBL etwas an Qualität in der Breite, wie auch das Spiel gegen den FCM zeigen sollte. Banzuzi und Klostermann ersetzen Baku und Schlager dazu durfte Vandevoordt wie üblich im Pokal ran.
Diomande mit Maske noch ohne Torbeteiligung.
Dreisatz des Spiels
Die erste Viertelstunde verschlafen und nach einem (der mannigfaltigen) Fehler von Klostermann durch einen Elfer in Rückstand geraten – Leipzig brauchte etwas, um in das Spiel zu kommen, fand aber durch einen Fernschuss von Nusa zurück in die Begegnung. Das erste Tor von Baumgartner drehte dann den Kick zu Leipzigs Gunsten, aber die Hausherren hatten nur eine wirklich starke Phase (45.-60.) und belohnten sich dort jedoch mit dem zweiten Treffer des Österreichers – an beiden Toren war Nusa erneut beteiligt. Am Ende ließen die Rasenballer das Spiel austrudeln, während die RBL-Fans schwiegen, zündeten die Magdeburger Böller und demolierten Teile des Fanblocks und die sanitären Anlagen – ein Bärendienst für das aktuelle Anliegen der Fanszenen Richtung der aktuell tagenden Innenministerkonferenz. Überschattet wurde die Begegnung durch den Notarzteinsatz und das folgende Ableben eines FCM-Fans und die Diskussionen um die Reaktion der Fanblöcke auf diesen Umstand.
Nusa war an allen drei Treffern beteiligt.
Aufgefallen
1 – Individuelle Klasse
Über weite Strecken war es ein ausbaufähiges Leipziger Spiel. Im Prinzip entschieden wenige Situationen und die individuelle Klasse von Nusa und Baumgartner das Spiel zu RBLs Gunsten. Einige der bemerkenswerten Statistiken waren: Leipzig gab in über 50% der Spielzeit keinen Torschuss ab (1-15 und 59-90), Magdeburg hatte deutlich mehr Ballbesitz in der ersten Hälfte (60%) und auch viel mehr Ecken (2/8). Letztliche fehlte es ihnen aber abseits des Elfmeters an klaren Abschlüssen, was das Spiel entschied. Denn die 5:1 Großchancen sprechen eine deutliche Sprache und wäre Harder nicht so freimütig gewesen, wäre der Drops wohl schon früher gelutscht gewesen. Dennoch wirkt das Leipziger Spiel noch nicht reif genug. Die vielen Auszeiten und Schwächephasen werden noch oft durch Einzelaktionen übertüncht. Wenn dann aber wichtige Komponenten wie Ouédraogo oder Rômulo ausfallen, droht das Konstrukt arg Schlagseite zu bekommen.
Harder mit drei Großchancen aber ohne Treffer.
2 – Katastrophaler Klostermann
Klostermann war einst Stammspieler in einer gefestigten Leipziger Elf. Gegen den FCM sollte der Routinier – mit 29 im besten Verteidigeralter – Bakus Ausfall kompensieren, erwischte aber einen rabenschwarzen Tag. Ein Fehler reihte sich an den nächsten, ein gewonnener Zweikampf, schwache 74% Passquote und oft zu weit weg von seinen Gegenspielern. Vielleicht funktioniert Klostermann auch nicht mehr auf der Außenbahn. Mit der Hereinnahme von Nedeljković wurde es jedenfalls deutlich besser. Die Verlängerung Anfang 2024 mit einem sicherlich nicht gerade ärmlichen Gehalt war schon damals nur bedingt nachvollziehbar – aktuell passen Leistung und Leistungsentgelt nicht wirklich zusammen.
Am Ende blieb Harder zwar unglücklich, aber der Auftritt hat mir schon deutlich besser gefallen. Der Junge braucht einfach Zeit. Ist erst spät zum Kader dazugestoßen, braucht Spielzeit und dann wird das schon werden. #RBLeipzig #RBLFCM
— Alex Hell (@alex_hdk) December 3, 2025
Erstmal musst du die Chancen auch haben...
3 – Harder hadert hart
Die Hälfte aller Leipziger Schüsse aufs Tor (5 von 10) gab der Däne ab und traf trotzdem nicht. Drei vergebene Großchancen, das geht schon hart… Immerhin konnte der Sommerneuzugang für Baumgartner auflegen, aber von einem Impakt eines Rômulo ist er noch einige Meilen entfernt. Es ist natürlich nicht leicht über Einwechslungen in ein Team zu finden, aber über 350 Spielminuten sollten eigentlich genügen, um als Stürmer in einem 4-2-3-1 etwas zu bewirken, zumal er mit 24 Mio Ablöse schon auf Platz 11 der Rekordzugänge von RBL liegt (und da zählen auch Bonuszahlung schon rein). Jedenfalls wartet er seit August (also noch in Portugal) auf eine Sofascore Bewertung oberhalb der 6.8 und war auch gegen den FCM der zweitschwächste Kicker.
Sachschaden im fünfstelligen Bereich, Polizei im Gästeblock, Einsatz von Tränengas: Das Duell zwischen @RBLeipzig und dem 1. FC Magdeburg wird in unschöner Erinnerung bleiben. #RBLFCM #RBLeipzig https://t.co/Zhw242Nv3D
— LVZ Sport (@LVZSport) December 3, 2025
Erstmal Reizgaseinsatz im Leipziger Stadion.
4 – Magdeburgisiert
Mit der fanseitigen Entsprechung von: „Wenn wir sie nicht schlagen können, treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt“ vandalierten die Magdeburger im Gästeblock und die sanitären Anlagen, zündeten Böller und Pyro. Der Kommentator fand das alles nicht so schlimm – denn es gab ja keine Spielunterbrechung. Wenn die Fanszenen aktuell mit einer „die Stadien sind sicher“ Kampagne durch die Republik ziehen, dann erweist ein solches Verhalten dem Anliegen einen Bärendienst. Am Ende wird auch dieses Gericht nicht so heiß gegessen, wie es serviert wurde, denn die IMK hat schon zurückgerudert, aber so sauber und friedlich, wie sich einige Fanszenen hochstilisieren wollen, ist es eben doch nicht. Zu oft passieren Dinge, die weit weg von einem normalen gesellschaftlichen Verhalten sind.
Auf ein schönes, stimmungsvolles und erfolgreiches Spiel unserer Leipziger Rasenballer ❤️🤍#RBFans #RBLFCM #RBLeipzig pic.twitter.com/JeWS4t9BXv
— RBoligei (@RBoligei) December 2, 2025
Beim Einsingen war die Welt noch in Ordnung.
5 – Das große Schweigen
Für einigen Gesprächsstoff sorgte das komplette Aussetzen des Supports und der Abbau der Choreo auf Leipziger Seite. Es ist eine nachvollziehbare Entscheidung der Fanszene, den Support auszusetzen, wenn es zu einem Notarzteinsatz bzw. in der Folge gar zu einem Todesfall kommt. Auf der anderen Seite ist diese maximale Form der Reaktion eben auch nur eine der Möglichkeiten, auf ein solches Geschehen zu reagieren. Ganz abseits der Frage, ob die Magdeburger – die offensichtlich nur die IMK Schweigepflicht erfüllten – den Notarzteinsatz oder gar die Durchsage von Thoelke mitbekommen hatten, könnte man sich auch entschließen für den betroffenen mitzusupporten oder einen bestimmten Zeitraum den Support auszusetzen. Ergebnisoffen diskutiert wird sowas jedenfalls nicht und das sorgt letztlich auf den restlichen Rängen – und die machen 95% der Besucher aus – für einige Fragen, Unverständnis bis hin zu – auch deutlich zu weit gehenden – Bezichtigungen.
Fakt ist, dass die Leipziger Fanszene in ihrer Gesamtheit aktuell keine Einheit mehr ist. Und das ist bedenklich, denn wenn der große gemeinsame Nenner – der Verein – nicht einmal mehr für 90 Minuten der Kitt zwischen den sich weitenden Fugen sein kann, dann droht über kurz oder lang der Knall. Auf dieser Basis wird der harte Kern es m.E. schwer haben den Rest des Blocks geschweige das ganze Stadion mitzunehmen.
Der Spielbericht.
6 – Ausruhen mal andersherum
Während die SGE eigentlich diese Saison die Doppelspielwochen in den Beinen hat, konnten sie durch das Ausscheiden in Dortmund in der letzten Runde in dieser Woche die Beine hochlegen – das wird das Team von Ex-RBL Co-Trainer Dino Toppmöller aber nicht gemacht haben. Nach der Pleite in Bergamo und dem späten Ausgleich gegen Wolfsburg wollen sie zum zweiten Mal drei Punkte aus Leipzig entführen – das war 2024 übrigens das einzige Mal, dass in dieser Ansetzung das Heimteam verlor.
Wie dem auch sei – Frankfurt ist diese Saison defensiv sehr anfällig (meiste Kontergegentore der Liga) – ein Umstand, den RBL unbedingt ausnutzen sollte, auch wenn man nun erstmals gegen ein Team antritt, was in der Woche weniger gespielt hat, als man selbst. Gemessen an den läuferisch immer noch überschaubaren Leipziger Leistungen aber eine spannende Ansetzung.
Die Pressekonferenz nach dem Spiel.
Fazit
Man sagt zwar, dass ein gutes Pferd nur so hoch springt, wie es muss, aber auf Leipzig könnte aktuell auch ein anderer Spruch zutreffen: ein Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Aktuell sind die Leistungen nicht stabil genug und der positive Trend ist einem wackligen Auf und Ab gewichen. Zum einen ist dies der Verletzungsmisere geschuldet, zum anderen mangelt es an Spielkontrolle und einem klaren Takt. Wenn RBL so spielt, wie in der Viertelstunde nach Wiederanpfiff, dann blitzt das Leistungsvermögen auf, aber ein Spiel ist eben doch etwas länger als 15 Minuten. Gegen den Tabellenletzten der 2. Bundesliga reicht das Gebotene, aber gegen Frankfurt oder gar Bayer dürfte es mit derartigen Schwächephasen schwer werden. Wir werden es schon am Samstagabend sehen…
Kicker – Whoscored – Sofacore – RBL – FotMob – fbref
Statistik
RB Leipzig: Vandevoordt – Klostermann (46. Nedeljeković), Orban, Lukeba, Raum (C) – Banzuzi (46. Schlager), Seiwald, Baumgartner (88. Maksimović) – Diomande (66. Gomis), Harder, Nusa (82. Finkgräfe)
Bank: Gulácsi, Zingerle – Haidara, Konaté
1. FC Magdeburg: Reimann (C) – Musonda (82. Diawara), Mathisen (46. Geschwill), Müller, Nollenberger – Michel, Gnaka, Ulrich (71. Ghrieb) – Pesch (59. Bockhorn), Zukowski (59. Breunig), Atik
Bank: Kruth – Hoti, Hercher, Stalmach
Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)
Tore: 0:1 Gnaka (11.) FE, 1:1 Nusa (19.), 2:1 Baumgartner (29.), 3:1 Baumgartner (54.)
Torschüsse: 16 / 11
Schüsse aufs Tor: 10 / 3
expected Goals: 1,65 / 1,45
Passquote: 87% / 85%
Zweikampfquote: 57% / 43%
Ballbesitz: 50% / 50%
Fouls: 7 / 11
Ecken: 2 / 8
Abseits: 2 / 1
Gelbe Karten: Banzuzi / Müller, Michel, Mathisen
Zuschauer: 41.108
*xG, ausgeschrieben expected goals meint die Erwartbarkeit der abgegebenen Schüsse, den Weg ins gegnerische Tor zu finden, hierbei wird jeder Torschuss einzeln bewertet, die Wahrscheinlichkeit computergesteuert berechnet und anschließend addiert. Heraus kommt ein Gesamtwert, der dann den sogenannten xG-Wert anzeigt.
*xGA, ausgeschrieben expected goals against meint die Erwartbarkeit der abgegebenen Schüsse, den Weg ins eigene Tor zu finden, hierbei wird jeder Torschuss des Gegners einzeln bewertet, die Wahrscheinlichkeit computergesteuert berechnet und anschließend addiert. Heraus kommt ein Gesamtwert, der dann den sogenannten xGA-Wert anzeigt.
Rumpelstilzchen
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ZURÜCK IN DIE VERGANGENHEIT!
Leipzig - (01.12.2025) Zum Start in den Dezember tritt RBL im 700. Pflichtspiel der Vereinsgeschichte gegen den 1. FC Magdeburg an. Zuletzt traten die Teams vor 12 Jahren gegeneinander an. Das DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den Tabellenletzten der 2. Liga wird also zu einer Reise in die eigene Vergangenheit.
Wasserstand am Pleißestrand
Ein durchwachsener November ist beendet. Nur ein Ligaauswärtssieg seit Ende September deutet ein wenig eine Leipziger Auswärtsproblematik an. In den Heimspielen ist RBL dagegen noch ohne Punktverlust und das soll auch gegen den FCM so bleiben. Seit Anfang Oktober konnte RBL nur gegen Augsburg und Werder über 2 xG erspielen und auch nur in diesen Begegnungen über einen xG Differenz erzielen. Das bedeutet, dass die Begegnungen zwar oft eine Tendenz zu Leipzigs Gunsten haben, diese aber nur selten zwingend genug für einen Sieg ist. Auch gegen Gladbach war Leipzig zwar spielbestimmend, blieb aber zu ungefährlich und hatte Glück, dass es heutzutage den VAR gibt, denn die Entscheidungen waren zwar beide final korrekt, aber initial falsch.
Langsam werden wir wieder zu RehaBallsport Leipzig. Nach Ouedraogo und Romulo fehlt nun auch Baku...#RBLFCM https://t.co/pmeiC87VLK
— RB-Fans.de (@rb_fans) December 1, 2025
RehaBallsport Leipzig.
Es ist anzunehmen, dass Ole Werner zumindest etwas rotieren wird, auch wenn er selbst gegen Cottbus nur drei Startelfwechsel vornahm. Auf der anderen Seite fehlen durch die Verletzung von Ouédraogo und Rômulo zwei wichtige Stammspieler. Gegen Gladbach wirkte die Offensive ohne diese beiden sehr unstrukturiert und war eher im Einzelkämpfermodus unterwegs. Hier konnte weder Harder die verbindende Funktion Rômulos ersetzen (nur 4 erfolgreiche Pässe) noch konnte Schlager Ouédraogos Tiefenspiel nachahmen. Neben Vandevoort dürften Bakayoko und Banzuzi im Pokal gute Startelfchancen haben. Zudem dürfte Nedeljković den angeschlagenen Baku ersetzen.
Für das Spiel wird mit 43.000 Zuschauern gerechnet, wobei mit 8.000 Magdeburgern zu rechnen ist. Zum gemeinsamen Einsingen wird jedenfalls bereits um 19:45 Uhr hinter Sektor B aufgerufen. Es gilt wieder enger zusammenzurücken und aufeinander zu- und einzugehen.
Nur selten war RBL in Sachen xG klar überlegen.
Wasserstand am Elbestrand
Der FCM hat einen ähnlich turbulenten Umbruch wie Leipzig erlebt. Nachdem es Titz, der den FCM in Liga 2 etabliert hatte und letzte Saison nur sechs Punkte hinter einem Aufstiegsplatz abschloss, im Sommer nach Hannover zog, übernahm Fiedler in Magdeburg. Abseits der Siege in Dresden und Saarbrücken hagelte es für ihn und den in Leipzig nicht unbekannten Saban Uzun nur Niederlagen. Mitte Oktober übernahm dann das U23 Duo Sander und Ibold und konnte mit drei Spielen ohne Gegentor den FCM stabilisieren. Die drei darauffolgenden Niederlagen ließen Magdeburg aber im Tabellenkeller, so dass der Befreiungsschlag am Samstagabend gegen Nürnberg enorm wichtig war.
Während Sander schon zu Leipzigs Regionalligazeiten mit Jena gegen RBL antrat, ist auch Ibold kein Unbekannter in Leipzig. So kickte er selbst für den SSV Markranstädt und Lok und arbeitete zeitgleich auch als Trainer im SSVM Nachwuchs, wie auch im RBL Leistungszentrum. 2018 zog es ihn nach Magdeburg, wo er nun seit dieser Saison erstmals im Herrenbereich tätig ist.
Es ist klar zu sagen, dass ein alleiniger Blick auf die Tabellenplatzierung des FCM irreführend ist. Die Gäste haben eine fast schon irre xG Differenz von minus 13 – sprich hätten, wenn es normal läuft, ein Dutzend Tore mehr auf dem Konto. Neben den meisten Abschlüssen der Liga haben sie auch viel Ballbesitz (3.) und eine hohe Passquote (4.). Daneben lässt der FCM aber auch viele Torschüsse zu – selbst gegen Bochum und Düsseldorf hagelte es zuletzt 2 oder gar 3 xGA. Bekommen die Gäste ihre Defensive aber in den Griff, dann können die Spiele aber auch ganz ansehnlich – wie eben gegen Nürnberg sein.
Röttgers Treffer 2012 ist in guter Erinnerung.
Statistisches
Zum 700. Pflichtspiel also der DFB-Pokal. Der Wettbewerb, in dem RBL seine größten Erfolge feiern konnte. Auch die Halbzeit auf dem Weg zu dieser Marke – das 350. Pflichtspiel – war damals ein DFB-Pokalspiel gegen Viktoria Köln zu Beginn von Rangnicks zweiter Amtszeit. Es wird das siebente Spiel gegen den FCM – zuletzt gab es in Zornigers Regionalligasaison zwei klare Siege. Die einzige Niederlage setzte es eine gute Woche nach der wohlbekannten und oft erwähnten 1:5 Pleite gegen Kiel im Februar 2011. Die bisherigen Toptorjäger dieser Ansetzung: Frahn, Kutschke und Röttger unterstreichen die zeitliche Distanz – ps: unbedingt nochmal Röttgers Freistoßtor anschauen.
"Zum Achtelfinale gegen Magdeburg 19.45 Uhr, alle hinter Sektor B Einsingen für die nächste Runde!" #RBFans
— RBoligei (@RBoligei) November 23, 2025
Das letzte Mal war dies sehr beeindruckend und hat großen Spaß gemacht! ❤️🤍
Danach die geile Stimmung in den Block mitnehmen 🏟
Ich freu mich drauf 😍#RBLFCM #DFBPokal pic.twitter.com/HPejOdoitU
Es wird das sechste Leipziger Spiel an einem 2.12. bei einer bisherigen Bilanz von einer Niederlage (TSG), einem Unentschieden (Jena – damals übrigens unter Trainer Sander) und drei Siegen (Gladbach, Istanbul, Heidenheim). Zudem wird es das achte Achtelfinale im DFB-Pokal mit Leipziger Beteiligung. Sechsmal ging RBL als Sieger vom Platz – nur in Liga 2 (Wolfsburg) und beim einzigen Auswärtsachtelfinale in Frankfurt musste RBL die Segel streichen. Für den FCM ging es nur einmal über das Achtelfinale hinaus – damals aber maximal spektakulär, als der FCM in Runde 2 den amtierenden Pokal- und späteren Champions League Sieger aus München im Elfmeterschießen rauskegelte und später auch gegen den KSC gewann – am Ende flog Magdeburg gegen den späteren Pokalsieger aus Gelsenkirchen raus.
Die Tour durch den Ostfußball geht weiter.
Fazit
Der Pokal hat zwar immer seine eigenen Gesetze, aber es muss der Anspruch des Tabellenzweiten der Bundesliga sein, gegen den Tabellenletzten der 2. Liga daheim souverän in die nächste Runde einzuziehen. Nach dem offensiv eher müden Kick gegen Gladbach gilt es dem FCM den Wind aus den Segeln zu nehmen, den sie sich mit ihrem sehenswerten und hochverdienten 3:0 Erfolg gegen Nürnberg selbst hineingeblasen haben.
Rumpelstilzchen
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