NÄCHSTE BEGEGNUNG

Testspiel
Samstag, 31.07.2021, 16:00 Uhr
Ort: Grödig, Österreich
RB Leipzig
Ajax Amsterdam
Spielplan RB Leipzig

1. LIGA QUICKTABELLE

1
Bayern München
78
2
RB Leipzig
65
3
Borussia Dortmund
64
4
VfL Wolfsburg
61
5
Eintracht Frankfurt
60
6
Bayer 04 Leverkusen
52
7
1. FC Union Berlin
50
8
Bor.Mönchengladbach
49
9
VfB Stuttgart
45
10
SC Freiburg
45
11
1899 Hoffenheim
43
12
1. FSV Mainz 05
39
13
FC Augsburg
36
14
Hertha BSC
35
15
Arminia Bielefeld
35
16
1. FC Köln
33
17
SV Werder Bremen
31
18
FC Schalke 04
16

RB-FANS.DE TWITTER

Twitter RBL

RB LEIPZIG FANCLUBS

Offizieller Fanclub

RB-Fans.de

 
RB Leipzig Liveticker Tippspiel Spielplan Apps Fanchat

KEVIN UND DIE RASSELBANDE

Titelbild
Medien DiskussionBilderVideoAudioDiskussion

Leipzig - (17.07.2021) Leipzig siegt dank Samardžić und Ibrahimi im ersten Test mit 1:0 gegen Alkmaar. Kinderbetreuer Kampl und seine Rasselbande hinterließen im zweiten Durchgang eines weitestgehend zähen Kicks gegen ein fitteres Alkmaar den besseren Eindruck.

Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

Keine zwei Wochen sind seit Marschs Ankunft und den ersten Leistungstests vergangen, noch bevor der große Schwung an EM-Kickern nach Leipzig zurückkehrt (kurz vor dem Trainingslager), stieg also das mit Spannung erwartete erste Testspiel.

Mit Kostka aus der U19 (2003er Jahrgang, Rückennummer 54 und deutscher U18 Nationalspieler) löste Marsch die Problematik der fehlenden Abwehrspieler und trat wenig überraschend in seinem bevorzugten 442 an. Sørloth und Hwang, beide kadertechnische Wackelkandidaten bildeten den Sturm der ersten Halbzeit. Mukiele trug die Kapitänsbinde.

 

Spielmacher unter sich.

 

Dreisatz des Spiels

Testspiele sind Muster ohne großen Wert – Leipzig noch nicht voll besetzt und austrainiert und daher auch mit wenig Aussagekraft für die Saison. Ein Feuerwerk war es maximal in den ersten 10 Minuten der zweiten Halbzeit abseits davon viel Schmalkost gegen ein Alkmaar auf Augenhöhe. 20 Tage hat Marsch noch Zeit bis zum ersten Pflichtspiel, er wird sie zu nutzen wissen.

 

Samardžić machts und wird wohl doch verliehen...

 

Der Gegner

Internationales Flair schon vor der Champions League. Alle drei Testspielgegner kommen aus dem Ausland. Alkmaar und später Ajax sind sogar im internationalen Wettbewerb dabei. Alkmaar als Dritter der abgelaufenen Eredivisie-Saison mit nur einem Punkt Rückstand auf dem PSV durfte durchaus als ansprechender Startgegner gelten. Zumal sie schon länger im Training waren (seit ca. drei Wochen) und dies heute ihr fünftes Vorbereitungsspiel war, nicht wie der MDR Kommentator behauptete das zweite. Dabei sprangen zwei Siege und zwei Unentschieden gegen mit Genk und Anderlecht durchaus ansprechende Gegner heraus. Die Holländer also mehr im Saft als RBL, was ab und an auch zu sehen war. Die bekannteren Kicker kamen dann in Halbzeit 2: Myron Boadu (dann zügig angeschlagen wieder raus), der mit Kluivert bei der U21 für Aufsehen gesorgt hatte, sowie Koopmeiners, der auch als heißes Eisen auf dem Transfermarkt gilt.

 

Auch Marsch sieht noch einiges zu tun.

 

Die abgespeckte erste Garnitur

Nach ein paar guten ersten Minuten mit ein paar Halbchancen unserer Rasenballer übernahm Alkmaar mehr und mehr das Szepter. Man merkte hier durchaus, dass es bei RBL das erste Testspiel war und bei Alkmaar das fünfte. Die Holländer waren griffig in den Zweikämpfen und kassierten vom etwas zu auffälligen Schiedsrichter Hempel auch ein paar durchaus berechtigte Gelbe. Für Martínez im Kasten wurde es dennoch nur selten richtig gefährlich, das galt aber genauso für Alkmaar Keeper Verhulst.

In der Abwehr trat Simakan mit einer Upa-Gedächtnisgrätsche ohne Umschweife die Nachfolge an, Mukiele stand die Kapitänsbinde und Kostka fügte sich solide ein. Bei Angeliño merkte man, dass ihn die Viererkette etwas seiner Stärken beraubte, offensiv trat er kaum in Erscheinung. Im Mittelfeld ließ Szoboszlai sein Können aufblitzen, war aber insgesamt etwas zu unbeweglich. Nkunku versuchte sich in seiner typischen Art als offensive Schaltstelle. Adams und Haidara mit Licht und Schatten, teilweise solide gegen den Ball aber für eine gute Bewertung der beiden hatte Alkmaar einfach zu viele Offensivaktionen.

 

 

Kevin und die Rasselbande

Große Wechselrunde zur Halbzeit. Kampl machte den Kinderbetreuer für eine erweiterte U19. Nur Martínez blieb auf dem Platz. Aber Toptalent Raebiger und Samardžić strahlten bereits nach fünf Minuten mehr Torgefahr aus als die gesamte erste Halbzeit zu bieten hatte. Der Druck wurde dann in der 51. mit dem Führungstreffer belohnt, Samardžić überwand Verhulst nachdem Ibrahimi ihn sehenswert mit einem langen Ball in Szene setzte. Überhaupt hinterließen die Junioren eine guten Eindruck.

 

Mukiele gab die Binde an Kampl weiter.

 

Nach einer Wechselorgie von Alkmaar in der 62. Minute wurde der Kick dann wieder ausgeglichener. Marsch brachte mit Tschauner, Lookman und Saracchi nochmal weitere Abgangskandidaten (sehr unauffällig) bzw. Tribünendrücker. Tschauner wirkte in der Schlussphase deutlich unsicherer, das sollte aber im Laufe der Saison kaum eine Rolle spielen. Martínez hingegen darf sich durchaus als einer der Gewinner dieses Spiel fühlen, auch wenn er an Gulácsi kaum vorbeikommen dürfte.

 

Tweet des Spiels

Wehe wenn sie losgelassen...

 

Champagner oder Bier – die Fans

600 Fans am Cottaweg. Tim Thoelke als Stadionsprecher mit dabei, das sind die Dinge, die man nun so lange vermissen musste. Echtes Stadionfeeling wenn auch nur im kleinen Rahmen. Hoffen wir, dass die Werte halten und wir uns in möglichst großer Zahl zum Heimspielauftakt in der RBA sehen! Der Traum lebt…

 

 

Fazit & Ausblick

Es ist noch einiges zu tun, aber mit dem Rumpfkader, der Umstellung der Grundtaktik, zwei anstrengenden ersten Trainingswochen und gegen einen spielfitteren Gegner darf man nun auch keine Wunderdinge erwarten. Wenn man sieht, dass der BVB im Cup der Traditionen (man lässt nix aus…) 0:3 gegen Bochum verliert, Hütter mit Gladbach gegen Paderborn (1:3) und Nagelsmann beim Einstand mit dem FCB gegen Köln (2:3), erkennt man, wie diese Testspiele grundsätzlich zu bewerten sind. Frankfurt mühte sich übrigens zu einem 1:0 gegen Sandhausen. In 20 Tagen darf RBL dann gegen den Zweitligisten im Pokal ran. Dort zählt es…

 

Endlich wieder Stadionfeeling – auch Kampl gefällt's!

 

Statistik
RB Leipzig 1. Halbzeit: Martínez – Kostka, Mukiele (C), Simakan, Angeliño – Adams, Haidara – Nkunku, Szoboszlai – Hwang, Sørloth
RB Leipzig 2. Halbzeit: Martínez (66. Tschauner) – Novoa, Klefisch, Bonnah, Wosz – Raebiger, Kampl (C), Samardžić, Ibrahimi (71. Saracchi) – Ohio (71. Lookman), Krasucki
AZ Alkmaar: Verhulst – Sugawara (62. Beukema), Martins Indi (C, 62. Koopmeiners), Letschert (62. Gullit), Oosting (62. Berkhout) – Karlsson (30. Gudmundsson), Evjen (62. Hatzidiakos), Clasie (30. Aboukhlal), Reijnders (62. Poku) – Pavlidis (46. Boadu, 68. Oosting), de Wit
Schiedsrichter: Richard Hempel (Großnaundorf)
Tore: 1:0 Samardžić (51.)
Gelbe Karten: Hwang / Clasie, Evjen, Poku
Zuschauer: 600

Rumpelstilzchen


Permalink:
https://www.rb-fans.de/artikel/20210717-spielbericht-alkmaar.html

  • 2021/22
  • AZ Alkmaar
  • Cottaweg
  • Heimsieg
  • Jesse Marsch
  • Lazar Samardzic
  • Saisonvorbereitung
  • Testspiel

JESSE MARSCH - DER LOGISCHE NACHFOLGER VON NAGELSMANN?

Titelbild

Leipzig - (07.07.2021) Gestern gab Jesse Marsch in absolut sympathischem Stil seine Antritts-PK bei RB Leipzig. Dies war keine Überraschung, ist er doch als früherer Co-Trainer unter Ralf Rangnick kein Unbekannter in Leipzig. Wir haben uns Jesse näher angeschaut und sind der Frage nachgegangen, ob Marsch der logische Nachfolger von Nagelsmann ist.

Mensch

Man muss ja mit Superlativen immer vorsichtig sein, aber über ihn hört man menschlich bei allem sportlichen Anspruch und damit Leistungsgedanken nur positive Dinge. Ob von Spielern, Journalisten oder Fans, die Meinung ist einhellig. Mit Jesse Marsch bekommen wir einen bodenständigen, intelligenten und extrem sympathischen Trainer, der auch über den Tellerrand Fußball hinausblickt. So studierte er Geschichte an der berühmten Princeton-University und bereiste bei einer Weltreise 32 Länder auf unterschiedlichen Kontinenten. Jesse verfügt über ausgesprochenes Charisma und eine große Leidenschaft zum Fußballspiel, die er wunderbar ausdrücken kann. Mit dieser Art kann er Spieler und Umfeld im positiven Sinne mitreißen. Wir legen uns fest, ist Jesse hier erfolgreich, kann er ein absoluter Liebling der Fans werden!

In diesen beiden Videos bekommt man einen sehr guten Eindruck zu ihm:

Klick!


Sein Weg als Spieler

Jesse trainierte an der Princeton University und wurde dann von Washington D.C. United gedraftet, wo er seine ersten Spiele in der höchsten amerikanischen Liga MLS absolvierte. Nach einer Saison wechselte er dann in seine Heimat zu Chicago Fire und blieb dort 7 Jahre um dann weitere 3 Jahre bei CD Chivas in Los Angeles zu spielen. Marsch absolvierte über 300 Spiele in der MLS, wurde dreimal Meister und viermal Pokalsieger. Zweimal lief der zentrale Mittelfeldspieler als US-Nationalspieler auf. Bekannt wurde sein Foul an David Beckham mit anschließender Rudelbildung. :)



Trainer-Stationen

US-Nationaltrainer Bob Bradley trainierte Jesse Marsch schon als Spieler und dieser Kontakt war für Jesse Marsch der Einstieg ins Trainerleben. So wurde Marsch Co-Trainer unter Bradley beim US-Nationalteam. 2012 übernahm er das MLS-Team Montreal Impact in der ersten MLS-Saison der Franchise überhaupt mit dem er Platz 7 erreichte und damit die Play-Offs verpasste. Nach einer Saison verließ er Montreal und wurde Trainer des Teams an der Princeton University, für die er bereits als Spieler auflief. Von der Universität nahe New York folgte der Sprung zu den New York-Red Bulls und damit der Beginn seines Wegs im Red Bull-Imperium, bei dem er sehr früh Kontakt zu Oliver Mintzlaff und Ralf Rangnick bekam, was ihn auch in der taktischen Ausrichtung prägte. Mit den New York Red Bulls schloss er mit einem sehr jungen Team in seiner ersten Saison die Hauptrunde auf Platz 1 ab, scheiterte jedoch im Conference-Finale. Nach zwei weiteren Saisons, in dem er im Conference-Halbfinale scheiterte, wechselte er nach Leipzig und wurde zusammen mit Robert Klauß und Lars Kornetka Co-Trainerunter Rangnick. Es ist immer schwer zu beurteilen, welche Rolle Co-Trainer einnehmen. Auffällig war aber damals schon, dass Marsch und Klauß präsenter als andere Co-Trainer waren, weil Ralf Rangnick ja auch noch Sportdirektor war und bei der einen oder anderen Trainingseinheit deshalb gar nicht vor Ort sein konnte. Nach einer mal wieder erfolgreichen Saison ging er nach Salzburg und wurde dort wie zuvor Chef-Trainer. Klingt logisch, ist für einen Amerikaner, der zuvor noch nicht in Europa war, aber absolut außergewöhnlich. Dort holte er zweimal das Double und spielte mit Salzburg erstmals in der Champions League überhaupt, so dass er auch internationale Erfahrung sammeln konnte.


Mentalität und Teamgeist

Kein Wort werden wir von Jesse wohl mehr hören als "Mentalität". Das hat ihn als Spieler schon ausgezeichnet und trägt er jetzt als Trainer immer weiter. Eigentliche Fußball-Basics, wie Teamgeist, Emotionalität, Menschlichkeit, eine Gemeinschaft sein und besonders die Leidenschaft zum und im Spiel werden bei ihm in besonderem Maße vorangestellt. Man hatte bei den Spielen in Salzburg immer das Gefühl, dass die Spieler dies leben und auch für den Trainer durchs Feuer gehen. Man schaue sich nur seine emotionale Ansprache in Liverpool an, als Salzburg 1:3 zur Pause hinten lag und an der Anfield Road noch den 3:3 Ausgleich erzielte (Spiel endete 4:3 für Liverpool).



Sein Jubel, der an Ralph Hasenhüttl erinnert, zeigt eindrücklich, wie er Fußball lebt und liebt. :)



Taktik

Mentalität und Teamgeist sind wunderbar, um auf höchster Ebene erfolgreich zu sein, reicht dies natürlich nicht. Hatten wir mit Julian Nagelsmann einen Trainer, der sehr stark auf ein gepflegtes Positionsspiel im Angriff setzt, mit einem Pressing, was stärker im Mittelfeld ansetzt, erwartet uns unter Jesse Marsch wieder stärker der klassische Ralf Rangnick-Fußball mit einem Fokus auf das Spiel gegen den Ball. In den USA wurde der Spielstil unter Jesse Marsch in Anlehnung an Ralf Rangnick "Ralfball" genannt. Wir werden also wieder den Gegner aggressiver anlaufen, schneller und gradliniger nach vorn spielen, den Ball schneller verlieren, ihn wieder schnell erobern und ihn oft dann auch wieder schnell verlieren. Das kontrollierte Chaos, was wir unter Alexander Zorniger, Ralf Rangnick und Ralph Hasenhüttl kennen, wird also wohl wieder zurückkommen.

In seiner ersten Saison in Salzburg agierte Marsch sehr flexibel mit Dreier- und Viererkette, während in seiner zweiten Saison meist im 4-2-2-2 gespielt wurde. In der gestrigen Pressekonferenz machte Marsch deutlich, dass dies auch abhängig von den Spielern ist und er in Leipzig sehr viele Spiele mit unterschiedlichen Qualitäten hat. In den Salzburger Foren konnte man lesen, dass sie bei aller Sympathie für Jesse taktisch bessere Trainer in der Vergangenheit hatten.



Jesse Marsch der logische Nachfolger von Julian Nagelsmann?

Jahrelang war es die Stärke von RB Leipzig mit hoher Intensität den Gegner zu jagen und bei Balleroberung zu kontern. Dies hat uns von der Regionalliga bis in die Champions League geführt. Als Problem zeigte sich aber vom Nachwuchs bis zur Profimannschaft immer wieder, dass man zu wenige Lösungen gegen Mannschaften fand, die den Bus vor dem eigenen Tor parkten. Man erinnere sich an Spiele gegen Ingolstadt als Beispiel, in denen wir blind anrannten, anstatt den Gegner mit gutem Positionsspiel auseinanderzuziehen und dann in die freien Räume schnell zu spielen. Mit Julian Nagelsmann sollte dem bisherigen Spiel eine weitere Facette mit einem besseren Ballbesitzspiel hinzugefügt werden, was auch gelang. Gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte verbesserte sich deutlich die Bilanz, wobei insbesondere nach dem Abgang von Timo Werner das Konterspiel gelitten hat, was es gegen stärkere Teams schwerer gemacht hat.

Große Teams haben ein starkes Spiel in allen vier Phasen des Spiels (Ballbesitz Gegner, Konter Gegner, eigener Ballbesitz, eigener Konter) und sind zudem gut bei Standards. Unsere Verantwortlichen haben sich jetzt dafür entschieden einen Trainer zu holen, der auf den alten Weg zurückkehrt und auch die Auswahl der Co-Trainer mit Achim Beierlorzer und Marco Kurth deutet daraufhin, dass man wieder klassischen Rangnick-Fußball sehen wird. In gewisser Weise fühlen sich die Entwicklungsschritte in den letzten beiden Jahren etwas verloren an, wenn man jetzt nicht darauf aufbauen sollte, was leider zu befürchten ist. Letztlich haben letzte Saison zwei Topstürmer zum ganz großen Wurf gefehlt. Hier darf man gespannt sein, inwiefern Jesse Marsch mit seinem Trainerteam doch darauf aufbauen wird. In der Pressekonferenz hat er zumindest angekündigt, Dinge aus den letzten Jahren zu nutzen. 


Ausblick

Nach dem eher unschönen Abgang von Julian Nagelsmann und dem im positiven Sinne ergreifenden Auftreten fliegen Jesse Marsch aktuell die Sympathien zu, was wunderbar ist. Es ist davon auszugehen, dass wir wieder starken Pressingfußball in Leipzig sehen werden. Einen Fußball letztlich, den man mittlerweile bei vielen Bundesligisten sieht, was ja auch an den vielen Trainern mit Red Bull-Vergangenheit liegt. Mit der mittlerweile sehr hohen individuellen Qualität unseres Kaders ist sicherlich ein Champions League-Platz möglich. Für mehr, braucht es aber woh auch die Facetten aus dem Spiel von Julian Nagelsmann im eigenen Ballbesitzspiel. Symbiotische und pragmatische Ansätze, einen Topstürmer und vieles wäre möglich in dieser Saison!

In jedem Fall wünschen wir Jesse Marsch alles Gute!

Jupp


Permalink:
https://www.rb-fans.de/artikel/20210707-special-marsch.html

  • Analyse
  • Jesse Marsch
  • Marsch
  • Nagelsmann
  • Trainer
  • Trainerwechsel

AUFMARSCH!

Titelbild
Medien DiskussionBilderVideoAudioDiskussion

Leipzig - (04.07.2021) Morgen geht es endlich wieder los. Für uns Zeit, aus der verdienten Sommerpause zu erwachen und vor dem Aufmarsch eine kleine Sommerbilanz zu ziehen. Auch für die Fans stehen die Zeichen auf eine Rückkehr an den Cottaweg!

Ob Jesse morgen mit einer Marschkapelle empfangen wird bzw. seine Kicker empfängt, ist nicht bekannt. Im Social Media Bereich klingt das fast schon plausibel, wohl aber dennoch ein wenig drüber. Wir lassen das mal als Bild so stehen und widmen uns den Fakten und Themen des Sommers.

 

Alles neu macht der Juli

Es ist umhin einer der größten Umbrüche seit der beste Ralf aller Zeiten den Klub auf links gezogen hat. Neues Trainerteam, verdiente Kicker weg, anstehender Systemwechsel. Mintzlaff, Scholz und Vivell haben ihre Hausaufgaben aber gemacht und so steht zum Trainingsbeginn das Trainerteam und auch die Kaderplanung ist im Vergleich zum letzten Jahr und zu vielen anderen Jahren davor schon sehr weit. Wichtigster Baustein dabei: André Silva. Der Transfer gleicht dem Schlussstein des Leipziger Gewölbes, welches letzte Saison viel Luft nach oben hatte. Der noch etwas mufflige Brobbey rundet die Sache ab, ein Rohdiamant, der nun hinter Silva in Ruhe wachsen kann. Im Winter stößt dann noch Clark aus New York zu RBL. Er ragt derzeit ähnlich heraus wie seinerzeit Adams und ist obendrein recht kostengünstig.

 

 

Auch in der Abwehr ist RBL schon sehr weit und hatte bereits letzte Saison schon begonnen, die Abgänge von Upamecano und Konaté zu kompensieren. Lacroix soll jetzt die Sahnekirsche werden, aber mit Schmadtke ist nicht so gut Kirschen essen, da beißt man sich ehr am Kern die Zähne aus. Weil RBL sich aber bereits Gvardiol (gut in Zagreb, nicht ganz so gut bei der EM) und Simakan gesichert hat und Henrichs sowie Angeliño fest verpflichten konnte, hat man hier weniger Druck.

Neben Lacroix waren zuletzt vor allem Nmecha und Kluivert als mögliche Zugänge im Gespräch, aber bevor sich im Sturm weiteres bewegt, muss erstmal Platz geschaffen werden.

Womit wir bei der Abgangseite wären. Hier gibt es noch deutlich mehr Fragezeichen. Um Lookman ist es noch recht ruhig. Saracchi könnte es leihweise nach Spanien ziehen. Sabitzer wird von Milan, Rom und Arsenal umworben, aber die gehandelten Summen sind noch nicht berauschend. Halstenberg könnte gehen, wenn Lacroix kommt. Eine Verlängerung hat er abgelehnt, wohl weil er sich bei seinem letzten großen Vertrag mehr ausgerechnet hatte. Fraglos ein verdienter Kicker aber momentan auch kein Unterschiedsspieler mehr.

 

Trennen sich die Wege?

 

Back to the roots?

Es ist wohl kein Zufall, dass die Dominanz der englischen Teams in den UEFA Wettbewerben in gleichem Maße angestiegen ist, in der die Mannschaften von der Insel dazu übergegangen sind, auch im Trainermarkt intensiver mitzumischen. Im aktuellen Fußball wird der Mann auf der Bank immer wichtiger und auch wenn Nagelsmann nicht frei von Fehlern war, so darf man schon konstatieren, dass sein Abgang einige Gefahren birgt.

Mit Marsch wird wieder mehr Ralfball in Leipzig Einzug halten. Mit Beierlorzer und Kurth sind zudem zwei Co-Trainer mit Stallgeruch und ähnlichen taktischen Einstellung mit an Bord. Wird es ihnen gelingen eine Symbiose aus Nagelmanns dominantem Stil und der prägenden rangnickschen Balljagd zu finden? Oder drehen wir die Uhren zurück?

Marsch war in Salzburg erfolgreich und dies in einer Phase in der mehr denn je die Topspieler den Verein verlassen haben. Trotzdem holte er zweimal das Ösi-Double. Sicher ist das im Rahmen des Erwartbaren für einen Verein, der die Liga noch mehr als die Bayern in Deutschland dominiert, aber auch keine Selbstverständlichkeit. Zudem ist es ihm dabei gelungen mehrfach Offensivspieler zu formen, die in die großen Ligen gewechselt sind (bspw. Haaland und Daka).

 

I'll be back!

 

Wie viel von Nagelsmanns Erbe bleibt, wird die Zeit zeigen. Marsch war bisher in allen seinen Trainerstationen erfolgreich. Ob nun in New York, als Rangnicks Co oder nun in Salzburg. Als Dogmatiker erschien er dabei nicht, wie pragmatisch es dann wird, bleibt abzuwarten.

 

Die Träume der anderen

Vielleicht sollte man in Leipzig vor den Wechseln mal eine Schrankkontrolle machen. Wie man sich bettet, so wechselt man. Wer also schon mit FCB Strampler und Bettwäsche einrückt, der ist ggf. vor Beendigung seines Werkes schon wieder weg. Während man Upamecano und Konaté mit ihren Ausstiegsklauseln und nach den erfolgreichen Jahren keine Vorwürfe machen kann, hat Nagelsmann hier letztlich seine Ziele verfehlt.

 

Traum oder Alptraum, das hängt vom Standpunkt des Betrachters ab.

 

Er wollte Leipzig in seinen vier Vertragsjahren prägen, nun droht der Rollback. Er wollte etwas Blechernes holen, das ist ihm nicht gelungen. Letztlich wird ihm das nun keine schlaflosen Nächte bereiten, dennoch dürfte er der Trainer sein, der bei seiner Rückkehr nach Leipzig – und die ist bald – wohl mit nur sehr wenig Applaus rechnen darf.

Olmo ist der nächste der sich nun seinen Lebenstraum erfüllen darf und nach der EM gleich nach Tokyo weiterreist. Olympia könnte für den Vielspieler ein Nachspiel haben, denn dann könnte er erst im September wieder in Leipzig sein. Wie es dann mit Fitness und Abstimmung mit dem Team wird, muss man sehen.

 

Mit Poulsen und Olmo einer der herausragenden Leipziger bei der EM.

 

Leipziger Nationalspieler

Während Jogis Jungs und mit ihnen Halstenberg und Klostermann (verletzt) schon die Segel gestrichen haben, sind Olmo und Poulsen bis ins Halbfinale der EM vorgestoßen. Poulsen gelang dabei sogar das Kunststück den ersten EM-Treffer eines aktiven RBL Spielers zu erzielen, nachdem ihm selbiges bereits bei der WM gelang. Niemand hätte es sich mehr verdient, gerade nach den Ereignissen vom ersten Spiel gegen Finnland.

Neben diesen beiden sorgte auch Forsberg für Furore und hob die Schweden mit seinen Toren ins Achtelfinale. Laimer und Sabitzer zwangen die Italiener in die Verlängerung. Orban und Gulácsi schrammten knapp an der Sensation in der Todesgruppe vorbei und Neuleipziger Silva musste mit Portugal gegen Belgien die Segel streichen. Gvardiol wurde bereits oben erwähnt, Mvogo blieb lediglich der Bankplatz bei den überraschend guten Schweizern.


Unser Wohnzimmer

Wie steht in unserem Wohnzimmer? Einige haben es ja nun seit fast 1,5 Jahren nicht mehr betreten. Die Umbauarbeiten schreiten gut voran und zum Bundesligaheimspielstart gegen Stuttgart deuten die Zeichen auf eine Auslastung von 30-50% hin. Auf regionaler Ebene war mit GGG (Geimpft, Genesen, Getestet) zuletzt bei Lok und Chemie quasi Volllast möglich.

 

 

Ausblick

Morgen startet Leipzig mit den Leistungstests und am Dienstag 15:00 Uhr geht das Mannschaftstraining los. Fans sind wieder mit der GGG-Regel zugelassen. Alle Infos inklusive Anmeldung zum Trainingsauftakt hier.

Ab Dienstag hat Jesse Marsch dann gut einen Monat Ziet bis zum ersten Pflichtspiel im DFB Pokal in Sandhausen. Das Sandhausen, das in der 2. Bundesliga zweimal Polonaise durch die Arena tanzte. Gerade Achim Beierlorzer sollte bei der Erinnerung an das 0:4 ein eisiger Schauer über den Rücken laufen. An dem Tag als sich RBL vor einem Weltstar (Thierry Henry war im Stadion) bis auf die Knochen blamierte. Auch Rangnick verlor ein Jahr später mit 0:1 und folgender Polonaise. Sechs aktuelle RBL-Stammspieler standen damals auf dem Feld (Poulsen, Forsberg, Sabitzer, Orban, Gulácsi und Klostermann), da ist also noch eine Rechnung zu begleichen.

 

Sandhausen Vibes...

 

Bevor es am 25. Ins Trainingslager in Saalfelden geht, finden in Leipzig die Testspiele gegen Alkmaar und Montpellier statt. Gut möglich, dass hier sogar Zuschauer zugelassen sind. Lok und Chemie haben es vorgemacht. Für das erste Training kann man jedenfalls bereits Bewerbungen rausschicken, dann mal los...!

Rumpelstilzchen


Permalink:
https://www.rb-fans.de/artikel/20210704-special-saisonstart.html

  • 2021/22
  • Achim Beierlorzer
  • André Silva
  • DFB Pokal
  • Europameisterschaft
  • Jesse Marsch
  • Julian Nagelsmann
  • Saisonstart
  • SV Sandhausen
  • Trainingsauftakt

ICH BIN DANN MAL WEG – LEIPZIGER LEIHSPIELER IM FOKUS

Titelbild
Medien DiskussionBilderVideoAudioDiskussion

Leipzig - (02.06.2021) Mit Ademola Lookman, Marcelo Saracchi und Luan Candido kehren drei Leihspieler zurück nach Leipzig. Wie lief Ihre Saison und wie sind ihre Chancen, in der kommenden Saison in der ersten Elf zu stehen? Eine Einschätzung und ein Überblick zu allen RB-Leihspielern.

Lookman, Sarrachi, Candido – im Sommer zurück in der Ersten Mannschaft?

Ademola Lookman (09/2020-06/2021 beim FC Fulham, PremierLeague)

Nach einer überdurchschnittlichen Rückrunde 2017/18 mit fünf Toren und vier Vorlagen in elf Bundesligaspielen für RB Leipzig kam Lookman nach einer unbefriedigenden Saison 2018/19 beim FC Everton als Hoffnungsträger für die stolze Ablösesumme von 18,0 Mio. Euro im Sommer 2019 zurück an den Cottaweg. Jedoch konnte er sich nicht nachhaltig unter Julian Nagelsmann durchsetzen und blieb wie in der Vorsaison auch 2018/19 ohne Ligatreffer. Nach langem Hin und Her wurde am 30.09.2020, kurz vor dem Ende des Transferfensters, seine Leihe zum Aufsteiger FC Fulham für eine Leihgebühr für 2,0 Mio. Euro vermeldet. Als Spieler mit den viertmeisten Einsatzminuten, vier Toren und vier Vorlagen gehört er definitiv zu den Leistungsträgern im Team. Der Wechsel hat sich für ihn ausgezahlt. Doch wenngleich die Saison für Lookman persönlich wesentlich besser verlief als die beiden Vorspielzeiten als Tabellen-18. stand der Abstieg Fulhams mehrere Spieltage vor Saisonabschluss fest. Nachhaltig in negativer Erinnerung ist sein Versuch eines Panenka-Elfmeters am achten Spieltag bei der 0:1-Niederlage gegen West Ham United.

Gegenwärtig beträgt Ademola Lookmans Marktwert 13 Mio. Euro. Eine Weiterbeschäftigung bei Fulham ist nach dem Abstieg unwahrscheinlich. Da er in Leipzig noch einen Vertrag bis 2024 besitzt, wird er erstmal zu seinem Stammverein zurückkehren und die Saisonvorbereitung unter Jesse Marsch mitmachen. Gleichzeitig dürfte der Transfermarkt sondiert werden, denn mit Sørloth, Hwang und eben Lookman gibt es drei Stürmer, die hohe Transferablösen gekostet haben und die Erwartungen nicht erfüllen konnten. Von diesen drei Namen dürfte Lookman das höchste Ablösepotential generieren. Und da das Geld in der Premier League lockerer sitzt, zumal für Spieler mit englischer Staatsbürgerschaft, könnte das Kapitel Lookman in Leipzig diesen Sommer endgültig enden und im besten Fall mit einem +/- 0 Geschäft für RBL. 16,0 Mio. Euro Ablöse sind dafür die Voraussetzung – 3 Mio. über dem derzeitigen Marktwert.  

 

Lookman bei Fulham noch einer der Besten.

 

Marcelo Saracchi (01/2020-06/2021 bei Galatasaray Istanbul, 1. Türkische Liga)

Der kleine, wuselige und nimmermüde Linksverteidiger wechselte im Sommer 2018 vom argentinischen Traditionsverein River Plate für 12 Mio. Euro nach Leipzig. Nach eineinhalb Jahren, in denen er sich nicht gegen Marcel Halstenberg durchsetzen konnte, wurde er im Januar 2020 zu Galatasaray Istanbul für 500.000 € verliehen. Die Leihe endet zum 30.06.2021, sein Vertrag in Leipzig läuft noch zwei weitere Saisons bis zum Sommer 2023. Beim türkischen Spitzenclub ist Saracchi unumstrittener Stammspieler, er hat die fünfmeisten Einsatzminuten gesammelt. Die Saison beendete Galatasaray denkbar knapp als Zweiter der türkischen Liga, punktgleich und nur ein Tor hinter Besiktas Istanbul. Die Weiterbeschäftigung Saracchis ist "nur" eine Frage der Finanzen. Der "Rest"marktwert des Linksverteidigers beträgt 5,5 Mio. Euro. Addiert man die 0,5 Mio. € der Leihgebühr dazu, kommt mit 6,0 Mio. € die Hälfte der 2018 ausgegebenen Ablöse heraus. Ein sattes Minusgeschäft, welches Oliver Mintzlaff und Florian Scholz versuchen werden zu minimieren. Beispielsweise über erfolgsabhängige Beteiligungen. Galatasaray spielt als Meisterschaftszweiter in einer der Qualifikationsrunden für die Champions League mit. Sollte der Verein den Sprung in die Gruppenphase schaffen, könnte ein Bonusbetrag nach Leipzig fließen. Eine Rückkehr Saracchis nach Leipzig dürfte ausgeschlossen sein – mit Angelino, Halstenberg und Henrichs gibt es bessere Spieler für die Linksverteidigerposition.

 

Stammspieler, aber kann sich Gala Saracchi auch fest leisten?

 

Luan Candido (01/2020-06/2021 bei Red Bull Bragantino, 1. Brasilianische Liga)

Der nächste ausgeliehene Linksverteidiger. Candido wechselte für heute irrsinnig anmutende 8,0 Mio. Euro! im Sommer 2019 von Palmeiras U20 nach Leipzig. In der Messestadt fand er keinen Anschluss an die erste Mannschaft und wurde lediglich in drei Youth League-Spielen der U19 eingesetzt. So ging es im Januar 2020 postwendend zurück nach Brasilien, zum Schwesterclub RB Bragantino. 1,5 Jahre Weiterentwicklung in der Heimat – das war der Plan. Die Reifezeit endet am 30.06. 20 Pflichtspiele sind seitdem zum Erfahrungsschatz von Candido hinzugekommen, mal in der Startelf, mal auf der Ersatzbank, meist auf der Tribüne. Es herrscht Stillstand und eine Rückkehr nach Leipzig ist überflüssig, obwohl er noch Vertrag bis 2023 hat. Da die Wege zwischen RB Leipzig und RB Bragantino kurz sind, wird es eine Einigung geben – für einen symbolischen Minimalbetrag für RB Bragantino oder einen anderen brasilianischen Verein.  


Candido – bleibt er bei Bragantino?

 

Fazit: Für Lookman, Saracchi und Candido hat RB Leipzig etwa 38,0 Mio. € ausgegeben. Die Hälfte des Geldes hätte man, Stand jetzt, auch genauso gut zum Heizen verwenden können. Wenn es sehr gut läuft, wird die Lookman-Personalie mit einer schwarzen Null beendet. Die Personalien Saracchi und Candido werden tiefrot abgeschlossen. Wenngleich Ralf Rangnick ein Denkmal am Cottaweg errichtet gehört, die Transfers dieser Spieler gehen auf die Soll-Seite des RB-Kontos.  

 

Krauß, Jäkel – Neues Nachwuchskonzept? Leihe ins Unterhaus!

Tom Krauß (07/2020-06/2022 beim 1.FC Nürnberg, 2. Bundesliga), Jahrgang 2001

Der dienstälteste Spieler bei RB Leipzig (seit Sommer 2011 im Verein) ist im Sommer dem Juniorenbereich entwachsen. Mit der Erfahrung von 103 Spielen im U17/U19-Juniorenbereich und drei Minuten Bundesligaluft im Gepäck ging es für zwei Jahre zum 1.FC Nürnberg. Den Wechsel zum Zweitligisten einfacher gestalten sollte Robert Klauß, der als neuer Trainer im Frankenland anheuerte, und ebenfalls von Leipzig nach Nürnberg wechselte. Nach einer Saison stehen folgende Werte im Lebenslauf: 32 Spiele (31x Liga, 1x Pokal), davon 28x in der Startelf, 2 Tore, 1 Vorlage, 2.204 Einsatzminuten, 67% der Gesamtspielzeit auf dem Platz, siebtmeiste Spielzeit beim 1.FCN. Krauß steht im Ranking der jüngsten Zweitligaspieler der Saison auf Platz 17. Lediglich der Bochumer Innenverteidiger Bella Kotchap war jünger und hat zugleich mehr Einsatzminuten gesammelt als Tom Krauß. Die Saisonwerte sind die Werte eines Musterschülers, der jedoch nicht jederzeit fehlerfrei agierte. Immer wieder war er an Gegentoren mitbeteiligt, wie vor dem Ballverlust vor dem 3:0 von RB Leipzig in der 1.DFB-Pokalrunde in Nürnberg. Am 31.01.2021, dem Ende des 19.Spieltags, vier Niederlagen und sechs Partien ohne Sieg in Folge rutschte man mit dem 14.Tabellenplatz wieder nah an die Abstiegsplätze heran. Letztlich wurde die Saison auf Platz 11 abgeschlossen, nachdem man in der Vorsaison noch in letzter Minute im Relegationsrückspiel den Klassenverbleib sicherstellte. Die nächste Saison wird für Tom Krauß wegweisend sein. Schafft er den Sprung vom Mitläufer zum Leistungsträger steht einer Rückkehr nach Leipzig im Sommer 2022 nichts im Weg. Die Voraussetzungen sind gut. Das Team ist eingespielt und entwicklungsfähig und der Trainer um seine erste Profisaison erfahrener. 2021/22 stehen unter anderem Spiele gegen Schalke, Bremen, Hamburg, St. Pauli, Dresden und Rostock vor der Tür, dem Lebenslauf von Tom Krauß wird es, sofern er verletzungsfrei bleibt, nicht schaden. Kurzum: Ein Blick nach Nürnberg lohnt, denn hier wird ein Stück Zukunft von RB Leipzig gestaltet.  

 

Krauß ist wichtiger Bestandteil von Nürnbergs aktuellem Umbruch.

 

Frederik Jäkel (07/2020-06/2022 beim KV Oostende, 1. Belgische Liga), Jahrgang 2001

Wie bei Tom Krauß endete bei Frederik Jäkel im vergangenen Sommer die Zeit im Juniorenbereich. Sein Weg führte an die belgische Nordseeküste nach Oostende. Warum Oostende? Nun ja. Erstens ist der KV Oostende belgischer Erstligist und die Jupiler Pro League, wie die Eredivisie der Niederlande eine Liga mittleren Niveaus, die für die Entwicklung von Talenten bekannt ist. Und zweitens: Alexander Blessin. Der vormalige U19-Trainer arbeitete die letzten drei Saisons mit dem Leipziger Jahrgang 2001 zusammen und war damit auch Trainer vom 1,94m Abwehrhünen Frederik Jäkel. Im Sommer ging es dann gemeinsam nach Belgien. Doch während Alexander Blessin das erste Ligaspiel im August 2020 coachte, musste Jäkel auf der Tribüne Platz nehmen. Eine Rückenverletzung verhinderte sein Profidebüt bis zum 15.12.2020. Nach der Saison stehen folgende Werte im Lebenslauf: 16 Spiele (11x Liga, 4x Play-Offs, 1x Pokal), davon 11x in der Startelf, 1.176 Einsatzminuten, eine gelb-rote Karte, also Zahlen, die sich nach einer verletzten Halbserie durchaus sehen lassen können. Für die Mannschaft endet die Saison besser, als es die Marktwerttabelle hergibt. Nach 34 Spieltagen beendete man die Liga auf Platz 5. In Belgien wird die Liga danach geteilt. Die Playoffs der Top4 verpasste man um drei Punkte. So ging es in die Play-Offs II, dem Entscheid der Teams der Plätze 5-8 und wurde nach weiteren sechs Spielen schließlich Gesamt-Siebter. In der Marktwerttabelle steht man auf Rang 11.  

 

Solide Saison für Jäkel bei Oostende.

 

Fazit: Der Übergang vom Junioren- zum Seniorenbereich ist der Flaschenhals eines jeden Nachwuchstalents. Bei RB Leipzig war dieser Flaschenhals stets verkorkt. Nicht ein Spieler aus dem RB-eigenen Nachwuchs hat die erste Mannschaft verstärken können und spätestens seit der Auflösung der zweiten Mannschaft ist der vereinsinterne "Reifeprozess" nicht möglich. Für Krauß und Jäkel hat die sportliche Leitung einen Karriereplan außerhalb Leipzigs ermöglicht. Für beide kam hinzu, dass der Eingewöhnungsprozess durch Wegbegleiter in Form der Trainer erleichtert wurde. Beide Spieler können ein weiteres Jahr wertvolle Profierfahrung sammeln und können im Sommer 2022 gereift und weiterentwickelt nach Leipzig zurückkehren. Ob es dann für die (erweiterte) erste Mannschaft reicht, eine weitere einjährige Leihe drangehangen wird oder eine Ablösesumme generiert wird, werden die Einzelfälle zeigen.  


Borkowski, Martel, Schreiber und Ohio – Auswege aus der Corona-Krise

Die coronabedingte Saisonunterbrechung in den Juniorenmannschaften macht vor allem den Übergangsjahrgängen 2002 und 2003 zu schaffen. Diese Jahrgänge stehen auf dem Sprung zum Seniorenbereich und können die letzten Schritte nicht gehen. Denn die Pflichtspiele in der U19-Bundesliga sind verschoben bzw. wurden im Frühjahr endgültig abgesagt. Für die mit Profiverträgen ausgestatteten Dennis Borkowski, Eric Martel und Tim Schreiber (alle Jahrgang 2002) suchte der Verein nach Entwicklungsmöglichkeiten und fand folgende Ziele:  


Dennis Borkowski (01/2021-06/2022 beim 1.FC Nürnberg, 2. Bundesliga), Jahrgang 2002

Mit der Erfahrung von zehn Spielminuten Bundesliga in der Hinrunde im Gepäck machte sich Sturmtalent Borkowski auf den Weg nach Nürnberg – und machte das Leipziger Dreigestirn um Robert Klauß und Tom Krauß perfekt. Im Sturm traf er auf zweitligaerfahrene Konkurrenz, wie Manuel Schäffler, Pascal Köpke, Robin Hack und Felix Lohkemper und sammelte dennoch Spielminuten. Sein Arbeitsnachweis nach einem halben Jahr zweite Liga: 13 Zweitligaspiele, davon 7x in der Startelf, 3 Tore in 653 Einsatzminuten. Eine Spielzeitquote von 45%, die geschmälert wurde, weil er in den letzten drei Partien nach einer Weißheitszahn-OP gar nicht mehr zum Einsatz kam und das Nürnberger Eigengewächs Erik Shuranov (ebenfalls Jahrgang 2002, 5 Tore in der Rückrunde) ihm den Rang ablief. Borkowski steht im Ranking der jüngsten Zweitligaspieler der Saison auf Platz 10. In der neuen Saison wird es darum gehen den kurzzeitig erarbeiteten Stammplatz wieder zu erobern. Mit den jungen, entwicklungsfähigen Talenten Borkowski, Shuranov und auch Krauß könnte der 1.FC Nürnberg die favorisierten Mannschaften aus Bremen, Gelsenkirchen, dem Hamburger SV durchaus ärgern.  


Borkowski seit dem Winterwechsel mit eingen Einsätzen in Nürnberg.

 

Eric Martel (01/2021-06/2022 bei Austria Wien, 1. Liga Österreich), Jahrgang 2002

Der U19-Kapitän konnte in der zweiten Corona-Welle keine Mannschaft mehr aufs Feld führen, weshalb der hochveranlagte, gebürtige Straubinger, den Weg zurück gen Süden antrat, jedoch nicht in Bayern zum Stillstand kam, sondern in Österreichs Hauptstadt Wien. Seit der Rückrunde läuft er im defensiven Mittelfeld unter dem Trainer Peter Stöger für Austria Wien auf. Bekannter Mitspieler zu seiner Rechten übrigens: Georg Teigl. Martel brachte sich gleich ins Schaufenster: Startelfeinsatz im ersten Spiel gegen den SV Ried, der nach 51 Minuten mit einer gelb-roten Karte endete. Sein Team gewann dennoch mit 1:0. Doch das war nur ein kleiner Rückschlag, denn letztendlich stehen folgende Werte zu Buche: 19 Spiele (18x Liga, 1x Pokal), davon 18x in der Startelf, ein Tor, eine Torvorlage, eine gelb-rote Karte, eine Sperre nach der fünften gelben Karte. Eric Martel absolvierte 1.561 von 1.890 Einsatzminuten, das entspricht einer Spielquote von 82%. Wenn die gelben Karten nicht gewesen wären, wäre er auf >90% gekommen. Beeindruckende Zahlen für einen noch für die U19 spielberechtigten Akteur, in der Zentrale des Spielfelds. Am Ende der Saison ist Austria Wien auf dem achten Platz gelandet. In der österreichischen Bundesliga wird die Tabelle der zwölf Teams nach 24 Spieltagen geteilt – in Meister- und Play-Off-Runde. In der Play-Off-Runde belegte die Austria schließlich den zweiten Platz. Es ist also Luft nach oben für sportlichen Erfolg in Martels zweiter Saison in Wien.  


Martel ist Stammspieler bei der Austria.

 

Tim Schreiber (01/2021-06/2022 beim Halleschen FC, 3. Liga), Jahrgang 2002

Für Stürmer und Mittelfeldspieler einen Ausleih-Verein mit der Möglichkeit auf Einsatzminuten zu erhalten, ist eine machbare Aufgabe. Für einen Torwart ist dies ungleich schwerer, zumal in der laufenden Saison. Und dennoch hat sich Tim Schreiber beim Halleschen FC in den letzten beiden Drittligapartien in den Fokus gespielt. Wie? Durch eine Verletzung von Stammtorwart von Sven Müller durfte er die letzten beiden Partien ran und die Bilanz ist herausragend: 2 Spiele, 180 Minuten, kein Gegentor, mindestens vier überragende Paraden. 

Spielbericht+Video Hallescher FC - Wehen Wiesbaden

Spielbericht+Video Bayern München II - Hallescher FC

Im Landespokalfinale stand am Samstag den 29.05. 16 Uhr gegen den 1.FC Magdeburg wieder Stammtorwart Müller zur Verfügung, musste aber einmal zu oft hinter sich greifen. Dennoch bleibt es möglich, dass fernab des Scheinwerferlichts ein potentieller Gulácsi-Nachfolger heranwächst.  


Schreiber mit zwei guten Leistungen beim HFC.

 

Noah Ohio (01/2021-06/2022 bei Vitesse Arnheim, 1.Niederländische Liga), Jahrgang 2003

Der niederländische Juniorennationalspieler (Jahrgang 2003) wechselte im Sommer 2019 von den Junioren von Manchester City zur U17 von RB Leipzig. Mit 10 Toren in 13 Spielen in der U17 und 5 Toren in 4 Spielen in der U19 zeigten, dass er im Juniorenbereich tonangebend ist. Im Winter wurde dann eineinhalbjährige Leihe zum niederländischen Erstligisten Vitesse Arnheim vereinbart. Ein großer Schritt für ein ohne Frage großes Talent. Bereits bei der zweiten Kadernominierung kam er zu einem Kurzeinsatz. Er rangiert damit auf Platz 6 der jüngsten eingesetzten Spieler in der diesjährigen Eredivisie-Saison. In den ersten sieben Spielen kam er auf vier Spiele mit insgesamt 26 Spielminuten. In den folgenden 13 Spielen, Liga und Pokal, pendelte er zwischen Ersatzbank und Tribüne. Die Gründe dafür sind nicht bekannt. Vitesse Arnheim erreichte zum Saisonabschluss den vierten Platz und hat damit die Qualifikation für die Europa League geschafft. Das Finale des niederländischen Pokals ging in der 90+1. Minute gegen Ajax Amsterdam mit 1:2 verloren. Jedenfalls genügend Einsatzmöglichkeiten für Noah Ohio, der auch in der nächsten Saison noch für die Junioren spielberechtigt wäre.  


Ohios Leihe ist noch nicht erfolgreich.

 

Fazit: Wie bei Krauß und Jäkel ist es der sportlichen Leitung gelungen, Leistungsträgern der U19 eine sportlich sinnvolle Alternative zu verschaffen. Eric Martel ist Stammspieler bei Austria Wien, Dennis Borkowski war zwischendurch in der Nürnberger Startelf gesetzt und dass sogar Tim Schreiber die ersten Drittligaminuten sammeln konnte, macht die U19-Personalpolitik fast schon zu einem Meisterwerk. Dass Noah Ohio noch nicht durchgestartet ist, sollte nicht nervös machen, da er beim stärksten der vier Vereine untergekommen und ein Jahr jünger als die drei Erstgenannten ist.

Roter Brauser


Permalink:
https://www.rb-fans.de/artikel/20210602-transfer-ueberblick-leihspieler.html

  • 1. FC Nürnberg
  • Ademola Lookman
  • Alexander Blessin
  • Dennis Borkowski
  • Eric Martel
  • Frederik Jäkel
  • Leihspieler
  • Luan Candido
  • Marcelo Saracchi
  • Noah Ohio
  • Robert Klauß
  • Tim Schreiber
  • Tom Krauß

RB LEIPZIG FANFORUM

FORUM RB LEIPZIG

OFFIZIELLE RBL-WEBSITE

Offizielle RB Leipzig Website

RB-FANS.DE VOTING

Aufmarsch, Durchmarsch oder Abmarsch – was erwartet ihr von Jesse?

Champions League Quali darf es schon sein.
32.01%
#LeipzigerGrößenwahn – das Triple!
25.39%
Mit Silva und Lacroix ganz oben angreifen.
21.85%
Vom Feeling her hab ich kein gutes Gefühl.
15.01%
Hauptsache wir können wieder ins Wohnzimmer.
4.64%
Durch den Umbruch wird es wohl
1.1%
Umfrageteilnehmer: 453

RB-FANS.DE FACEBOOK