Im Fokus – Die Zentrale
Auch wenn die Spielanlage eine andere ist, als bei seinem gestrigen Nebenmann Ernst, so konnte er sich nicht wirklich mehr ins Gedächtnis rufen als letzterer und blieb in Sachen Prägung auch hinter seinem Vorgänger Geißler zurück, der vor rund einem Jahr beim ebenfalls mauen Kick gegen den FCM eine deutlich spielbestimmendere Figur abgab.
Ballberührungen
59 Ballkontakte (zwei davon mit dem Kopf) hatte der Gmünder während des Spiels, Ernst kam in seinen 77. Spielminuten auf 54 (neun mit dem Kopf). Zum Vergleich: Geißler hatte gegen die Magdeburger satte 82 und dabei auch kein wirklich überragendes Spiel gemacht. Die recht niedrige Kontaktzahl steht im Zusammenhang mit der Spieleröffnung über Außen, nicht immer optimalen Abständen zum Gegner und der gestrigen Affinität der Mannschaft lieber lange Bälle in die Spitze zu spielen, statt sich auf ihre Kurzpassfähigkeiten zu verlassen.

Pässe
Bei Kaiser stehen 32 erfolgreiche Kurzpässe (Halbzeitverteilung 16/16) drei Fehlpässe gegenüber. Zudem versuchte er es elf Mal mit längeren Pässen, sechs davon waren erfolgreich, jedoch waren zehn in der ersten Hälfte, während er in der zweiten nur einmal versuchte einen weiten Pass zu spielen, einer davon, seine einzige Flanke erreichte in der 45. Minute den Kopf von Kutschke, der den Ball für Frahn auflegen konnte, davor hatte er mit Ernst Doppelpass gespielt. Dazu kommen noch zwei recht unbedrängte Pässe mit dem Kopf.
Sein Nebenmann kommt mit 31 angekommenen Kurzpässen auf recht ähnliche Werte (jedoch in lediglich 77 Spielminuten), versuchte es jedoch viel seltener mit langen Bällen, nur drei stehen in diesem Bereich zu Buche, dafür waren sie jedoch alle erfolgreich. Dazu kommen bei Ernst noch vier gelungene und zwei misslungene Kopfballpässe. Zum Vergleich: Geißler spielte gegen den FCM insgesamt 72 Pässe, Ernst und Kaiser gemeinsam 93.

Zweikämpfe
In diesem Bereich war ich besonders vom kleinen Gmünder enttäuscht, nur neun Zweikämpfe führte er im Spiel und konnte nur im Defensivbereich überzeugen, dort gewann er beide Zweikämpfe, während er beide Luftduelle und alle fünf Offensivzweikämpfe verlor. Dazu gesellen sich drei Foulspiele (davon ein Handspiel), zweimal wurde er selbst gefoult.
Anders sieht dies bei Ernst aus. Insgesamt führte der Hannoveraner 15 Zweikämpfe (zum Vergleich, Geißler hatte damals 16, also ein recht ähnlicher Wert), zwölf davon erfolgreich, allerdings gewann er sechs in der Luft und führte nur einen Offensivzweikampf, den er verlor. Sechs gewonnen Defensivzweikämpfen standen zwei verlorene gegenüber. Hinzu kommt noch ein Foulspiel.
Torschüsse
Nur selten schossen die Leipziger auf den Kasten der Eisernen. Von den Fünf Schüssen der ersten Halbzeit gingen drei auf das Konto der Zentrale. Kaiser versuchte es in der zweiten Halbzeit nochmals, nachdem seine zwei Versuche im ersten Durchgang das Ziel doch recht weit verfehlten. Echte Torgefahr kam bei keinem dieser Torschüsse auf.

Fazit
Kaiser sah das Spiel bezeichnenderweise genau anders herum als Kapitän Frahn. Wärend der Capitano die stärkste Phase unserer Rasenballer im zweiten Durchgang ausmachte, sah Kaiser besonders die erste Halbzeit als gute Umsetzung. Bezogen auf seine Daten stimmt dies sogar, denn nach einer schwachen Anfangsphase (die ersten 10 Minuten etwa) war Kaiser einigermaßen im Spiel und versuchte mit weiten Bällen (nicht alle waren hoch auf den Kopf von Kutschke gespielt) Angriffe einzuläuten, von denen einer ja immerhin den Ausgleich einläutete, wenngleich das ganze doch recht zufällig daherkam. Leider war dies insgesamt sehr viel Stückwerk, wenngleich die Präzision schon etwas höher war als bei seinen Mitspielern. In Sachen Offensivdribbling und Gegenpressing war jedoch noch gehörig Luft nach oben.
Ernst blieb im Rahmen seiner Möglichkeiten, während er manchmal in alte Muster zurückfiel und sich nach einem Pass schnell hinter dem nächstbesten Gegenspieler versteckte, steigerte er sich im Laufe des Spiels und wurde dann zum Opfer der unbedachten Aktion Kutschkes, als Rocke in die Mitte gezogen wurde und er für Kammlott gehen musste. Schön auf alle Fälle sein guter Doppelpass mit Kaiser vor dem Tor, der es dem Gmünder ermöglichte, recht unbedrängt reinzuflanken. Auch seine Zweikampfbilanz kann sich durchaus sehen lassen und in Sachen Ballberührungen und Kurzpässe ist er in einer minutengenauen Berechnung dem Neuzugang sogar überlegen. Natürlich vollbringt er keine Wunderdinge, was besonders bei Offensivzweikämpfen und spieleröffnenden Pässen deutlich wird.
Beide müssen sich jedoch noch ordentlich steigern, aber dies traf gestern nicht nur auf alle Spieler sondern auch auf die Umsetzung des Systems zu.