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Auftakt zu Orals Abschiedstournee

Im vorletzten Auswärtsspiel der Regionalligasaison treffen unsere Rasenballer am morgigen Sonntag (13:30 Uhr) auf den Zipsendorfer FC Meuselwitz. Die sportlich zugegebenermaßen eher bedeutungslose Partie in der Bluechip-Arena steht nach den turbulenten letzten Tagen - auch auf Gastgeberseite - immer noch im Zeichen des Abganges von Sportdirektor Thomas Linke und der vor zwei Tagen erfolgten Präsentation Peter Pacults. Wie reagiert (Noch-)Trainer Tomas Oral auf das „stil- und respektlose“ Vorgehen der „Vereinsführung“ aus Fuschl am See? Kann er sich noch motivieren, um seine Mannschaft in physischer und psychischer Hinsicht auf den Gegner einzustellen? Wie reagieren die Spieler? Auf Gastgeberseite sitzt seit der geräuschvollen Beurlaubung von Damian Halata Anfang der Woche zum ersten mal Holm Pinder, der sich vormals für die Meuselwitzer U 19 verantwortlich zeigte, als Chef auf der Trainerbank. Wird er sich als der neue, „gut kehrende Besen“ erweisen und unseren ersten Auswärtssieg seit dem 3:0 in Berlin (23. Februar) verhindern können? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, verfolgt ihr die Partie natürlich am besten selbst vor Ort im nur ca. 40 km entfernten Meuselwitz. Verhinderte können sich wie immer auf Fanradio und Liveticker verlassen und sich in Chat und Forum austauschen.

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Ungewöhnliche Trainerentlassung in Meuselwitz
Die bisherige Saisonbilanz des ZFC Meuselwitz kann als durchaus respektabel bezeichnet werden:
Rang elf in der Liga. Mit 38 Punkten den Klassenerhalt vier Spieltage vor Schluss praktisch in der Tasche. Finaleinzug in den Thüringenpokal nach Sieg über Carl Zeiss Jena und die berechtigte Hoffnung, diesen letztendlich auch zu gewinnen und an der 1. Runde des DFB-Pokals teilzunehmen. Die Verantwortlichen könnten sich eigentlich gegenseitig auf die Schulter klopfen. Eigentlich.

Gegen alle Erwartungen wurde Damian Halata, der die Meuselwitzer seit Ende 2007 trainierte, diese 2009 in die Regionalliga führte und mit ihnen nun quasi schon zum zweiten mal den Klassenverbleib schaffte, am 2. Mai beurlaubt. In Leipzig müssen Meistertrainer schon mal den Hut nehmen, wenn sie souverän mit 22 Punkten Vorsprung aufsteigen. Vergleicht man die Ambitionen und Möglichkeiten beider Klubs, wirkt der Abgang Halatas ebenso unverständlich. Denn mehr als der Klassenerhalt und der ein oder anderen Erfolg im Pokal liegen wohl außerhalb der Möglichkeiten des Vereins. Offensichtlich erfolgte die Trennung demnach nicht aus sportlichen Erwägungen. Laut Vereinspräsident Hubert Wolf war die zunehmend harsche und zuweilen überzogene Kritik Halatas an den eigenen Spielern, vor allem nach der 1:4-Pleite gegen Oberneuland, der eigentliche Beweggrund. Spekuliert wird sogar über einen bewusst provozierten Rausschmiss, um für die künftig freie Stelle in Magdeburg verfügbar zu sein. Wie dem auch sei, ungewöhnlich ist diese Trainerentlassung allemal.

Nun leitet der ehemalige U 19-Trainer Holm Pinder die sportlichen Geschicke der 1. Mannschaft. Der 40-jährige schnürte in seiner aktiven Zeit die Fußballschuhe für Aktivist Borna, Chemie Leipzig / FC Sachsen, später für den VfB und letztendlich ab 2002 bis 2006 für den ZFC. Erfahrungen als Trainer gewann er bisher vor allem im Jugendbereich und in der „Zweiten“.

Verletzungsbedingte Ausfälle sind nicht zu verzeichnen, die Zipsendorfer können also aus den Vollen schöpfen. Auch Gasch und Bocek, die den ZFC 08/09 mit zusammen 36 Toren in die Regionalliga schossen und seitdem mit 35 Toren in zwei Spielzeiten als „Lebensversicherung“ des Vereins fungieren, werden also wahrscheinlich wieder mit von der Partie sein. Personelle Veränderungen nach dem Trainerwechsel sind jedoch durchaus möglich.

Nach dem kläglichen 1:4 in Oberneuland und der Entlassung Halatas scheint der ZFC am Boden und leicht schlagbar. Laut Oral machen die „turbulenten Tage“ in Meuselwitz aber gerade die große Gefahr dieses Gegners aus. Dies bringe eine besondere Motivation, genauso wie der Umstand, dass man durch einen Punktgewinn den Klassenerhalt perfekt machen könne. Unterschätzen darf man dabei auch nicht eine möglicherweise ungenügende Motivation der RB-Spieler ...

Die Suche nach der Normalität in stürmischen Zeiten
Nach der Entlassung Dietmar Beiersdorfers als „Head of Global Soccer“ erbebte das Bullen-Imperium.
Keine Personalie schien mehr sicher, Vertragsverhandlungen wurden vorerst auf Eis gelegt. Entlassungen bahnten sich an. Dies betraf zunächst vor allem die Trainerpositionen in Salzburg und Leipzig, schließlich auch den hiesigen Sportdirektor Thomas Linke, der von Beiersdorfer zur Unterstützung Orals installiert wurde. Linke beobachtete, führte zahlreiche Gespräche mit den Spielern. Einige (Müller, Frommer, Kläsener, etc.) wissen bereits, dass ihr Kontrakt nicht verlängert werden wird. Nach Aussagen von Dr. Gudel und Oral-Nachfolger Pacult werden die bereits getroffenen Personalentscheidungen prinzipiell nicht umgeworfen. Ob die momentanen Umwälzungen spurlos an den Spielern vorbei gegangen sind, darf jedoch bezweifelt werden. Jeder steht nun wieder unter Beobachtung. Der künftige Trainer wird es sich nämlich sicher nicht nehmen lassen, ab und an die Spiele seiner Mannschaft vor Ort zu observieren. Falls dies nicht motivierend genug sein sollte, sind sich Oral und Müller einig, dass man vor allem für die Fans, besonders für die treuen Auswärtsfahrer, den lang erwarteten nächsten Dreier in der Fremde einfahren möchte.

Im Lazarett überschattet die anstehende Kreuzband-OP von Maximilian Watzka sicherlich alle weiteren Verletzungen. Der Torschütze zum 1:0 im Hinspiel muss demnach wahrscheinlich das gesamte Kalenderjahr 2011 pausieren. In diesem Rahmen wünschen wir Max noch einmal eine gute Besserung und viel Kraft für die sicherlich nicht einfache Zeit der Genesung. Weiterhin werden Kapitän Sebastian (Patellasehne), Gäng (gebrochener Finger) und höchstwahrscheinlich Kammlott, der übrigens das zweite Tor beim 3:0-Heimspielerfolg erzielte, ausfallen. Letzterer plagt sich schon seit geraumer Zeit mit Leistenproblemen. Die Binde wird wahrscheinlich Timo Rost, alternativ Alexander Laas (!), übernehmen.

So könnten sie spielen:
Neuhaus - Albert, Kläsener, Franke, Müller - Rost (Laas), Rosin (Geißler) - Rockenbach, Schinke - Frahn, Kutschke

Wir hoffen, dass sich die Mannschaft trotz gelaufener Saison noch zu einer ordentlichen Leistung motivieren und Tomas Oral wie angekündigt die Spielzeit noch halbwegs ordentlich zu Ende bringen kann, auch wenn aus sportlicher Sicht sicherlich der Großteil der Konzentration auf dem heiß ersehnten Pokalspiel gegen Dynamo Dresden liegen mag. Die Fans von Rasenballsport werden es danken.

Cicerico