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Zu viele falsche Entscheidungen!
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Zu viele falsche Entscheidungen!

Zu viele falsche Entscheidungen!

Nagelsmann lässt auf Ballbesitz spielen und vercoacht sich auch im Finale gegen den BVB. Mit brutalen Kontern ziehen die Borussen unseren Leipzigern die Zähne und siegen mit 4:1. Offensiv lässt RBL erneut zu viel liegen.

Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

Eines der wichtigsten Spiele der Vereinsgeschichte. Dieses Pokalfinale reiht sich ein in die Duelle gegen Chemnitz, Lotte, die Bayern oder den letztjährigen Halbfinaleinzug in der Champions League gegen die Scheichmilliardäre von Paris. Dass auch dieses Finale ohne Fans auskommen muss, ist natürlich traurig, aber der Silberstreif ist diesbezüglich bereits am Horizont zu erahnen.

Während beim BVB Haaland rechtzeitig fit wurde, überraschte Nagelsmann mit Hwang und Sørloth in der Startelf. Verzichtete auf Poulsen und Orban und ließ Angeliño gleich daheim. Das gab Rätsel auf, der Mannschaft und den Fans – aber leider nicht den Borussen.

 

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Dreisatz des Spiels

Wie ein Hündchen, dass sich vor dem Ranghöheren auf den Rücken rollt. Das war sowas von gar nichts – eines Finales absolut unwürdig. Leipzig wollte mal wieder spielen und Nagelsmann lief ins offene Kontermesser – war Seppuku vom feinsten, wie unser hochgelobter Trainer zum dritten Mal in dieser Saison von Terzic ausgecoacht wurde bzw. sich selbst auscoachte.

 

So sehen leider keine Sieger aus...

 

Neu im Bullenstall

Mit Hwang und Sørloth von Beginn an wollte Nagelsmann vermutlich ordentlich Druck machen. Der Plan scheiterte jedoch bereits nach knapp fünf Minuten – der BVB konterte sich mal wieder zur frühen Führung und offensiv blieben wir trotz großer Ballbesitzanteile gewohnt harmlos. Hwang leitete mit seinem Fehlpass das 2:0 für den BVB ein und der Leipziger Norweger blieb, wie schon die gesamte Saison über, blass. Eine Aufstellung, die sich mal so gar nicht gelohnt hat, was aufgrund der Seltenheit, die beide zusammen agierten oder die man im 4-4-2 spielte, auch nicht wirklich überraschte. Die Auswechslung zur Halbzeit dann zwar folgerichtig, aber letztlich nur die zu späte Korrektur eines absehbaren Fehlers.

 

Olmo nicht nur wegen seines Tores der beste Leipziger.

 

Die zwei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt

Olmo: Nicht nur wegen seines Tores der beste Leipziger. Hatte viele gewonnene Zweikämpfe und war oft nur mit einem Foul zu stoppen (6 Mal war einsamer Rekord). Spielte die meisten wichtigen Pässe und führte die meisten Zweikämpfe auf dem Platz.

Poulsen: Deutlicher Unterschied zum Norweger. Spielte zwei Großchancen heraus und war deutlich aktiver.

 

Ein Unterschied wie Polartag und Polarnacht: Sancho vs. Sørloth.

 

Luft nach oben

Viele blieben heute unter ihren Möglichkeiten. Die Abwehr wirkte insgesamt unsicher. Im Mittelfeld wurde nicht genügend Gegengehalten (der BVB mit mehr Fouls), im Aufbauspiel zu viele Fehler gemacht und in der Spitze müssen wir über die Abschlüsse ja eigentlich nicht mehr reden. Einzelne da herauszugreifen lohnt heute nicht..

 

Kategorie schlecht gealtert

Also doch der Senffleck...

 

 

Kategorie auch schlecht gealtert

Eins von zwei.

 

Tweet des Spiels

Mit offenen Augen in den Untergang.

 

Champagner oder Bier – die Fans

Viele RB-Fans erinnern sich trotz der Niederlage gegen die Bayern immer noch gern an das Pokalfinale 2019. Dieses zehntausendfache gemeinschaftliche Erleben des schönsten Sports der Welt fehlt einfach. So auch heute. Eine Saison die man fantechnisch getrost in die Tonne kloppen kann.

 

Ein trauriges Bild.

 

Pfeife des Spiels

Brych auf dem Platz und Perl als VAR, das war jetzt nicht unbedingt die "Glücksschweinchen"-Aufstellung. Brych in Bundesliga und Pokal mit 13 Spielen und nur vier Leipziger Siegen. Perl, als er noch auf dem Platz stand, mit drei RBL Spielen und null Siegen. Schlechte Vorzeichen.

Die Leipziger Pechsträhne hielt an, war aber selbstverschuldet. Brych mit einer soliden Leistung und wenig Diskussionsbedarf.

 

Aufgefallen

1)      Wer die Schnute von Sabitzer bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gesehen hatte, ahnte bereits Schlimmes, aber es sollte noch schlimmer kommen. Ein paar markige Sprüche reichen eben nicht aus, man muss es auch aufs Feld bringen und seit den Wechselmeldungen bringt Leipzig einfach (viel!) zu wenig aufs Feld. Auf alle Fälle zu wenig, um heute den Pokal zu holen.

2)      Wachablösung für den Arsch. Was der BVB in den direkten Duellen mit Leipzig gemacht hat, ist in einigen Staaten dieser Welt verboten. Natürlich war Leipzig über die Saison gesehen besser, aber im schlimmsten Fall kann Leipzig auch noch auf Platz 4 fallen. Wie dem auch sei, im direkten Duell hat der BVB klar gezeigt, wer der Chef ist.

3)      Viel zu einfache Tore, die man heute gefressen hat. Im Prinzip dreimal eiskalt ausgekontert worden. Viel zu leichte Ballverluste und viel zu weit weg von den Gegenspielern. Fünf Mal schoss der BVB aufs Tor, vier waren drin. Ganz anders mal wieder Leipzig, die mit 22 Torschüssen und mehr Großchancen eben nur einen Treffer aufs Feld brachten.

4)      Diese Ineffizienz bzw. die offensive Kaderzusammenstellung muss man Krösche und Nagelsmann durchaus auch anlasten. Natürlich hat Leipzig keinen 200 Mio Sturm (aka Haaland und Sancho) aber ein wenig mehr darf es dann schon sein als mal wieder null Tore aus drei eigenen Großchancen.

5)      Fußball ist ein Fehlervermeidungsspiel und in dieser Kategorie machte Leipzig heute einfach zu viel flasch. Nagelsmann mit Grundstrategie und Aufstellung, die Spieler im Abschluss, im Spielaufbau und bei der Konterabsicherung. Wenn so viel falsch läuft kann man einfach nicht gewinnen.

 

Der BVB mit den besseren Haltungsnoten.

 

6)      Auch in die Bilanz gegen die großen Bundeligateams passt dieses Spiel wie eine Faust aufs sowieso schon wundgeschlagene Auge. Die Erfolge gegen die Topteams der Liga kann man unter Nagelsmann quasi an einer Metzgerhand abzählen. Fraglich, ob seine Spielanlage in dieser Kategorie in den kommenden Jahren mehr Früchte getragen hätte, oder ob in der Spitze dafür einfach zu teures Spielermaterial notwendig ist (siehe Pep).

7)      Man kann es eigentlich nicht genug betonen. Diese Art der Herangehensweise, nämlich erneut den BVB ihren Stärken im Kontern ausspielen zu lassen und selbst auf – mal wieder – sehr unproduktiven Ballbesitz zu setzen, damit hat sich Nagelsmann heute selbst ausgecoacht. Quasi ein Verlauf mit Ansage, die beiden anderen Niederlagen gegen den BVB die Blaupause. Für einen Trainer mit seinen Ansprüchen sind das erstaunlich wenige gezogene Lehren. Besonders deutlich wurde das letztlich in den Konterzahlen. Während Leipzig in dieser Kategorie nichts zu Stande brachte, hatte der BVB 7 Tempogegenstöße, 4 Konter und 3 Tore aus Kontern. Dortmund schlug RBL mit Ansage auf die Art und Weise, in der Leipzig unter Hasenhüttl so erfolgreich in die Liga gestartet war. Nagelsmann fand auf diese Aufgabe mal wieder keine Antwort.

8)      Es sind die ersten und die letzten Eindrücke die besonders zählen und der Eindruck der von Nagelsmann hier zurückbleiben wird, dürfte untrennbar mit diesem Spiel und seinem frühzeitigen Abgang verbunden bleiben. Er kam mit vielen Vorschusslorbeeren und erreichte für Leipziger Verhältnisse durchaus viel (allein die beiden Überwinterungen in der Champions League) aber nur wenige dürften ihn nun noch in guter Erinnerung behalten. Am Ende war der BVB sein Lotte und anders als Zorniger ist er an dieser Zuspitzung auf ein Alles-Oder-Nichts Spiel gescheitert.

8)      Die Saison ist damit im Prinzip gelaufen. Wolfsburg und Union werden sich wohl ordentlich reinhängen und bei uns ist dieses maue Pokalfinale nur der vorläufige Tiefpunkt. Da wird es den Spielern noch schwerer fallen sich zu motivieren und die Fans haben – nicht zuletzt ob der Verfolgung aus der Ferne – wohl auch nur noch wenig Lust auf die letzten beiden Spiele.

9)      Die Stimmen werden nun lauter, die den kommenden Umbruch durchaus befürworten. Nagelsmann ist hier angetreten, um Leipzig auf die nächste Ebene zu heben, am Ende folgt nach zwei Jahren der Umbruch und taktisch wohl erstmal eine Rolle rückwärts mit Marsch. Das ist ganz banal zusammengefasst das Scheitern des Projekts Nagelsmanns durch Aufgabe.

 

Tschau mit Au.

 

Wie man sich seitens der Leipziger in der ersten Hälfte hat abkochen lassen, war nicht schön anzuschauen. Mit dem 3:0 war der Drops geluscht, auch wenn RBL im zweiten Durchgang nochmal was versuchte. Aber es reichte ob des großen Abstands und der fehlenden Präzision nicht – zu groß die Hypothek. Insgesamt war man nicht so schlecht, machte aber schlicht und ergreifend zum wiederholten mal zu viele Fehler.

Am Sonntag kommt Wolfsburg, eigentlich ein Team, dass unseren Rasenballern liegt. Die Wölfe haben den BVB und die Eintracht im Nacken und müssen gewinnen, bei RBL fehlt mir momentan die Phantasie für einen weiteren Sieg.

 

So geht sächsisch...

 

Statistik
RB Leipzig: Gulácsi – Klostermann, Upamecano, Halstenberg – Mukiele (62. Laimer), Kampl (62. Forsberg), Sabitzer (C), Haidara (70. Henrichs) – Olmo – Hwang (46. Nkunku), Sørloth (46. Poulsen)
Borussia Dortmund: Bürki – Piszczek, Akanji, Hummels, Guerreiro – Can, Dahoud (74. Delaney), Bellingham (46. Hazard) – Reus (C, 90.+2 Brandt), Sancho (89. Meunier), Haaland (90.+2 Reyna)
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Tore: 0:1 Sancho (5.), 0:2 Haaland (28.), 0:3 Sancho (45.+1), 1:3 Olmo (71.), 1:4 Haaland (87.)
Torschüsse: 22 / 10
Schüsse aufs Tor: 4 / 5
Passquote: 85% / 78%
Zweikampfquote: 56% / 44%
Ballbesitz: 60% / 40%
Fouls: 13 / 14
Ecken: 4 / 7
Abseits: 1 / 2
Gelbe Karten: Olmo (2), Upamecano (1) / Can, Bellingham, Sancho, Dahoud, Hummels
Zuschauer: keine

Rumpelstilzchen