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Die Bienenfresser
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Die Bienenfresser

Die Bienenfresser

Weniges schmeckt süßer als ein Sieg gegen die schwarz-gelbe Borussia. Zum sechsten Mal in den letzten sieben Duellen gingen unsere Rasenballer gestern mit drei Punkten vom Platz und verwiesen den BVB klar mit 4:1 auf den fünften Platz. Die daran beteiligten sieben verschiedenen Scorer unterstrichen die gute Teamleistung.

Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

Seit den Steinewürfen gegen Kinder und Frauen im Februar 2017 wohnt den Duellen gegen die Aktiengesellschaft vom Börsenplatz immer eine besondere Brisanz und eine beiderseitige Animosität inne. Mit dem Unterschied, dass man sich als BVB-Fan in Leipzig ohne Angst um Leib und Leben frei bewegen kann, wir also die Differenzen sportlich klären können. Gestern Nachmittag ging es um das direkte Duell um Platz 4, dem Sieger winkte die Pole-Position für die Teilnahme an der nächsten Runde der Königsklasse. In der aktuellen sind die Borussen noch gut dabei und müssen am Mittwoch gegen PSG antreten. Mit einem Sieg würden sie nicht nur das Tor zum Finale ganz weit aufstoßen, sondern wohl auch Platz 5 als Startplatz für die Champions League sichern. Da stromerten bei den Gegnern also auch noch andere Gedanken herum, während RBL sich ja aktuell bekanntlich auf die Bundesliga konzentrieren kann.

In Leipzig hat sich mittlerweile ein fester Stamm herausgebildet, weswegen weitere Winterneuzugänge wohl das gleiche Schicksal wie Elmas geteilt hätten. Einzige Änderung zum letzten Sieg in Heidenheim – Simakan ersetzte Henrichs. Ein Vorschlag der so direkt aus dem letzten Spielbericht hätte entnommen werden können.

 

Der Schock für den BVB direkt nach der Pause.

 

Dreisatz des Spiels

Ein Kick der beiderseitig mit recht offenem Visier geführt wurde, wovon insgesamt 33 Torschüsse und vielen Aktionen um die Strafräume herum zeugten. RBL fehlte zu Beginn der Zugriff, hier ließen die Rasenballer den Gegner zu sehr gewähren und wurden fast schon folgerichtig mit dem Gegentor bestraft – wobei Sanchos Treffer auch ein echter Sonntagsschuss war. Danach übernahm aber Leipzig das Kommando, zumindest was die Abschlüsse anbelangt und sicherte sich nach dem Ausgleich durch zwei Tore um die Halbzeit herum eine 3:1 Führung. Zwischen der 21. Und der 65 Spielminute gelang dem BVB nur ein einziger Abschluss. Am Ende erhöhte Baumgartner noch auf 4:1, ehe die Borussen noch ein paar finale Aktionen für sich verbuchen konnten.

 

300 Pflichtspiele und im Spitzenspiel besonders spitze.

 

Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt

Xavi: Zuletzt bei mir etwas in der Kritik, weil ihm die Zielstrebigkeit in den Aktionen etwas abging, gegen den BVB der beste Leipziger. Wie es auf Twitter so schön hieß: Zum Ende des Spiels war Xavi mit jedem Borussen einmal Schlitten gefahren – was für ein Fußballer. Zu Buche standen am Ende die Einleitung des 3:1, bei dem er sich durchwühlte und für Openda auflegte und die Vorlage zum Ausgleich, die er schön mit dem Außenrist in die Mitte brachte. Daneben gewann er acht seiner 14 Zweikämpfe. Optisch ist das zwar immer sehr spektakulär, aber insgesamt ist bei der Ausrichtung auf Zählbares bei ihm noch Luft nach oben.

Openda: Ein Tor und eine Vorlage und damit nun bei 31 Scorern, der Leipziger Rekord liegt aktuell bei Werners 36 aus der Saison 19/20. Vier Tore und eine Vorlage trennen den Neuzugang noch von dieser Bestmarke eine wahrhaft teuflisch gute erste Spielzeit hier an der Pleiße. Trotz dieser guten Ausbeute hätten es auch gegen den BVB mehr Tore sein können. Die Konkurrenz um die Torjägerkrone trifft nämlich meist über den Erwartungen, Openda immer noch leicht darunter. Aber das ist Klage auf sehr hohem Niveau, wie der erste Satz zeigt.

Gulácsi: 300. Pflichtspiel im RBL-Dress für unseren ungarischen Keeper und so ganz kampflos hat und wird er seinen Platz zwischen den Stangen nicht hergeben. Die Krise von Blaswich genutzt und mit guten Leistungen für sich Werbung gemacht. In der Bundesliga diese Saison noch ohne Niederlage und mit fünf weißen Westen. Noch fünfmal ohne Gegentor und er hätte die 100 Pflichtspiele in dieser Kategorie voll. Gegen den BVB hielt er alles was zu halten war. Der Schuss von Sancho passte genau, abseits davon sorgte er dafür, dass dem BVB rund 1,75 XG durch die Lappen gingen.

 

Das letzte was du als BVB Kicker siehst.

 

Luft nach oben

In der Abwehr und im Spiel gegen den Ball war Leipzig nicht gut sortiert. Zum einen allgemein im Stellungsspiel, zum anderen im Zweikampfverhalten selbst. Kam RBL in die Duelle, dann sah das gut aus, aber zu oft ließ man den BVB das Spiel in Ruhe bis zum Strafraum aufbauen und blieb zu weit weg vom Mann. Dies führte dann auch zu einigen gefährlichen Ansätzen, die zwar entweder final geklärt wurden oder von Füllkrug und Co. nicht an Gulácsi vorbei ins Tor gebracht wurden, aber das waren zu viele Räume, die dem Gegner da überlassen wurden. Das kann natürlich auch Maßgabe gewesen sein, aber mit etwas Pech kann es nach 30 Minuten auch 2:0 für den BVB stehen.

 

Tweet des Spiels

Am Ende war es für die Borussia nicht mehr ganz jugendfrei.

 

Champagner statt Bier – die Fans

Gute Stimmung auf den Leipziger Rängen, wenig los dagegen beim BVB, wo durch die übliche eigene boykottäre Bauchpinselei eher Eventpublikum saß, das aber bis auf die Anfangsphase der Borussia recht wenig geboten bekam. In der Heimkurve hätte man nach diesem Erfolg und nach Petes 300. Pflichtspiele ggf. mehr Bezug auf den Keeper nehmen können.

 

Pfeife des Spiels

Aytekin 20. Bundesligaspiel mit Leipziger Beteiligung, von denen vier Duelle gegen Dortmund waren. Er kennt dieses Spiel und seine Nebengeräusche also. Bei 13 Siegen aus diesen Spielen kann sich die Bilanz sehen lassen, auch wenn es früher bereits Anlass zur Klage gab. Dass es bei 19 Foulspielen insgesamt nur eine gelbe Karte für ein tatsächliches Foul gab, gehört zu Aytekins Linie, die aber nicht immer nachvollziehbar ist. Beim Ausgleich musste der VAR eingreifen, die vermeintlichen Abseitsstellungen von Xavi bzw. Openda waren aber auch knapp. Wahrscheinlich nur mit Leipziger Brille nicht ganz nachvollziehbar war die Elfmeterentscheidung zu revidieren. Olmo wurde getroffen und das war auch ursächlich für den Fall, aber insgesamt eher eine Berührung im Kampf um den Ball.

 

Roses Plan ging auf.

 

Aufgefallen

1)      Openda ist in aller Munde. Schon jetzt hat er was Ligatore anbelangt die zweitbeste Leistung aller Leipziger Spielzeiten im Profifußball hingelegt. Frahns 26 Tore aus der Spielzeit 11/12 sind ebenso noch greifbar wie Werners 28 aus der Spielzeit 19/20. Auch die Scorerbestmarke von 34 ist noch möglich, aktuell steht er bei 31. Nach langen Jahren des Wartens endlich also wieder ein Stürmer, der seinen Namen auch verdient. Dass bei so vielen Chancen auch welche ausgelassen werden, gehört zum Geschäft, aber das Duo Openda & Šeško mit aktuell 35 Ligatreffern und satten 52 wettbewerbsübergreifenden Scorern hat durchaus Potenzial!

2)      Die ersten Minuten waren nicht wirklich gut anzuschauen. Eigentlich gehört Leipzig ja zu den Frühstartern der Liga, aber gegen den BVB war die Hintermannschaft die ersten 20 Minuten noch gedanklich in der Kabine. Die Abstände, ein Graus. Nicht nur im Mittelfeld konnte die Borussia Schalten und Walten, sondern bis in den Strafraum wurden die nötigen Zweikämpfe nicht geführt. Kann Leipzig eigentlich besser und wurde dann auch mit dem postwendenden – aber zu diesem Zeitpunkt recht glücklichen – Ausgleich besser. Insgesamt war es aber ein Spiel, das eher einem Sommerkick glich und beiderseitig mit offenem Visier geführt wurde, die Offensive stand bei beiden im Fokus.

 

Ein guter Tag, um gegen den BVB zu gewinnen.

 

3)      Mehr Ballbesitz für den BVB als im Saisonmittel. Leipzig überließ Dortmund das Spielgerät und versuchte es mit Kontern. Drei der vier Tore entstanden dann auch aus schnellen Gegenstößen. Hier ging Roses Plan also auf. Es gab schon Spiele gegen den BVB, wo es genau andersherum lief und Leipzig mit viel Ballbesitz wenig bewegte. In diesem Sinne war es ein Kick, der voll nach Rangnicks Gusto gewesen wäre. Dortmund tappte nach starken Beginn voll in die alte Rasenballsportfalle. Besonders deutlich war diese erfolgreich ausgelegte Schlinge bei den Abschlüssen, denn RBL hatte nicht nur gefährliche Konter, sondern auch sehr viele Abschlüsse, gerade wenn man sie ins Verhältnis zu den Ballbesitzzeiten setzt.

4)      Auch wenn Leipzig deutlich mehr Torschüsse verzeichnen konnte (21/12), so wurden die meisten aus größerer Distanz abgegeben. Tatsächlich gab es nur zwei Torschüsse aus rund 15 m oder näher, die nicht ins Ziel trafen (Orbán 3., Openda 36.). Alle, die weiter weg stattfanden, wurden gehalten oder gingen daneben, auch wenn Schlagers Distanzschuss (übrigens der mit der größten Entfernung am gestrigen Nachmittag) am Ende das 2:1 einleitete. Nicht alle, aber zumindest einige dieser Abschlüsse wären weiter ausgespielt wohl gefährlicher geworden. Gerade da diese Torschüsse fast alle von Olmo (5) und Xavi (6) kamen, wären mit dem Ball am Fuß von den beiden fußballerisch Besten auch andere Lösungen denkbar gewesen.

 

Nächste Chance nächste Saison.

 

5)      Mit diesem Sieg nimmt Leipzig nun den ersten Platz in der Formtabelle der letzten acht Spieltage ein. Eine Entwicklung, die so zu Beginn der Rückrunde, wo das Team gerade in Stuttgart ordentlich am Nasenring durch die Manege gezogen wurde, nicht unbedingt vorherzusehen war. Rose damit auch einer der eher wenigen RBL Tainer, der erneut eine bessere Rück- als Hinrunde hinlegen kann. Ältere erinnern sich vielleicht noch an die Einbrüche unter Nagelsmann. Mit dieser Serie im Rücken sind noch diverse RBL-Rekorde knackbar. So kann Openda wie schon gesagt Werner bei den meisten geschossenen Toren einholen. Rose kann mit nur noch sechs Punkten die beste Leipziger Saison in der Bundesliga bzw. seit Liga 3 aufstellen – der aktuelle Rekord beträgt 67 Punkte, sogar die magische 70 Punkte Grenze wäre noch erreichbar. Platz 3 ist wieder in Reichweite, wenn Stuttgart gegen München nicht gewinnt und in der ewigen Tabelle kann Leipzig mit nur zwei Punkten mehr in den nächsten drei Spielen an Augsburg vorbeiziehen.

6)      Wie immer merkwürdig, der Hass, mit dem einige BVB Fans Leipzig begegnen. Eine größere Selbstreflexion über die Rolle des eigenen Klubs bei der Kommerzialisierung der Bundesliga scheint nicht stattzufinden, stattdessen Spielberichte, aus denen an allen Ecken und Enden der Geifer tropft und Niveaulimbo auf Social Media. Dass solchen Worten dann auch Aktionen und Taten folgen, wissen wir nicht erst seit dem Gastspiel bei den Steinewerfern und wie niedrig die Hemmschwelle einiger Fans ist, war zuletzt in Heidenheim zu sehen.

 

Auf der Erfolgswelle.

 

7)      Weniger Probleme dieser Art wird es kommende Woche beim El Plastico geben. Mit Hoffenheim verbindet Leipzig vielleicht keine Fanfreundschaft, aber immerhin so etwas wie gegenseitiger Respekt. Nur eines der letzten 13 Spiele hat RBL gegen die TSG verloren und die letzten fünf allesamt gewonnen. Gute Vorzeichen, gegen ein Hoffenheim, welches zuletzt etwas schwächelte und fünf Niederlagen in den letzten sieben Begegnungen kassierte.

 

Ligatreffer Nummer 11 für Šeško.

 

Mit dem Sieg gegen den BVB hat Leipzig nun fünf Punkte Vorsprung vor den Borussen, bei nur noch drei verbleibenden Spielen. Jetzt gilt es, trotz der sehr hohen Chance, dass auch Platz 5 zur Königsklasse reichen dürfte, konzentriert zu bleiben und die aktuelle Serie weiter fortzusetzen.

Dass Leipzig am Ende feiern konnte, war über das gesamte Spiel gesehen verdient, der Sieg fiel aber vielleicht ein Tor zu hoch aus bzw. hatte der BVB auch wirklich viel Pech und Unvermögen in seinen Abschlüssen bzw. einen starken Gulácsi gegen sich. Spielerisch blieb bei den Rasenballern Raum für weitere Verbesserungen, sei es im Spiel gegen den Ball oder auch in der Spielkontrolle.

Noch sind für Leipzig einige kleinere Zielmarken möglich: Platz 3 ist noch drin, sollte Stuttgart nicht gegen München gewinnen und Leipzig selbst alles abräumen. Noch acht Tore braucht es, um den eigenen Torrekord zu verbessern und noch sechs Punkte, um die beste Saison in Deutschlands zwei Topligen zu spielen. Auch Openda kann noch Werners Bestmarken erreichen und zu Kane aufschließen (Tore gegen 16 von 17 gegnerischen Teams), wenn er gegen Hoffenheim und Frankfurt träfe. In der ewigen Tabelle kann Leipzig noch Augsburg hinter sich lassen (1 Punkt Vorsprung).

 

Die perfekte Antwort auf den frühen Rückstand.

 

KickerWhoscoredSofacoreRBLBundesligaFotMobunderstatfbref

 

Statistik
RB Leipzig: Gulácsi – Simakan (51. Henrichs), Orbán (C), Castello Jr., Raum – Haidara (87. Seiwald), Schlager (88. Kampl) – Xavi, Olmo – Openda (88. Klostermann), Šeško (70. Baumgartner)
Bank: Blaswich – Bitshiabu, Elmas, Poulsen
Borussia Dortmund: Kobel (C) – Wolf, Hummels (51. Süle), Schlotterbeck, Ryerson (71. Moukoko) – Özcan (63. Bynoe-Gittens) – Brandt, Nmecha – Sancho, Füllkrug, Adeyemi (46. Reus)
Bank: Meyer (Tor) – Morey, Sabitzer, Pohlmann, Wätjen
Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)
Tore: 0:1 Sancho (20.), 1:1 Openda (23.), 2:1 Šeško (45.+2), 3:1 Simakan (46.), 4:1 Baumgartner (80.)
Torschüsse: 21 / 12
Schüsse aufs Tor: 7 / 5
expected Goals: 2,75 / 1,78
Laufstrecke: 111,64 km / 110,26 km
Passquote: 85% / 88%
Zweikampfquote: 56% / 44%
Ballbesitz: 39% / 61%
Fouls: 11 / 8
Ecken: 5 / 8
Abseits: 0 / 1
Gelbe Karten: Simakan (8) / Sancho (1), Schlotterbeck (3)
Zuschauer: 47.069

Rumpelstilzchen