Meuselwitz gastiert wieder in Leipzig
Morgenabend steigt das erste Flutlichtspiel der Saison in der Red Bull Arena. Tabellarisch steht nun nach Halberstadt (damals Platz 4) und Auerbach (damals Platz 3) das nächste „Spitzenspiel“ gegen den ZFC Meuselwitz an (Platz 4). Die Vorfreude auf die Partie ist groß.
Der ZFC hat sich nach seinem Stolperstart (1:1 Halberstadt, 0:5 Auerbach, 0:3 Magdeburg) in den letzten drei Partien vor allem defensiv stabilisiert und gewann gegen Plauen, Hertha II und Torgelow jeweils mit 1:0. Durch die Siegesserie rangiert die Mannschaft von Holm Pinder derzeit auf Platz 4 in der Regionalliga Nordost. Sicherlich ein Tabellenplatz, mit dem sich der ZFC laut Zielvereinbarung am Saisonende anfreunden könnte.
Doch der Schein trügt. Die Thüringer befinden sich immer noch auf der mühsamen Suche nach ihrer Form der vergangenen Spielzeit. Plauen, Hertha II und Torgelow stecken im Tabellenkeller fest, befinden sich in einer sportlichen Misere. Die Tore für den ZFC gegen diese Mannschaften fielen allesamt erst in der Schlussphase der Partie. Das spricht zwar für eine solide konditionelle Stärke, aber reicht das aus? Mit vier Toren in sechs Partien stellt der ZFC mit Torgelow den schwächsten Angriff der Liga. Sebastian Gasch flog gegen Plauen mit Rot vom Platz, war danach zwei Spiele gesperrt. Genauso wie sein Sturmkollege Latowski steht er noch ohne Treffer in dieser Regionalliga-Saison da. Einzig Manuel Starke hält seine Mannschaft derzeit am Leben und weg vom Abstiegskampf. Gegen Plauen und Torgelow schoss er die entscheidenden Tore, ist mit zwei Treffern der erfolgreichste Angreifer der Gäste. Und die Abwehr? Holm Pinder hat aus der anfänglichen Schießbude der Liga eine Defensive geformt, die zumindest seit drei Ligaspielen ohne Gegentreffer ist. Auf Kosten der Offensive. So ist es wahrscheinlich, dass der ZFC morgen zunächst auf die Torverhinderung aus ist und im Laufe der Partie auf seine Konterstärke (Gasch) vertraut. Fraglich ist derzeit noch, ob der erfahrene Martin Hauswald einen Startplatz im Kader bekommen wird. Der 30-jährige Weltenbummler (TeBe Berlin, Borea Dreden, RW Essen, Preußen Münster, Union Berlin, Eintracht Braunschweig, Holstein Kiel, RW Erfurt, Eintracht Trier) saß zuletzt noch auf der Bank, könnte gegen uns aber von Beginn an mit Mittelfeld auflaufen und mit seiner Erfahrung helfen. Ausfallen wird Keeper Chris Flader, der sich im letzten Spiel den Finger brach. Ihn wird Norman Teichmann im Tor ersetzen.
In Leipzig hat man ähnliche Probleme wie in Meuselwitz, lediglich mit umgekehrten Vorzeichen. Die Offensive brennt regelmäßig ein Feuerwerk ab, während in der Defensivbewegung zu wenig gearbeitet wird. Daher könnte das Spiel gegen Meuselwitz ein sehr interessantes werden, eben auch, weil bei den meisten noch immer der Schmerz nach der letztjährigen 0:1 Heimpleite tief sitzt. Gegen den ZFC hatten die Rasenballer sicherlich nicht allein den Aufstieg verspielt, aber zum Schluss passte dieses Spiel in das Gesamtbild einer kruden Saison. RB rannte abermals einem frühen Rückstand hinterher und biss sich u.a. aufgrund von eigener Kreativlosigkeit die Zähne aus.
Morgen soll es anders werden. Möglichst ohne Gegentor. Wie gegen Halberstadt. Souveränes Auftreten und Umsetzen der taktischen Vorgabe des Trainers – sowohl in der Vorwärts- als auch in der Rückwärtsbewegung. Dann wären vermutlich alle zufrieden. Juri Judt ist derweil wieder fit und wird Paul Schinke als Linksverteidiger ablösen. Ob es Veränderungen im Mittelfeld geben wird, ist schwierig zu prognostizieren und tendenziell mit Nein zu beantworten. Zorniger war nach dem letzten Spiel gegen Auerbach zwar sichtlich bedient, sagte, es hätten sich zu wenige für die Defensivarbeit verantwortlich gefühlt. Gemeint war vor allem das Mittelfeld, das kreative Zentrum um Heidinger und Rockenbach, später auch Röttger. Aber defensive Alternativen auf den Flügeln gibt es nicht. Deshalb wird Zorniger wohl wenig verändern (Heidinger ist noch angeschlagen, Einsatz fraglichen), den Jungs aber unter der Woche ordentlich in den Hintern getreten haben.
Fehlt noch die Zuschauerprognose. Mario Barth spielt um 20:00 Uhr in der Arena, glücklicherweise dürfte das die An- und Abreise zum Stadion aufgrund der verschiedenen Uhrzeiten nicht wirklich beeinträchtigen. Die Veranstaltung dürfte einige Zuschauer kosten, wird sich aber nicht merklich auswirken. Fluchtlichtspiele an einem Freitagabend ziehen aufgrund des besonderen Flairs immer, auch wenn unsere Bilanz bei solchen Spielen eher dürftig ist. Meuselwitz hat gerade einen zweiten Fanbus geordert, viele werden zusätzlich mit dem Auto kommen. Eine fünfstellige Zuschauerzahl ist also nicht unwahrscheinlich. Es wäre der Mannschaft nach den bisherigen Leistungen zu wünschen.
Für das erfolgreiche Begleichen unserer offenen Rechnung wünschen wir unserem Team um Alex Zorniger herum viel Erfolg. Wir hoffen auf eine gute Stimmung im Stadion und einen schönen Fussballnachmittag. Alle, die aus unerklärbaren Gründen nicht ins Stadion gehen werden, können das Spiel wie immer im offiziellen Liveticker und im Fanradio verfolgen. Für die Forenmitglieder gibt es außerdem die Möglichkeit sich während des Spiels im Chat auszutauschen.
Rojiblanco