NÄCHSTE BEGEGNUNG

9. Spieltag 1. Bundesliga
Samstag, 08.10.2022, 15:30 Uhr
Ort: MEWA Arena, Mainz
1. FSV Mainz 05
RB Leipzig
Spielplan RB Leipzig

1. LIGA QUICKTABELLE

1
1. FC Union Berlin
17
2
SC Freiburg
17
3
Bayern München
15
4
Borussia Dortmund
15
5
1899 Hoffenheim
14
6
Eintracht Frankfurt
14
7
1. FC Köln
13
8
Werder Bremen
12
9
Mönchengladbach
12
10
FC Augsburg
12
11
RB Leipzig
11
12
1. FSV Mainz 05
11
13
Wolfsburg
8
14
Hertha BSC
7
15
FC Schalke 04
6
16
VfB Stuttgart
5
17
Bayer 04 Leverkusen
5
18
VfL Bochum
1

RB-FANS.DE TWITTER

Twitter RBL

RB LEIPZIG FANCLUBS

Offizieller Fanclub

RB-Fans.de

 
RB Leipzig Liveticker Tippspiel Spielplan Apps Fanchat

ROSIGE AUSSICHTEN AUF DEN ERSTEN DREIER IN DER CHAMPIONS LEAGUE

Titelbild
Medien DiskussionBilderVideoAudioDiskussion

Leipzig - (04.10.2022) Kaum ist die Länderspielpause vorbei, werden die RB-Fans mit 5 (!) englischen Wochen am Stück verwöhnt. Beginnen tun diese mit einem Heimspiel gegen den schottischen Rekordmeister Celtic Glasgow. Kein Unbekannter in der Messestadt.

Form von RB Leipzig

Das 4:0 gegen Bochum am vergangenen Samstag war Balsam für die RB-Seele. Endlich wieder gradliniger, offensiver Fußball. Schnell, schön und mit Erfolg. Dabei zeigte das Team von Marco Rose, dass sich ein hoher Ballbesitzanteil auch mit starkem Pressing und schnellen Kontern kombinieren lässt. Eine Formel, nach der man in Leipzig schon lange gesucht hat. Doch die abstiegsgefährdeten Bochumer scheinen kein Gradmesser für die Mannschaft zu sein, die RB Leipzig am Mittwochabend in der Red Bull Arena erwarten wird. Weiterhin muss man Konstanz zeigen, um auch nach dem Winter international spielen zu können.


Silva, Werner, Nkunku. Das offensive Dreigespann bringt RB Leipzig zurück auf die Erfolgsspur.


Ausgangslage in Gruppe F

Nach zwei Spielen stehen die Roten Bullen nach wie vor mit 0 Punkten am Ende der vermeintlich schwachen Gruppe F. Gegen Donzek zeigte man sich fehleranfällig und harmlos und auch der gute Auftritt in Madrid war am Ende nur ein erfolgloser Versuch, das Schiff wieder in internationale Gewässer zu bringen. Somit ist RB Leipzig gegen Celtic zum Siegen verdammt. Bei einer weiteren Niederlage wäre selbst Platz 3 und das Erreichen der Europa League in weite Ferne gerückt.


Heim Hui, auswärts Pfui - ein weiteres Mal gegen einen schottischen Hauptstadtklub

Es ist nicht das erste Mal, dass RB Leipzig auf einen der beiden schottischen Topklubs trifft. Bereits zweimal musste man gegen Glasgow ran, beide Male in der Europa League. Was die Fans der beiden Klubs sicherlich nicht gerne hören werden, gibt es doch einige Gemeinsamkeiten der beiden Aufeinandertreffen.  
Ob Grün-Weiß oder Blau-Weiß, in der Vergangenheit konnte RB Leipzig im eigenen Haus immer gegen die Glasgower Klubs gewinnen. Auch wenn diese stets mit einer ganzen Horde Fans anrückten, die das Barfußgässchen für einen Tag zum schottischen Hoheitsgebiet erklärten, blieben die Punkte stets in der Messestadt. Doch so schön die Spiele im eigenen Wohnzimmer auch immer waren, so (sportlich) unangenehm waren die Auswärtsspiele. Ob Gruppenphase oder Halbfinale in Glasgow sahen die Leipziger Jungs nie gut aus. Umso wichtiger scheint der Sieg am Mittwoch, wenn man weiterhin eine Rolle im internationalen Geschehen spielen will.


Das letzte Aufeinandertreffen mit Celtic Glasgow

Man muss schon ein wenig nachdenken, um darauf zu kommen, welche Leipziger Spieler beim letzten Aufeinandertreffen mit „The Bhoys“ auf dem Rasen standen. Allein die damaligen Torschützen der Leipziger mit Cunha, Bruma und Augustin, rufen (nicht immer schöne) Erinnerungen wach.

Doch seit 2018 hat sich bei den Roten Bullen so einiges verändert. Personell gehört man zu einer Topmannschaft und sollte den Schotten dahingehend überlegen sein. Zudem wird man in dieser Saison in der Champions League nicht eine halbe B-Elf spielen lassen, wie es 2018 in der Europa League unter Ralf Rangnick der Fall war. Auch ist die Spielphilosophie erwachsener geworden. Man weiß jetzt mehr mit dem Ball anzufangen, hat Erfahrungen mit Siegen und Niederlagen gesammelt und zudem einen der begehrtesten Spieler der Welt im Kader. Rein von den Marktwerten und Erfolgen müsste RB Leipzig gegen Celtic als Sieger vom Platz gehen.


Es wird nordisch auf dem Feld. Die Schiedsrichteransetzung für unser Champions League Spiel.


Verletzte/gesperrte Spieler von RB Leipzig

Weiterhin fehlen die Langzeitverletzten Dani Olmo und Lukas Klostermann. Yussuf Poulsen ist wieder voll im Mannschaftstraining eingebunden und wartet auf seinen ersten Startelfeinsatz unter Rose.


Mögliche Aufstellung von RB Leipzig

Gulácsi – Raum, Gvardiol, Orbán, Henrichs – Kampl, Schlager – Szoboszlai, Nkunku – Silva, Werner



Der Gegner im Check: Celtic Glasgow

Ein Verein mit irischer Geschichte

Kaum eine Mannschaft prägt die grün-weißen Vereinsfarben so sehr wie Celtic Glasgow. Ein Zeichen der Vergangenheit, die auf der Gründung des Vereins beruht. 1887 wurde der Celtic Football and Athletic Club gegründet, um als Projekt die vorherrschende Armut irischer Einwanderer in der schottischen Hauptstadt zu bekämpfen. Der Gründer dabei, ein schottischer Mönch.
Der Klub versteht sich als Zusammenkunft für alle Schichten, aber vor allem für die Unterprivilegierten. Was die Fans von dem United Kingdom und der vorherrschenden Monarchie halten, zeigte sich nach dem Tod der Queen im Champions League Spiel gegen Donezk, als Spruchbänder mit „Fuck the Crown“ zu sehen waren.


Manche nennen es britischen Humor, andere respektlos. Die Fans von Celtic halten nicht viel vom britischen Königshaus.


Form des Gegners

Auch wenn man vor der Länderspielpause die erste Niederlage in der Liga kassierte, geht es dem schottischen Rekordmeister sportlich sehr gut. Mit 21 Punkten steht man an der Tabellenspitze der Premiership und damit 2 Punkte vor dem verhassten Nachbarn, welche man bereits mit 4:0 schlagen konnte. In der Champions League hingegen läuft es bislang schleppend. Eine Niederlage gegen Real Madrid und ein Punkt gegen Donezk. Damit steht man zwar vor RB Leipzig, aber für das Weiterkommen reicht es bislang nicht.


Trainer und Spielphilosophie

Dass Celtic schon lange nicht mehr der Verein ist, der mit Spielern aus der direkten Nachbarschaft einen europäischen Titel holte, zeigt sich unter anderem auch auf der Trainerposition. So wie der Fußball wurde auch Celtic internationaler. Mit Ange Postecoglou steht mittlerweile ein Australier mit griechischer Herkunft an der Seitenlinie. Seit 2021 coachte der ehemalige Verteidiger die Grün-Weißen und dies mit Erfolg. In seiner Debutsaison gewann er gleich den schottischen Ligapokal und die Meisterschaft. Nun stehen nach fünfjähriger Champions League Abstinenz auch wieder die ganz großen Namen auf dem schottischen Spielplan.

Das favorisierte Spielsystem von Postecoglou ist das 4-2-3-1. In der Premiership steht dies für einen offensiven Ballbesitzfußball. Mit fast 70% Ballbesitz steht man ganz oben in der Ballbesitztabelle. Ein Grund mehr für RB, erst gar keine gegnerischen Ballbesitzstafetten zuzulassen und mit frühem Pressing dem Gegner das Spiel zu entziehen.


Player to watch

Der offensive Schlüssel Celtics ist der Japaner Kyogo Furuhashi, der mit seinen sieben Saisontoren der beste Angreifer der Bhoys ist. Furuhashi hält sich gerne zentral im Spielgeschehen auf, weicht aber auch wenn nötig auf die Außenpositionen aus. Gefährlichen machen ihn sein gutes Passspiel (65% in der gegnerischen Hälfte) sowie seine Abschlussstärke (knapp ein Tor pro Spiel bei 2,5 Schüssen). Er ist der absolute Zielspieler bei eigenem Ballbesitz, weshalb seine Herausnahme aus dem Spiel fundamental für das Endergebnis ist. 


Auch wenn das Kopfballspiel nicht seine Paradedisziplin ist, wird Kyogo die Leipziger Hintermannschaft ordentlich auf Trapp halten.


And the winner is ... der Fantipp

Es wird Zeit für den ersten Sieg in der Champions League. Daher gewinnt RB erneut gegen Celtic Glasgow im heimischen Stadion. Diesmal mit einem klaren 3:0.


Was läuft wo?

Liveticker RB-Fans.de: https://rb-fans.de/liveticker.html
Radio: http://bullenfunk.fm/
TV-Übertragung: DAZN


Alex Hell


Permalink:
https://www.rb-fans.de/artikel/20221004-vorbericht-RBL-Celtic.html

  • Celtic Glasgow
  • Champions League
  • Gruppenphase
  • Heimspiel
  • Hinrunde
  • Marco Rose

4:0 GEGEN DEN TABELLENLETZTEN – GUTER START IN DIE DOPPELSPIELWOCHEN

Titelbild

Leipzig - (02.10.2022) Leipzig startet mit einem überlegen geführten und nie gefährdeten 4:0 Sieg gegen den Tabellenletzten aus Bochum in die Doppelspielwochen. Werner und Nkunku trafen doppelt, womit der VfL noch gut bedient war, denn die Gäste zeigten, warum sie derzeit die rote Laterne fest in ihren Händen halten. Mit dem 1:0 gelang Werner sein 100. Treffer im Dress des einzig wahren Rasenballsports.

Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

Die letzte Länderspielpause vor der wenig geliebten WM im Wüstenstaat ist vorbei und sie verlief für die meisten Rasenballer durchwachsen. Raum und Werner haderten mit Deutschland. Die Ungarnfraktion siegte zwar gegen das Team formerly known as die Mannschaft, verlor aber gegen Italien. Österreich und Schweden stiegen in ihren Nations League Gruppen ab, Nkunku wurde bei Frankreich eingewechselt und Gvardiol siegte doppelt mit den Kroaten. Diallo und Haidara waren in Freundschaftsspielen tätig. Das wichtigste aber: alle kamen gesund zurück, nur Poulsen fiel kurzfristig gegen den VfL aus.

Nach dem Rückfall in alte Zeiten gegen Gladbach (die heute von Werder auseinandergenommen wurden) sollte es gegen den Tabellenletzten unbedingt ein Sieg zum Start in die Doppelspielwochen sein. Rose setzte dafür auf die ungarische Achse und brachte im Vergleich zum letzten Ligaspiel Werner für Forsberg sowie Halstenberg für Raum. Da Schlager und Simakan wieder fit waren, ersetzten sie zudem Haidara und Henrichs.

 

>>> zum Liveticker

 

Dreisatz des Spiels

Es war ein sehr dominant geführtes Spiel von RBL, bei dem Bochum nur ganz selten über die Mittellinie durfte und durch gutes Leipziger Gegenpressing und eigene individuelle Fehler offensiv kaum stattfand. Die Tore durch die drückende Überlegenheit folgerichtig und gemessen an xG (über 4), nonShot xG (2) und den Großchancen (8) eigentlich noch deutlich zu wenige, zumal Nkunku sogar einen Elfer verschoss. Werner mit seinem 100. Treffer im RBL-Dress und nach 18 Spielen unter Tedesco, in denen RBL in der ersten Halbzeit nur 5 Treffer erzielte nun Rose schon bei 4 aus 4. Es geht aufwärts aber dieses Ergebnis muss gegen stärkere Gegner noch bestätigt werden, als RBL-Fan ist man vorsichtig geworden und auswärts hat Leipzig (mit Blick auf Mainz) seit April eine sehr maue Bilanz.

 

Das Zusammenspiel der Offensivkräfte klappte deutlich besser als zuletzt.

 

Neu im Bullenstall

Werner mit einem guten Tag, zwei Tore sprechen für sich, aber er ließ auch noch zwei Großchancen aus und traf einmal den Pfosten. Fünf Schüsse aufs Tor sind ein guter Wert und Riemann war auch nicht schlecht aufgelegt. Sein Dribbling durch den Strafraum in Halbzeit 2 zeigte, dass er auch mit dem Ball umzugehen weiß, auch wenn es auch ein paar Gegenbeispiele im Spiel gab.
Schlager nicht ganz so auffällig wie zuletzt, gewann im Verbund mit Kampl auch nur drei von neun Zweikämpfen. Trotzdem in dieser Form erstmal gesetzt. Raum wurde spät eingewechselt und konnte sich nicht mehr auszeichnen (immerhin kein Fehlpass). Halstenberg macht seine Sache mit der Vorlage zum 1:0 und dem zweiten herausgeholten Elfer sehr gut und dürfte damit im Zweikampf um die Linksverteidigerposition den ersten Zug gemacht haben.

 

Nkunku vergab einen Elfer machte aber dennoch danach das 4:0.

 

Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt

Werner: Der 100 Tore Mann. Werner gab den ersten Torschuss in beiden Halbzeiten ab, zeigte auch auf engem Raum, dass das Spielgerät nicht zu seinen Feinden gehört und stand beim 2:0 da, wo ein Goalgetter stehen muss, nämlich richtig. Auch wenn Silva durchaus auch seine guten Momente hatte, dürfte unser Dönerliebhaber erstmal die Nase vorn haben.

Nkunku: Die ersten Minuten dachte man noch: „wo ist denn Nkunku“. Dann aber wurde der Franzose besser, holte den Elfer raus, weil er schwer vom Ball zu trennen ist, leitete ein paar gute Angriffe ein (4 Keypässe) und setzte mit dem 4:0 den Schlusspunkt nach feinem Pass von Busenfreund Forsberg. Da war ihm der verschossene Elfer auch schnell verziehen. Machte am Ende den Eindruck den Spaß, der ihm zuletzt etwas abhandengekommen zu sein schien, wiedergefunden zu haben.

Halstenberg: Komplettiert diese Liste, die gegen Mönchengladbach noch unterbevölkert war. Starke Zweikampfquote auf seiner Seite (85% und damit der beste Zweikämpfer mit mehr als einem Zweikampf). Die Vorlage zum 1:0 etwas glücklich, aber es war das des Tüchtigen. Beim Elfmeter in Halbzeit 2 hätte er beinahe den zweiten Scorer gesammelt.

 

Szoboszlai wieder mit einem guten Spiel.

 

Luft nach oben

Kaum etwas zu bemängeln bei der Gesamtleistung des Teams, nicht zuletzt weil Bochum Leipzig auch nicht genug stresste. Die Chancenverwertung war auch bei den Besten nicht sonderlich gut, aber Silva haderte ohne eigenen Treffer sicherlich etwas mit seiner, musste sich bei Werners Tor mit einer Abpraller-Vorlage begnügen. Henrichs und Raum konnten sich als Einwechsler in einer Partie, die bereits entschieden war nicht mehr sonderlich anbieten und blieben damit hinter Halstenberg und Simakan zurück.

 

Kategorie: Doppelt beschnitten?

fussball09: In dem Fall, das ist so einer, bin ich mal so richtig davon überzeugt, dass es ein Fehler war, Werner zurückzuholen und es vor allem die Stärke des einzigen international hochklassigen Spielers im Kader, Nkunku, extrem beschneidet.

Nkunku und Werner heute nicht so beschnitten wie gedacht.

 

Tweet des Spiels

Es gilt die Leistung da zu bestätigen, wo Leipzig zuletzt schwächelte: Champions League und in der Fremde.

 

Champagner statt Bier – die Fans

Zwar war die Stimmung im Rund gut, aber es blieben viele Plätze leer, so dass von den 44.000 Zuschauern wohl 5.000-10.000 abgezogen werden müssten. Die no-show-rate also immer noch sehr hoch. Ein Problem, was sich nicht über Nacht lösen können wird und auch wenn heute – wie für fast jeden Termin – Ausreden ins Feld geführt werden können (Kurzurlaub durch langes Wochenende, Regen), so ist diese Entwicklung dennoch bedenklich. Aber hier steht Leipzig nicht singulär in der Liga da.

Die Fankurve mit einem Plakat gegen die alleinige Nutzung der Ticketapp (auch in Köln heute derartige Plakate also ggf. eine konzertierte Aktion). Auch wenn die Möglichkeit, bei Bedarf gedruckte Tickets zu nutzen, sicherlich wünschenswert ist, so muss man hier auch mit der Zeit gehen. Nicht alles kann und muss eben so bleiben wie 1950. Sehr schön das Plakat zur Unterstützung der aktuellen Proteste im Iran.

 

Mit der Zeit gehen aber auch anderen Zeit geben.

 

Pfeife des Spiels

Badstübner steht bei RBL für Tore. Sieben Spiele und nun der sechste Sieg, bei denen jeweils mindestens drei RBL Treffer fielen. Nur in Augsburg versagte bei einem 1:1 sein Mojo, aber dort blüht einfach grundsätzlich nix auf. Bemängeln könnte man, dass er Soares nach seinem Foul gegen Simakan nicht vom Platz stellte, denn die zweite Gelbe wäre taktisch und von der Intensität her gerechtfertigt gewesen. So musste RBL selbst den Deckel auf das Spiel machen. Insgesamt fehlte es Bochum an Intensität, weswegen er besonders nach dem 3:0 einen ruhigen Nachmittag hatte.

 

Der wichtige Blick über den Tellerrand.

 

Aufgefallen

1)      Zuerst einmal gilt es natürlich Werner zu ehren. Den Kicker, der als erstes 100 Pflichtspieltore für RBL erzielen konnte. Das allein zeigt, warum seine Rückkehr emotional bedeutsam war. Heute sicherlich einer der Spieler des Spiels mit zwei Treffern aus dem Spiel heraus, in denen er beide Male auch den nötigen Platz hatte (Ballverlust bzw. Umschaltsituation). Daneben Licht (Dribbling im Strafraum) und Schatten (Abschlüsse nicht hart genug, Fehler in der Ballverarbeitung) aber insgesamt eine positive Tendenz. Wenn es Rose gelingt die Stärken von Werner, Silva und Nkunku zu kombinieren, dann kann der Leipziger Angriff so gut werden, wie die besten Spielzeiten dieser drei Kicker vermuten lassen.

2)      Willkommen zurück im Ralfball. Nein, gemeint ist nicht, dass Leipzig jetzt die Pille nur noch nach vorne drischt und Ballbesitz vermeidet (heute 70%), sondern die Grundformation. Die Fünferkette ist gestrichen, sicherlich kann sie situativ ein Revival erleben, aber im Normalfall sollte RBL mit Viererkette und einer variablen Viereroffensive auftreten. Markenzeichen sind die robusten AVs, weswegen Halstenberg vielleicht häufiger Raum die Räume wird streitig machen und Simakan als gelernter RIV den Vorzug vor Henrichs erhalten dürfte. Der Franzose heute mit guten Ansätzen und fast so gut wie Halstenberg auf Links (Zweikampf und Passwerte etwas schlechter). In etwa auf dem Niveau, was Mukiele hier in besseren Spielen aufs Feld gebracht hatte, was dazu führte, dass Leipzig diesmal keine Linksauslage sondern eine Rechtsauslage im Spiel hatte (auch weil Szobo davor gut wirbelte). Jedenfalls haben wir aktuell wieder einen echten Konkurrenzkampf um beide AV Positionen, in den (Klostermann eingerechnet) vier potenzielle deutsche Nationalspieler verwickelt sind. Was sich letztlich momentan noch besser anhört als es leistungstechnisch bisher war.

 

Simakan hat as Rechtsverteidiger die Nase vorn.

 

3)      Acht Spiele gegen den VfL und acht Siege. Lieblingsgegner ick hör dir trapsen… Das 4:0 der höchste Ligasieg gegen Bochum, so hoch wie der Pokalerfolg im Februar 2021, da war der VfL aber noch zweitklassig. Das könnte den Bochumern erneut drohen, denn mit Erstligafußball haben ihre bisherigen Auftritte wenig zu tun. Die wenigsten Tore (trotzdem übrigens mehr xG herausgespielt als Tabellenführer Union, was deren Freaksaison unterstreicht) und die meisten Gegentore. Gegen RBL offensiv quasi im 404 (not found) Modus unterwegs und defensiv nicht griffig (Leipzig lief mehr als Bochum!) genug sowie mit vielen individuellen Fehlern. Da hat Letsch eine Mammutaufgabe vor sich…

4)      Noch ein wenig mehr aus der xG Metrik: hier wäre RBL nach xPTS (also erwartbaren Punkten gemessen an den xG der Spiele) übrigens Dritter (hinter FCB und BVB) und xG-mäßig hat Leipzig nach den Bayern die meisten Torchancen erspielt – würde man nach dem bisherigen Saisonverlauf auch nicht denken… Jedenfalls RBL heute auch ohne die Elfer mit einem xG von 2,6 aus dem Spiel heraus, was schon fast die beste Nachricht des Tages ist, denn genau das war eines der großen Probleme der bisherigen Saison.

 

Auf weitere 100 Torrufe mit Timo Werner!

 

5)      Mit 90% die beste Passquote Leipzigs in der bisherigen Bundesligasaison. Auch das ein Faktor für das druckvolle Spiel und die vielen Großchancen sowie den hohen Ballbesitzanteil. Nur wenige individuelle Fehler in der „roten Zone“, weswegen Gulácsi einen geruhsamen Nachmittag hatte. Offensiv waren auch die langen Bälle aus der Abwehr und dem Mittelfeld sehr effektiv, was die relativ gute Quote von fast 70% Passquote bei langen Bällen nochmal unterstreicht.

6)      Auch der Blick auf die anderen Plätze zaubert den Fans des einzig wahren Rasenballsports heute ein Lächeln auf die Lippen. BVB und Union verlieren, was dazu führt, dass Leipzig wieder näher an die Tabellenspitze und die Champions League Plätze rückt. Abseits davon ist ja jedes Spiel, was der BVB verliert ein gutes Spiel. Sechs Punkte auf Freiburg und Union sowie vier auf BVB und FCB, das ist machbar, wenn man seine Hausaufgaben erledigt.

 

Gut gelaunt auf der PK, dieses war der erste Streich ... und der nächste folgt hoffentlich sogleich.

 

7)      Der nächste Gegner – Celtic Glasgow – kocht derzeit auch nur mit Wasser. Gegen Motherwell gab es einen knappen aber insgesamt verdienten Sieg davor gegen St. Mirren eine Niederlage, weil man selbst nur wenig gute Chancen erspielen konnte. Auch beim 1:1 gegen Donezk waren die Schotten das bessere Team ohne wirklich viele Top-Möglichkeiten und gegen Real war es zwar nicht so einseitig, wie das Ergebnis nahelegt, aber Real war das klar bessere Team. Wie dem auch sei, der Tabellenführer der schottischen Premiership wird sicherlich anders auftreten als Bochum und Leipzig braucht – wie man in den nächsten Wochen häufiger schreiben wird – einen Sieg!

 

Was für ein Unterschied zu den letzten ersten Halbzeiten.

 

Fazit & Ausblick

Ein toller Einstieg in die kommenden Wochen, den man jedoch wegen des schwachen Gegners nicht überbewerten darf. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, erst recht nicht, wenn sie einem, wie heute fast schon bratfertig in den Mund fliegt. Denn Bochum agierte bis auf wenige Ausnahmen nicht so, wie man es gegen RBL tun muss und wie es gefordert ist, wenn man wie der VfL schon früh in Abstiegsnot ist.

Wenn Leipzig nämlich die Räume erhält, dann bekommt man als Gegner schnell die volle Angriffswucht zu spüren und Bochum ließ Leipzig heute teilweise auch zu viele Freiheiten. Das stellt jetzt die Leipziger Leistung etwas unter den Scheffel, weil auch hier gut gearbeitet wurde. Was auch Mut für die kommenden Wochen macht.

Gegen Celtic daheim wird aber ein physisch ganz anders aufgestellter Gegner auf unsere Rasenballer warten, den man – siehe die Rangers in der letzten Rückrunde – nicht unterschätzen darf. Will RBL noch eine Chance aufs Achtelfinale haben, so sind die Spiele gegen Celtic der Schlüssel. Dazu kommt das Auswärtsspiel bei den solide gestarteten aber nun etwas nachlassenden Mainzern. Dort gab es letzte Saison die schlimme Pleite am ersten Spieltag und seit April (ja, dem mit dem Osterhasen) hat RBL auswärts in der Liga nicht mehr gewonnen. Bochum kann also nur ein Anfang sein.

 

KickerWhoscoredSofacoreRBLBundesligaFotMobunderstat

 

Statistik
RB Leipzig: Gulácsi (C) – Simakan (60. Henrichs), Orbán, Gvardiol, Halstenberg (73. Raum) – Schlager (73. Haidara), Kampl – Szoboszlai (73. Forsberg), Nkunku – Silva, Werner (83. Novoa)
VfL Bochum: Riemann – Oermann, Ordets, Horn (46. Antwi-Adjei) – Gamboa, Losilla (C), Góralski (46. Stöger), Soares (35. Mašović), Osterhage – Zoller (46. Hofmann), Holtmann
Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach)
Tore: 1:0 Werner (15.), 2:0 Nkunku (23.) FE, 3:0 Werner (53.), 4:0 Nkunku (85.)
Torschüsse: 17 / 2
Schüsse aufs Tor: 9 / 1
expected Goals: 4,2 / 0,1
Passquote: 90% / 73%
Zweikampfquote: 45% / 55%
Ballbesitz: 70% / 30%
Laufleistung: 112,4 km / 110,5 km
Sprints: 214 / 230
Fouls: 8 / 8
Ecken: 7 / 2
Abseits: 2 / 0
Gelbe Karten: – / Horn, Soares
Zuschauer: 44.403

Rumpelstilzchen


Permalink:
https://www.rb-fans.de/artikel/20221002-spielbericht-bochum.html

  • 2022/23
  • André Silva
  • Bochum
  • Bundesliga
  • Christopher Nkunku
  • Doppelspielwoche
  • Englische Woche
  • Heimspiel
  • Hinrunde
  • Jubiläum
  • Länderspielpause
  • Marcel Halstenberg
  • Marco Rose
  • Timo Werner
  • VFL Bochum

STARTET JETZT DIE AUFHOLJAGD? – UNSER TEAM IST GEGEN BOCHUM IN DER PFLICHT!

Titelbild
Medien DiskussionBilderVideoAudioDiskussion

Leipzig - (29.09.2022) Nach der Trainerverpflichtung von Marco Rose und dem furiosen Heimsieg gegen Bor. Dortmund landete man mit der klaren Niederlage in Gladbach schnell wieder auf den Boden der Tatsachen. Gegen den Tabellenletzten aus Bochum steht das Team mehr denn je in der Pflicht!

Viel Aufregung am Cottaweg

Positive Aussichten

Saisonübergreifend ist man seit vier Bundesliga-Heimspielen ohne Niederlage (3 Siege und 1 Remis), während Bochum die letzten vier Bundesliga-Auswärtsspiele verlor. Auch sind die nächsten Bundesligagegner mit Bochum, Mainz, Hertha und Augsburg (vermeintlich) leichtere Aufgaben, im Gegensatz zum schweren Saisonbeginn. Hier muss einfach gepunktet werden, will man nicht in ein Vakuum fallen und in der laufenden Bundesligasaison nur um die goldene Ananas mitspielen.

Apropos sportliches Vakuum – dies konnte durch die Verpflichtung von Max Eberl nun endlich geschlossen werden. Mit ihm als Sportdirektor (Geschäftsführer Sport) und Trainer Marco Rose hat man auf langfristiger Sicht wieder ein Fundament sowie eine sportliche Perspektive geschaffen, an deren Leitlinien und Vorgaben man sich zu orientieren hat. Bis zur Amtsübernahme von Eberl im Dezember ist aber die Hinrunde der Bundesliga schon vorbei und ehe er seine Handschrift nachhaltig hinterlassen kann, wohl die gesamte Saison. Bis dahin sollte man M. Rose und sein Trainerteam in allen Belangen unterstützen und nicht allein im Regen stehen lassen.

Grund zur Freude gab es auch unter der Woche für unsere ungarischen Akteure, die die deutsche Nationalmannschaft in der Red Bull Arena besiegen konnten. Dabei zeigten Péter Gulácsi und Willi Orban eine gute Leistung und blieben ohne Gegentreffer, was in letzter Zeit selten der Fall war. Auch Dominik Szoboszlai konnte schließlich nicht nur mit einem Assist überzeugen, sondern setzte sich immer wieder mutig in Szene. Emil Forsberg gelang im letzten Länderspiel nach sehenswerten Sololauf ein Treffer. Wie sehr wünschten wir uns dies auch in den Bundesligaspielen.

Und zu guter Letzt gab es zwei Wochen Zeit für alle Beteiligten etwas abzuschalten, den Kopf frei zu bekommen... etwas mehr Zeit für die verbliebenen Akteure am Cottaweg, die nicht auf Länderspielreisen waren und somit die Gelegenheit nutzen konnten, mit dem neuem Trainerteam zielgerichtet zu arbeiten.


 

Negative Aussichten

Ohne das Mittefeldduo Laimer-Schlager, ohne Simakan und Diallo sowie ohne Werner in der Startelf in Gladbach – geholfen hat die Rotation leider nicht. Natürlich ist Laimer verletzt, wie auch ein Dani Olmo schmerzlich vermisst wird. Aber man muss auch eine Alternative finden zum möglichen Abgang Laimers bzw. bei einer Rotation, die Belastung der folgenden englischen Wochen auf mehrere Schultern zu verteilen, in der Hoffnung, dass dies keinen allzu großen Qualitätsverlust mit sich bringt.

Aber die Hoffnung zerschlug sich sehr schnell in der Anfangsviertelstunde im Borussia-Park. Mal wieder hat die Mannschaft Tugenden vermissen lassen und zum wiederholten Male einen detaillierten Matchplan nicht umsetzen können. Das Gleiche passiert mittlerweile sehr häufig und egal unter welchem Trainer. Der Stachel sitzt wohl tiefer als gedacht und der schlechteste Saisonstart in der noch jungen Geschichte des Vereins ist perfekt. Ein Ausweg wie mit Tedesco in der letzten Saison wäre zwar schön, aber in Anbetracht der aktuellen Verfassung des Teams erscheint dieser Traum aus dem Blickwinkel zu verschwinden.

Nun stehen sechs englische Wochen und somit Spiele im Rhythmus aller drei bis vier Tage an. Ein Training ist kaum möglich, eher taktischer Natur gepaart mit vielen notwendigen Einzelgesprächen zwischen den Reisestrapazen. Es gibt keine Atempause mehr bis zur Fußball-WM. Ein eher zu kleiner und nicht aufeinander abgestimmter Kader lässt vermuten, wohin die Reise bis zur Winterpause wohl gehen mag. Ja der RB-Fan muss sich gedulden und mit der hausgemachten Krise zu leben lernen. Die Erwartungen sind hoch, sollten aber auch heruntergeschraubt werden können, wenn es bis zur Fußball-WM oder gar in der Rückrunde kein erneutes Ergebnis-Wunder gibt und die Champions League Qualifikation dieses Mal verpasst wird.


Déjà vu – ratlose und enttäuschte Gesichter nach dem Auftritt in Gladbach.

 

Gegner Bochum mit dem Rücken zur Wand

Tabellenletzter und noch kein Bundesligaspiel gewonnen – auch in Bochum wurde der Trainer entlassen. Die Trennung vom Trainer Thomas Reis fiel nicht leicht, schaffte man doch in der letzten Saison noch souverän den Klassenerhalt. Dabei tritt man auch diesmal mit dem geringsten Bundesligaetat an und hat nur einen Spielermarktwert von insgesamt 45 Millionen Euro zur Verfügung. Zum Vergleich: RBL-Spieler Josko Gvardiol hat einen Marktwert von 60 Millionen Euro. Aber es ist, wie es ist. Auch hier tritt die Regel im Profigeschäft in Kraft: Wenn es keinen Erfolg gibt, ist der Trainer das schwächste Glied im Bunde und muss gehen.

Nach Interimstrainer Heiko Butscher, der am letzten Spieltag den ersten Punkt mit Bochum gegen den 1. FC Köln holen konnte, hat man nun einen Wunschtrainer verpflichtet, der sogar Red Bull Vergangenheit hat. Mit Thomas Letsch versucht man langfristig wieder in die Erfolgsspur zu kommen und hofft perspektivisch mit dieser Trainerverpflichtung auf Nachhaltigkeit. Von 2012 bis 2015 trainierte er u.a. die Junioren beim Red Bull Salzburg, war Sportlicher Leiter und Co. Trainer unter Roger Schmidt sowie Interimstrainer 2015 der Männermannschaft. Auch M. Rose war zu dieser Zeit Nachwuchstrainer bei Red Bull Salzburg. Beide kennen sich aus dem damaligen Trainerstab.

Verzichten muss er wohl weiter auf ein paar Leistungsträger, die die Aufgabe in Leipzig nicht gerade einfacher gestalten lassen. Ohne die etatmäßigen Offensivkräfte Holtmann und Asano, sowie ohne die Defensivakteure Stafylidis und Heintz steht man nun sprichwörtlich mit dem Rücken zur Wand. Wenn es denn schon spielerisch qualitative Unterschiede gibt, so könnte man wenigstens wie in der letzten Saison mit viel Mentalität, Kampfkraft und hohem Laufaufwand gewisse Defizite versuchen auszugleichen. Aber auch das will nicht so recht gelingen. So zählt man wie RB Leipzig aktuell zu den laufschwächsten Teams der Bundesliga. Auch bei den intensiven Läufen (Vorletzter) und Sprints (Drittletzter) offenbart sich insgesamt der eher ungenügende läuferische Einsatz. Es obliegt Neu-Trainer Letsch, seinen Jungs ordentlich Beine zu machen, denn an fundamentalen Sachen darf es nicht scheitern.


Marco Rose und Thomas Letsch (re.) kennen sich gut aus Salzburger Zeiten.


Beginnt nun die erhoffte Aufholjagd?

Jetzt ist das Team gefordert. Das offenbarte nicht zuletzt auch Yussuf Poulsen nach der deutlichen Niederlage in Gladbach, der nach überstandener Verletzung wieder ins Team zurückkehrte. Er monierte wohl nicht zu Unrecht die Einstellung einiger Leipziger Spieler. Trainer Marco Rose hatte indes im Hinblick auf die kommenden englischen Wochen rotiert und somit den anderen Spielern die Chance gegeben, sich zu zeigen. Was er aber sah, machte ihn nicht gerade glücklich. Vielmehr ergab sich das Team seinem Schicksal einer klaren Niederlage und wieder einmal war es auswärts ein schlechter Auftritt, teils blutleer. Offensichtlich fehlte der letzte Wille wie es ein Konrad Laimer oder Xaver Schlager vorleben, um jeden Zentimeter auf dem Rasen zu fighten. Klare Worte, die hoffentlich die Mannschaft wachrütteln.

Für Trainer Marco Rose gilt es insbesondere, die Qualitäten eines jeden Spielers herauszukitzeln und hierfür die notwendigen, taktischen Voraussetzungen zu schaffen. Ein markanter Punkt wäre u.a. die aktuelle Torflaute von Nkunku und Werner und ob beide überhaupt zusammen erfolgreich agieren können. Trotzdem ist wohl der wunde Punkt in der Motivation und Mentalität im Team zu suchen. Schon seit Längerem scheint es immer wieder Motivationsprobleme unter einigen Profis zu geben, anders sind die blutleeren Auftritte vor allem in der Fremde nicht mehr zu erklären.



Nichtsdestotrotz richten wir wie immer den Blick nach vorn, schauen auf das nächste Spiel und das muss erst einmal gewonnen werden. Bochum hat mit dem Unentschieden gegen Köln bewiesen, dass mit Kampf und Biss etwas zu erreichen ist. Und mit dieser Einstellung will der VfL auch in Leipzig auftreten. Unsere Roten Bullen sollten demnach vorgewarnt sein und können sich weiterhin auf große Unterstützung der Heimfans freuen. Mit dem Family-Ticket-Special ist das Stadion sehr gut gefüllt. Nun liegt es auch am Team, ein wahres Fußballfest draus zu machen.

Fehlen werden weiterhin die Langzeitverletzten Klostermann, Laimer sowie Olmo. Und kürzlich musste sich wieder Yussuf mit einem Infekt dazu gesellen. Inwieweit Marcel Halstenberg seine Rückenbeschwerden überwunden hat, bleibt noch abzuwarten. Bei Mohamed Simakan ist dagegen die Hoffnung groß, dass es wieder zu einem Einsatz reicht. Aber egal wer auf dem Platz steht, es kann nur ein Sieg zählen!



Was läuft wo?

Liveticker RB-Fans.de: https://rb-fans.de/liveticker.html
Radio: http://bullenfunk.fm/
TV-Übertragung: Sky

 

Bildquellen: Imago/GEPA, Sky Sport austria

 

RBoligei


Permalink:
https://www.rb-fans.de/artikel/20220929-vorbericht-Bochum.html

  • 2022/23
  • Bochum
  • Englische Woche
  • Heimspiel
  • Hinrunde
  • Marco Rose
  • Max Eberl
  • Thomas Letsch
  • VFL Bochum
  • Yussuf Poulsen

LÄNDERSPIEL IN LEIPZIG – WIE SCHLUGEN SICH UNSERE RASENBALLER?

Titelbild
Medien DiskussionBilderVideoAudioDiskussion

Leipzig - (24.09.2022) Show-time in der Red Bull Arena Leipzig. Einige Roten Bullen hatten auch gestern ihren Auftritt und die Möglichkeit, ihr Können auf den Rasen zu zeigen, nur diesmal im Trikot ihrer Nationalmannschaft. Dabei lagen Freud und Leid dicht beieinander.

Ein bisschen Leipziger Fußball in der Red Bull Arena

Für Timo Werner, David Raum, Dominik Szoboszlai, Péter Gulácsi, Willi Orbán und Benjamin Henrichs hieß es auch diesmal, die Fußballschuhe anziehen und in der heimischen Red Bull Arena Spitzenfußball vor fast 40.000 Zuschauern zu zeigen. Kein Ausruhen in der Länderspielpause. Diese trägt ihren Namen zu Unrecht, denn binnen vier Tagen stehen zwei Länderspiele an. Anschließend muss ein Mammutprogramm mit sechs englischen Wochen auf Clubebene absolviert werden. Daheim trainiert indes M. Rose mit einem Rumpfteam, aber es ist auch eine gute Gelegenheit für unsere Rasenballer, sich über weitere Wettkampfbedingungen in Spielform zu bringen. Zuletzt war es in Mönchengladbach leider nicht der Fall.

Insgesamt war es ein komisches Gefühl, gleich fünf RBL-Akteure in der Startelf auf dem Platz zu sehen und das auch noch im heimischen Stadion, allerdings in einem anderen Trikot im Namen anderer Mannschaften und komplett bei einer anderen Stadionatmosphäre. Jedoch überwiegt auch Stolz, dass unsere Rasenballer es soweit geschafft haben, sich auf Leipziger Vereinsebene weiterentwickelt zu haben, um nun schließlich ein Teil ihres Nationalteams zu sein.

Die Quote der Beteiligung der Leipziger Rasenballer bei diesem Länderspiel hätte durchaus noch höher ausfallen können, wenn da nicht die Verletzung bei Lukas Klostermann gewesen wäre und Marcel Halstenberg sowie Benjamin Henrichs mit besseren Leistungen in der Vergangenheit mehr hätten überzeugen können. Letzterer wurde für den verletzten M. Reus nachnominiert und kam leider nicht zum Einsatz.

Am Ende durften die drei Roten Bullen jubeln, welche im Dienste der ungarischen Nationalmannschaft stehen. Sie schlugen das DFB-Team, welches erneut ihre Grenzen aufgezeigt bekam. Es ist nicht mehr die Zeit des Ballbesitzfußballs, des langsamen Ballgeschiebes meistens quer zum freien Mitspieler, während der Gegner komplett hinter dem Ball steht und die Räume vor dem Strafraum dicht macht. Einiges erinnerte doch sehr am ergebnisorientierten und risikoarmen Aufbauspiels unter D. Tedesco, in dem Schnelligkeit und Lösungsmöglichkeiten im Ballbesitz fehlten und die wenigen Umschaltmomente zu unpräzise ausgespielt wurden.



Torflaute von Timo Werner hält weiter an

70 Spielminuten durfte unser einstiger Wunderstürmer ran, dann hatte Trainer Hansi Flick ein Erbarmen und nahm ihm von Platz. Nur 14 Ballkontakte standen bis dahin zu Buche. Nur ein Torschuss und von zehn gespielten Pässen fanden drei nicht den Weg zu seinen Mitspieler. Es war erneut nicht der Abend von Timo Werner, der das Vertrauen von Flick nicht erfüllen konnte. Es reiht sich auch ein in eine Kette voller Unsicherheiten und vielen Ungereimtheiten. Die Spielanlage hatte sich nicht erst seit seiner Rückkehr zu RB Leipzig geändert, sondern fand ihren Ursprung schon bei Chelsea in London. Die Hoffnung des schnellen Umschaltspiels über die Flügel mit viel Raum in der gegnerischen Hälfte, verflog schnell in Anbetracht des Ballbesitzfußballs durch Tedesco und ebenso in der Nationalmannschaft.

Es obliegt allein Timo Werner, sich den gegebenen Umständen besser anzupassen, entsprechend torgefährlich zu werden. Ansonsten kann schnell der Zenit erreicht sein, wenn er nicht sogar seit Längerem überschritten wurde. Ein Zustand, der leider schon lange anhält. Zum Schutz des Spielers muss man natürlich die Gesamttaktik des Teams einbeziehen und die Leistungen seiner Mitspieler, von denen er ebenso abhängig ist. Aber es liegt die Annahme sehr nah, dass er bei dieser Spielanlage seine Qualitäten nicht gewinnbringend einsetzen kann, zumal er größtenteils Zweikämpfen aus dem Weg geht und nicht der geborene Abnehmer von Flanken ist.

Trotzdem wünschen wir uns "DEN" Timo wieder zurück und drücken ihn die Daumen, dass es wieder besser wird!


Kein Durchkommen für Timo Werner und wieder keine Tormöglichkeiten.

 

David Raum auch im Nationaldress ohne wirkungsvolle Akzente

Anders als bei RB Leipzig zuletzt, durfte David Raum in bekannter Konstellation aus Hoffenheimer Zeit, wieder ein Teil einer Dreier-/Fünferkette sein. Der Vorteil besteht darin, dass er seine läuferischen Fähigkeiten mit Schnelligkeit und Ausdauer besser zur Geltung bringen und stets die linke Außenseite beackern kann. So gibt es jederzeit die Möglichkeit das Spiel breit zu machen, schnell zu verlagern und mittels Hereingaben über seinen starken linken Fuß für mehr Torgefährlichkeit zu sorgen. Das System ist auf ihn zugeschnitten, jedoch war er in diesem Länderspiel größtenteils abhängig von der schlechten Leistung seiner Mitspieler, die ihn zu wenig im Spiel einbezogen.

Letztendlich wirkte nicht nur er wie ein Fremdkörper auf dem Platz. Gänzlich fehlte es dem Nationalteam an Automatismen und schnell werden auch Parallelen zu RB Leipzig aufgedeckt. Bis heute gibt es keine Abstimmungen der Spieler untereinander und einstudierte Aktionen, wie er es aus Hoffenheim kennt. Er steht vor einer neuen Herausforderung unter Rose in einer Viererkette spielen müssen und dabei stets noch einen Mitspieler vor sich zu haben, der ihn den "Raum" wegnimmt. Das Prädikat "stets bemüht" wäre aktuell das wohl Passendste für ihn. Schließlich sind der Wille vorhanden und der Aufwand von ihm sehr hoch. 96 Minuten Spielzeit stehen am Ende zu Buche, 96 Ballkontakte, 88% Zweikampfquote und 82% Passquote sind eine gute Statistik, jedoch ohne nennenswerte Effekte für das Offensivspiel.

Wie bei T. Werner steht er vor der großen Herausforderung, seine Fähigkeiten erfolgsversprechender einsetzen zu können. Und wir alle wollen keine Missverständnisse taktischer Natur. Sowohl für Hansi Flick als auch für Marco Rose bleibt noch viel Arbeit.


David Raum – stets bemüht, jedoch offensiv wirkungslos geblieben.

 

Péter Gulácsi spielt stark und zu Null

Auf unsere ungarischen Spieler war dagegen Verlass. Klingt paradox und tut weh aus Sicht der deutschen Nationalmannschaft. Aber das ungarische Team zeigte eine geschlossene Einheit auf dem Platz, es waren viele Automatismen zu erkennen, Jeder wusste um seine Aufgabe und Jeder rannte auch für den Anderen. Ein eingeschworenes Team ist dabei immer wieder die Defensivachse mit Péter Gulácsi und "Libero" Willi Orbán, die sich über viele Jahre hinweg im Leipziger Dress weiterentwickelten und nun ihre Leistungsfähigkeit auch bei der ungarischen Nationalmannschaften bestätigen konnten.

Dabei zeigte unsere Nummer Eins wieder eine starke Leistung im Tor. Die wenigen deutschen Torchancen parierte er hervorragend und war stets auch ein sicherer Anspielpunkt bei Ballbesitzphasen und im Aufbauspiel. Aus Sicht der Fanbrille ein schönes Gefühl, wenn beim Schlusspfiff unser Torhüter die Hände jubelnd hochreißt und er mit dazu beitragen konnte, dass sein Team an diesem Abend gewann. Gerne wünschen wir uns diese Leistung auch konstant im Leipziger Dress.


Péter Gulácsi hielt mit einer starken Leistung seinen Kasten sauber.

 

Willi Orbán Mister zuverlässig

Wie in gewohnte Manier, als wenn es nichts anderes gebe, spulte Willi Orbán sein Pensum herunter. Dabei war kein Geringerer als die deutsche Nationalmannschaft sein Gegner. Aber Willi geht Keinem aus dem Weg, sondern stellt eher diese vor eine großen Aufgabe.

Zugute kommt ihm dabei die eher defensive und kompakte Spielweise der ungarischen Nationalmannschaft, die eher tief steht und mit einer Fünferkette verteidigt. Er hat stets das Zepter organisatorisch als zentraler Abwehrspieler in der Hand, führt seine Nebenspieler und reagiert äußerst schnell in Ballnähe und unterbindet somit Offensivaktionen des Gegners im Strafraum.

Seine größte Stärke gegenüber den meisten Feldspielern ist dabei die Kopfballstärke, indem er gedankenschnell die Flugkurven der Hereingaben am besten berechnen und diese letztendlich klären kann. Während andere Spieler nur den Raum passiv abdecken und auf den Ball warten. Diese Fähigkeit macht er sich auch offensiv bei Eckbällen und Freistößen zu Nutze und konnte das schon oft unter Beweis stellen.


Mister zuverlässig – Willi Orban (re.) hielt die Abwehr dicht.

 

Dominik Szoboszlai wieder ein Aktivposten

Auch Dominik Szoboszlai kommt die Spielweise der ungarischen Nationalmannschaft entgegen und kann, wie einst Timo Werner, mit viel Tempo in die freien Räume starten und somit offensiv per Dribblings für Gefahr sorgen. Er ist einer der wenigen ungarischen Akteure, die offensive Aufgaben haben und fand sein Einsatzgebiet vorrangig als linker Flügelflitzer an diesem Abend. Dabei scheut er auch nicht den hohen Laufaufwand und geht auch nicht den Eins-gegen-Eins-Situationen aus dem Weg, sondern sucht zielgerichtet das Dribbling und somit den schwierigen Versuch, im letzten Spielfelddrittel erfolgreich durchzubrechen.

Und schließlich konnte er auch seine begnadete Schuss- und Flankentechnik gewinnbringend einsetzen. Seinen scharf getretenen Eckball zum Fünfmeter-Raum brauchte der ungarische Stürmer Szalai zum Torerfolg nur noch leicht berühren.

Am Ende stehen eine Torvorlage, zwei Torschussvorlagen und ein Torschuss offensiv auf der Haben-Seite. Aber auch defensiv war er sich nicht zu schade und agierte im Dienste der Mannschaft kompakt gegen den Ball. Es ist schön anzusehen, dass er mutig aufspielt und stets nach vorn schaut. Auch in jüngster Vergangenheit war er einer der wenigen Lichtblicke, als es nicht ganz so lief bei den Leipziger Rasenballern. Gern wünschen wir uns für das Leipziger Team seine ganze Leistungsfähigkeit und eine Weiterentwicklung. Aktuell befindet er sich auf einen guten Weg.


Eckball Szoboszlai – Tor Szalai. Dominik ist aktuell in einer guten Verfassung.

 

Uns sonst so?

Ungewohnt, ermüdend, anstrengend… ja auch ernüchternd war es für den einen oder anderen RB Leipzig-Fan im Stadion, der sich nicht die Gelegenheit entgehen lassen wollte, wieder im "Wohnzimmer" sein und dabei auch noch viele Leipziger Rasenballer live spielen sehen zu können.

Es bleibt ein unbeschriebenes Blatt wie der größte Fußballverband der Welt es nicht schafft, einen organisierten Support zu organisieren, welcher einige Blöcke oder das Stadion mitnimmt. Wenn es keine Vorreiter gibt, die Lieder oder Sprechgesänge anstimmen, dann ist es dem Zufall überlassen und allgemein dem Spielgeschehen, ob sich eine Stadionatmosphäre entwickelt. Und wenn, wie an diesem Abend, das Spiel der deutschen Nationalmannschaft einfach nur schlecht und ideenlos war, entsteht schnell eine unzufriedene Geisterkulisse.



Auch ungewohnt waren das große Eventpublikum und die Vielschichtigkeit des Verhaltens der Zuschauer. Anders wie bei den Clubspielen fehlte es an Toleranz und Respekt für den einen oder anderen (National-)Spieler. Angefangen bei der Straßenbahnfahrt zum Stadion, in der Zuschauer dieser Begegnung schlecht über die RB Leipzig redeten, bis hin zu Timo Werner Hurensohn-Rufe im Stadion. Das Eventpublikum war sehr kritisch, sie standen nicht vollends hinter ihren Spielern und deren Herkunft und hinter ihrer Mannschaft – für ein Klub-Fan unbegreiflich. Sie waren nicht bereit mit Stimmung zu machen. Sie waren nicht bereit bei einer Laola mitzuwirken und ständig waren sie in Bewegung auf den Rängen. Vieles sah eher danach aus, unbedingt für ständiges Trinken und Essen zu sorgen, als das Spiel vor Ort verfolgen zu wollen.



Umso größer ist nun die Vorfreude unsere Roten Bullen in einer Woche beim Bundesliga-Heimspiel gegen den VfL Bochum zu empfangen. Auch wenn an diesem Länderspielabend für unsere beteiligten RBL-Spieler Freud und Leid nicht weit auseinander lagen, so überwiegt doch die Zuversicht, wieder alle Spieler vereint im Team wiederzusehen.

Es ist zudem Familientag in der Red Bull Arena, der Ticketverkauf lief sehr gut und es wird wie immer einen organisierten Support und eine Stadionatmosphäre geben, die ihren Namen gerecht wird.


RBoligei

Bildquellen: dpa, Getty images


Permalink:
https://www.rb-fans.de/artikel/20220924-special-laenderspiel-gerhun.html

  • David Raum
  • Dominik Szoboszlai
  • Ländespiel
  • Nationalmannschaft
  • Péter Gulácsi
  • Red Bull Arena
  • Timo Werner
  • Willi Orban

RB LEIPZIG FANFORUM

FORUM RB LEIPZIG

OFFIZIELLE RBL-WEBSITE

Offizielle RB Leipzig Website

RB-FANS.DE VOTING

Wie bewertet ihr die Sommertransferphase?

4 - Naja, gibt schon Kaderlücken...
30.66%
2 - Gut - Werner, Schlager, Raum & Diallo sind top
29.56%
5 - Was war das denn? Mintzlaff raus!
25.91%
1 - starke Transfers, Erwartungen übererfüllt
7.66%
3 - Alle notwendigen Transfers erledigt
6.2%
Umfrageteilnehmer: 274

RB-FANS.DE FACEBOOK