RB Leipzig U23 Versetzungsgefährdet?
Beim Blick auf die Tabelle wird man diese Frage mit einem "Ja" beantworten müssen.
Nachdem unsere U23 in der letzten Saison den Aufstieg von der Bezirksliga in die Landesliga erreichte und man die Mannschaft vor Saisonbeginn neu zusammenstellte, wurde die Hoffnung genährt, dass man auch in der kommenden Meisterschaftsrunde zumindest ein Wörtchen bei der Vergabe um die Aufstiegsplätze mitsprechen würde. So blieben aus dem Aufstiegsteam nur wenige Spieler übrig, die den Weg in die nächst höhere Spielklasse mitgehen konnten, wollten oder durften. Zudem gab es auf der Trainerposition einen Wechsel.
Ulrich Beyer
Tino Vogel wurde neuer Trainer der U23 und David Bergner (führte das Team zur Bezirksmeisterschaft) arbeitete fortan als Co-Trainer, dazu kamen Neuzugänge, die sich zum Großteil aus Spielern vom insolventen FC Sachsen kommend*1 RB anschlossen. Die Vorbereitung auf die neue Saison verlief auch vielversprechend. So gab es in den zahlreichen Testspielen nur eine Niederlage (Wolfen) und viele Siege, auch gegen höherklassige Gegner, wie Aue II und Erfurt II.
Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Saison schienen geschaffen und fanden, mit einem 3:1 Sieg im ersten Meisterschaftsspiel gegen die Kickers aus Markkleeberg, weitere Nahrung. Bereits am zweiten Spieltag setzte es mit einer 5:3 Niederlage den ersten Dämpfer, zugegebenermaßen gegen eine ganz starke und junge Mannschaft aus Kamenz, die sicher auch noch gegen andere Teams punkten sollte und wird. Nach diesem Spiel war man geneigt, diese Niederlage als einmaligen Ausrutscher zu den Akten zu legen. Leider sollte sich diese Meinung im Laufe der Hinrunde als falsch erweisen, denn auch in den nächsten beiden Spiele zuhause gegen Heidenau und Görlitz erreichten unsere Jungbullen nur ein Unentschieden. Erst im Spiel gegen Radebeul am heimischen Cottaweg gab es endlich wieder einen Dreier (4:1) und der wohlwollende Fan glaubte noch: "jetzt geht’s los" und RB startet nun eine Serie oder ist zumindest für die schweren Aufgaben gegen den Primus Markranstädt und die überraschend stark aufspielende SG Leipzig Leutzsch gerüstet. Irrtum! Gegen beide Teams kassierte man Niederlagen und in Eilenburg wurde beim 0:0 auch nur ein Punkt geholt.
Da schien der nächste Gegner gerade recht zu kommen. Die damals kurz vor der Auflösung stehende Truppe von Merkur Oelsnitz wurde mit 10:0 "bezwungen". Allerdings muss man hier wohl feststellen, dass dieser Sieg wohl ohne großen Aussagewert war. Aus den bekannten Gründen waren die Gäste aus dem Vogtland kein echter Gradmesser. Es folgte eine 0:2 Niederlage bei der zweiten Mannschaft von Plauen, die auch durch den anschließenden 2:1 Erfolg zuhause gegen Grimma nicht befriedigen konnte. Im Gegenteil, wenn man weiß, dass dieser Sieg relativ glücklich war.*2 Im Laufe der Saison zeichnete sich immer mehr ab, dass wir zu viele Chancen benötigen um zum Torerfolg zu kommen und dass unsere Abwehr doch recht oft von Unsicherheit geprägt war. Es wurden zu viele Fehler gemacht. Die Spieler sind teilweise zu langsam, was, vom Gegner einmal erkannt, auch rigoros ausgenutzt wird.
Auch die nächsten Spiele gegen Hohenstein und Bischofswerda enttäuschte unser Team und konnte nur einen Punkt auf der Habenseite verbuchen. Dies war aber beileibe noch nicht der Tiefpunkt, der folgte dann in den nächsten beiden Partien. So mussten wir aus Neugersdorf mit 0:3 und null Punkten die Heimreise antreten, um in der kommenden Woche im Derby gegen die BSG ebenfalls deutlich mit 0:2 auf dem Platz des SSV Markranstädt eine verdiente und gerechte Niederlage zu kassieren.
Im ersten Spiel der Rückrunde bei den Sportfreunden von Kickers Markkleeberg gelang wieder kein Sieg. Trotz spielerischer Überlegenheit reichte es am Ende nur zu einem glücklichen Unentschieden, da uns der Ausgleich erst in der Nachspielzeit gelang.
Dietmar Möritz
RB hat in den gespielten 16 Begegnungen nur viermal das Spielfeld als Sieger verlassen und musste siebenmal dem Gegner die Punkte überlassen, bei fünf Unentschieden ist dies eine völlig inakzeptable Bilanz. Leider hat unsere Mannschaft in der Hinrunde keine Werbung für den Fußball gemacht. Ich denke, dass unter anderem im Mittelfeld einer fehlt, der die Truppe führt, einer wie Daniel Rosin, der sich für nichts zu schade ist - ein Kämpfer, ein Vorbild. Ich kann keinen Spieler benennen, der über die gesamte erste Halbserie mit "gut" zu benoten wäre. Einzig M. Hübner kann ich eine ordentliche Serie und Weiterentwicklung bestätigen.
Über die Gründe für das schlechte Abschneiden der ersten Halbserie kann man nur spekulieren und das mag ich nicht. Hier sollten Spieler und Trainer Stellung beziehen. Für die Spiele der Rückrunde erwarte ich eine deutliche Steigerung aller Beteiligten, gezielte Verstärkungen sowie einen unbedingten Willen die Spiele siegreich zu gestallten.
Ulrich Beyer
Tabellenstand
Kader
Statistiken
Ulrich Beyer