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Was hoch steigt, fällt tief
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Was hoch steigt, fällt tief

Was hoch steigt, fällt tief

Das Einzige was diese Saison sicher ist, wie das Amen in der Kirche, sind Leipziger Formschwankungen, deren Ursachen letztlich im taktischen Bereich zu suchen sind. Gegen Leverkusen folgte auf das Hoch gegen Brügge wie mit Ansage ein Tief.

Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

Corona lässt die Luft aus dem gut gefüllten Leipziger Kader. Noch einmal am Verschluss gezogen und es ist nicht mehr genug für ein Spiel drin. Beierlorzer hat mit der Rumpftruppe (immer noch einer guten Aufstellung, aber kaum Bankspielern) einen Befreiungsschlag in Brügge geschafft. Ein Sieg gegen Leverkusen würde selbigen versilbern und Leipzig zurück ins Champions League-Geschäft katapultieren.

Auf dem Feld vertraute Beierlorzer fast schon gezwungenermaßen dem Team gegen Brügge. Was als Anleihe an never change a winning team durchgehen könnte, war im Endeffekt nah dran an alternativlos. Leverkusen kam mit deutlich weniger Personalsorgen, sogar Schick war fit und all die schnellen und gefährlichen Dribbler wie Frimpong, Wirtz und Diaby auch.

 

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Dreisatz des Spiels

Langsam werden die Vorstellungen arg ermüdend, toll gegen Brügge und den BVB, quasi unterirdisch gegen Hoffenheim und nun gegen Bayer wieder eine blutleere Halbzeit mit Abwehrlücken so groß, dass ein Laster darin einparken könnte. Die Sahnehaube dann in Halbzeit 2 als RBL nach dem Anschlusstreffer sofort das dritte Gegentor kassierte und am Ende einen Elfmeter verschoss. Vielleicht ist ein Trainer doch nicht nur dazu da, den Spielern größtmögliche Freiheiten zu geben.

 

Für Brobbey und für Leipzig kein Vergnügen.

 

Neu im Bullenstall

Brobbey demontiert! Den Niederländer vier Minuten vor der Halbzeit für Szoboszlai auszuwechseln, war eine unangebrachte Höchststrafe. So viel schlechter als der Rest war der ehemalige Ajax-Kicker nun wahrlich nicht. Das gab Zweitliga-Rebic-Vibes. Silva mit einem Tor aber daneben eben auch wieder sehr viel Stückwerk. Gvardiol heute nicht ganz so auffällig – auch er schwamm eher mit dem gesamten Team. Martínez von seinen Vorderleuten bei den Toren allein gelassen, konnte an der Niederlage wenig ändern. Einziger kleiner Lichtblick: Bonnah und seine demmeske Terrierhaftigkeit.

 

Umkämpfte Partie mit besseren Ende für Bayer.

 

Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt

Nkunku: Über ihn lief heute offensiv noch das meiste. Er legte für Silva auf und seine Flanke war es, die zum Elfmeter führte. Spielte zudem die meisten Key-Pässe. Wenn Leipzig, selbst wenn es bei Nkunku solide läuft, nicht mehr gewinnt, dann ist die Götterdämmerung angebrochen.

Silva: Einfach, weil mir sonst keiner einfällt. Natürlich war Silva abseits des Tores mal wieder recht unauffällig und unglücklich, immerhin hat er seinen Teil am Ende aber mit dem Treffer erfüllt, dass die Hintermannschaft die Löchrigkeit eines schweizer Käses aufwies, war nicht seine Schuld.

Bonnah: Wie der kleine Junior am Ende jeden angelaufen ist, erinnerte an Demme und bessere Zeiten. Das dies schon reicht, um in dieser Rubrik aufzutauchen, zeigt das ganze Dilemma.

 

Teufel Alkohol!

 

Luft nach oben

Klostermann: Gewann als Innenverteidiger einen Zweikampf, dürfte über 90 Minuten hart an der Negativrekordmarke sein. Auch wenn Alternativen rar gesät waren und Henrichs nun auch nicht gerade als eisenharter Zweikämpfer bekannt ist, muss man konstatieren, dass Klostermann – gerade in dieses Viererkettenkonstellation – momentan ein Schwachpunkt ist.

Laimer: Laimer die erste Halbzeit beim Kicken zuzuschauen, lud zu einem gefährlichen Trinkspiel ein, zumal der Österreicher trotz seiner fünf Fouls (25% des Gesamtwerts und 50% aller RBL Fouls) gelbfrei blieb. Konny gewann nur ein gutes Drittel seiner Zweikämpfe, was vornehmlich aber auch an einem kaum konzertierten Pressing lag.

Angeliño: Was gegen Brügge irgendwie klappte – wobei sich auch da in der zweiten Hälfte massive Lücken in der Viererkette auftaten, ging gegen Leverkusen schief. Das Problem des kleinen Engels in einer derartigen Konstellation bleibt bestehen: er verfügt nicht über die nötige defensive Stabilität. Auf Außen, wo Leverkusen am stärksten war, wurden die Bälle verloren und dann ging es sehr schnell, oft zu schnell für Angel.

 

Kategorie schlecht gealtert

Wenn "lorzen" für "verlieren" steht, dann ja, sonst nein.

 

Tweet des Spiels

So saß ich gestern auch vor dem Fernseher.

 

Champagner statt Bier – die Fans

Willkommen zurück im Gruselkabinett der Geisterspiele! Inzidenzzahlen jenseits von Gut und Böse, eine Landesregierung die agiert wie Leipzig in Hoffenheim und eine besonders impfunwillige Bevölkerung sind kein gutes Rezept für einen noch nicht mal begonnenen Pandemie-Winter. Die Folge sind leere Stadien in Sachsen und schwammige Aussichten auf Besserung. Aber in so einer Situation muss der Fußball hintenanstehen und nicht wie Köln für volle Stadien sorgen.

Trotz der aktuellen Situation hatten die Fans jedoch erneut zur Kleiderspende aufgerufen, die auch nächste Woche noch an der Haupteinfahrt zum Stadion abgegeben werden können – also ran an die Schränke.

 

Auch diese Woche sind noch Spenden möglich.

 

Pfeife des Spiels

Fünfter Bundesligaeinsatz und 15. Einsatz überhaupt für Cortus bei einem RBL-Spiel. Zuletzt stand er im Pokal gegen Babelsberg auf dem Feld. Weder Leverkusen noch Leipzig (letzte Niederlage mit ihm zuhause gegen Sandhausen) hatten in der Bundesliga verloren, wenn er das Spiel leitete. Es galt also Unentschieden oder eine Premiere für den Unterlegenen.

Die zweifelhafte Premierenfreude hatte RBL – was aber aufgrund des Negativlaufs wenig überraschte, denn es war ja nicht die erste positive Serie, die das neue Trainerteam auslöschte. Bei der Handaktion zum Elfmeter (im Prinzip unstrittig) entschied Cortus richtig, die Aktion von Klostermann als „deflection“ statt „deliberate play“ zu werten, war im Ermessensspielraum, zeigte aber erneut die Schwäche dieser Regel, die den Verteidiger dafür bestraft im Zweifel auch bei Abseitsaktionen in seinem Rücken, zu versuchen, an den Ball zu gehen. Das kann nicht im Sinne des Erfinders sein und gehört geändert.

 

Eine Regel für die Tonne!

 

Aufgefallen

1)      Wieder so eine indiskutable Halbzeit, dass man als RBL Fan das Wort „indiskutabel“ schon als reichlich überstrapaziert empfindet. Kein Schuss aufs Tor im ersten Durchgang, dafür viele Räume für Leverkusen. Die Mannschaft macht einen fertig…

2)      In der zweiten Halbzeit wurde es dann etwas besser, was ergebnistechnisch aber nichts mehr änderte, weil man zum einen nach dem 2:1 so blauäugig agierte, dass dagegen Ultramarinblau verblassen würde. Beim verschossenen Elfer am Ende sicherlich maximal Pech, aber das hätte wohl auch nichts mehr geändert.

 

No Fans no party!

 

3)      Seit sechs Spielen und damit seit Hasenhüttls schlimmer Rückrunde (zu der Leipzig jetzt noch 7 Punkte fehlen würden) hatte RBL nicht mehr gegen Leverkusen verloren. Die aktuelle Saison ist der Killer für fast alle positiven Serien und stellte ja schone einige Negativrekorde auf. Da RBL seit neun Bundesligaauswärtsspielen sieglos ist, muss man furchtsam auf das kommende Spiel schauen, dass das aktuelle Trainerteam diesen Ligaauswärtsrekord noch weiter ausbaut (bisheriger Rekordhalter in dieser Kategorie war übrigens Tomas Oral mit 7…).

4)      Auch wenn Beierlorzer nur wenig Möglichkeiten hatte durchzuwechseln, so könnte man auch meinen, dass es in Doppelspielwochen keine gute Idee ist, dem Team keine Frische zuzuführen. Das ist mit Blick auf die Bank natürlich ein etwas ungerechter Kritikpunkt, dennoch zeigt es eines der Probleme Leipzigs in dieser Saison. Wenn ein Spiel gewonnen wird, folgt danach keine Änderung. Der Gegner weiß also was auf ihn zukommt und stellt sich entsprechend auf. Eine richtige Gegneranalyse muss man mit dem Mikroskop suchen.

 

Silva mit einem Tor aber sonst unauffällig.

 

5)      So ein Spiel, was man nicht nur von den Statistiken lesen darf, denn dort war RBL in quasi allen Belangen überlegen (Passwerte, Ballbesitz, Ecken) oder gleichauf (Torschüsse, Zweikämpfe, Laufwerte). Bayer hatte aber insgesamt die höhere Chancenqualität – gerade wenn man bei den xG Werten den späten Elfer rausrechnet und vor allem eine Idee, wie man Leipzig knacken kann. Während RBL blind in ein tiefstehendes Leverkusen rannte und die Abwehr höher stand als eine Limbostange unter dem man mit einem Pogo-Stick durchhüpfen konnte, wartete Bayer einfach ab, bis sich die entsprechenden Lücken ergaben. Lücken, die bereits gegen Brügge offensichtlich waren, die nur von den Belgiern, die eine Klasse tiefer als Bayer einzusortieren sind, nicht genutzt wurden.

6)      Im Prinzip waren es äußerst einfach strukturierte Tore, die Leverkusen erzielte. Langer Ball in die Spitze, die mit Geschwindigkeit eine hochstehende Abwehr überwand oder in 1:1-Situationen zwang. Nach 10 Minuten war klar, wie das laufen würde und da hätte man reagieren müssen, nur wird dem Team abseits von heißer Luft und Gerede von Eigenverantwortung kaum echtes Handwerkszeug mitgegeben. Wenn Plan A aufgeht, ist alles gut, wenn nicht, dann setzt es Haue. Das diese Idee, Leipzig zurück zum Pressing nicht funktionieren wird, sieht man am besten daran, dass selbst mit einem ganzen Team von Ausfällen der Gegner Leipzig einfach den Ball überlässt. Die ganze Unstrukturiertheit und Wildheit fällt dann nämlich beim erstbesten Fehlpass auf RBL selbst zurück. Wenn man sich nicht mal was Neues einfallen lässt, wird das Unionspiel genau den gleichen Verlauf nehmen.

 

Nkunku bester Leipziger aber das reichte nicht aus.

 

7)      Vor dem Spiel beklagte Mintzlaff den Wettbewerbsnachteil, den ein leeres Stadion mit sich bringt. Das war durchaus gerechtfertigt, darf aber trotzdem nicht als Ausrede für die Leistung und die taktische Blauäugigkeit gelten. Es ist ja nicht so, dass das Team solche Situationen nicht kennt. Manchmal muss man eben auch ohne Fans für die Fans gewinnen können. Problematischer sicherlich die vielen Ausfälle auf Leipziger Seite. Auch wenn die Bank besser gefüllt war, so waren die meisten der Auswechselspieler noch nicht bei 100% (das ist zumindest anzunehmen, sonst wären mehr Wechsel in der Startelf angebracht gewesen). Da konnten die Gäste deutlich mehr aus dem Vollen schöpfen und Bayer verfügt ebenso über einen starken Kader. Die Wechsel zeigten jedenfalls auch einen gewissen Unterscheid in den Möglichkeiten am gestrigen Abend.

 

Klostermann Teil einer wackligen Abwehr.

 

8)      Vor dem Spiel hatte ich drüben bei Transfermarkt in der Einleitung vor den Leverkusener Spitzen, den Dribblern und der Effizienz gewarnt. Letztlich alles Dinge, die Bayer auch gestern auszeichneten und denen man nicht mit einer hochstehenden Viererkette begegnen sollte, einfach weil Bayer dadurch ihre Stärken in Sachen Geschwindigkeit und Eins gegen Eins ideal ausspielen konnten.

9)      So langsam verliert Leipzig den Anschluss an die Champions League-Plätze. Sicherlich ist alles noch eng, mit einem Sieg gestern wäre man auf Platz 4 gesprungen. So ist es Platz 8. Diese Mär lässt sich aber nicht endlos in der Saison fortsetzen, denn irgendwann fangen andere auch an konstanter zu Punkten. Bayern und der BVB sind quasi schon weg, die wird man nicht mehr einholen. Leverkusen hat nun Platz 3 und das sprichwörtliche Sechspunktespiel gegen RBL gewonnen. Jeder weitere Ausrutscher vor der Winterpause führt Leipzig nun näher ans Verderben, denn in der Rückrunde muss man bei fast allen starken Gegnern auswärts ran und dass dies aktuell nicht gerade die Leipziger Stärke ist, das sieht selbst ein Blinder. Nach dem Ausscheiden aus der Champions League und Auftritten wie in Hoffenheim ist es jetzt eigentlich schon fünf nach zwölf…

 

Die Sprüche nach dem Spiel werden auch immer verzweifelter.

 

Statt des Sprungs auf einen Champions League Platz knallte RBL mal wieder hart auf die Schnauze und findet sich jetzt im Niemandsland auf Platz 8 punktgleich mit Köln und Mainz und nur zwei Punkte vor Aufsteiger Bochum wieder.

Man kommt sich vor wie eine kaputte Schallplatte, die Probleme sind immer gleich. Fehlende Balance in der Defensive, in einem Team, was nicht nur tabellarisch, sondern auch beim Pressing/Ballbesitz nicht so richtig zu wissen scheint, wo es hin soll.

Gegen Union könnte RBL in die zweite Tabellenhälfte fallen, das Schlimme ist, eine Niederlage in Berlin wäre noch nicht mal überraschend. Die Hoffnung ruht auf den zurückkehrenden Spielern, aber wenn wir ganz ehrlich sind, ein Ende mit Schrecken klingt nicht erst seit gestern langsam deutlich charmanter als dieses ziellose Huppi-Fluppi.


Kicker –  Whoscored –  Sofacore –  Understat –  RBL –  Bundesliga –  FotMob

Statistik
RB Leipzig: Martínez – Mukiele, Klostermann (84. Bonnah), Gvardiol, Angeliño – Kampl (C, 73. Adams), Laimer (73. Henrichs) – Nkunku, Forsberg (84. Haidara) – Brobbey (43. Szoboszlai), Silva
Bayer Leverkusen: Hrádecký (C) – Frimpong, Tah, Tapsoba, Hincapie – Andrich (80. Demirbay), Palacios, Diaby (88. Alario), Wirtz (88. Amiri), Adli (62. Aránguiz) – Schick (62. Kossounou)
Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenach)
Tore: 0:1 Wirtz (21.), 0:2 Diaby (34.), 1:2 Silva (62.), 1:3 Frimpong (64.)
Torschüsse: 13 / 11
Schüsse aufs Tor: 3 / 4
Passquote: 85% / 77%
Zweikampfquote: 59% / 41%
Ballbesitz: 51% / 49%
Laufleistung: 115,8 km / 115,5 km
Sprints: 231 / 231
Fouls: 10 / 9
Ecken: 7 / 2
Abseits: 2 / 5
Gelbe Karten: Forsberg (1) / Andrich, Hrádecký, Frimpong
Zuschauer: keine

Rumpelstilzchen