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24. Spieltag 1. Bundesliga
Samstag, 02.03.2024, 15:30 Uhr
Ort: Ruhrstadion
VfL Bochum
RB Leipzig
Spielplan RB Leipzig

1. LIGA QUICKTABELLE

1
Bayer 04 Leverkusen
58
2
Bayern München
50
3
VfB Stuttgart
46
4
Borussia Dortmund
41
5
RB Leipzig
40
6
Eintracht Frankfurt
33
7
Werder Bremen
29
8
SC Freiburg
29
9
1899 Hoffenheim
27
10
1. FC Heidenheim
27
11
VfL Bochum
25
12
Wolfsburg
24
13
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24
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15
Mönchengladbach
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Leipzig - (26.02.2024) Die Entwicklung des Stadionumfelds und auch die An- und Abreise zu den Spielen von RB Leipzig sind immer wieder Thema unter den Fans und in Leipzig insgesamt. Jupp hat deswegen mit dem Sprecher der AG Stadionumfeld des Fanverbands Ulf Walther ein Interview geführt, um über das Stadionumfeld und die Entwicklung des Verkehrskonzeptes zu sprechen.

Wir gehen direkt rein: Was sind für dich die wichtigsten Punkte, welche bei An- und Abreise sowie dem Stadionumfeld verbessert werden müssen?

1.      Der Sperrkreis läuft derzeit weiter im Testbetrieb. Hier benötigt es den Stadtratsbeschluss, damit der Sperrkreis eine Dauerlösung wird. Der Sperrkreis bildet das Fundament für ein Verkehrskonzept, aber er ist nicht das Verkehrskonzept. Ohne Sperrkreis kann ein Verkehrskonzept schlecht funktionieren.

2.      Die Haltestelle Sportforum Süd muss ausgebaut werden, um dem Fahrgastansturm gerecht zu werden.

3.      Auf Arena 2 (Schotterfläche vor dem Schwimmstadion) muss ein Parkhaus mit Schleife für mehrere Straßenbahnen darunter entwickelt werden.

4.      Der Spieltagsverkehr mit Zügen aus dem Umland muss deutlich verbessert werden. Es braucht längere Züge mit höherer Taktung, vor allem bei Abendspielen.

5.      Die P+R-Angebote müssen ausgebaut werden, vor allem aus südlicher Richtung. Eine Verbesserung der Anbindung und Ausstattung der P+R-Plätze ist nötig.

6.      Das Parkmanagements der Parkplätze im Stadionumfeld muss verbessert werden. Nutzer sollten vorher einen Parkplatz buchen können, so dass nur die Fans zum Stadion fahren, die dort bereits vorher einen Parkplatz gebucht haben.

7.      Der Bau der Fußgängerbrücke vom Cottaweg zur Festwiese ist wichtig, um die Fußgängerverbindung aus dem Leipziger Westen zum Stadion zu verbessern.

8.      Die Festwiese muss abseits von den Wegen vom aktuellen Acker zurück zu einer Wiese entwickelt werden.

 

Wird die Fest"wiese" nach Abschluss der Bauarbeiten wieder zur Festwiese?


Du hast den Sperrkreis angesprochen, seit Sommer gibt es diesen vor dem Spiel in der Jahnallee und Friedrich-Ebert-Straße, damit der ÖPNV möglichst in dem Bereich staufrei fahren kann. Kennst du Zahlen, wie sich die An- und Abreise nach dem hauptsächlichen Verkehrsmittel seitdem verändert haben?

Wir hatten vorher die absurde Situation, dass die An- und Abreise mit dem ÖPNV empfohlen wurde, aber die Bahnen in der Jahnallee und Friedrich-Ebert-Straße zusammen mit den Autos im Stau standen. Teilweise ist man vom Hauptbahnhof schneller gelaufen als man mit der Bahn unterwegs war. Dies hat weder für die Anreise mit der Bahn noch mit dem Auto Sinn ergeben. Jetzt fahren die Bahnen staufrei durch ohne dass es zusätzlichen Pkw-Stau gibt, was an der Veränderung der An- und Abreise liegt.

In der Saison 2022/2023 entfielen laut Ulrich Wolter von RB Leipzig bei der An- und Abreise 39% auf den ÖPNV, 37% auf das eigene Auto, 9% auf das Fahrrad, 7% gingen zu Fuß zum Stadion, 4% nutzten hauptsächlich Regional- und Fernverkehrszüge und 3% sonstige Verkehrsmittel.

Zur Saison 2023/2024 nutzten 42% hauptsächlich den ÖPNV, 31% das eigene Auto, 11% das Fahrrad, 7% gingen zu Fuß, 4% nutzten Regional- und Fernverkehrszüge sowie sonstige Verkehrsmittel. Somit nutzen etwas mehr Fans den ÖPNV sowie das Fahrrad als hauptsächliches Verkehrsmittel als in der Vorsaison und weniger das Auto.

 

Wie bewertet ihr die Entwicklung vor allem des ÖPNV bei der An- und Abreise insgesamt?

Wir hatten als AG Stadionumfeld des Fanverbands ein eigenes Verkehrskonzept „#staufrei“ im März 2023 vorgestellt und haben uns danach zusammen mit Uli Wolter von RB Leipzig und auch mit Verantwortlichen der LVB getroffen. In dem Gespräch konnte man schon ein paar Dinge klären und weiterkommen. Bei dem Gespräch wurden wir als AG Stadionumfeld eingeladen, den Einsatzleiter der LVB an einem Spieltag zu begleiten. Beim Spiel gegen Bochum waren wir zu zweit mit dem Einsatzleiter unterwegs, welcher sich extra für uns frei genommen hat, um vor und auch nach dem Spiel an den neuralgischen Punkten mit uns zu stehen, zu beobachten, zu erklären, was wo wie nicht funktioniert oder wie es besser funktionieren kann. Wir sind dabei auf jeden Fall zu dem Schluss gekommen, dass das, was die LVB da jeden Spieltag wuppen muss, enorm ist. Es werden über 45 Straßenbahnen zusätzlich an einem Spieltag eingesetzt, zusätzlich kommen noch Streckenposten, die an neuralgischen Punkten schauen, dass alles gut läuft und Techniker, die aufpassen, dass bei Notfällen auch sofort geholfen werden kann sowie liegengebliebene Straßenbahn sofort wieder fit gemacht werden können. Die LVB lassen an so einem Spieltag alles rollen, was rollen kann, vorausgesetzt natürlich, die Fahrerinnen und Fahrer sind verfügbar. Hier hat sich die Situation im Vergleich zur Saison davor insgesamt verbessert, ganz unabhängig der Fußballspiele.

Wir haben uns auch die Situation an der Haltestelle Sportforum Süd angeschaut, speziell nach Spieltagsende und wo es hier und da hakt. Innerhalb von nicht mal einer Stunde ist der ganze Abreiseverkehr vorbei. Die UEFA hat die Forderung, dass innerhalb einer Stunde der Abreiseverkehr durch sein sollte und das schafft die LVB locker. Die Bahnen sind kurz nach Abpfiff natürlich voll, aber das ist bei 45.000 Zuschauern, die gleichzeitig abreisen wollen überall so. Da muss man auch mal eine Bahn abwarten oder wenn man es entspannt haben will ein Bier mehr trinken und eine halbe Stunde später entspannt fahren.

 

Seit Anfang des Jahres fahren wieder Bahnen durch die Waldstraße. Dadurch können wieder die Linien 4 und 51 durch die Waldstraße fahren. Wie hat sich dies aus deiner Sicht ausgewirkt?

Sehr positiv auf den Stadionverkehr insgesamt. Es hat sich wieder entspannt, weil nicht mehr der alleinige Fokus auf Sportforum Süd bei den ÖPNV-Nutzern liegt und insbesondere nach Norden eine Verbindung durch die Linien 4 und 51 besteht. Die 51 fährt leider durch die Baustelle in der Georg-Schumann-Straße aktuell nicht. Bei der Haltestelle Sportforum Ost sehen wir definitiv noch Verbesserungspotenzial, dass die Wendeschleife besser integriert wird – das hat während der Bauphase in der Waldstraße super geklappt.

 

Abschluss der Bauarbeiten in der Waldstraße und der Haltestelle Sportforum enspannen An- und Abreise zu den Spielen

 

Von mehreren Fans gab es den Hinweis, dass die Linie 4 gerade nach Abendspielen nicht oft genug fährt. Wie ist da deine Wahrnehmung?

Da die Linie 51 baustellenbedingt aktuell nicht fährt, ist das ein zusätzliches Problem. In jedem Fall sollte die 4 insbesondere bei Abendspielen häufiger auch in Richtung Norden fahren. In Richtung Hauptbahnhof läuft das deutlich besser. Wir hatten vorgeschlagen, beide Linien im Abreiseverkehr gen Hauptbahnhof durch die Feuerbachschleife fahren zu lassen und so auch die Haltestelle Sportforum Ost zu bedienen. Momentan wird sie nur durch die neue Sonderlinie 54 bedient.

 

Tobi hat bei Instagram gefragt, ob es auch in der Waldstraße und der Haltestelle Sportforum Ost digitale Anzeigetafeln gibt. Kommen die noch?

Ja, die sind bereits vorbereitet mit einem Mast, es fehlt nur noch die Anzeigetafel darauf. Die sollen hoffentlich noch bis Saisonende kommen.

 

Digitale Anzeigetafeln an den Haltestellen der Waldstraße und Sportforum Ost sind bereits vorbereitet 


Der Vertrag mit der Fahrradgarderobe, also den mobilen Fahrradstellplätzen auf der Festwiese, wurde kürzlich verlängert. Hast du nähere Zahlen, wie diese angenommen wird und wie ist da die Entwicklung insgesamt?

Die Fahrradgarderobe wird immer besser angenommen, nicht ohne Grund wurde die Kapazität im Sommer auf fast 3.000 Plätze auf der Festwiese erhöht. Beim letzten Champions League-Heimspiel gegen Real Madrid bei kühlen Temperaturen und Dunkelheit waren rd. 1.100 Räder in der Fahrradgarderobe und weitere im Stadionumfeld. Der Bedarf ist da und wir haben auch mit RB Leipzig gesprochen, ob vor den beiden weiteren Eingängen Stadionvorplatz und Rosengarten noch eine zusätzliche Möglichkeit besteht. Inwiefern da eine weitere Fahrradgarderobe möglich ist, wird man sehen. In jedem Fall kommen durch die aktuelle Sanierung des Stadionvorplatzes bis Sommer 180 Fahrradbügel für 360 Fahrräder dazu. Das ist besser als nichts.

 

Die Bauarbeiten zur Sanierung des Stadionvorplatzes laufen bereits

 

Seit Anfang des Jahres gibt es die AG Spieltagsverkehr, um die An und Abreise aus dem Umland mit der Bahn zu verbessern. Insbesondere bei Abendspielen kommen Fans nicht nach Hause und auch sonst wird im Normalbetrieb ohne Zusatzzüge und Kapazitäten gefahren. Hast du Infos, was da die ersten Ergebnisse sind?

Wir waren bei der AG Spieltagsverkehr bisher nicht dabei, aber RB Leipzig, der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV), der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) stimmen sich da ab. Man hat sich in einem ersten Schritt darauf verständigt, dass die Züge zeitnah in einer größeren Länge verkehren sollen. Derzeit wird geprüft, inwiefern es zusätzliche Zugangebote auf verschiedenen Strecken geben kann. Damit ist nicht nur die S-Bahn, sondern auch die Regionalbahn gemeint. Wir hoffen als AG Stadionumfeld, dass wir bis zum Beginn der neuen Saison ein greifbares Ergebnis haben, was im Idealfall auch Regionalbusse einbezieht. Die Regionalbuslinie nach Bad Düben wurde von Fans auch immer wieder genannt.

 

Gerade nach dem Spiel sind die Straßenbahnen voll. Wäre es vielleicht auch sinnvoll, eine Partnerschaft mit Nextbike (Leihräder) anzustreben? Diese könnten an zentralen Punkten platziert werden (bspw. Hauptbahnhof, Wilhelm-Leuschner-Platz, P+R-Plätze) mit denen man dann das Stadion erreicht und vom Stadion wieder zurückkommt.

Vorstellbar ist das schon, aber das ist natürlich eine Frage, die man RB Leipzig stellen muss. Das könnte gerade Fans aus dem Umland helfen, die bspw. am Bahnhof ankommen und von dort mit dem Rad zum Stadion fahren.

 

Partnerschaft mit Nextbike als zusätzliche Möglichkeit zum Spiel zu kommen? 

 

Es gibt immer wieder die Forderung, ein Parkhaus zu bauen, was jetzt auch noch mal relevanter wird, wenn die Arena auf 12.000 bis 15.000 Plätze erweitert werden soll und die Parkplätze vor der Arena durch die zusätzliche Ballsporthalle wegfallen. Wäre es aus deiner Sicht sinnvoll dort ein Parkhaus hinzubauen oder sollte eine andere Lösung gefunden werden?

Die Diskussion über ein Parkhaus auf der Schotterfläche vor der ehemaligen Schwimmbadtribüne gibt es schon seit 2011. Diese Fläche ist auch Thema des Rahmenplans Stadionumfeld zu dem es seit dem Jahr 2020 eine Bürgerbeteiligung gab und wir uns als AG Stadionumfeld des Fanverbands mit eingebracht haben. Wir haben dort eine Straßenbahnwendeschleife verortet, die von der Fregestraße ausgehend verlängert wird und mehrere Abfahrtsgleise hat. Dies hatten auch Verkehrsexperten im Verkehrskonzept aus dem Jahr 2014 empfohlen. Unser Vorschlag dazu ist auch auf der Website des Fanverbands abrufbar.

Die Stadtverwaltung hat jedoch auf Nachfrage erklärt, dass sie dort keine Wendeschleife will, was ich einen durchaus bemerkenswerten Vorgang finde, weil der Stadtrat eigentlich schon vor vielen Jahren die Stadtverwaltung beauftragt hat, einen Plan für eine Wendeschleife an der Ostseite des Stadions zu entwickeln. Diesen Plan gibt es tatsächlich: Er sieht genau wie unser Plan als Standort die Fläche vor dem Schwimmstadion („Arena 2“) vor, mit Aufstellflächen für Bahnen und einer mehrgleisigen Haltestelle. Er wird allerdings unter Verschluss gehalten. Wir haben unseren Vorschlag im Sommer 2023 noch mal konkretisiert, nämlich mit einem Parkhaus darüber.

Wir finden die Idee, auf der Fläche vor der Arena („Arena 1“) eine Sporthalle zu bauen und die Arena weiterzuentwickeln sehr gut. Das dort zu bauen und die Schwimmbadtribüne in ein Sportmuseum am Sportforum zu integrieren, das ist Sportstadt Leipzig pur. In diesem Zusammenhang die Chance zu nutzen, auch die ÖPNV-Infrastruktur der zukünftig höheren Zuschauerkapazitäten anzupassen, wäre ganz wichtig. Eine Parkhauslösung mit Straßenbahnwendeschleife unten drunter mit genügend Aufstellfläche für die Straßenbahnen, und zwar für die Fußballspiele genauso wie für Veranstaltungen in der Arena, finde ich durchaus eine Sache, über die die Stadt und die Stadträte noch mal nachdenken sollten. Das ist jetzt eine einmalige Gelegenheit – und der innovative Bau wäre sicher auch förderfähig.

 

Wendeschleife auf Arena 2 mit Parkhaus darüber als zukunftsfähige Lösung? 


Wenn die Arena erweitert wird, eine neue Ballsporthalle auf dem derzeitigen Parkplatz vor der Arena realisiert wird und auch der Stadionvorplatz sowie Festwiesenvorplatz entwickelt werden, wie viele Parkplätze fallen am Ende weg und wie viele Parkplätze gibt es am Ende noch?

Es fallen auf Arena 1 420 Parkplätze weg, gemäß Entwurf Rahmenplan Stadionumfeld vom Sommer 2023 weitere 140 auf dem Stadionvorplatz und 199 Parkplätze auf dem Festwiesenvorplatz, damit die Fans besser die Haltestelle Sportforum Süd von der Festwiese erreichen können. Zudem sollen die 1.155 Parkplätze am Cottaweg entfallen, wenn die Kleinmesse da ist. Somit gibt es rd. 1.900 Stellplätze im direkten Stadionumfeld nicht mehr. Damit existieren noch 431 Stellplätze innerhalb des Stadions, 98 Stellplätze an der Goyastraße, 180 Stellplätze auf dem Festwiesenvorplatz sowie 500 Stellplätze auf der Schotterfläche vor der Schwimmstadiontribüne. Insgesamt verbleiben somit rd. 1.200 Stellplätze. Das heißt, es geht also bei dieser Parkhausdiskussion nicht um zusätzliche Parkplätze, sondern einfach nur um die Kompensation der bereits bestehenden und wir sehen das auf jeden Fall als absolut notwendig an, dass hier die Parkplatzzahl nicht weiter reduziert wird, weil es jede Menge Leute gibt, die ins Stadion und auch die Arena müssen und auf das Auto angewiesen sind. Dazu gehören Mitarbeitende, die dafür zuständig sind oder dafür Sorge tragen, dass der Spieltag reibungslos läuft. Ob das die Gastro ist, Techniker, Journalisten oder die Security. Dazu kommen Mobilitätseingeschränkte oder Offizielle, wie von der UEFA. Wir haben somit eine Zahl an Leuten, die am Stadion parken müssen, so dass eine weitere Reduzierung der Plätze nicht akzeptabel ist. Über eine verbesserte ÖPNV-Infrastruktur sollte jedenfalls zuerst nachgedacht werden und erst danach darüber, ob eventuell noch ein weiteres Parkhaus nötig wäre, wenn Stadt und Stadträten tatsächlich der ÖPNV am Herzen liegt. Der ÖPNV ist, gerade bei Großveranstaltungen, das Rückgrat des Veranstaltungsverkehrs!

 

Wie sollte die Umsetzung des Parkhauses erfolgen?

Die Parkplätze sollten idealerweise vorher fix gebucht werden, so dass nur die Fans ans Stadion fahren, die auch ein Parkticket haben. So könnte RB Leipzig auf der Website und auch das neue digitale Leitsystem an den Zufahrtsstraßen im Stadionumfeld darauf hinweisen, dass keine Parkplätze mehr am Stadion vorhanden sind. Der Parksuchverkehr, der am Ende auch zu Staus und Falschparkern führt, würde sich somit deutlich reduzieren. Gibt man bei der Buchung noch das Kennzeichen ein und hat eine Kennzeichenerkennung, dann können die Autos auch schnell ein und ausfahren und es kommt zu weniger Rückstau in der Marschnerstraße. Gut wäre, wenn man insbesondere Menschen mit Mobilitätseinschränkungen die Möglichkeit gibt, ein Ticket am Stadion zu kaufen.

Jeder Fan muss sich allerdings im Klaren sein: wenn er in einem Parkhaus bei einer Großveranstaltung steht, dass es da im An- und vor allem im Abreiseverkehr zu Stau kommt. Ich stand selber schon mit dem Auto an der Allianz Arena im Stau im Parkhaus und habe vom Verlassen meiner Lücke bis zur Ausfahrt 45 Minuten gebraucht.

 

Fanfragen, die vorher noch nicht gestellt wurden:

Schmidder im Forum: Park and Ride, gibt es Konzepte für eine schnellere An und Abreise? Wie schaut es mit der Taktung in Zukunft aus, vor allen Dingen für Partien am Abend? Sind P+R-Plätze in geringerer Entfernung zum Stadion geplant?

Aktuell wird mit Auftrag von der Stadt ein P+R-Konzept erstellt. Was das Park und Ride-Konzept angeht bin ich selbst gespannt, was rauskommt.

Ich weiß, dass viele nicht zufrieden sind, wie Park und Ride an das Stadion angebunden sind und zum Beispiel Shuttle-Busse fordern. Shuttle-Busse sind jedoch ein hehrer Wunsch. Fast jeder Parkplatz ist mit der Straßenbahn angebunden. Um die Kapazität einer Straßenbahn zu erfüllen, braucht man zwei Busse. Wenn ich jeden Park+Ride-Parkplatz mit Shuttle-Bussen bestücken will, benötigt man eine sehr hohe Zahl an Bussen, die im Gegensatz zu den Straßenbahnen auch mit im Autoverkehr stehen. Diese hohe Anzahl an Bussen und Fahrern steht jedoch nicht zur Verfügung und zudem würde man dann noch einen Busbahnhof am Stadion benötigen. Die Shuttle-Busse werden aktuell für Gästefans zwischen Hauptbahnhof und Gästeblock genutzt. Weitere Shuttlebusse wird es nicht geben, hat uns die LVB auf unsere Frage - nachvollziehbarerweise - geantwortet.

Nicht angebunden sind die Park+Ride-Parkplätze im Süden Grünaus und Lausen (Entlang der Linien 1 und 2). Hier wünschen wir uns nach wie vor eine Stadionlinie von Lausen zum Sportforum. Der Park+Ride Lausen ist einer der bestausgebauten Parkplätze und einer der am schlechtesten ausgelasteten, aus genau diesen Gründen.

Und im Süden, auf der AGRA, ist zumindest zur EM ein P+R geplant, der mit einer Stadionlinie angebunden werden soll. Ob das dauerhaft passieren wird – lassen wir uns überraschen.

 

Enrico bei Facebook: Wenn die Jahnallee nun für den Autoverkehr gesperrt ist und damit mehr Straßenbahnen durchfahren können, warum kann die Haltestelle Sportforum Süd noch nicht als Doppelhaltestelle genutzt werden?

Diese Frage haben wir auch an die LVB gestellt und folgende Antwort bekommen: Wir stellen uns vor, es stehen zwei Straßenbahnen hintereinander. Dann fährt die erste Bahn los, die zweite Bahn fährt aber noch nicht los, weil dort noch Leute einsteigen und die Türen blockiert sind. Damit ist die erste Fahrzeugposition leer, die zweite Bahn an der zweiten Position und alle, die von vorne kommen, sehen die Bahn da hinten stehen und wollen alle in diese Bahn einsteigen. Die Türen werden weiterhin blockiert, entsprechend fährt diese Straßenbahn nicht los und es gibt eine noch größere Verzögerung bis diese Bahn losfährt. Erst dann können dann wieder zwei Bahnen nachrücken und dann gibt es wieder eine enorme Dynamik, die man auch vom Hauptbahnhof kennt, wo man nicht genau weiß, an welcher Position die Bahn hält und somit die Leute hin und her laufen. Das Ende vom Lied ist, dass dadurch nicht mehr Leute in derselben Zeit abgefertigt werden können, sondern wohl sogar weniger, mit noch mehr Chaos auf dem – zu engen – Bahnsteig.

 

Karl-Heinz bei Facebook: Warum ist das Tor Abgang Elsterflutbett hinter Sektor C ständig verschlossen? Die Auslasssituation ist wesentlich entspannter, wenn das Tor geöffnet ist. Gerade beim Ausgang in Sektor B staut es sich extrem.

Dazu kann ich nichts sagen, aber die Frage können wir gerne mal an RB weiter geben.

 

Bert bei Facebook: Am Waldplatz gibt es nach dem Spiel als Fußgänger ziemliches Chaos und es dauert nicht mehr lange bis zum ersten schlimmen Unfall. Vor dem Spiel wird alles abgesperrt und nach dem Spiel kommt es zum Chaos.

Am Waldplatz gibt es aktuell mehrere Baustellen von Häusern, die teilweise die Fußwege blockieren, so dass bei der hohen Zahl der Menschen einige auf die Straßen ausweichen. Die Baustellen hatten wir zusammen mit der LVB angemerkt und immerhin kann die eine Baustelle jetzt umlaufen werden. Ich weiß, dass die Baustelle schon häufiger Thema im Stadtbezirksbeirat war. Wenn man zum Bahnhof nach dem Spiel läuft, ist auch eine Parallelstraße zur Jahnallee zu empfehlen. Aber hier zeigt sich auch noch einmal deutlich, warum der Sperrkreis absolut notwendig ist, nämlich auch, um die Fußgänger vor dem Autoverkehr zu schützen.

 

Mehrere Häuser werden gerade rund um den Waldplatz gebaut

 

Heike bei Facebook: Nach dem Spiel stehen die Autos von der Käthe-Kollwitz-Straße bis zur Rennbahn in südlicher Richtung vom Stadion, weil die Ampel zur B2 im Vergleich zu früheren Jahren an ist. Wäre es nicht sinnvoll die Ampel da auszustellen? Jahrelang ging es ohne.

Die Frage kann ich leider nicht genau beantworten, das nehmen wir mal mit und können die Frage der Stadt stellen.

 

Heinz bei Facebook: Was müsste es für bessere Lösungen für Rollstuhlfahrer geben, um besser zu den P+R zu kommen?

Für Lausen, wie schon gesagt, eine Stadionlinie und alle P+R und die daran anliegenden Haltestellen müssen barrierefrei ausgestattet sein, barrierefreie Toiletten sind ebenfalls ein Muss.

 

Tim Rasenball bei X fragt: Warum wird man drei Stunden vor Anpfiff nicht auf den Parkplatz vor der Festwiese gelassen mit der Begründung, der Parkplatz wäre voll, obwohl das eindeutig nicht der Fall ist?

Ich vermute stark, weil der Parkplatz für andere Fans mit Mobilitätseinschränkungen oder VIPs gebucht ist.

 

Roland Ziegler bei X: Kann man nicht die Frequenz der 56 erhöhen? Alle 20 Minuten ist schon etwas lang?

Da ist leider die Kapazität nicht da und zudem fährt dort auch die Linie 16. Die 56 ist nur ein Zusatzangebot. Aber es schließt ja nicht aus, dass man auch mit der 16 in die Stadt fährt und dort am Hauptbahnhof in die zahlreichen anderen Linien steigt, die von dort im Zweiminutentakt fahren.

 

doublebogey68 bei X: Um mit der Tram 56 von zum P + R Parkplatz Messe zu kommen, wird jede Haltestelle bedient und dadurch lohnt sich die Benutzung gar nicht mehr. Warum wird jede Haltestelle bedient, wenn diese Linie doch als Pendelverkehr zwischen Messe und Stadion fungiert?

Das haben wir auch mit der LVB besprochen und uns erklären lassen: Es ist dadurch nichts gewonnen, wenn eine Bahn zwei Haltestellen überfährt, weil über kurz oder lang ist sie der vorhergehenden Linien-Straßenbahn aufgefahren, steht also hinter ihr im Stau und es gibt keinen Einspareffekt, dafür aber den Preis, dass einige an der einen oder anderen Haltestelle nicht ein- und aussteigen können. Dasselbe trifft analog auch auf andere Strecken zu.

 

Jupp: Abschließende Frage: Unser Trainer heißt Marco Rose. Der Eingang hinten am Sektor D heißt Rosengarten. Wann werden am Rosengarten auch Rosen gepflanzt? 😊

Ich bin kein Botaniker, aber es ist ein guter Hinweis, den wir mal an RB weiterleiten. Ist Marco Rose eigentlich Botaniker?


Vielen Dank für das Interview und die Arbeit der AG Stadionumfeld des Fanverbands!

Wer Fragen und Hinweise an die AG Stadionumfeld des Fanverbands hat, kann sich an ag.stadionumfeld@fanverband.de wenden.


Links:

Website Stadt Leipzig Rahmenplan Stadionumfeld

Verkehrskonzept "staufrei" AG Stadionumfeld Fanverband

Entwicklung Sportform Ost AG Stadionumfeld Fanverband

Jupp



Permalink:
https://www.rb-fans.de/artikel/20240226-special-stadionumfeldverkehr.html

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KANE LUST AUF SIEG?

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Leipzig - (26.02.2024) Die Niederlage in München bedeutet, dass Leipzig seit Anfang November in der Liga weiterhin nur einen Auswärtserfolg verbuchen kann. Die Krise der Bayern war greifbar, aber die Probleme Leipzigs, die seit dem Herbst deutlich sichtbar sind, waren eben größer. Garniert wurde das Ganze mit eher unglücklichen Schiedsrichterentscheidungen.

Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

Der FCB in der Krise, Tuchel muss am Saisonende gehen, drei Pleiten in Folge und die Titelchancen bewegen sich im Promillebereich. Gute Voraussetzungen, um zum fünften Mal in Folge gegen den FCB ungeschlagen zu bleiben. Aber Leipzig hat eigene Probleme: Eine veritable Auswärtsschwäche – seit Oktober kein Auswärtsspiel mehr zu Null gewonnen und nur eines der letzten sieben überhaupt siegreich gestaltet. Das Getriebe läuft schon lange unrund, darüber konnten auch die letzten Heimerfolge nicht hinwegtäuschen. In München musste Blaswich den angeschlagenen Gulácsi ersetzen und Šeško startete für Poulsen.

 

Šeškos Treffer reichte am Ende nicht.

 

Dreisatz des Spiels

Mit diesen Problemen ist kein Staat zu machen. Natürlich kann man in München verlieren, aber der Ton macht die Musik und die ist derzeit weit davon entfernt harmonisch zu klingen. Nur 20 Minuten spielte Leipzig wirklich mit, kam zu dem nicht unverdienten Ausgleich und stellte danach prompt wieder jegliche Bemühungen ein. Die Zufriedenheit ist das Ende aller Ambitionen. Wechsel und Körpersprache zeigten diese Ambitionslosigkeit mehr mitzunehmen als einen Punkt. Dafür und für andere Fehler wurde RBL am Ende mit der Last-Minute-Niederlage bestraft.

 

Henrichs erneut unter seinen Möglichkeiten.

 

Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt

Šeško: Sicherlich treibt er einen zur Weißglut und auch gegen die Bayern vergab er die beste Chance, aber immerhin erzielte er den Ausgleich und verbuchte die drei besten Abschlusschancen für sich. Im Spiel nimmt er sich immer noch zu viele Auszeiten, aber trotz dieser Schwächen sind Poulsen und Baumgartner aktuell keine echten Alternativen zum Slowenen.

Xavi: Erneut einer der besten Leipziger, ihn in der Schlussphase rauszunehmen, war nicht nachvollziehbar, da mit ihm eine der letzten Entlastungsmöglichkeiten flöten ging. Er muss sich leicht verschaukelt vorkommen, solche Endphasen auf der Bank mitzuerleben. Die meisten Keypässe hatte er natürlich auch wieder auf seiner Seite.

Olmo: Leitete den Ausgleich ein und hatte eine stabile Zweikampfquote – führte und gewann die meisten in absoluten Zahlen auf Leipziger Seite. Abseits davon dennoch noch einige Luft nach oben und kein Vergleich zu seiner entfesselten Version aus dem Super Cup-Finale.

 

20 gute Minuten nach der Pause wurden mit dem Ausgleich belohnt.

 

Luft nach oben

Abwehr: Schon nach wenigen Minuten, als Blaswich Kanes Kopfball von der Linie kratzte, war klar, dass man den Topgoalgetter der Liga besser nicht aus den Augen lässt, dass Mannschaft und Team diese einfache Formel bis in die Schlussphase nicht gedanklich verarbeitet hatten, führte dann zum Knockout. Wohin sich Simakan in dieser Situation orientierte, wird er wahrscheinlich auch nicht wissen.

Wechselspieler: Ein glückliches Händchen hat Rose schon seit der Hinrunde nicht mehr, was die Wechsel anbelangt, gegen die Bayern verpufften sie besonders eindrucksvoll. Poulsen kam im Prinzip gar nicht ins Spiel, Kampl und Elmas führten keinen Zweikampf und Lukeba und Baumgartner hätte man sich eine Minute vor Ende auch schenken können.

 


Tweet des Spiels

Der Tod aller Ambitionen.

 

Champagner statt Bier – die Fans

Zeitweise war es arg ruhig in der Allianz-Arena und zeitweise machten besonders die mitgereisten Leipziger gut Stimmung. Dass bei den vielen abgespulten Reisekilometern ein fußballerischer Tiefschlag dem anderen folgt, gehört zu den eher traurigen Geschichten der Saison.

 

Pfeife des Spiels

Stegemann machte insgesamt nicht die beste Figur, aber die Niederlage auf den Schiedsrichter zu schieben, wäre der falsche Ansatz. Kimmichs tritt in die Weichteile von Openda im ersten Durchgang hätte auch mehr geben können als nichts, es wurden schon Kicker für weniger vom Platz gestellt, zumal das Hochziehen des Beins nicht wirklich eine normale Fallbewegung war. Auch Pavlović hätte, wie Tuchel mit der schnellen Auswechslung danach erkannte, durchaus vom Platz gestellt werden können, als er Openda im zweiten Durchgang seinen Ellenbogen ins Gesicht rammte. Beim 2:1 roch es ein wenig nach Abseits, eine kalibrierte Linie gab es nicht aber ich glaube, dass im Zentrum Orbán noch näher dran war. Insofern ein paar strittige Szenen, die es so oft in Spielen gibt.

 

Xavi giftig.

 

Aufgefallen

1)      Die große Klammer dieses Spiels war die sträfliche Missachtung von Kanes Fähigkeiten im Abschluss. Es begann mit der Chance in der 5. Spielminute, setzte sich mit dem Führungstreffer in der 56. fort und endete mit dem Schlusspunkt in der 91. Nur Kane hatte auf FCB-Seite gut Abschlussmöglichkeiten und bei fast allen war er ungedeckt. So darfst du mit dem besten Torjäger der Liga einfach nicht umgehen. Dass die Abwehr dies bis zum Ende nicht verinnerlicht hatte und Rose hier nicht von außen eingriff, waren die Knackpunkte des Spiels.

2)      In der Hinrunde zitierte ich Fassbinders Melodram „Angst essen Seele auf“ beim Spiel gegen City und während City wirklich angsteinflößend sein kann, sind es die Bayern in der aktuellen Situation nicht mehr wirklich. Trotzdem spielte Leipzig in der ersten Halbzeit und nach dem Ausgleich das Kaninchen, das sich vor der Schlange verstecken will. Diese lethargischen und furchtsamen Phasen gab es in quasi jedem Spiel seit Herbstanfang. Wenn das Team nicht begreift, dass es diese Teilnahmslosigkeit ist, die am Ende die Champions League kosten wird, dürfte die Saison ähnlich melodramatisch wie Fassbinders Film enden.

 

Leipzig ineffizient aber Bayern mit den klar besseren Chancen.

 

3)      Spielerisch bleibt nach den markigen Worten aus der Winterpause und dem Trainingslager mit angeblichen Fokus auf das Spiel mit dem Ball weiterhin Ebbe bei den Rasenballern. In Sachen Passqualität blieb RBL in allen Belangen hinter den Bayern – Keypässe, Pässe ins Offensivdrittel und Pässe in den Strafraum und dabei war de FCB noch nicht mal wirklich gut. Zwar war RBL defensiv nicht so schlecht – gute Zweikampfquote (59%), läuferisch auf Augenhöhe und viele Tacklings, aber mit dem Ball war es nur eine sehr kurze Phase zwischen dem Wiederanpfiff und dem Ausgleich passabel. Hier fallen den Leipziger die unsauberen Pässe und die Probleme einiger Kicker in der Ballverarbeitung mit schöner Regelmäßigkeit auf die Füße.

 

Auswärts ist derzeit ein Synonym für Sieglosigkeit.

 

4)      Bleibt ein letzter Punkt zu erwähnen. Man hat nicht wirklich den Eindruck, dass das Team die aktuelle Misere wirklich juckt. Die Worte nach dem Spiel gleichen sich ein aufs andere Mal, auf dem Feld geht viel zu selten ein Ruck durch die Mannschaft. Aus hungry4more als Teamschlachtruf wurde You can do anything, bei dem die Einzelperson im Fokus zu sein scheint. Ein starker Mann, der dem Team und Rose mal Beine macht, ist weit und breit nicht zu sehen. So scheint die Saison ihrem Ende entgegenzudümpeln, ohne dass man den Eindruck gewinnen könnte, dass das Pokalaus oder die langsam entgleitende Champions League Qualifikation irgendjemand groß zu ärgern scheint.

5)     Die eine Million Euro Frage ist nun, kann Rose diese Problemstellen wirklich lösen? Denn für eine simple Formdelle sind diese Schwächen zu persistent. So gut der Start in die Saison war, so lange ist dieser schon her und so absteigend ist die Form- und Ergebniskurve seit dem Ende des Spätsommers. Zu selten ist das Team mehr als die Summe seiner Einzelteile, manchmal gar scheinbar weniger als dies. Aber genau diese Extraprozente aus einer – zweifelsfrei nicht untalentierten Mannschaft – herauszuholen, ist die Aufgabe des Übungsleiters. Von Überperformance wie bei Stuttgart oder Leverkusen ist Leipzig aber einen ganzen Schritt in Siebenmeilenstiefeln entfernt. Die Hoffnung durch Wechsel und Rückkehrer wie etwa Orbán und Gulácsi die Trendwende einzuleiten, war keine nachhaltige Idee, die an den Grundproblemen etwas hätte ändern können. Wo man hinsieht bröckelt der Putz: Automatismen, Standards, Spielkultur, Abwehrverbund und nicht zuletzt auch der fehlende Wille und eine echte Lernbereitschaft.

 

Abschied von Andi Brehme.

 

Fazit & Ausblick

Es kommt einfach zu viel zusammen. Hausgemachte Probleme, die schon lange bekannt sind. Lethargische und ängstliche Phasen im Spiel – auch gegen den FCB wieder fast 70 Minuten Leerlauf, Abwehrprobleme, die auch mit Willi nicht der Vergangenheit angehören – wie kann Kane so oft, so frei stehen, wenig erfolgreiches in-Game-Coaching, sei es um derartige Probleme abzustellen oder über Wechsel gezielt einzugreifen und natürlich die spielerische Armut, die sich wie ein roter Faden durch die Saison zieht. Es reicht einfach nicht aus, sich auf die wenigen Topspieler zu verlassen, sondern es braucht Automatismen und einen klaren Plan.

Man könnte sich einige Spieler aus der Hinrunde nehmen und nach diesen Kritikpunkten in den Berichten suchen – man wird sie auch dort finden. Seitdem ist zwar Olmo zurückgekommen, aber trotzdem spielt das Team letztlich immer schlechter und ist im Prinzip von Einzelleistungen abhängig. Das letzte durchgängig zufriedenstellende Spiel ist Monate her. Die so oft nach den Spielen zu hörende Aussage, dass man daraus lernen wird, ist nur eine hohle Phrase.

Nun geht es in einer Woche nach Bochum, dem Team, was vor einer Woche die Bayern daheim besiegt hatte, das in der Hinrunde erstmals in Leipzig einen Punkt mitgenommen hat und in der letzten Rückrunde überhaupt zum ersten Mal gegen Leipzig punktete – zwei dieser vielen kleinen erfolgreichen Serien, die zuletzt ihr unrühmliches Ende fanden. Aber so lange das Team nicht begreift, der Erkenntnis von Problemen auch ein Lösungsansatz und ein Lösungsversuch folgen müssen, wird das nächste Woche wieder kein Zuckerschlecken werden.

 

Vielleicht mal wieder mit den Fans einen Auswärtssieg feiern?

 

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Statistik
FC Bayern München: Neuer (C) – de Ligt, Dier, Guerreiro, Kimmich – Goretzka, Pavlović (81. Kim) – Müller (64. Laimer), Musiala (83. Choupo-Moting), Sané (65. Tel) – Kane
Bank: Ulreich – Aznou, Zaragoza, Zvonarek
RB Leipzig: Blaswich – Henrichs, Simakan, Orbán (C), Raum (90.+3. Lukeba) – Schlager, Haidara (73. Kampl) – Olmo, Xavi (87. Elmas) – Šeško (90.+3. Baumgartner), Openda (73. Poulsen)
Bank: Zingerle – Lenz, Bitshiabu, Seiwald
Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)
Tore: 1:0 Kane (56.), 1:1 Šeško (70.), 2:1 Kane (90.+1.)
Torschüsse: 16 / 11
Schüsse aufs Tor: 4 / 6
expected Goals: 1,83 / 0,58
Passquote: 90% / 85%
Zweikampfquote: 41% / 59%
Ballbesitz: 56% / 44%
Laufleistung: 119,62 km / 118,07 km
Sprints: 252 / 244
Fouls: 11 / 10
Ecken: 6 / 4
Abseits: 3 / 0
Gelbe Karten: Pavlović (4), de Ligt (5), Musiala (2) / Orbán (1), Schlager (5), Simakan (6)
Zuschauer: 75.000

Rumpelstilzchen


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TUCHELS ABSCHIEDSTOURNEE

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Leipzig - (23.02.2024) Zwei Teams, die den Erwartungen hinterherhinken. Bei den Bayern macht sich so langsam die Erkenntnis breit, dass Dusel und markige Wort diese Saison nicht zur Meisterschaft reichen werden und in Leipzig muss man sich – wenn jetzt nicht stringent gepunktet wird – vielleicht auf eine Saison ohne die Königsklasse gefasst machen. Das Spiel in München ist dabei eines, wo RBL wenig zu verlieren, aber viel zu gewinnen hat und daher eigentlich befreit aufspielen kann.

Wenn das Tischtuch(el) erstmal zerschnitten ist

In München ist die Ablösung des Übungsleiters in trockenen Tüchern. Damit reiht sich Tuchel ein in eine Reihe von namhaften Trainern, die Bayern nach dem Ende der Ära Pep verbrannt hat. Eine nicht unwichtige Rolle in dieser Misere haben die Verantwortlichen in der Kaderpolitik. Längst ist das Team nicht mehr ausgewogen besetzt und die Ansprüche der Helden von einst passen nicht immer zu ihren Leistungen. Die Wünsche der Trainer verhallten und so könnte im Sommer schon die Lunte am nächsten Übungsleiter entzündet werden.

Vielleicht ist es aber auch ganz einfach und die Bayern haben sich mit Kane einfach die Titellosigkeit ins Haus geholt. So sehen es sicherlich einige englische Medien und Fans. Selbst die Mega-Investition und die Torjägerkanone reichen wohl am Ende nicht aus. Was bleibt ist aber auch, dass Tuchel nicht das Optimum aus den Möglichkeiten herausgeholt hat, blickt man ein Jahr zurück, mutet der Zustand bei Nagelsmanns Ablösung fast schon wie ein Luxusproblem an. Zumal der Kleinbusfreund damals keinen Kane hatte…

Obendrauf kommt die starke Saison von Leverkusen, die einfach auch zu Recht dort oben stehen, auch wenn sie bei ein paar Spielen auch etwas Glück hatten. In den meisten Statistiken führt der FCB dennoch die Liga an: Ballbesitz, Torschüsse, Schüsse aufs Tor, Passquote, Dribblings, Tore und Tore aus dem Spiel heraus. Probleme gibt es allenthalben in der Verteidigung, wo Bayern weit entfernt ist vom Spitzenreiter und auch mehr Torschüsse zugelassen hat. Bei Kontergegentoren nimmt Bayern sogar den zweiten Platz ein, nur Freiburg hat mehr kassiert – die Chance für Leipzig?

Den Bayern definitiv fehlen werden neben den Verletzten Gnabry, Coman, Davies, Sarr, Boey und Mazraoui auch der gesperrte Upamecano. Mit Laimer ist ein weiterer Ex-Leipziger fraglich.

 

Neuzugang im rb-fans.de Team - stay tuned...

 

Wasserstand am Pleißestrand

Nach zwei Bundesligaheimsiegen in Folge ist noch lange keine Trendwende eingeleitet, aber es waren Schritte in die richtige Richtung. Defensiv stabiler – auch gegen Real – und offensiv zumindest teilweise erfolgreicher. Die beiden Partien ohne Gegentor gegen Union und Gladbach – ihres Zeichens zwei der schlechtesten Auswärtsteams – sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass in Sachen Kompaktheit, Konterabsicherung und Standardverteidigung immer noch Luft nach oben ist. Gladbach war zu bräsig vor dem Kasten, Union hatte immerhin mehr xG aus dem Spiel heraus und Augsburg schenkte RBL zwei Treffer ein.

Nur eines der letzten sechs Auswärtsspiele in der Liga konnte Leipzig gewinnen, womit die Problematik seit dem Herbst sehr gut zusammengefasst ist. Der einzige Sieg seit Ende Oktober war immerhin in Dortmund, warum jetzt also nicht auch in München? Für das Spiel fällt Klostermann aus, der Rest des Teams steht Rose zur Verfügung. Große Änderungen sind in der Startelf nicht zu erwarten. Šeško könnte Poulsen ersetzen oder Rose könnte auf eine Fünferkette setzen. Gesetzt dürften Gulácsi, Raum, Orbán, Schlager, Xavi, Openda und Olmo sein. Im Idealfall darf Elmas mal zeigen, warum RBL ihn im Winter für über 20 Mio. € geholt hat.

 

Fahrten nach München können sehr schön sein!

 

Statistisches

Bereits dreimal verlor Leipzig an einem 23. Spieltag, immer auswärts und immer mit einem Tor Unterschied. Startete ein Spiel an einem 23. Spieltag um 18:30 Uhr, dann gewann RBL aber jedes Mal (Paderborn, Schalke, Gladbach). Platz 5 zum 23. Spieltag ist Leipzigs schlechteste Bundesligaplatzierung. Nur einmal in der Vereinsgeschichte waren die Rasenballer schlechter platziert (8. unter Beierlorzer). 15 von 19 Spielen an einem 24. eines Monats gewann RBL nur in Paris (2020) und Wolfsburg (2018) musste man sich mit jeweils 0:1 geschlagen geben. Die letzten drei Spiele an einem 24., inklusive des bisher einzigen Spiels an einem 24.2. (gegen San Sebastián), wurden allesamt sicher gewonnen. Nur einmal spielte RBL als Fünfter gegen einen Tabellenzweiten – 2018 siegte Leipzig dabei daheim gegen Schalke mit 3:1. Die letzten beiden Auswärtsspiele als Tabellenfünfter wurden bekanntlich nicht gewonnen. Nur eines der letzten fünf Spiele und nur vier der 12 Spiele überhaupt gegen ein Team, dass drei Plätze vor Leipzig lag, wurden gewonnen. Nur einmal gelang RBL dies auswärts – 2017 als Vierter beim Tabellenführer aus Dortmund. Was Leipzig natürlich Mut machen kann, sind die vier ungeschlagenen Spiele in Folge gegen die Bayern mitsamt der letzten zwei Auswärtserfolge in München mit jeweils drei Toren.

 

Einer geht diese Saison noch...

 

Als Nebenziel in dieser Saison kann übrigens definiert werden, den FC Augsburg in der ewigen Bundesligatabelle zu überholen. Rostock hat Leipzig kürzlich kassiert und ist damit die beste Mannschaft aus den nicht mehr ganz so neuen Bundesländern. Dies ordnet die geschlossene Gesellschaft Bundesliga fast ein Vierteljahrhundert nach der Wende auch nochmal etwas ein. Um auch den FCA zu überholen, fehlen Leipzig noch acht Punkte mehr in dieser Saison – machbar. In Sachen Punkte pro Spiel steht RBL weiterhin fest auf Platz 2 hinter den Bayern – nur um die aktuellen Sorgen hier und auch anderswo in der Fanszene mal in einen anderen Kontext zu rücken. Stichwort: Jammern auf hohem Niveau.

 

Es wird mal wieder Zeit für einen entfesselten Olmo.

 

Fazit

Noch ist der Meisterschaftdrops nicht gelutscht, aber da müsste schon das Vizekusensyndrom hart reinknallen, dass Bayern am Ende oben steht. Um das zu ermöglichen, braucht es wohl einen Sieg gegen RBL, aber ob das Team sich für den scheidenden Tuchel noch reinhaut, steht auf einem anderen Blatt. Für Leipzig geht es darum, Anschluss an Stuttgart und Dortmund zu halten, aber ein Sieg in München ist sicherlich nicht unbedingt eingerechnet, das gilt eher für die folgenden Ligaspiele im März. Daher hat RBL wenig zu verlieren, aber viel zu gewinnen.

Rumpelstilzchen


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ÜBER 4.000 FANS IN MADRID - FANGUIDE FÜR RB-FANS!

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Madrid - (21.02.2024) Unser Achtelfinal-Rückspiel findet am 6. März im legendären Estadio Santiago Bernabéu in Madrid statt. Mit über 4.000 Auswärtsfans wird es einen neuen internationalen Auswärtsrekord geben. Wie immer gibt es eine WhatsApp-Gruppe, einen zusätzlichen WhatsApp-Kanal sowie einen Fanguide von RBL International!

WhatsApp-Kanal & Gruppe

Aufgrund der hohen Zahl von Auswärtsfahrern gibt es dieses Mal einen WhatsApp-Kanal mit aktuellen Infos von Marko (RBL-International) und der Fanbetreuung über z.B. Fantreffen und eventuelle weitere Aktionen. Auch eine WhatsApp-Gruppe für den Austausch unter Fans und Eure Fragen wird es geben. Aus Erfahrung der vergangenen internationalen Auswärtsreisen können wir dies nur absolut empfehlen!

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Der nachstehende Guide stammt aus der Facebook-Gruppe „RB Leipzig International.“ Dort gibt es alle Tipps für Anreise, Treffen und natürlich auch Platz für Eure Fragen, Anregungen und Hinweise der Fans untereinander.

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Fanmarsch & Treffen

Ein Fanmarsch ist gewollt, hängt aber auch von einer Genehmigung ab. Sobald es hierzu Informationen gibt, werden wir diesen Artikel aktualisieren und euch auf unseren Kanälen informieren.

Treffpunkte für abendliche Treffen in Madrid werden über die angesprochenen WhatsApp-Kanäle kommuniziert.



Fanguide für die Reise nach Madrid

Alle Infos zu Anreise, Fortbewegung in Madrid, Bezahlmöglichkeiten, dem Stadion Santiago Bernabeu sowie Sehenswürdigkeiten findet ihr im folgenden Guide von RB Leipzig International für eure Reise nach Madrid. Wir können diesen Guide jedem Fan nur empfehlen!


Madrid-Guide für RB-Fans


Jupp



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