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RB Leipzig gewinnt Spitzenspiel gegen enttäuschende Lübecker mit 2:1

Sensationelles Wetter, eine angenehme Fußballatmosphäre, viele Zuschauer, ein souveräner Sieg der eigenen Mannschaft und die Zerstörung aller Lübecker Aufstiegsträume – was wollte ein RB-Fan an diesem Sonntag mehr? Die Mannschaft hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie eben doch gegen die Spitzenteams der vierten Liga gewinnen kann. Im Nachhinein stellt sich allerdings die Frage, ob unsere Elf so stark oder der Gegner so schwach war. Vermutlich ist die Antwort eine Mischung aus Beidem.


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Tomas Oral stellte sein Team gegenüber dem 3:0 Erfolg gegen Oberneuland auf drei Positionen um. Tim Sebastian ging für Daniel Rosin ins defensive Mittelfeld, Thomas Kläsener kehrte in die Startelf zurück und nahm den Platz neben Fabian Franke in der Innenverteidigung ein. Der wiedergenese Sven Neuhaus ersetzte Christopher Gäng. Das erste Zeichen im Spiel setzten die Fans aus dem Block A, als sie einen Spruchband „20 versus 4 – Wir vergessen nie“ in Richtung Lübecker Anhang zeigten. Eine Anspielung auf die Ereignisse vom Hinspiel, als Lübecker Fans eine kleine Leipziger Fangruppe brutal überfielen.
Die Partie brauchte einige Minuten, um auf Touren zu kommen. In der siebten Minute zappelte der Ball bereits das erste Mal im Lübecker Netz, doch Rockenbach stand zuvor im Abseits und wurde zurückgepfiffen. Nach zehn Minuten kam RB durch Standartsituationen und mit kräftiger Mithilfe vom unsicheren VfB-Keeper Semghoun zu einer Vielzahl von Tormöglichkeiten. Höhepunkt dieser Drangphase war der verdiente Treffer zum 1:0 in der 17. Spielminute. Nach Flanke von Paul Schinke nutzte Rockenbach die Unsicherheit von Semghoun und seinen Vorderleuten und erzielte sein zweites Saisontor. Anschließend nahm RB das Tempo aus dem Spiel, agierte nicht mehr so zielstrebig nach vorne wie zuvor und verlor häufig zu schnell den Ball im Spielaufbau. Doch die Lübecker waren am heutigen Tage einfach nicht in der Lage, daraus Kapital zu schlagen. Die meisten Offensivaktionen der Gäste bestanden aus hohen und weiten Bällen aus dem Halbfeld in die Spitzen, die entweder nicht ankamen oder von unserer starken Defensive abgefangen wurden. Das Angriffsspiel war überraschend harmlos, kreativ- und ideenlos – kurzum: Eines Tabellenzweiten nicht würdig. Nach 35 Minuten erzielte Daniel Frahn mit seinem 13. Saisontor das etwas überraschende 2:0. Rockenbach nahm einen hohen Ball aus dem Mittelfeld geschickt im Strafraum an, passte zum freistehenden Frahn und der hatte keine Mühe, den Ball im Tor unterzubringen. Wer hätte zur Winterpause noch gedacht, dass sich der Fünf-Tore-Stürmer zu einem echten Goalgetter und Toptorschützen entwickelt? Bis zur Halbzeit passierte dann nichts mehr, außer einem falschen Einwurf von Sebastian Albert – kurios aber dennoch amüsant.

Die zweite Halbzeit entwickelte sich leider zu einem zähen und müden Fußballkick nach dem Motto „RB will nicht, Lübeck kann nicht“. Die Gäste kamen kaum in die Nähe des Strafraums und leisteten sich einen Fehlpass nach dem anderen. Die Mannschaft von Tomas Oral beschränkte sich auf Ergebnisverwaltung und setzten noch den ein oder anderen Nadelstich. Rockenbach und Frahn hatten beide die Möglichkeit, das Spiel vorzeitig zu entscheiden und den Sack zu zumachen. Stattdessen mussten alle 4233 Zuschauer zum Schluss noch mal um die drei Punkte zittern, als Gebers aus 20 Metern Entfernung einen Freistoß direkt verwandelte. Warum die Mauer allerdings nicht hochsprang, bleibt wohl ihr Geheimis. Es blieb aber beim hochverdienten 2:1 Erfolg der Leipziger, die damit ihren vierten Heimsieg in Folge feierten.

RB Leipzig hat durch den Sieg den ersten erfolgreichen Schritt in dieser schwierigen Woche getan. Der souveräne Erfolg war wichtig fürs Selbstvertrauen in die eigene Stärke und Spielkultur. Die Abwehr stand über 90 Minuten stabil und gut geordnet, auch wenn es den einen oder anderen haarsträubenden Fehlpass aus der Defensive heraus gab. Sebastian, wohl der beste Feldspieler auf dem Platz, agierte abgeklärt, war läuferisch verdammt stark, bewies Übersicht und Zweikampfstärke. Sein Partner Alexander Laas war weniger auffällig, dafür aber absolut solide. Paul Schinke und Thiago Rockenbach hatten im Spiel immer wieder ihre Glanzmomente, Carsten Kammlott biss sich an seinem Gegenspieler die Zähne aus. Frahn gewann einige wichtige Kopfballduelle in der Spitze, hätte allerdings zweimal mit präziseren Pässen für das 3:0 sorgen können. Die eingewechselten Spieler Kutschke, Geißler und Ismaili konnten nur noch wenig Akzente setzen, passten sich dem Niveau der anderen Akteure in Hälfte zwei umgehend an.
Trainer Tomas Oral sprach von der besten ersten Hälfte, die seine Mannschaft bisher in dieser Saison absolvierte, kritisierte aber die Leistung in den zweiten 45 Minuten. Die Zuschauer waren stimmungsmäßig (mit Ausnahme der Haupttribüne) gut drauf und sorgten dafür, dass dieser Fußballtag rundum perfekt war.

Video: Video des MDR zum Spiel

Daten zum Spiel
RB Leipzig: Neuhaus - Albert, Sebastian, Franke, Müller - Laas (74. Kutschke), Kläsener - Kammlott (83. Ismaili), Rockenbach, Schinke (65. Geißler) - Frahn
VfB Lübeck: Semghoun - Siedschlag, Gebers, Marheineke, Hohnstedt - Röhr, Wehrendt, Landerl (46.Zekjiri), Steinwarth (36.Duspara) - Henning (83.Richter), Cornelius
Tore: 1:0 Rockenbach (17.), 2:0 Frahn (35.), 2:1 Gebers (89.)
Schiedsrichter: Benjamin Brand
Zuschauer: 4233
Gelbe Karten: Zekjiri
(Gelb-)Rote Karten: keine


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