70 Jahre Zentralstadion – Oi würdigs Feschdle
Inhalt
Und doch kam es genau so.
Bei bestem Sommerwetter und in historischer Kulisse fanden sich mehrere Hundert Menschen zusammen, um den 70. Geburtstag des Zentralstadions gebührend zu feiern. Es wurde geplant, organisiert, aufgebaut und natürlich gefeiert. Die Gäste hatten sichtbar Spaß.
Viel mehr muss man dazu eigentlich gar nicht sagen.
Es war oi würdigs Feschdle.
Die Saisoneröffnung fand übrigens gestern statt.
— GordonShumway™ (@bumbumbastisch) August 9, 2026
Ungezwungen, authentisch.
Dinge, die es kommende Woche nicht geben wird. https://t.co/8noTsRYAq8
Anders als in den vergangenen Jahren wurde die neue Saison diesmal nicht mit einem Auswärtsspiel im Pokal eröffnet, sondern mit einer Party. Ein Ansatz, den ich ausgesprochen charmant finde. Fußball besteht schließlich nicht nur aus 90 Minuten auf dem Platz, sondern auch aus Begegnungen, Erinnerungen und Gemeinschaft.
Als Mitglied im Fanverband Leipzig und mit passender Urlaubsgestaltung war es für mich ein No-Brainer, bei der Durchführung mitzuhelfen. Was sind schon 500 Kilometer zwischen heimischem Kühlschrank und Leipziger Wohnzimmer?
Mit familiärer Freigabe und Unterstützung ging es also in kleiner Gruppe nach Leipzig.
Frei nach dem Motto „Planlos geht der Plan los“ – natürlich bewusst überspitzt und nur aus dem Blick von außen – wurde ab dem Vormittag auf dem Gelände gewerkelt, geschleppt, aufgebaut und organisiert. Der Fanverband kümmerte sich um den Getränkewagen, andere um Bühne, Technik, Verpflegung, Fotobox und Merchstand. Dazu kamen eine sehenswerte Ausstellung zur Geschichte des Zentralstadions sowie verschiedene Spruchbänder, deren Entstehung man teilweise sogar live verfolgen konnte.
Respekt an die Künstler.
Ab 16 Uhr strömten dann die Besucherinnen und Besucher auf das Gelände. Die Zahl der Gäste überraschte zumindest mich durchaus positiv. Und so entwickelte sich eine Feier, die bis in die späten Abendstunden andauerte.
Gesittet im Auftreten der Einzelnen, locker in der Atmosphäre und genau passend im Rahmen.
Als am Abend die ersten choralen Gesänge erklangen und die leuchtende Unterstützung dazukam, war das Bild perfekt.
Oi würdigs Feschdle halt.

Mehr als nur eine Party
Aus meiner Sicht war da allerdings noch mehr als eine gelungene Geburtstagsfeier.
Weil ich das so vermisse:
Nachklapp 1: Überraschender Durst
Unerwartet war nicht nur die Anzahl der Gäste, sondern auch die enorme Nachfrage nach alkoholfreien Getränken. Obwohl der Wagen bis unters Dach beladen war, wurden die Vorräte zeitweise knapp oder gingen sogar ganz aus.
Trotz aller Bemühungen der Beteiligten, Nachschub zu organisieren, ließen sich Engpässe nicht vollständig vermeiden. Die Gäste reagierten auf die Situation zwar überrascht, aber gleichzeitig bemerkenswert entspannt.
Dafür vielen Dank.
Unsere Fanszene hat weiter an der Gestaltung der Unterführung gearbeitet 🤩 pic.twitter.com/VQjK928iDa
— RB-Fans.de (@rb_fans) August 4, 2026
Nachklapp 2: Das Alter schlägt zurück
Eine kleine Bitte an die Organisatoren habe ich dann doch noch.
Langsam komme ich in ein Alter, in dem das Thema Farbkontrast an Bedeutung gewinnt. Gelbe Schrift auf rotem Hintergrund ist mittlerweile durchaus herausfordernd. Manche Informationen waren für meine Augen eher Suchspiel als Einladung.
Nachklapp 3: Die richtige Mischung
Besonders gefallen hat mir, dass alle relevanten Ebenen vertreten waren. Ob privat oder in offizieller Funktion: Szene, Fanklubs, Fans, Fanverband, Fanbeauftragte und sicherlich noch einige weitere, die ich an dieser Stelle nicht einzeln erwähne.
Genau diese Mischung macht für mich eine funktionierende Fanlandschaft aus. Hätte ich mir die Zusammensetzung der Gäste wünschen dürfen, wäre sie ziemlich genau so ausgefallen.
Nachklapp 4: Warum solche Tage wichtig sind
In den vergangenen Jahren hatte ich häufig das Gefühl, dass wir uns als Gemeinschaft wiederfinden oder vielleicht sogar neu definieren müssen.
Wenn man als Fan in kürzester Zeit fast alles erlebt hat, was es im Fußball zu erleben gibt, wird es irgendwann schwieriger, dieses übertriebene Feuer immer wieder neu zu entfachen. Gleichzeitig schienen mir interne Diskussionen, Politik und unterschiedlichste Interessen manchmal mehr Raum einzunehmen als das, was uns ursprünglich zusammengebracht hat.
Es gab Phasen, in denen der einzige und wichtigste Anker vor allem die Freundschaften waren. Die Menschen, die man seit 2013 regelmäßig im Block trifft. Die Leute, mit denen man ein Bier trinkt, Auswärtsfahrten teilt und Erinnerungen sammelt.
Mit diesem Feschdle hatte ich nach langer Zeit wieder das Gefühl, dass hier etwas Besonderes entstanden ist. Etwas Sinnvolles. Etwas, das für die Gemeinschaft wichtig ist.
Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Beteiligten hat auf mich einen sehr positiven Eindruck gemacht. Genau solche Projekte zeigen, was möglich ist, wenn verschiedene Gruppen gemeinsam an einem Strang ziehen.
Davon gerne mehr.
Sonnige Grüße aus dem Südwesten. Euer Tuxi