Red Bull trennt sich von Ole Werner – Danke und alles Gute Ole!
Ole Werner
Statistiken der Bundesliga SaisonInhalt
Der Stand vor der Saison
RB Leipzig schloss die Saison 2024/2025 auf Platz 7 ab, dabei hätte man laut den expected Points sogar nur auf Platz 10 liegen dürfen. RB Leipzig zeigte in dieser Saison, obwohl die Leistungsträger der Offensive um Xavi, Openda und Šeško gehalten werden konnten, sich nicht mehr als eine durchschnittliche Bundesligamannschaft, auch weil man eben nicht mehr als TEAM auftrat.
Auch ein Trainerwechsel zu Zsolt Lőw brachte in der Saison 2024/2025 keine Besserung.
Im letzten Sommer sollte dann laut Marcel Schäfer ein Aufbruch, nicht nur ein Umbruch eingeleitet werden. Die Topscorer und großen Namen um Xavi, Šeško und Openda wurden abgegeben, auch von langfristigen Säulen wie Yussuf Poulsen, Kevin Kampl, Timo Werner und Amadou Haidara hat man sich vor oder während der Saison getrennt. Ein Umbruch sollte her, den es so in den letzten Jahren nicht gegeben hat, der aber eben auch mit Blick auf die Teamchemie und auch Leistungsentwicklung älterer Spieler absolut notwendig war.
Wie immer bei RB Leipzig wurden viele junge Spieler im Bereich von 15-25 Mio. € geholt, die zum Großteil nur absolute Experten im Fußball kannten, darunter Yan Diomande von Leganés oder Rômulo aus Göztepe, die zu ganz wichtigen Spielern von RB Leipzig wurden. Andere wie Johan Bakayoko oder Conrad Harder erfüllten nicht die Erwartungen.
Neben Änderungen im Kader sollte auch das Spielsystem angepasst werden, so dass RB Leipzig erstmals in einem 4-3-3 agierte. Als Ziel wurde vor der Saison eine Platzierung auf den Europapokalplätzen ausgerufen, also mindestens Platz 6.
Der Start in die Saison und die Entwicklung danach
Spieler wie Xavi und Openda wurden erst sehr spät abgegeben, so dass sie sogar noch beim 0:6-Debakel in München am 1. Spieltag in der Startelf standen, was die Vorbereitung durch die fehlende Integration erst spät verpflichteter neuer Spieler erschwerte. Schlimmer konnte man eigentlich nicht in die Saison starten. Umso wichtiger, dass danach die ersten Siege eingefahren wurden, welche zwar wenig überzeugend waren, aber in der Phase der Saison umso wichtiger. Kantersiege gab es dafür später mit jeweils einem 6:0 in Augsburg und zu Hause gegen Frankfurt, so dass man sich hinter den Bayern in den Top 6 der Liga etablieren konnte.
Dort geht es Richtung Champions League Jungs!
Nach dem Spiel gegen Frankfurt folgte allerdings die erste Schwächephase mit mauen Partien bei Union, zu Hause gegen Leverkusen und auf Sankt Pauli. Aus jener Phase konnte man sich dann herausarbeiten, auch wenn nach starken Leistungen gegen Bayern oder Dortmund zu wenige Punkte abfielen. Fünf Siege in Folge vom 27. bis 31. Spieltag sorgten dafür, dass RB Leipzig die Saison auf Platz 3 abschloss und damit das Saisonziel Europapokal mit der Qualifikation für die Champions League erfüllte. Erstmals konnte endlich auch in Frankfurt gewonnen werden. Platz 3 belegte RB Leipzig auch in der expected Points-Tabelle, nur 0,6 Punkte hinter dem BVB, was verdeutlicht, dass die Platzierung absolut verdient war und eben kein Glück, wie ja auch die höchste Anzahl an Aluminiumtreffern aller Bundesligateams (18) zeigte, bei der man eher von Pech reden darf.
Offenbar hat aber die Bilanz in den Topspielen, die mangelnde Pressingintensität ("Intensity is our Identity") und das mitunter fehlende Konterspiel dazu geführt, dass das Red Bull-Global-Team zur Entscheidung kam, nicht mit Ole Werner in die neue Saison zu gehen, auch wenn der Leipziger Geschäftsführer Sport Marcel Schäfer hier anderer Meinung war und vermutlich auch noch ist. Spannend, dass laut Sky und LVZ Ole Werner schon zweimal während der Saison vom Red Bull-Global-Team zur Disposition stand, sich aber Marcel Schäfer damals noch durchsetzen konnte.
Danke und alles Gute Ole!
Ole Werner hat RB Leipzig in einer sehr kritischen Situation übernommen und den nötigen Umbruch entscheidend gestaltet. Platz 3 mit 65 Punkten hätte nach 51 Punkten in der Vorsaison und den namhaften Abgängen ohne Champions League-Einnahmen wohl fast jeder Fan unterschrieben. Vor allem hat Ole Werner mit seinem Trainerstab dafür gesorgt, dass endlich wieder ein Team auf dem Platz steht, was füreinander kämpft. Neben der herausragenden Entwicklung von Yan Diomande ist vor allem die Entwicklung von Christoph Baumgartner und Nicolas Seiwald hervorzuheben, die vorher weit weg vom Status Leistungsträger waren. Auf dieser Saison mit neuem System, vielen neu integrierten Spielern kann man im Gegensatz zur letzten Saison aufbauen und in der nächsten Saison hoffentlich den nächsten Schritt machen.
Ganz abseits von sportlichen Inhalten ist die immer sympathische und bodenständige Art hervorzuheben. Niemand kann beispielsweise Clara Mohr so schön zeigen, was eine Thomson-Gazelle ist. :)
In Südafrika wurde noch über die kommenden Aufgaben gescherzt.
Wir sagen Danke Ole Werner für Deine Leistung, Deine sympathische Art und wünschen alles Gute für die Karriere! Wir sind uns sicher, nach der Saison werden früher oder später attrakive Angebote eingehen. Klar bleibt auch: Einmal Leipzig, immer Leipzig! Wir würden uns freuen, Dich in Leipzig und auch im Stadion wieder begrüßen zu können! Vielleicht ja zum ersten Heimspiel in der Champions League, die wir auch Dank Dir erreicht haben.
Jupp