Englische Wochen in Russland
Nächstes Spiel, bekannter Gegner: Gegenbesuch bei Zenit St. Petersburg.
Die Ausgangssituation
Es ist Champions League, der vierte Spieltag in Gruppe G. Es spielen gegeneinander der aktuell Zweite der Gruppe, Zenit St. Petersburg gegen den Spitzenreiter, unseren Rasenballsportverein aus Leipzig. Ein Spitzenspiel sozusagen, wobei dass in der Champions League ja per Definition immer der Fall und in dieser Gruppe aufgrund der kuscheligen Tabellensituation sowieso so ist.
Lage in Leipzig
Hinter Leipzig liegen schwere Wochen. Nach furiosem Saisonstart, war es bis jetzt ein durchwachsener Herbst, mit ebenso bitteren wie unnötigen Niederlagen gegen Schalke und Lyon, mit der Nicht-Leistung in Freiburg, mit den auch nicht befriedigenden Unentschieden in Leverkusen und zu Hause gegen Wolfsburg aber auch Highlights wie die Pokalgala bei den Autobauern.
Zwischendurch gab es in Leipzig ja auch schon das Hinspiel, dieses wurde, nach Rückstand zur Pause, durch Tore von Laimer und Sabitzer entschieden. Ein auf und ab nicht nur in der Leistung, sondern auch in der Gefühlslage der Fans. Letzte Station war das furiose vorgestrige 8:0 gegen Mainz. Jede Achterbahn in Belantis ist eine lahme Veranstaltung dagegen.
Die neuen, von Nagelmann eingebrachten, Elemente zeigen sich immer mehr, benötigen aber für den Erfolg immer noch die ursprünglichen, gern als RB-DNA bezeichneten, Spielweisen. Werden diese nicht konsequent auf den Rasen gebracht, kommt auch nichts raus. Bestaunen konnte man dies, ob man wollte oder nicht, in Freiburg. Nagelsmann beschreibt seine Arbeit daher auch eher als „hinzufügen“ und nicht als „ersetzen“. Bei begrenzter Trainingszeit ist das natürlich eine Herkulesaufgabe, zuletzt scheint die Mannschaft das aber wieder besser verinnerlicht und umgesetzt zu haben. Dem ein oder anderen Mainzer ist wahrscheinlich immer noch ein wenig schwindelig.
Die Lage auf der medizinischen Station hat sich leider noch nicht entspannt. Während der Genesungsprozess bei Adams und Wolf Fortschritte macht, hat sich Kapitän Willi Orban nach dem Pokalspiel neu auf der Krankenstation eingefunden. Konaté, Lookman und Schick sind ebenfalls noch nicht wieder einsatzbereit. Kampl nahm gegen Mainz zwar schon wieder auf der Bank Platz, war aber eigentlich nur da, damit Nagelsmann jemanden zum Schwatzen hatte, während sich die Ersatzspieler warmliefen.
Erwartung
Wenn man nach Russland fährt, sollte man sich vorab Gedanken um das Wetter machen. Für dieses Mal kann aber Entwarnung gegeben werden. Auch wenn man nicht vom perfekten Fußballwetter sprechen kann, so muss nach aktuellem Wetterbericht auch nicht mit sibirischer Kälte oder gar größeren Schneefällen gerechnet werden. Trübes Wetter bei 1°C über Null ist aber für Anfang November auch nicht ungewöhnlich. Im Stadion wird man letztlich wenig davon mitbekommen, da die 800 Mio. € teure Gazprom-Arena beheizt ist.
Interessanter ist
da durchaus die derzeitige Tabellensituation in Gruppe G. Gewinnt
Spitzenreiter Leipzig das Spiel, schafft man, je nach Ausgang der
anderen Begegnung, einen komfortablen Vorsprung auf den dritten Platz
und stellt die Weichen Richtung Achtelfinale. Auch mit einem
Unentschieden hat man immer noch eine gute Position. Eine Niederlage
wiederum macht es dann so richtig schön eng. Muss man nicht
unbedingt haben.
Für St. Petersburg sind die Vorzeichen genau
andersrum, bei einer Niederlage wird ein Weiterkommen sehr
unwahrscheinlich, da insbesondere Leipzig fast außer Reichweite
kommt. Auch bei einem Unentschieden ist man nur noch Dritter, während
man mit einem Sieg die anderen Mannschaften unter Zugzwang setzt und
die Spitze übernimmt. Kurz zusammengefasst: St. Petersburg braucht
einen Sieg, wir könnten auch mit einem Unentschieden gut leben. Der
Druck liegt damit eher bei St. Petersburg, so dass diese vermutlich
offensiver agieren müssen, als bei ihrem Gastspiel in Leipzig. Das
sollte uns dann auch entgegenkommen. Bringt man die PS offensiv
erneut auf die Straße und bleibt defensiv hochkonzentriert, ist ein
erneutes Erfolgserlebnis möglich. Beim damaligen Rückspiel in der Europa League bei Zenit spielten unsere Rasenballer übrigens 1:1, was nach einem 2:1 im Hinspiel zum Weiterkommen reichte.
Für alle die nicht mit nach St. Petersburg fahren, überträgt Sky diesmal live und exklusiv sowie in der Konferenz. Daneben gibt es wie immer die Möglichkeit im Fanradio zuzuhören oder im Fanticker mitzulesen.
RunderBall
) wie Lautern, Schalke, Düsseldorf etc. die letzten Jahre einfach nichts auf die Reihe bekommen haben. Viele Auswärtsfans zu haben, bedeutet rein GAR NICHTS!!! Hier geht es immer noch um sportliche Leistungen. Das wüsste man, wenn man mal ab und zu auf's Spielfeld schaut und sich nicht oben hinter "den Linien" mit etwas anderem beschäftigt - vorausgesetzt, man interessiert sich WIRKLICH für diesen Sport und nicht nur für den ganzen Blödsinn am Rande...