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Bero oder Bulle - Gelingt RB die Trendwende?

Bero oder Bulle - Gelingt RB die Trendwende?

8 Bundesligaspiele, 8 Punkte. 4 Auswärtsspiele, 0 Siege. Tendenzen, die derzeit nicht nach Champions League klingen. Jetzt geht es gegen Bochumer, die zwar auf Platz 15 der Tabelle stehen, aber seit September kein Heimspiel mehr verloren haben. Ein kompliziertes „Must-win-Game“ für die Rasenballsportler zeichnet sich ab.

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Ausgangslage

RB geht mit einem Punkt Rückstand auf Platz 4 in den nächsten Spieltag. Die Qualifikation für die Champions League ist also weiterhin in greifbarer Nähe. Dass dies so ist, liegt, wie bereits in der Einleitung angedeutet, derzeit nicht an den eigenen sportlichen Leistungen, sondern an den Schwächen, die sich die Mannschaften um RB in der Tabelle derzeit immer wieder leisten. Ein Umstand, auf den man sich aus Leipziger Sicht natürlich nicht verlassen sollte.

Ein möglicher Sieg in Bochum würde natürlich nicht alle sportlichen Probleme aus der Welt schaffen, aber er könnte der Mannschaft in dieser Phase, in der viele Mannschaften aus dem unteren Tabellenbereich auf Leipzig warten, den nötigen Schub geben, um eine ähnliche Serie wie in der Hinrunde zu starten. Eine Niederlage oder ein weiterer unnötiger Punktverlust hingegen könnte die angespannte Situation weiter verschärfen und auch RB-Boss Mintzlaff langsam über mögliche Konsequenzen nachdenken lassen.

In Bochum fehlen Marco Rose mit Xaver Schlager, der gegen die Bayern seine fünfte gelbe Karte sah, und Lukas Klostermann, der weiterhin verletzungsbedingt pausieren muss, definitiv zwei Schlüsselspieler. Péter Gulácsi, der in der vergangenen Woche wegen Bauchmuskelproblemen pausieren musste, wird wohl wieder ins Tor zurückkehren, und auch bei Yussi Poulsen, der zu Beginn der Woche individuell trainierte, sollte einem Einsatz nichts im Wege stehen.



Der Gegner im Check

Bochum, das bedeutet weiterhin viele Zweikämpfe, viel Intensität und viel Vertikalität beim Umschalten. Die Mannschaft von Thomas Letsch agiert in dieser Saison zwar weniger kompakt als in den Vorjahren, dafür aber spätestens ab dem Mittelfeld mit einem sehr intensiven Pressing. Ähnlich wie in Leipzig ist dieses Pressing auch die Basis für die offensive Idee, nämlich nach Balleroberung möglichst schnell und geradlinig in Richtung gegnerisches Tor zu kommen. Wenn Bochum nicht in diese Umschaltsituationen kommt, hängt viel von Kevin Stöger ab. Mit 6,16 Shot-Creation Actions pro 90 Minuten, 0,23 xAG pro 90 Minuten und 9,11 progressiven Pässen pro 90 Minuten liefert Stöger absolute Topwerte und vor allem Zahlen, die man von einem Spieler des Tabellen-15. nicht erwarten würde. Neben den Umschaltaktionen und Kevin Stöger ist Bochum auch immer wieder bei Standards gefährlich, allein in den letzten 5 Spielen erzielte Bochum 3 Tore nach Standards.



Als Schlüsseltransfer der Saison kann man getrost den Ex-Leipziger Bernardo bezeichnen, der bisher nicht nur die meisten Zweikämpfe der Liga gewonnen hat, sondern auch in vielen anderen defensiven Kategorien wie Luftduellen oder Klärungsaktionen Topwerte aufweist. Für 600.000 € ein echter Transfercoup für den VfL.

Das größte Problem von Trainer Thomas Letsch ist derzeit wohl die Verletzungsmisere, mit der er zu kämpfen hat. Gegen Leipzig fehlen unter anderem Osterhage, Oermann und Antwi-Adjei, die in den letzten Wochen allesamt Stammspieler waren und wegen diverser Verletzungen ausfallen. Dazu kommen am Samstag noch die Sperren von Stammspieler Mašović, der im letzten Heimspiel gegen Leipzig noch das Tor erzielte, und Torhüter Manuel Riemann, bei dem man wohl nicht mehr erwähnen muss, wie wichtig er ist.



Spielvorschau

Ein Abweichen von dem für Leipzig und Rose typischen 4222 wäre trotz der sportlichen Probleme ebenso überraschend wie eine große Rotation trotz des anstehenden Achtelfinal-Rückspiels in der Champions League. Viel wahrscheinlicher ist, dass man gegen Bochum auf eine ähnliche Startelf wie in den letzten Wochen vertraut.

Gulácsi bleibt laut Rose die Nummer 1 und wird wohl Janis Blaswich, der gegen die Bayern zwar nicht fehlerfrei spielte, aber mit seinen Aktionen die Mannschaft vor allem in der ersten Halbzeit im Spiel hielt, wieder auf die Bank verdrängen. In der Abwehr könnte Rose Lukeba, der Willi Orbán in der Hinrunde souverän vertrat, eine Chance geben, sich für weitere Einsätze zu empfehlen. Im Zentrum ist die große Frage, wer den gesperrten Schlager ersetzen wird. Henrichs, Kampl und Seiwald sind allesamt Kandidaten. Es wird wohl auf den erfahrenen Kampl hinauslaufen, auch wenn Seiwald bei seinen letzten Einsätzen immer wieder positive Tendenzen zeigte. In der Offensive wird Rose wahrscheinlich wieder auf sein gewohntes Quartett (Xavi, Olmo, Šeško, Openda) zurückgreifen. Für Elmas, Baumgartner und Poulsen wird es wohl vorerst bei der Joker-Rolle bleiben.



Bei Bochum wird wohl Ex-Unioner Luthe Riemann ersetzen und versuchen, wie Riemann es gefühlt in jedem Aufeinandertreffen tut, die Leipziger Stürmer zur Verzweiflung zu bringen. Ansonsten wird es bei Bochum aufgrund der Ausfälle wohl eine Mischung aus den Aufstellungen der letzten Wochen geben. Kwarteng, Gamboa und Bero könnten die gesperrten oder verletzten Stammkräfte ersetzen. Positiv für den VfL: Kapitän Losilla kehrt nach seiner Gelbsperre in die Startelf zurück und kann seinem Team wieder helfen.

Mögliche Aufstellungen:

Bochum: Luthe – Gamboa, Ordets, Schlotterbeck, Bernardo – Bero, Losilla - Kwarteng, Stöger, Asano – Broschinski

RB Leipzig: Gulacsi – Simakan, Orban, Lukeba, Raum – Kampl, Haidara – Olmo, Xavi – Sesko, Openda

Ein fußballerischer Leckerbissen wird es am Samstagnachmittag wohl nicht werden. Die Leipziger werden über weite Strecken die Mannschaft sein, die den Ball hat und versuchen muss, sich dem Bochumer Pressing zu entziehen, um dann mit Tempo in der Offensive die sich bietenden Lücken zu nutzen. Bei den Torchancen, die man sich aus diesen Momenten herausspielt, sollte man dann möglichst effizient sein und nicht wie im letzten Spiel oder im Hinspiel mehrere gute Möglichkeiten liegen lassen. Denn viele Chancen wird der Gegner hier nicht zulassen. Defensiv gilt es einerseits Fehler im Spielaufbau zu vermeiden, um Bochum nicht die Umschaltmomente zu geben, auf die sie lauern und andererseits bei Standards aufmerksam zu sein, was in dieser Saison mal mehr und mal weniger gut funktioniert. Kampl, Haidara oder wer auch immer im Zentrum spielt, sollte Stöger möglichst aus dem Spiel nehmen, um andere Spieler in die Verantwortung im Positionsspiel zu drängen.  


Tipp: 1:0 für Leipzig. Nicht schön, aber wichtig.


Was läuft wo?

Liveticker RB-Fans.de: https://rb-fans.de
Radio: http://bullenfunk.fm/
TV-Übertragung: Sky Bundesliga

gNiklas