Entschuldigen Sie! Ist das der Sonderzug nach Freiburg?
Der frühe Vogel
Bereits um drei Uhr morgens trafen sich die hartgesottenen RB-Fans am Leipziger Hauptbahnhof. Müde, aber gut gelaunt stiegen wir in den Sonderzug. Das Ziel? Die südlichste Bundesliga-Stadt Deutschlands. Freiburg im Breisgau. Wie jedes Jahr, wenn der Fanverband einlädt, fand das Angebot hohen Anklang. Die im Bundle 92€ teuren Tickets waren schnell ausverkauft und 670 Fans somit auf der Schiene. Das Schöne am Fanzug: Unterschiedlichste Gruppen werden vereint. Menschen aus unterschiedlichsten Blöcken im Stadion, Menschen mit unterschiedlichsten Definitionen vom Fansein kommen zusammen. Von aktiver Szene bis Sitzplatzultra. Alle fahren mit, alle sind willkommen und alle tragen ihren Teil zu einem schönen Gesamterlebnis bei. So auch an diesem Tag.

Der raue Charme der alten Bahnwagen.
Das Erlebnis der Hinfahrt
Nachdem alle mit gültigem Fahrschein und kontrollierten Taschen in den Zug gestiegen sind, fuhr dieser kurz nach vier Uhr morgens vom Leipziger Hauptbahnhof los. Das Schöne an der alten Centralbahn ist ja, dass man erstmal in Sechser-Abteilen mit im besten Fall bekannten Personen fährt. So auch diesmal, weshalb die Einstimmung auf die Fahrt problemlos funktionierte und jeder Fan für sich selbst entscheiden konnte, wie die Fahrt gestaltet wird. Knapp drei Stunden später gegen sieben Uhr in der Früh öffnete der Partywagen.

Warten vor dem Europa Park ... Stadion.
Für Menschen, die noch keine Reise mit dem Sonderzug gemacht haben: Der Partywagen ist Zentral im Zug und das Herzstück des Zuges. Spätestens dieser ist der Schmelztiegel für alle anwesenden Fans und dank eines wirklich ausreichenden Angebots an Speisen und Getränken, Musik und Diskolichtern, kommen hier alle Menschen auf ihre Kosten. Man ist aber nicht verpflichtet, im Partywagen sich zu versorgen. Man darf sich auch selbst versorgen - mit ein paar Einschränkungen bei der Verpackung - Wem das Bier nur aus der Glasflasche schmeckt, sollte sich bspw. lieber im Partywagen ein frisch gezapftes gönnen. Gleiches gilt aber natürlich auch für alle anderen (nicht-)alkoholischen Getränken. Verboten sind Glas und Metallflaschen, mit Ausnahme von Leichtmetallen wie Blechdosen. Euer Red Bull aus der Dose ist also erlaubt und legitim. :D

Fanszenen Frühaufsteher.
Zurück zur Fahrt nach Freiburg: Man merkte, wie die Stimmung - egal in welchem Abteil - gut war. Musik lief, Menschen unterhielten sich, teilweise wurden schon Fangesänge angestimmt. In solchen Momenten merkt man, warum es gut ist, solche Sonderzugfahrten zu haben: Fußball kann und soll Menschen verbinden. Auch solche Sonderzugfahrten tragen mit ihrem Konzept und ihrem Vibe dazu bei, dass das gelingt. Und apropos Konzept: Durch das Konzept "von Fans für Fans" merkte man zeitgleich, dass bei aller Party und bei aller Freude auch respektvoll mit dem Inventar umgegangen wurde. Die Party stieg weiter, bis wir ca. 12:30, also 8,5h nach Abfahrt Freiburg erreichten. Vom Hauptbahnhof aus fand ein Shuttle-Service bis zum Stadion statt. Dank gutem Verkehrskonzept und Polizeischutz, stellte auch diese keine Hürde dar. Gegen 13:00 Uhr erreichten wir dann das Europa-Park-Stadion.

Zentralstadionchoreo mit Spezialschal.
Das Stadionerlebnis
Nach der Ankunft hieß es erstmal noch warten. Doch auch diese Zeit wurde gut genutzt. Denn schon im Zug und auch vor dem Stadion wurden die Schals zur später zugehörigen Choreografie "70 Jahre Zentralstadion" verkauft. Pünktlich 13:30 öffneten sich dann die Stadiontore. Als man endlich am extrem zähen Einlass vorbei im Stadion war, wurde alles für die Choreo vorbereitet. Diese zeigte dann mit Anpfiff ihre wahre Pracht. Eine sehr schöne Hommage für unser Stadion, auch wenn es heute anders heißt. Im Stadion fiel dann vor allem eins auf: Eine wirklich gute Stimmung von beiden Fanlagern. Auch wir im Gästeblock haben uns trotz des Ergebnisses auf den Support konzentriert. Auch, weil es für uns um nicht mehr ging. Das Ergebnis zu betrauern, wäre angesichts des Gesamterlebnisses auch nicht angemessen gewesen. Auf das Spiel gehe ich hier nicht ein. Wer dazu mehr lesen möchte, darf dies gerne in unserem Spielbericht tun. Es gab Support bis zum Abpfiff. Anschließend verabschiedeten wir die Mannschaft in die Sommerpause und verließen das Stadion in unsere Shuttlebusse.
Dorr heme! pic.twitter.com/JsIwfWkAOj
— Fanverband Leipzig e. V. (@fanveRBand) May 17, 2026
Nächtliche Rückkehr.
Die lange Rückfahrt
Gegen 17:40 Uhr fuhren wir in Richtung Bahnhof. Nachdem wir wieder am Bahnhof waren, mussten wir uns die Zeit vertreiben. Zugegebenermaßen nicht optimal, da wir natürlich alle noch in Fanklamotten waren. Hat aber dennoch drei große Vorteile. Erstens: Gab es trotzdem Polizeischutz, sodass man sich sicher fühlen konnte. Zweitens: Ich warte lieber auf einen Zug, der geschützt steht, auf einen Zug der stehen bleibt und dann nach Buttersäure stinkt. Diejenige, die in Gladbach mit waren, die wissen, was ich meine. Drittens: konnte man so am Bahnhof noch ordentlich singen und Stimmung machen. Das hatte extrem viel Spaß gemacht. Als der Zug dann endlich da war, stiegen wir alle ein und fuhren zurück in unsere Messestadt. Auch jetzt öffnete wieder der Partywagen und die Stimmung war positiv, bis wir ca. gegen 02:30 wieder in Leipzig einfuhren. Wie immer war es ein großartiges Erlebnis, für das man dem Fanverband einfach nur seinen Dank aussprechen muss. Jedes Mal auf neue ist der organisatorische Aufwand irre und jedes Mal aufs neue ist es immer wieder eine Freude. Gerne wieder!
Der Vorher-Nachher-Effekt pic.twitter.com/UXdQ1lIzWq
— GordonShumway™ (@bumbumbastisch) May 17, 2026
Ein bisschen Schwund ist immer.
Der wahre Fan